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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kavieren – Kay

gewonnene K.; die feinste Sorte wird etwa zu Ende Oktober erhalten.

Kavieren (vom lat. cavere), sich hüten, dann für etwas die Garantie (s. d.) übernehmen, haften, bürgen; in der Fechtkunst eine Art des Parierens, s. Parade (beim Fechten); K. (vom ital. cavare), zu Geld machen (Wechsel).

Kaviller, s. Abdecker.

Kawaīn, s. Kawapfeffer.

Kawa-Kawa, s. Kawapfeffer.

Kawapfeffer, Awa- oder Rauschpfeffer, die Wurzel von Piper methysticum Forst., einem auf den Südsee-Inseln einheimischen Halbstrauch. Die Handelsware bildet verschieden große, bis mehrere Kilogramm schwere, außen graubraune, innen gelblichweiße sehr verästelte Wurzelstöcke. Der Geschmack ist zusammenziehend bitter, Speichelfluß erregend. Bestandteile des K. sind zwei Harze: a. Kawaharz (von cocaïnähnlicher Wirkung), b. Kawaharz und ein krystallinischer Körper: Methysticin (Kawaïn). K. wird von den Bewohnern der Südsee-Inseln zur Bereitung eines Getränks (Kawa-Kawa), das durch Zerkauen der Wurzel und Durchseihen gewonnen wird, benutzt; medizinisch wendet man ihn in Europa hauptsächlich gegen Gonorrhoe an.

Kawélin, Konstantin Dimitrijewitsch, russ. Gelehrter und Publizist, geb. 10. (4.) Nov. 1818 in Petersburg, studierte in Moskau Philosophie und Rechtswissenschaft, war daselbst 1844–48 Docent für russ. Recht, 1857–61 Professor für russ. Civilrecht in Petersburg sowie 1857–58 zugleich Lehrer des Thronfolgers. Er starb 15. (3.) Mai 1885 in Petersburg. Aus dem Kreise Bjelinskijs hervorgegangen, war K. einer der eifrigsten Förderer der Aufhebung der Leibeigenschaft und bemühte sich auch später besonders um die Hebung des russ. Bauernstandes. Seine litterar. Arbeiten erschienen meist in Zeitschriften; eine Sammlung daraus sind die «Werke K.s» (4 Bde., Moskau 1859). Ferner erschienen gesondert neben jurist. Fachwerken: «Die Aufgaben der Psychologie» (Petersb. 1872), «Der bäuerliche Gemeindebesitz in Rußland» (ebd. 1876; deutsch Lpz. 1877), «Gespräch mit einem socialistischen Revolutionär» (russisch, Berl. 1880; anonym), «Die Bauernfrage» (Petersb. 1882), «Die Aufgaben der Ethik» (ebd. 1885) u. a. – Vgl. Konstantin Dimitrijewitsch K. (russisch, Petersb. 1885), mit Beiträgen von Staßjulewitsch, Spasowicz, Pypin u. a.

Kawerau, Gustav, prot. Theolog, geb. 25. Febr. 1847 zu Bunzlau, studierte in Berlin, wurde 1870 Hilfsgeistlicher an der Lukaskirche daselbst, 1871 Pfarrer in Langheinersdorf (Neumark), 1876 in Klemzig, 1882 Professor und geistlicher Inspektor am Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg und Vorsteher des dortigen Kandidatenkonvikts, 1886 ord. Professor in Kiel, seit 1888 zugleich Universitätsprediger, 1893 Professor der praktischen Theologie in Breslau. K.s theol. Standpunkt ist ein gemäßigt-positiver; seine Forschungen gelten vorzugsweise der Reformationszeit. In Verbindung mit Köstlin und Archivrat Jacobs begründete er 1883 den Verein für Reformationsgeschichte, in dem er die Geschäfte des Redaktions-Komitees führt. Er schrieb unter anderm: «Johann Agricola von Eisleben» (Berl. 1881), «Kaspar Güttel, ein Lebensbild aus Luthers Freundeskreise» (Halle 1882), «Über Berechtigung und Bedeutung des landesherrlichen Kirchenregiments» (Kiel 1887), «De digamia episcoporum, ein Beitrag zur Luther-Forschung» (ebd. 1889), «Luthers Lebensende in neuester ultramontaner Beleuchtung» (1. bis 4. Aufl., Barm. 1890). K. gab den «Briefwechsel des Justus Jonas» (2 Bde., Halle 1884–85) heraus. Von der neuen kritischen Luther-Ausgabe (Weimar) bearbeitete K. Bd. 3 (1885), Bd. 4 (1886) und größere Teile von Bd. 8 (1889) und Bd. 12 (1891), ebenso größere Stücke der Braunschweiger Lutherausgabe (1889 fg.). Zu W. Möllers «Lehrbuch der Kirchengeschichte» schrieb er, unter Benutzung des Möllerschen Nachlasses, den 3. Teil (Reformation und Gegenreformation, Freib. i. Br. 1894).

