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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Karl Emanuel I. (König von Sardinien) - Karl Albert (König von Sardinien)
zu Tage bei der Feier des 59jährigen Bestehens
der Weimar. Verfassung (Mai 1866), an seinem
70. Geburtstage Juni 1888, bei welcher Gelegen-
heit er vorn Kaiser zum preuß. Generaloberst mit
dem Range eines Feldmarschalls ernannt wurde,
und bei der Feier seiner Goldenen Hochzeit (1892).
Er fördert künstlerische und wissenschaftliche Be-
strebungen und sucht Weimar und Jena als Pfleg-
stätten der Künste und Wissenschaften zu erhalten.
Seiner Kunstliebe ist auch die Wiederherstellung der
Wartburg seit 1857 zu verdankeu. Aus seiner Ehe
sind drei Kinder entsprossen: der Erbgroßherzog
Karl August, geb. 31. Juli 1844, vermählt seit
26. Aug. 1873 mit Pauliue, Prinzessin von Sachsen-
Weimar-Eisenach ; Prinzessin Marie, geb. 20. Jan.
1849, vermählt seit 6. Febr. 1876 mit'dem Prinzen
Heinrich VII. von Reuß; Prinzessin Elisabeth, geb.
28. Febr. 1851, vermählt seit 6. Nov. 1886 mit
Johauu Albrecht, Herzog zu Meckleuburg.
Karl Emanuel I., Köuig von Sardiuien,
als Herzog von Savoyen der III. seines Namens
(1730-73), geb. 27. April 1701 zu Turin, über-
uahm nach der Abdankung seines Vaters Victor
Amadeus' II. 3. Sept. 1730 die Regierung. Im
Polnischen Erbfolgckriege kämpfte er als Verbünde-
ter Frankreichs und Spauieus gegeu Österreich, im
Österreichischen Erbfolgekriege für dieses in der Lom-
bardei, in den Alpen und Apenninen und gewann
hierbei Novara und Teile des Mailändischen. Als
Staatsmann hochcmgesehen in Europa, hob er seiu
Land auf wirtschaftlichem und geistigem Gebiet, er-
weiterte die Macht des Staates über die Kirche und
setzte sich durch deu Erlaß des <üorM8 (^aroliimiu
ein bleibendes Denkmal. Er starb 19. Febr. 1773.
- Vgl. Carutti, 8wiiH äei i'Lg'no äi (^rio Nina-
nu6i6 III (Tur. 1859); Perrero, (^rio Nmanuoi0 III
äi 89.V01H a, äit'esii civile ^I^)i usiia. ckuiMZiiH äsi
1744 (ebd. 1886).
Karl Gmanuel II., König von Sardinien
(1796-1802), ältester Sohn Victor Amadeus' III.,
geb. 24. Mai 1751, kämpste seit 1792 uuter seinen:
Vater gegen die Franzosen, folgte ihm 16. Okt. 1796
in der Herrschaft, suchte zuerst den Frieden init Frank-
reich zu erhalten, ward aber durch die revolutionäre
Bewegung im Laude und die Gewaltthaten der
Franzosen Ende 1798 zum Kriege genötigt und
wandte sich 10. Dez., nachdem er in einer erzwuu-
genm Kouveution seine festländischen Besitzuugen
abgetreten hatte, mit seiner Familie nach Parma,
von wo er 3. März 1799 nach Cagliari auf Sardi-
uien kam. Seiu Protest gegen die Usurpation blieb
erfolglos; 4. Iuui 1802 daukte er hier zu Gnnsten
seines Bruders Victor Emanuel I. ab, ward 1815
Jesuit und starb 6. Okt. 1819 in Rom.- Vgl. G.
Claretta,3t0i-ia äki ressiio e äei toiupi äi Oai'Io Nma-
nueis li, änca äi 8avma (3 Bde., Genua 1877-79).
Karl Felix, König vou Sardiuieu (1821-
31), geb. 6. April 1765, vierter Sohu Victor Ama-
deus'III., kämpste 1792-99 gegeu dieNevolutions-
truppen, war 1799 -1806 und 1817-21 Statt-
halter in Sardinien und übernahm, obwohl erblindet,
uach Victor Emanuels I. Abdankuug 1821 die Ne-
gierung, gestützt auf die Österreicher, um dieselbe iu
Merternichs reaktionärem Geist zu führen. Er starb
27. April 1831. Da seine Ehe (1807) mit Ludwig
Philipps Schwägerin, Marie Christine von Neapel,
kinderlos war, folgte ihm Karl Albert (s. d.).
