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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kärntner Eisenbahn - Karoline Mathilde (Königin von Dänemark)
Obcrlandesgericht für Steiermark, K. und Kram
in Graz. In K. selbst besteht das k. k. Landesgericht
in Klagenfurt, in dessen Sprengel sich ein städtisches
delegiertes Bezirksgericht (Klagenfurt) und 27 Be-
zirksgerichte befinden. Die Finanzverwaltung wird
von der Finanzdirektion in Klagenfurt geleitet. Das
Montanwesen leitet die Berghauptmannscbast und
das Revieramt in Klagenfurt. In kirchlicher Be-
ziehung bildet K. das Fürstbistum Gurt mit dem
Bischofssitze in Klagenfurt. In militär. Hinsicht
untersteht das Land dem Korpskommando in Graz.
Das Wappen von K. ist ein der Lange nach ge-
teilter Schild; rechts in goldenem Felde drei schrei-
tende schwarze Löwen übereinander; links in rotem
Felde ein silberner Querbalken. Auf dem Schilde
ein Fürstenhut. (S. Tafel: Wappen der Oster-
reichisch-Ungarischen Kronländcr, Fig. 5,
beim Artikel Österreichisch-Ungarische Monarchie.)
Die Landesfarben sind Not und Weih.
Geschichte. K. ist, wie die Karnischen Alpen,
wahrscheinlich nach dem im Altertum in Krain und
Friaul wohnenden kelt. Volke der Karner (Carni)
benannt, deren Name von den Zackigen Felsspitzen
(kelt. cln-n oder corn; lat. cornu) stammt. Es
gehörte bis auf des Augustus Zeit zu dein von
den kelt. Tauriskern bewohnten Noricum und nach
dessen Unterwerfung (16 v. Chr.) zum Nömerreiche.
Von der Hauptstadt K.s, Virunum, finden sich noch
Spuren bei Maria-Saal auf dem Zollfelde, wo im
spätern Mittelalter die Huldigung der Landesfürsten
stattfand. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrh,
ließen sich in dem nun Karantanien genannten
K. wie in den benachbarten Gebieten Slowenen oder
Wenden nieder, die anfangs unter der Herrschaft
der Avaren standen, aber dann zu dem nach 623
von Samo in Böhmen gegründeten Slawenreicke
gehört zu haben scheinen. Um Schutz gegen neue
Angriffe der Avaren zu finden, suchte der Herzog
Boruth vor der Mitte des 8. Jahrh. Hilfe beim
Herzog Tassilo von Bayern, geriet aber dafür von
diesem in Abhängigkeit. Nach Tassilos Sturze
(788) schlug Karl d. Gr. das Land zum Franken-
reiche. Im Vertrage zu Verdun 843 kam mit
Bayern auch K. an Ludwig den Deutschen und 876
an dessen Sohn Karlmann. Dieser erhob seinen
natürlichen Sohn Arnulf, der nachmals König in
Dcr^chl^d wurde, zum Herzog von K. Am An-
fang des 10. Jahrh, kam K. unter die Votmäßigkeit
des Herzogs von Bayern, bis Kaiser Otto II. 976
es als ein eigenes Herzogtum, vermehrt durch die
Markgrafschaft Istrien und die Mark Verona bis
zum Po und Mincio, an Heinrich I., den Neffen
des Bayernherzogs Arnulf, gab. Nach dessen Tode
989 kam K. an Herzöge aus verschiedenen Häusern,
deren keins sich lange zu behaupten vermochte, bis
1077 Heinrich IV. den Liutold von Eppenstein mit
K. und der Mark Verona belehnte. Als mit Liutolds
Bruder Heinrich 1122 auch dieses Geschlecht er-
losch, erhielt der Graf Heinrich von Lavant aus
dem rheinfränk. Geschlecht der Grafen von (^pon-
heim K., aber obne Verona, und die Nachkommen
seines Brnders Engelbert behielten es bis zum Er-
löschen ihres Hauses 1269. Der letzte Herzog dieses
Stammes, Ulrich III. (gest. 1269), vermachte K.
