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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Karl Ludwig (Erzherzog von Österreich) - Karl Ludwig (Kurfürst von der Pfalz)
In dem Kriege von 1809 rückte er im April mit
der österr. Hauptmacht in Bayern ein und bis
Regensburg vor. Aber die Kämpfe an der Donau
waren nicht glücklich, und die Gcfeckte bei Abens-
berg, Eckmühl u. s. w. nötigten nach großen Ver-
lusten die Österreicher zum Rückzug. Durck neue
Truvpen verstärkt, trat bierauf K. den Franzosen
im Marchfelde entgegen und gewann den glorrcickeu
Sieg bei Aspern und Ehling (s. d.) über Napoleon.
Aber K. benutzte den Sieg nickt zu einer entscheiden-
den Unte'nebmung. Napoleon gewann Zeit, seinen
Verlust zu,' ergänzen, und erneuerte 5. und 6. Juli
den Kampf gegen den Erzherzog bei Wagram (s. d.).
K. wurde geschlagen und zog sich unter beständigen
Gefechten bis nach Znaim zurück, wo 12. Juli
der Kampf durch den Waffenstillstand unterbrochen
wurde. Bald darauf zog sich K. ganz vom Staats-
dienst zurück und lebte anfangs zu Tefchen, später
in Wien. An dem Befreiungskämpfe von 181''"
und 1814 nahm er nicht teil. Nur nach Napoleons
Mcktehr von Elba war er 1815 eine Zeit lang
Gouverneur von Mainz. Er starb 30. April 1847
zu Wien.
K. hatte sich 1815 mit der Prinzessin Henriette
von Nassau-Weilburg (gest. 1829) vermäblt, aus
welcher Ehe vier Söhne hervorgingen: Albrecht
(s. d.), österr. Feldmarschall; K a r l Ferdi n and,
geb. 29. Juli 1818, Feldmarsckalllieutenant, gest.
20. Nov. 1874; Friedrick ls. d.); Wilhelm,
geb. 21. April 1827, Feldmarschalllieutenaut und
Generalmspektor der Artillerie. Außerdem batte K.
zwei Töchter: Therese, geb. 1816, gest. 1867 als
Witwe des Königs Ferdinand II. von Neapel, und
Marie Karoline, geb. 1825, seit 1852 mit dem
Erzherzog Rainer Ferdinand vermählt.
In der Militärlitteratur bat sich der Erzherzog
einen Namen erworben durch seine "Grundsätze der
Strategie, erläutert durch die Darstellung des Feld-
zugs von 1796 in Deutschland" (3 Bde., Wien 1814)
und "Geschichte des Feldzugs von 1799 in Dcutsck-
land und der Schweiz ^ (2 Bde., ebd. 1819). Von
cinev Sammlung seiner "Militär. Werke" erschienen
7 Lieferungen (Wien 1362), eine Ab swahl gab Frei-
derr von Waldstätten (Berl. 1882) heraus; ferner gab
Malcher "Ausgewählte Schriften des Erzherzogs K."
<Vd. 1-3, Wien 1893) beraus. 1860 wurde in Wien
auf dem äußern Vurgplatze ein Reiterstandbild K.s
(von Fernkorn) enthüllt.
Vgl. Duller, Erzherzog K. von Osterreich (Wien
1844-47); Thielen, Erzherzog K. von Osterreich
iWien 1858); Schneidawind, Das Buch vom Erz-
derzog K. (5. Aufl., Lpz. 1860); Zcißberg, Aus der
Jugendzeit des Erzherzogs K. (ebd. 1883); ders.,
Erzherzog K. und Prinz Hohenlohe-Kirchberg 1792
<ebd. 1888); ders., Belgien unter der Generalstatt-
dalterschaft Erzherzog K.s (Tl. 1 u. 2, Wien 1893).
Karl Ludwig, Erzherzog von Österreich,
wurde 30. Juli 1833 in Schönbrunn als dritter
Sohn des Erzherzogs Franz Karl geboren. Nach-
dem er bei der galiz. Statthalterei in den Ver-
waltungsdienst eingeweiht worden war, wurde er
:"0. Juli 1855 zum Statthalter von Tirol ernannt,
welche Stelle er 1861 nach dem Beginn der kon-
stitutionellen Ära niederlegte. Seitdem lebt er fern
von jeder öffentlichen Thätigkeit, wenn er auch in
der Armee den Titel eines Generals der Kavallerie
führt. Auf die Politik hat er nie Einfluß geübt. Seit
dem Tode des Kronprinzen Rudolf (30. Jan. 1889)
ist er der nächste Erbe des Thrones. K. L. war in
Artikel, die man unter K uer
^ erster Ehe vermählt mit Margarete von Sachsen,
^ die uach zweijähriger Ebc 15. Sept. 1858 in Monza
! kinderlos starb, sodann seit 21. Okt. 1862 mit Marie
! Annunciata von Sicilien, die 4. Mai 1871 starb.
