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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kasinbu - Kaskadengebirge
ließ auch K. sein Neich. In schrankenloser Will-
kür herrschte der Adel, sodah die von Boleslaw
(s. d.) Chrobry gegründete Ordnung der Dinge bald
,',u Grunde ging. Das Heidentum erstarkte wieder, !
Bischöfe und Priester wurden veriagt oder erscbla-
gen, die Kirchen geplündert und verbrannt. Vei ^
der allgemeinen Zerrüttung fielen die Pommern
ab, drang Iaroslaw von Kiew nach Masowien vor,
nahm Vrctislaw von Böhmen Krakau und Gnesen. '
Als aber dann, unterstützt von Kaiser Heinrich III.,
K. 1040 die Herrschast wiedererlangte, wußte er!
die sürstl. Gewalt und das Christentum in Polen >
neu zu befestigen. Er vermählte sich mit Dobro- ^
gnewa, der Schwester des Großfürsten Iaroslaw von j
Kiew, unterwarf Masowien und erhielt 1054 gegen
einen jährlichen Tribut Schlesien von den Böhmen
zurück. K. starb 1058.
K. II., der Gerechte, geb. 1138, Sohn Vole-
slaws III., war bei der Teilung des Reichs leer
ausgegangen und vom Vater dem Wohlwollen sei- !
ner Brüder empfohlen worden. Nach dem Siege
Kaiser Friedrichs I. über Boleslaw IV. (s. d.) Kraus'
haar zur Sicherung des Friedensvertrags vom
Bruder dem Kaiser als Geisel übergeben, wurde er
erst 1183 entlassen. 1178 wurde er nach Vertrei-
bung seines Bruders Mscislaw III. zum Groß-
fürsten von Polen gewählt. Er schützte das Volk
vor den Bedrückungen des Adels und der Beamten
und ermäßigte die Abgaben. Er zog siegreich nacd
Volhynien, Halicz und gegen die Iadzwieger in Li-
tauen und starb 1194.
K. III., der Große, geb. 1309, zeichnete sicb
schon unter der Regierung seines Vaters Wladi- ^
slaw Ellenlang, der ihn zum Regenten von Groß-
polen gemacht hatte, durch seine Tapferkeit aus. ^
Nachdem er selbst 1333 den Thron bestiegen batte,
einigte er sich mit König Johann von Bölnnen ^
1335 zu Wissegrad dahin, daß Johann alle An- ^
rechte auf Polen aufgab, K. aber auf die schles. >
Herzogtümer, welche die böhm. Lehnshohcit an- ^
erkannten, und auf das Fürstentum Ploct verzich- ,
tete. Mit den Deutschen Rittern kam er nach lan-
gen Streitigkeiten im Frieden zu Kalisch 1343 dabin
überein, daß diese Kujawien und Dobrin an Polen
zurückgaben, K. ihnen dagegen das Kulmerland,
Nessau und Michelau als völlig freien Besitz über-
ließ und sogar auf den Titel eines Herzogs von
Pommern verzichtete. K., der keinen Sohn batte,
bestimmte 1339 seinen Neffen Ludwig, einen Sohn
König Karls I. Robert von Ungarn, zum Nach-
folger. Nachdem K. 1340 sich Rotrußlands bemäch-
tigt, eroberte er fast ganz Schlesien, behielt aber
nur Fraustadt; 1349, während des Krieges zwischen
Litauen und dem Deutschen Orden, verband er
Lemberg und Galizien mit der Krone und unter-
warf 1352 Volhynicn. Kaifer Karl IV. entsagte
zu Gunsten K.s seiner Lehnsherrlichkeit über Ma-
sowien, während K. an ihn seine Rechte auf Iaucr
und Schweidnitz abtrat, dessen Herzog Volko seine
Nichte, Anna von Iauer, dem Kaiser Karl IV. zur
Gemahlin gegeben, 1353. Im 1.1365 vereinigte er
auch Kujawien mit dem Reiche. 1347 verordnete er
auf dem Reichstage zu Wislica die Abfassung eines
allgemeinen Gesetzbuches. K., unstreitig der größte
unter den Herrschern Polens, starb l370 zu Krakau.
