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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kamele (Gefäße) - Kämelziege
lien und Texas züchtet und benutzt man Dromedare '
mit Erfolg. Beide Kamelarten pflegen in keinem >
zool. Garten zu fehlen, wo sie bei Körner- und '
Hcufütterung gut aushalten und sich regelmäßig
fortpflanzen. Der Preis beträgt für das Stück etwa
600 M., für edlere Dromedare 800 M. i
Auch die Gattung Lama (s. d., ^uclisnm) gehört i
zu den K. Hierher zählt das Vicuna (^nciieni^ ^
vicuM". ^sc/ier, s. Tafel: Kamele II, Fig. 1j,
das eigentliche Lama (^ucilLnia ^Tma ^,-a"t^,
s. Taf. II, Fig. 2), das Alpaka l^ncliknill. pacoz
^)e^t., s. Taf. II, Fig. 3) und das Guanaco
(^uckeina Iiuanaco /3mi^, s. Taf. II, Fig. 4).
Kamele, hohle Gefäße (Kasten, Fässer) vonHolz
oder Eisen, die dazu dienen, Schiffe im Wasser zu
heben, um sie über eine flache Stelle zu bringen.
Man befestigt die K. mit Wasser gefüllt unter dem
Schiffe, pumpt sie aus und ihr Auftrieb bebt das
Fahrzeug. Dasselbe erreicht man mit großen Gummi-
ballons, die man leer unter Boote, namentlich Tor-
pedoboote, bringt und mit Luft vollpumpt. Der
Erfinder der K. ist Wilhelm Bauer (s. d.).
Kämelgarn, soviel wie Angoragarn (s. d.).
Kamelhaar, eigentlich das Grnndbaar des Ka-
mels, das nur ausnahmsweise als Robmaterial der ^
Kammgarnspinnerei dient, fälschlicb auch Bezeich-
nung für Kämelhaar (s. Angorawolle).
Kämelhaar, s. Angorawolle.
Kamelhalsfliegen W^pkiäm ^.), eine zu den
Schlammigen (s. d.) gehörige Nctzflüglergattung.
deren Mitglieder dnrch den hinten balsartig ver-
engten, auf dem gleichfalls lang ausgezogenen
ersten Vrustring befestigten, sehr beweglichen Kopf
ein eigentümliches Aussehen erhalten. Die sehr
beweglichen Larven leben unter Baumrinde von
andern Insekten. Die größte einheimische Art ist
lln^kiäin. slnocLliiH) cr9,83icoi'ui8 >3c/im?l. (E. Ta-
fel: Insekten III, Fig. 12.)
Kamelheu, s. ^näropo^on.
Kamelie, Kamellie (Olm^Ilia />.), dem Thee-
strauch verwandte, im ö'stl. Asien beimische Pflan-
zcngattnng aus der Familie der Ternströmiaceen!
(s. d.), immergrüne Sträucher oder Bäumcben mit ^
wechselständigen, gestielten, lederartigen, ganzen
Blättern und achsel-und endständigen, ansehnlichen
Blüten. Der Kelch ist fünfblätterig und abfallend,
äußerlich von mchrern in Deckblätter übergehenden
Schuppen umhüllt; die Vlumenkrone der einfachen
Blüten hat fünf bis sieben am Grunde verwachsene
Blumenblätter; die zahlreichen Staubgefäße sind
ebenfalls am Grunde einbrüderig verwachsen. Die
drei- bis fünffächerige Kapsel entbält nach dem Auf-
springen ein freies, die Samen tragendes Mittel-
säulchen; doch bleibt sie auch bei einigen Arten ge-
schlossen.
Von den verschiedenen Arten, die sämtlich durch
prächtige, bisweilen wohlriechende Blüten sowie
eine schone Velaubung ausgezeichnet sind, ist die
japanische K. ((^in^Ui". ^ponica. ^., s. Tafel:
Kalthauspslanzcn, Fig..") die beliebteste. Ihre
Blätter sind eirund-elliptisch, fast zugespitzt und
gesägt, glänzend; die Blüten sind sitzend, meist
einzeln stehend, groß, und der Fruchtknoten ist
t'abl. Ursprünglich ist sie in Japan einheimiscb,
wird aber daselbst wie auch in (5lnna als Zierstrauch
schon seit undenklichen Zeiten kultiviert. Jetzt ist
ihre Kultur auch in Europa ungcmein ausgebreitet,
und man hat viele Hunderte von Spielarten, die
sich durch Färbung, Füllung und Bau der Blume
unterscheiden. Die Farbe der Blumen ist dunkelrot,
rosa oder weiß, auch kommen Formen mit bunten
Blumen vor. Gestalt und Stellung der Blumen-
blätter sind bei den Spielarten gleichfalls verschieden.