Kinder ans dieser Ehe sind: 1) Erzherzog Fran.i
z Ferdinand (s. d.), geb. 18. Dez. 1863; 2) Erzherzog
! Otto Franz Joseph, geb. 21. April 1865, vermählt
! seit 2. Okt. 1886 mit Maria Iosepha von Sachsen;
' 3) Erzherzog Ferdinand Karl Ludwig, geb. 27. Dez.
1868; 4) Erzherzogin Margareta Sophia, geb.
13. Mai 1870, vermählt 24. Jan. 1893 mit Herzog
Albrecht von Württemberg. Eine dritte Ehe schloß
K. L. 23. Juli 1873 mit der Prinzessin Maria Theresia
von Vraa,anca, die ihm 31 .Juli 1876 die Erzherzogin
Maria Annunciata, 7. Juli 1878 die Erzherzogin
Elisabeth gebar.
Karl II., Ludwig Ferdinand Karl von Bour-
bon, Herzog von Parma, geb. 23. Dez. 1799, war
der Sohn König Ludwigs von Etrurien und der
Tochter Karls IV. von Spanien, Marie Luise,
unter deren Vormundschaft er 27. Mai 1803 König
von Etrurien wnrde, welches Land jedoch 10. Dez.
1807 zu Frankreich geschlagen wurde. Nach Napo-
leons Sturz wurde das Fürstentum Lucca, welches
K. gehörte, aber 1805 anElisaBacciocchi (s.d.) ver-
schenkt worden war, ihm zurückgegeben; zugleich
ward ibm die Anwartschaft auf Parma, Piacenza
und Guastalla zugesichert, welches Napoleons zwei-
ter Gemablin Marie Luise von Osterreich zugewie-
sen wordeil war, wofür dann Lucca an Toscana
fallen sollte. Nackdem K. wegen seiner Verschuldung
und wegen der Erregnng in Italien Lucca schon
5. Okt. 1847 gegen eine Rente an Toscana abge-
treten hatte, übernahm er uach dem Tode Marie
Luises, der Witwe Napoleons, 18. Dez. 1847 die
'Regierung von Parma, Piacenza und Guastalla,
legte dieselbe aber 14. März 1849 durch eine im
Ausland vollzogene Urkunde zu Gunsten seines
Sohnes Karls III. nieder und lebte nun auf Reisen,
meist in Nizza, wo er 17. April 1883 starb.
Karl III., Ferdinand Karl von Vourbon, Her-
zog von Parma, geb. 14. Jan. 1823, einziger ^ohn
des vorigen und Marie Thereses von Sardinien,
einer Tochter Victor Emanuels I. (s. d.), erklärte
von London aus die Annahme der Regierung, die
er dann verschwenderisch und gewaltthätig führte,
bis ein von ihm beschimpfter Sattlermeister ihn
auf offener Straße 26. März 1854 ermordete. (Vgl.
(^1i ultimi ssioi'ni äi (^rio III. cluca, äi ?ai'ma,
Mail. 1861.) Seine Witwe Luise Maria Therefa
ergriff für ihr 9. Juli 1848 geborenes Söhnchen
Robert die Regentschaft, mußte jedoch nach der
Schlacht von Magenta (4. Juni 1859) trotz ihrer
Neutralitätserklärung das Land verlassen, das nun
mit Italien vereinigt wurde. Sie lebte seither in
der Schweiz, unweit Vregenz auf Schloß Wartegg,
und starb 1. Febr. 1864 zu Venedig.
^ Karl Ludwig, Kurfürst von der Pfalz, zweiter
^ohn des Kurfürsten Friedrich V. und der Elisa-
beth Stuart, geb. 22. Dez. 1617, kam nach dem
Tode seines Vaters 1632 unter die Vormundschaft
seines Oheims, des Pfalzgrafen Ludwig Philipp,
tonnte aber das feinem Vater genommene Erbland,
welches nach dem Tode seines ältern Bruders ihm
zufiel, lange Zeit hindurch nicht völlig zurück-
erbalten. 1638 wurde er durch den kaiserl. General
Hatzfeld 17. Okt. bei Gohfelo geschlagen und ftob
nach Hamburg und Holland. 1639 wollte er nach
Herzog Bernhards Tode dessen Armee übernehmen,
int-, sind unter C aufzusuchen.