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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Katheterisieren – Katholische Kirche

Thränenkanälchen und die Ohrtrompeten, und zwar oft bloß um mit dem K. zu untersuchen (sondieren), oft aber auch, um den Inhalt der Hohlräume zu entleeren oder Flüssigkeiten (auch Luft) in dieselben zu injizieren. Das Einführen der K. (das Katheterisieren, der Katheterismus) fordert eine geübte Hand; eine ungeschickte Handhabung derselben kann Verletzungen, falsche Wege mit nachfolgender schwerer Entzündung und Tod herbeiführen.

Katheterisieren, Katheterismus, das Einführen des Katheters (s. d.).

Kathetometer (grch.), ein von Dulong und Petit erfundener Apparat zur Messung des Höhenunterschiedes zweier Punkte, z. B. der Spiegel zweier kommunizierender Quecksilbersäulen, aus der Ferne. Das K. besteht aus einem durch eine Wasserwage horizontal gestellten Fernrohr, das an einem vertikalen Maßstab auf und ab geschoben, sowie in einer horizontalen Ebene gedreht werden kann. Man stellt das Fernrohr auf die beiden Punkte ein und liest mittels Nonius und Lupe an dem Maßstabe die entsprechenden Höhen ab, aus denen sich der gesuchte Höhenunterschied ergiebt.

Kathiawar, Halbinsel, s. Gudschrat.

Kathion, s. Elektrolyse (Bd. 6, S. 3 a).

Kathisma (grch.), im Gottesdienst der griech. Kirche der Teil, während dessen die Gemeinde sitzen darf, bestehend aus Troparien (s. d.) oder Lektionen, z. B. aus den Psalmen, die in 20 K. eingeteilt sind. Der Gegensatz ist Akathistos (s. d.).

Kathlambaberge, s. Drakenberge.

Kathmandu, s. Katmandu.

Käthner (Kätner), s. Kate.

Kathode (grch.), s. Anode.

Kathodenstrahlen, das eigentümliche, sich geradlinig ausbreitende, von der negativen Elektrode eines Funkeninduktors ausgehende Leuchten in luftverdünnten Räumen. Von einer hohlen Fläche ausgehende K. können sich in einem Punkte sammeln. K. scheinen sich gegenseitig abzustoßen, erregen an den getroffenen Körpern Phosphorescenz u. s. w. Die Erscheinungen sind von Hittorf, Crookes u. a. studiert worden. (S. Elektrische Schatten.)

Katholicismus, vielfach als gleichbedeutend mit Katholische Kirche (s. d.) gebraucht, richtiger aber als Bezeichnung der von der kath. Kirche vertretenen religiösen Anschauungen, im Gegensatz zu Protestantismus. Bei diesem Gegensatz kommen nicht nur die Verschiedenheiten in einzelnen dogmatischen Punkten (Erbsünde, Taufe, Abendmahl, Siebenzahl der Sakramente, Fegefeuer), sondern wesentlich allgemeine religiöse Grundsätze in Betracht, die sich vor allem in der verschiedenen Auffassung der Rechtfertigung und des Verhältnisses von Glauben und Werken beiderseits kundgeben. Der kath. Standpunkt charakterisiert sich ferner durch das Festhalten an gewissen Grundzügen der kirchlichen Organisation, die für ihn dogmatische Geltung haben, während sie sich mit dem prot. Princip nicht vertragen: Geltung der Tradition neben der Heiligen Schrift, der wesentliche Unterschied zwischen Priestern und Laien, die bischöfl. Verfassung und der Primat des Papstes, das strenge Festhalten an der von den Vorstehern der Kirche sanktionierten Lehre und der Gehorsam gegen ihre Gebote, das Verhältnis der Kirche bez. des Papstes zu den Staaten, die Pflicht der Laien, auch in polit. Dingen sich nach den kirchlichen Vorschriften zu richten, die Ablehnung der in dem Syllabus (s. d.) von 1864 verdammten modernen Ideen. Die besondere Art des kath.-religiösen Lebens tritt hervor in teils auf kirchlichen Geboten beruhenden, teils seit dem Mittelalter aufgekommenen Bethätigungen: Messehören, Fasten und Abstinenz, Ohrenbeichte, Ablaß, Verehrung Marias und anderer Heiligen und ihrer Bilder, Prozessionen und Wallfahrten, Rosenkranz, Klosterwesen, Bruderschaften u. s. w.

