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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kaps, Ernst - Kapselstar
dftcrr. Bez'nkshauptmannschaft und dem Gerichts -
bezirk Zell am See in Salzburg. Die oberste Thal-
stufe, der Moos erd öden (1930 m), zu dem jetzt
eine neue Straße gebaut wird, bietet eine groß'
artige Aussicht auf die Gletscher des Kitzsteinhorn5
"3194 iu) und Großen Wiesbachhorns (3577 m).
Der untere Teil ist bewaldet und reich an Wasser-
fallen' am Ausgauge liegt das Dorf Kaprun
'751 m) mit (1890) 524 E. und verfallenem Schloß.
Kaps, Ernst, Pianofortcfabrik in Dresden, ge-
aründet1858 von Ernst Karl Wilh. K. (geb.6.Dez.
182(> in Dobeln, gest. 11. Febr. 1887 als königlich
sächs. Kommerzienrat) und seitdenl im Besitz semer
Witwe und seines ältesten ^od-
nesErnstEugenK.(geb.12.Tez.
1364). Der Beginn war klein;
1871-72 wurde die erste, 1890
-91 die zweite Fabrik errichtet;
jetzt (1893) sind vorhanden eine
Dampfmaschine (120 Pscrdcstär-
ten), 150 Hilfsmaschinen, 300
-325 Arbeiter, die durch einen
bebördlich anerkannten Arbeiter-
ansschuß vertreten sind. Gesamt-
produktion beträgt 1000 Flügel
und 800 Pianinos. Eine Spe-
cialität des Hauses ist seit 1893
wieder der Bau ganz kleiner
Flügel. Die Fabrik erhielt Patente 1875 aus eine
neue Saitenlage und 1878 auf den Resonator.
Kapschaf, i'. Albatros.
Kapsel (lat. capsula), soviel wie Büchse, Hülse,
Futteral oder GeHänse. In der Metallurgie bedeutet
K. Coquillc (s. d.); in der Thonwarenfabrikation
nennt man K. oder Kassette ein aus feuerfestem
Thon bestehendes cylindrisches Gefäh^urAufnabme
der Porzellan-, Fayence- uuo feinern ^teinautwaren
während des Breunens. Über Arzneikapfcln s. d.
In der Botanik ist K. eine Frucht, deren Frucbt-
lmlle mit drei oder mehrcrn Längsspalten sich öffnet
oder an der Spitze mit Zähnen aufreißt. Auch die
Früchte, die sich mit einem Deckel öffnen, oder an
deren Spitze mehrere Löcher entstehen, rechnet man
zu den K. - über die K. der Moose s. d.
Kapselbaktericn, s. Kapselkokken.
Kapselbänder, s. Bänder (anatom.).
Kapselgebläfe, ein zu den Kapselrädern (s. d.)
gehörendes Gebläse (s. d., Bd. 7, S. 623d).
Kapselquft, soviel wie Hartguß (s. d.).
Kapselkokken oder Kapselbakterien, Sam-
melname für eine Reihe von einander durchaus nicht
ähnlichen Bakterien, bei welchen die Zellmembran
eine im Vergleich zum Zellprotoplasma sebr erheb-
liche Ausdehnung besitzt, zu einer förmlichen Kapfel
wird, die durch die Färbung mit Anilinfarben deut-
lich zu unterscheiden ist. Diese Kapsel findet sick
iedoch stets nur dann, wenn die Bakterien dcm
Blntc oder den Organen von Tieren oder Menschen
entnommen werden. Zu den Kapselbakterien ge-
boren der Dipioco^cug pneninonilis F>ttn/.-e?, wel-
mer bäufig bei kruppöser Lungenentzündung vor-
kommt und bei epidemischer Genickstarre gleichfalls
beobachtet wurde, ferner der fog. Pneumoniemitro-
tokkus und der Zlicillus c^3nlatu3 A. _k/nFei', !
welcher sehr stark quellende Kapseln besitzt.
Kapselquadrant oder Rbcinifcbcr Bö-
^ chun g s m esse r, ein dem Schmalkalderschcn Höben-
^nesser (s. d.) äbnlichee', einfaches Instrument zum
Messen von Böschungswinkeln, das bei Aufnadmc
Artikel, dic man unter K verm
der Rheinprovinz (1844-56) vielfach benutzt wurde.
Es beruht auf demselben Princip wie der Sä^ma/
kaldersche Höhenmesser, ist nur größer und an Stelle
der Diopter mit einem Fernrohr ausgestatm. Zum
Krokiercn ist es ganz brauchbar.
Kapselräder, eine Art der Kapselwerke ls. d.),
sind Paare von Zahnrädern, die in einer sie luft-
dicht umschließenden Hülle (Kapsel) arbeiten und
bauptsächlick als Gebläse und Pumpen, als Gas-
" ^ Fig. 2. ^ "
Fig. 3.
Achsen a und d sitzen zwei eigentümlich, al.vr in
vollständiger Übereinstimmung mit den Negeln oes
Eingrisss bei Zahnrädern konstruierte dreiMnu'ac
Räder, deren Drehung durch zwei außen am Ge-
bäuse liegende, auf den Achfen u, und d angebrachte
Stirnräder bewirkt wird. Dic innern Räder sind
miteinander und jedes mit der Gchäusewandung in
fortwährender Berührung, und es wird daher das
Quantum des durch eine Umdrehung geförderten.
Vasfcrv, Gafcs u. s. w. theoretisch gleich sein dem
Volumen, welches die Räder in den eylinomchen
Räumen, in denen sie sich bewegen, sreilassen, alio
sechsmal größer als der bei x abgeschlossene, einer-
seits von zwei Zähnen des Rades, andererseits von
der Wandung begrenzte Raum. Doch ist das wirt-
liche Förderquantum stets kleiner als das theore-
tische, da ein absolut dichter Schluß niemals Herr
zustellen ist. Das in Fig. 2 abgebildete Kapselrad
ist das Fabrysche Wettcrrad, welches vielfach
zur Grubcnventilation benutzt wird. Die Kurven
dieses Rades sind Stücke von Epicykloiden, welckc
durch die auseinander rollenden Teilkreise erzeug:
werden. Die Fördermenge ist angenähert gleich dem
Inhalt des Zahnringcylinders eines Rades, da das
von den Zahnlücken gefaßte Gas gleichsam wieder
rückwärts geschleudert wird; infolgedessen ist auck
der Luft- oder Gasstrom nicht konstant. Bei
P aytons als Wasscrmesscr benutztem K apselrad
iFig. 3) ist die Zahnform eine Krciscvolvento. Da
die hinter die Zahnrückenflächen fallende Flüssig-
keitsmcngc immer wieder mit zurückgenommen wird,
ift die Fortbewegung des Wassers auch hier teinc
gleickmäßigc. -- Vgl. Burmester, Lchrbnch der Kine-
matik, Bd/i (Lpz. 1888).
Kapselstar, eine leicht zu beseitigende Form des
Grauen Stars, entsteht, wenn nach Entfernung
oder Resorption des Linsenkörpers die im Auge
zurückgebliebene Linsenkapscl sich trübt und einc
die Pupille verlegende grauweihe dünne Membran
darstellt. Bildet sich der K. einige Zeit nach eincr
Staropcration, so nennt man ihn auch Nachstar.
ißt, sind unter C amzusnchrn.