Kāwerī, engl. Cauvery, Hauptfluß in der südl. Hälfte von Vorderindien, durchfließt Maisur, Salem und Kojambatur, durchbricht dann bei Kaweripuram die östl. Ghat und teilt sich bei Trichinopoly in mehrere Arme, die ein an seiner Basis 145 km breites Delta bilden und deren nördlichster und breitester der Kolerun (Coleroon) ist. Der K. ist 650 km lang und ergießt sich in den Indischen Ocean; er wird von den Hindu auch Dakschin Ganga (Ganges des Südens) genannt, und ist der heiligste Fluß Südindiens.

Kawi, der Name, womit man in Nachahmung der Javaner, die ihre alte Sprache für eine těmbung kawi «Dichtersprache» halten, das Altjavanische aus der Periode von ungefähr 800–1400 n. Chr. zu bezeichnen pflegt. Die Grammatik des K. ist malaiisch-polynesisch, der Wortschatz hat manches aus dem Sanskrit aufgenommen, wie dies auch im Neujavanischen und Malaiischen der Fall ist. Der erste Versuch einer Übersetzung aus einem altjavan. Dichtwerke, dem «Rhârata-Yuddha», findet sich in Raffles’ «History of Java» (Lond. 1817). Das von Raffles Veröffentlichte lieferte Wilhelm von Humboldt den Stoff zu seinem Werke «Über die Kawisprache auf der Insel Java» (3 Bde., Berl. 1836–39). Nach dem Kriege der Holländer gegen Bali (1846) sind von jener Insel, wo die Gelehrten das K. noch pflegen, viele gute Handschriften zugänglich geworden. Einen schätzenswerten Beitrag zur Kenntnis der auf Bali vorhandenen Litteraturwerke gab R. Friederich in «Voorloopig Verslag van het eiland Bali» (Verh. Bat. Genootschap 1849–50). Demselben verdankt man einen Abdruck des «Arjuna-Wiwâha» mit balinesischer Interlinearversion (Batavia 1850) und des «Bhoma-Kâwya» (ebd. 1852). Die zwei ersten Sänge des «Arjuna-Wiwâha» nebst Übersetzung gab Kern heraus in seinen «Kawistudien» (Haag 1871). Derselbe besorgte auch eine Textausgabe und Übersetzung des metrischen Werkes «Wṛttasañcaya» (Leiden 1875). Von den wichtigern Textausgaben nebst Übersetzung sind weiter noch zu erwähnen: J. C. G. Jonker, «Een Oudjavaansch Wetboek vergeleken met Indische rechtsbronnen» (Leiden 1885); H. H. Juynboll, «Drie boeken van het Oudjavaansche Mahâbhârata» (ebd. 1893). Sowohl sprachlich wie paläographisch höchst wichtig sind die von A. B. Cohen Stuart veröffentlichten «Kawi-Oorkonden» (Leiden 1875). Beiträge zur Kenntnis der Litteratur gab H. N. van der Tuuk im «Journal of the Asiatic Society» (N. Ser., Bd. 13); Abschnitte aus der Grammatik behandelte Kern in den «Bijdragen» des Königl. Instituts (Haag 1889).

Kawitschin, Indianerstamm, s. Kowitschin.

Kawwás, Kavas, Chawas, in der Türkei die mit niedern Polizeibefugnissen ausgestatteten mohamed. Ehrenwächter der fremden diplomat. Vertreter jeden Grades sowie der höhern türk. Staatsbeamten.

Kay, Dorf im Kreis Züllichau-Schwiebus des preuß. Reg.-Bez. Frankfurt, 8 km westlich von

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]