seinem Vetter, König Otwkar II. von Vöbmen. Als
dieser 1276 von Rudolf von Habsburg besiegt wurde,
kam K. mit dem damit verbundenen Teile von Kram
als erledigtes Lehn ans Deutsche Reich zurück und
wurde 1286 an den Grafen Meinhard von Tirot
Artikel, die man unter K vor
verliehen. Als die Grafen von Tirol 1335 aus-
Narben, behielt die Tochter des letzten, Margarete
Maultasch, Tirol; K. aber gab Kaiser Ludwig der
Bayer den Herzögen von Österreich und Steiermark
aus dem Haufe Habsburg. Seitdem ist K. bei Öster-
reich geblieben. Es wurde in Unter- und Obertärnten
geteilt, wovon letzteres 1809 an Frankreich zu dessen
illyr. Provinzen siel, 1813 aber wieder zurückerobert
ward und 1816 als Klagenfurter und Villacher
Kreis zum Gubernium Laibach des Königreichs
Illyrien geschlagen wurde. Seit 1849 bildet K. ein
eigenes Klonland.
Litteratur. Ankershofen, Handbuch der Geschichte
des Herzogtums K. (Bd. 1 u. 2, bis 1122, Klagenf.
1841-59; Bd. 3 nicht erschienen; Bd. 4, von Tangl,
1269-1335, ebd. 1864-67; Bd. 5-7, von Her-
mann, 1335-1857, ebd. 1843 - 60); Petritsch,
Heimatskunde von K. (ebd. 1871); Wanderungen
durch Steiermark und K., von Nosegger, Pichler und
Nauschenfels (Stuttg. 1879); Radics, In's K. (Wien
1882); Älschker, Geschichte K.s (Klagenf. 1880-85);
Rabl, Illustrierter Führer durch K. (Wien 1884);
Hock, Statist. Handbuch für K. (Klagenf. 1886);
Amthor und Iabornegg-Gamsenegg, Kärntnerführer
(3. Aufl., Augsb. 1887); Die Österreichisch-ungarische
Monarchie in Wort und Bild, Bd. 8: K. (Wien
1890); Hauser, Die alte Geschichte K.s von der
Urzeit bis Kaiser Karl d. Gr. neu aus Quellen be-
arbeitet (Klagenf. 1893).
Kärntner Eisenbahn, von Marburg über
Villach nach Franzensfeste (373,8 kni) führende,
1863-71 eröffnete strecke der Österr. Südbahn.
Karnüten, im Altertum ein mächtiges kelt.
Volk in der Mitte von Gallien. Ihr Gebiet (zu-
gleich ein Hauptsitz des gallischen Druidentums)
! dehnte sich von der mittlern Loire nordwärts aus
nach der untern Seine; ihre Hauptstädte waren
Autricum (jetzt Chartres) und Cenabum, später Zu-
denannt Aurcliani (jetzt Orleans). 52 v. Chr. er-
öffneten die K. den zweiten großen gallifchen Auf-
stand gegen Cäsar mit der Niedermetzelung der in
Cenabum anwesenden Römer.
Karo, s. (^1-1-6211.
Karöben, Karobenbaum, s. Johannisbrot.
K. heißen auch die Terebinthengallen (s. d.).
Karolm, Karlin, eine zuerst 1732 von Karl
Philipp von der Pfalz gefchlagene Goldmünze zu
3 Goldgulden, vielfach in andern füddeutschen Staa-
ten nachgeahmt. Ihr Handelswert war 11 Fl. -
Der K. war auch eine schwed. Goldmünze, von 1868
-75 geprägt, dem franz. 10-Franksstücke gleich.
Karolina, die von Kaiser Karl V. erlassene Pein-
licke Gerichtsordnung, s. (^rolina..
Karolinasittich, s. Karolinensittich.
Karoline (eigentlich Karamb oline) oderRus-
si s ch e P arti e, ein Billardspiel mit 5 Bällen; auch
d^r mittlere (rote) der dabei aufgestellten Bälle.
Karoline MathUde, die Gemahlin König Chri-
stians VII. (s. d.) von Dänemark, geb. 22. Juli
1751, eineTochter des Prinzen von Wales, Friedrich
Ludwig, und Schwester Georgs III. von England,
vermählte sich 1766 und gebar 1768 den nachmaligen
König Friedrich VI. von Dänemark. Sowohl die
verwitwete Großmutter, die Königin Sophie Mag-
dalene, wie die Stiefmutter ihres Gemahls, Juliane
Marie, waren der jungen Königin abgeneigt. Der
Leibarzt des Königs, ^truensee, gewann ihre Gunst,
und in sein Schicksal wurde sie später mit hinein-
gerissen. (S. Struensee.) Nach ihrer Verhaftung
mißt, sind unter C aufzusuchen.