Die Lehrunterschiede behandelte der Katholik J. A. Möhler, Symbolik (Mainz 1832; neue Aufl., 2 Bde., Regensb. 1871, 1881); die Protestanten F. C. Baur, Der Gegensatz des K. und Protestantismus (2. Aufl., Tüb. 1836) und H. Thiersch, Vorlesungen über K. und Protestantismus (2. Aufl., Erlangen 1848); auch die andern Gegensätze Tschackert, Evang. Polemik gegen die röm. Kirche (2. Aufl., Gotha 1888); Hase, Handbuch der prot. Polemik gegen die röm.-kath. Kirche (5. Aufl., Lpz. 1891).

Katholicität, Rechtgläubigkeit, Zugehörigkeit zum Glauben der kath. Kirche.

Katholikon (grch.), etwas Allgemeines, namentlich ein allgemeines (umfassendes) Wörterbuch; ferner ein Universalheilmittel; auch Gesamtbezeichnung der Katholischen Briefe (s. d.).

Katholikos (grch., d. h. allgemeiner Bischof), Ehrentitel des Patriarchen der armenischen Kirche.

Katholische Briefe, nach kirchlichem Sprachgebrauch diejenigen apostolischen Sendschreiben, die nicht wie die Paulinischen an eine einzelne Gemeinde, sondern an einen größern Leserkreis gerichtet sind. Als solche Briefe betrachtete man anfangs nur den ersten Brief des Johannes und den ersten Brief des Petrus. Später ging der Name auch auf den Brief des Jakobus, den Brief des Judas und den zweiten Brief des Petrus über, zu denen man auch den zweiten und dritten Brief des Johannes gesellte, obwohl der letztere einen einzelnen Mann als seinen Empfänger nennt. Jetzt faßt man unter jenem Namen sämtliche nicht als paulinisch bezeichnete Briefe im Kanon zusammen. Die Echtheit sämtlicher sieben K. B. wird von vielen Seiten beanstandet. – Vgl. Weiß, Die K. B. (Lpz. 1892).

Katholische Kirche, seit dem 2. Jahrh. Bezeichnung der Gesamtheit der sich zum christl. Glauben Bekennenden im allgemeinen (grch. kath’hólon), im Unterschiede von den christl. Gemeinden («Kirchen», lat. ecclesiae) an einzelnen Orten (1 Kor. 1,2; 16,1,19). Der Ausdruck findet sich zuerst gegen Ende des 2. Jahrh., zu einer Zeit, wo sich innerhalb der ältesten Christenheit des Römischen Reichs eine feste und ihre Einheitlichkeit erstrebende Organisation bildete. Nach Überwindung der anfänglichen Kämpfe zwischen Juden- und Heidenchristen sah sich die Majorität der Christenheit sowohl von außen durch die zerrüttenden Christenverfolgungen, als von innen her durch das Aufkommen zahlreicher Sekten getrieben, sich unter Bischöfen, als Nachfolgern der Apostel, auf einen kurzen Inbegriff der als apostolisch geltenden Lehre zu einigen.

Die Grundlagen dieser K. K. sah man demgemäß im Festhalten an der überlieferten Lehre (Tradition) und in der Autorität der miteinander in mehr oder weniger enger Verbindung stehenden Bischöfe, deren Einsetzung auf Christus und die Apostel zurückgeführt wurde. Verschiedenheiten in untergeordneten Punkten der kirchlichen Organisation und der gottesdienstlichen Gebräuche waren dadurch nicht ausgeschlossen. Auftauchende Streitigkeiten über die Lehre wurden durch Beratungen und Beschlüsse der

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