Trotz seiner Sparsamkeit liebte er die Pracht, baute
eine große Menge fester Schlösser und Städte. Er
stiftete Hospitäler und Schulen, legte den Grund
zur Krakauer Universität, beschenkte reichlich Kirchen
und Klöster. Unter seinen Geliebten wird die Jüdin
Esther genannt, welche ihren Glaubensgenossen die
Freiheiten ausgewirkt haben soll, die sie später in
Polen besaßen. K. ist der letzte poln. Herrscher aus
dem Hause der Piasten (s. d.); von seinen drei Frauen
hat er männliche Nachkommen nicht hinterlassen.
K. IV., der zweite Sohn Iagiellos, geb. 1427,
übernahm noch bei Lebzeiten seines Bruders, Wla-
dislaws III., die Regierung über das Herzogtum
Litauen. Zum Mißvergnügen der Polen blieb er
seinem Stammlande auch nach der Thronbesteigung
1447 zugethan und suchte es vor gänzlicher Ein-
verleibung in Polen zu schützen. Als die preuß.
Städte sich gegen den Deutschen Orden auslehnten
und sich 1453 unter den Schutz K.s begaben, geriet er
in einen fast dreizehnjährigen Krieg mit dem Orden,
der 1466 im zweiten Thorner Frieden ganz West-
preußen an K. abtreten mußte. 1468 berief K. zur Be-
ratung über die Staatseinkünfte den ersten Reichstag
der Adligen nach Pctrikau. Er starb 1492 zu Grodno.
Kasinbu, malaiische Benennung des Aankiva-
bubns, s. Hühner, echte.
Kasino (ital., Diminutiv von c^8k), Häuschen,
Landhaus; in Italien kleine Häuser, die die Adligen
außer ihren oft abgelegenen Palästen im Mittel-
punkte der Städte besaßen und die dem geselligen
Vergnügen gewidmet waren. Später mieteten zu-
weilen mebrere weniger bemittelte Familien ge-
meinschaftlich ein solches Haus, und so entstanden
die geschlossenen Gesellschaften der Kasinover-
ein e, die man jetzt in Italien überall sowie auch in
Deutschland findet.
Beim Militär sind K. gemeinschaftliche Speise-
anstalten für die unverheirateten Offiziere, die nach
dem Vorgange von Preußen in den meisten stehen-
den Heeren zum Teil mit Staatsunterstützung er-
richtet und mit Bibliotheken, Lese- und Spielzimmern
ausgestattet sind; sie dienen auch für gesellschaft-
liche, wissenschaftliche und dienstliche Zwecke. Auch
für Unteroffiziere und Mannfchaften bestehen K.
Kafmo, Kartenspiel, gewöhnlich unter 4 Per-
sonen mit franz. Karte, wobei Carreau-Zehn das
große K., Pique-Zwei das kleine K. heißt.
Kasmopartei, s. Centrum.
Kasiwe, s. Kassiber.
Kaskade (vom ital. c3,8cai'6, fallen), ein Wafser-
fall, der, im Unterschied von dem Katarakt, durck
kleinere, absatzweise hoch über Felsen herabstürzende
Vergwässer gebildet wird. Auch gilt das Wort von
den künstlichen Nachahmungen solcher Wasserfälle
in der Gartenkunst. Besonders große künstliche K.
befinden sich in den Anlagen von Wilhelmshöhe
bei Cassel, vor dem kaiserl. Lustschlosse Peterhof
am Finnischen Meerbusen und in Berlin im Vik-
^ toriapark am Kreuzberge.
, In der Feuerwerkerei heißt K. eine Figur, an
der einige Röhren (Fontänen) in mehrern Etagen
so übereinander angebracht sind, daß sie ihr Feuer
^ von oben nach nnten ausströmen und dadurch gleich-
l sam einen feurigen Wasserfall bilden.
! Kaskadendurchlatz, f. Durchlaß.
Kaskadengebirge (engl. Cascade Range),
Gebirgszug an der Westküste der Vereinigten Staa-
> ten von Amerika, nördl. Fortsetzung des Küsten-
gebirges und der Sierra Nevada, erstreckt sich etwa
750 1cm vom 42. bis etwa zum 49.° nördl. Br. und
durchziebt, der Küste des Großen Oceans parallel
i und nur bis 100 km von ihr entfernt, von S. nach
N. den Staat Oregon und das Ten^o-nu-m W^H-
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.