Karl Albert,^ König von Sardiuieu (l831
-49), geb. 2. Okt. 1798, Sohu Karl Emauuels
vou Savoyen-Carignan (gest. 1800) und Marie
Christines von wachsen, wurde sorgfältig in Dres-
deu und Paris erzogen und lebte daun auf seiueu
Gütern in Piemont. Seit 1817 war er verheiratet
mit der Tochter des Großherzogs Ferdinand III.
von Toscana, Maria Theresia. Von Victor Ema-
nuel I. bei seiuer Abdankung (13. März 1821) mit
der Regentschaft bis zum Eiutreffen von Karl Felix
betraut, verkündete er die span. Verfassung von
1812; als aber Karl Felix von Modena aus alle
Regierungshandlungeu K. A.s für nichtig erklärte,
verließ dieser heimlich Turin und ging nach Frank-
reich. Nachdem er 1823 untcr dem Herzog von
Angouleme gegen die Verfassuugspartei in Spanien
zu Felde gezogen war, ward er 1824 in Turiu wieder
zu Gnaden empfangen. 1829 zum Statthalter von
Sardinien ernannt, übernahm er uach Karl Felix'
Tod die Regieruug (27. April 1831). Entgegen
den Hoffnuugen, die auf ihu gesetzt und durch seine
ersten Regieruugshaudlungen ueu belebt wurden,
lenkte er alsbald, aus Furcht vor Osterreich und
vor den Carbonari, in die reaktionäre Weise seiner
Vorgänger ein. Doch errichtete er trotz Österreichs
Einsprache ein nationales Heer uach franz. Vorbild,
duldete die Aubahnung eiuer ueuen Zeit durch die
privaten Bemühungen der Azeglio, Cavour u. a.
und machte sich selbst verdient um die wirtschaftliche
Hebung dcs Landes und um die Kunst durch Ver-
anstaltung der ersten Ausstellungen. Der allgemeine
Umschwuug in Italien nach Pius' IX. Throube-
steigung brachte ihn denn auch zum Eutschluh, die
ersehute Verfassung (datiert vom 4. März 1848) zu
gewähren, und die Erhebung der Lombardei und
Venedigs gab (23. März 1848) ihm den Mut, Öster-
reich anzugreifen; doch erlitt er 25. Juli die schwere
Niederlage vou Custozza, welche ihn zwang, zurück-
zuwcicheu; mit seiner aufgelösten und huugeruden
Armee suchte er uuklugerweise einen Rückhalt in
Mailand, das er aber gleichfalls alsbald aufgeben
muhte trotz der leidenschaftlichen Bemühungen der
Mailänder, ihn hieran zu hindern. Nach Kün-
digung des 9. Aug. geschlosseuen Waffenstillstauds
volleudete Österreich seinen Sieg über K. A. bei
Mortara und Novara (21. März 1849). K. A. legte
auf dem ^chlachtfelde vou Novara die Kroue zu
Gunsten seines ältern Sohnes Victor Emanuel (II.)
nieder und begab sich nach Portugal, wo er als Graf
vou Varge lebte. Er starb kurz heruach, 28. Juli
1849 zu Oporto. Seme Leiche wurde uach Turin
übergeführt, wo dem ritterlichen und unglücklichen
Fürsten ein Reiterstaudbild errichtet wurde. Sein
jüugerer Sohu war Ferdiuaud, Herzog vou Geuua.
- Vgl. Cibrario, 61i ultimi giorni äi (^i-io ^Iderto
9. Oporto (Tur. 1850); ders., I^oti^ie suli^ vita, äi
Oario ^11i6rw (ebd. 1861); Marquis Costa dc Beau-
regard, I'roloAUö ä'un i'L^no; lü. ^6nn6886 än i'oi
^1iari68 widert (Par. 1889); Domeuico Perrero,
(^1i ultimi I^L^Ii äi Lkvoia, äsi iaui0 pi-iino^onito
oä ii pi'iiioipL (^rio ^Idsi'to äi O^vi^nmio (Tur.
1889); Costa de Veauregard, K6^)0ii86 ^ N'' I).
?6i-i-6r0 . . . (Par. 1889); D. Perrero, N6p1ica,
nuovi 3>ppuQti 6 äoeuniLQti (Tur. 1889); Costa de
Veauregard, I^iloguo ä'un rö^ne, Nil^u, ^ovai-e
6t0i^0i'w... (Par. 1890); vgl. dazu Valbert, (Hai'l68
.VN>6i't (in der "I^Lvue ä68 Doux NonäeL", 1890);
E.Masi, 1186^r6t0äoli'6^arlo^Ideito. (üo^^iiatori
in I^oinaxi^ 1815-59 (Bologna 1891); L. Cappel-
letti, 8toriii äi l^iii'io ^Idorto o ii 8no ix'^no
(Mail. 1891).
Artikel, die man unter K liernüßt, sind nnter C anfzusuchcn.