Die Blütezeit fällt in den Herbst, Winter und Früh-
ling. Zur Iimmerkultur werden besonders (^mollia
s'^in^deli gezogen; ferner ^amLlIia reticullU^
^?'nl/?. und (^mkilia, 8H8lnisiu3, 2V"inb>, beide aus
Japan und China. Erstere hat breitere und dichter
gesägte, auf der obern Fläche netzadcrig gezeichnete,
weniger glänzende Blätter, einen seidenhaarigcn
Fruchtknoten und bedeutend größere Blüten, letztere
weicbhaarige Blätter und kleine zarte Blüten.
Die K. ist nicht schwierig zu kultivieren. Eine
Temperatur von ^ 8 bis 10° ^. im Winter sagt ihr
bei etwas feuchter Luft am besten zu. Das Um-
pflanzen bat nach der Blüte, ehe sich die jungen
Triebe entwickeln, zu geschehen; man benutzt dazu
eine aus Laub-, Heide- und Nasenerde zusammen-
gesetzte Erdmisckung, der etwas Fluhsand und feine
Hornspänc- beigemischt sind. Während des Sommers
ist ein balbschattiger Platz im Freien am geeig-
netsten, doch müssen die Töpfe in den Boden ein-
gelassen werden, damit das Austrocknen ver-
hindert wird. Nach vollendetem Trieb bilden sich
an diesem die Blütenknospen; während dieser Zeit
müssen die K. etwas trockner gehalten werden,
weil sich sonst statt der Knospen ein zweiter Laub-
trieb entwickelt. Im Spätherbst, ehe Nachtfröste
eintreten, werden die K. ins Kalthaus oder Zimmer
zurückgebracht und blühen bei kühler Temperatur im
März^ können aber auch durch vermehrte Wärme
(15-20" C.) schon vom November ab zur Blüte
gebracht werden. Während die Pflanzen in Knofpcn
steben, dürfen die Erdballen nicht austrocknen, da
sonst plötzlich alle Blutenknospen abfallen. Die Ver-
mehrung der K. geschieht durch Stecklinge, Samen
oder durch Veredelung auf junge Pflanzen. Der
Hauptsitz der Kamelienkultur ist Dresden. - Vgl.
Verscbaffelt, Icono^ra^Iiie äoä ^ainöliaä (12 Bde.,
Gent 1848-<;0).
Kamellenbalsamine, s. Valsamine.
Kameliendame (frz. I.H äains aux cllinsiiaz),
Titel eines Romans und eines Dramas von Aler.
Dumas den: Jüngern; soviel wie Dame der Hald-
Kamellle, s. Kamelie. ^ !lvelt.
Kamelopard, >v ameloparda l:d en, s.Girasfe.
Kamelopard, ein auch Giraffe benanntes
Sternbild des nördl. Himmels, das sich zwiscken
dem Nordpol und dcm Sternbild des Perseus hin-
zicbt und arm an Hellern Sternen ist.
Kckmelott (frz. cameiot), Bezeichnung für ver-
schiedene gewebte Stoffe. Der eigentliche K. ist ur-
sprünglich lcinwandbindig aus Angoragarn, dann
aber auch aus gewöhnlichem Kammgarn gewebt, hat
in der Kette gezwirnte, im Einschuß einfache Fäden.
Unter dein Namen Seidentamelott tommr ein
leichter Gros de Naples vor, bei welchem in der
Kette je zwei Fäden von verschiedener Farbe und
mit schwacher Drebung zusammengezwirnt sind,
wabrend der Einschuß von einer dritten Farbe ist,
wodurcb ein feingeflammtcs Ansehen entsteht. Hier-
von unterscheidet sich der halbseidene K. dadurch, daß
der Einschuß statt aus Seide, aus gezwirnten Vaum-
wollgarn bestebt.
Kamelfchaf, soviel wie Lama (s. d.).
Kamclwolle, s. Gespinstfasern.
Kämelziege, s. Angoraziege.
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.
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