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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kearney – Keelinginseln

Zeit lang auf dem Coventgardentheater, trat 1829 zum Drurylanetheater zurück und starb 15. Mai 1833 zu Richmond, wo er eine Zeit lang Direktor gewesen war. Wenn K.s Leistungen auch ohne Harmonie waren, so söhnte damit doch sein Pathos, die seltene Kraft und Leidenschaft, mit der er spielte, aus. – Vgl. Molloy, Life and adventures of Edmund K. (2 Bde., Lond. 1888).

Charles K., Sohn des vorigen, geb. 18. Jan. 1811 zu Waterford, debütierte 1827 ohne Erfolg in London, begab sich dann in die Provinz und 1830 nach Amerika, wo er sich bis 1833 aufhielt. 1833 wurde er Mitglied des Coventgardentheaters in London und galt bald als einer der vorzüglichsten Shakespeare-Darsteller; Hamlet war seine Glanzrolle. 1842 vermählte sich K., spielte mit seiner Gattin abermals in Amerika (1845), dann in Paris, in der engl. Provinz und am Haymarkettheater zu London; 1850–59 leitete er das Prinzeßtheater daselbst; 1861 war er abermals in Amerika, wandte sich mit seiner Gattin 1863 nach Australien und spielte 1866 in Kalifornien. K. starb 22. Jan. 1868 zu Liverpool. – Vgl. Cole, Life and theatrical times of Charles K. (2. Aufl., 2 Bde., Lond. 1860).

Seine Gattin Ellen, geborene Tree, geb. im Dez. 1805, debütierte im Coventgardentheater in London als Olivia, spielte dann in Edinburgh und Bath, erlangte aber ihren Ruf als Mitglied des Drurylanetheaters in London; 1836–39 spielte sie in Amerika. Nach dem Tode ihres Gatten zog sie sich von der Bühne zurück. Sie starb 20. Aug. 1880 in London.

Kearney (spr. kahrně), Hauptstadt des County Buffalo im centralen Teil des nordamerik. Staates Nebraska, auf dem Nordufer des Platte, an der Hauptlinie der Union-Pacific, hatte 1880: 1782, 1890: 8074 E.

Kearsley (spr. kihrslě), Stadt in der engl. Grafschaft Lancashire, unweit Bolton, am Irwell, hat (1891) 7993 E.; Baumwollindustrie und Papierfabrikation. In der Nähe Kohlenminen.

Keats (spr. kihts), John, engl. Dichter, geb. 29. oder 31. Okt. 1795 in London als Sohn eines Lohnkutschers, besuchte die Schule in Enfield, trat 1810 bei einem Arzt in Edmonton in die Lehre und bildete sich seit 1815 in London weiter aus. 1817 gab er seine Jugendgedichte heraus; bedeutender war das erzählende Gedicht «Endymion» (Lond. 1818). Erst eine heftige, aber unglückliche Neigung K.’ zu Fanny Brawne, mit der er 1819–20 verkehrte , brachte sein Talent zur Entfaltung. Um diese Zeit entstanden seine vorzüglichsten Gedichte, die ihn den besten Dichtern Englands zur Seite stellen. Sie erschienen als «Lamia, Isabella, the eve of St.-Agnes and other poems» (Lond. 1820), Stimmungslieder, Balladen und Gedichte erzählenden Inhalts. K. starb 27. Febr. 1821 an der Schwindsucht in Rom, wo er an der Pyramide des Cestius begraben wurde. Die vollständigste Ausgabe von K.’ Schriften besorgte Forman (4 Bde., Lond. 1883; 3. Aufl. 1889), der auch K.’ «Letters to Fanny Brawne» (ebd. 1878) und «Poetry and prose: a book of fresh verses and new readings» (ebd. 1890) herausgab; K.’ «Letters to his family and friends» gab Colvin (ebd. 1891) heraus. – Vgl. Monckton Milnes (Lord Houghton), Life, letters and literary remains of K. (2 Bde., 1848; neue Aufl. 1867); J. R. Lowell, The poetical works of K., with a life (Bost. 1854; neue Ausg. 1873); Rossetti, Poetical works of K., with a critical memoir (1872); Colvin, Keats (Lond. 1887).

Kebbi (Majo Kebbi), Nebenfluß des Binue (s. d.).

Kebes, Schüler des Sokrates, s. Cebes.

Kebīr, Geldgröße in Abessinien, s. Dahab.

Kebsehe, soviel wie Konkubinat.

Kechua, Indianerstamm, s. Quechua.

Kecskemét (spr. kétschkemeht), Stadt mit Municipium im ungar. Komitat Pest, an der Linie Budapest–Verciorova

^[Abb.]

der Ungar. Staatsbahnen, inmitten der sog. Kecskemeter Heide gelegen und weitläufig gebaut, Sitz eines Gerichtshofs und Bezirksgerichts, hat (1890) 48 493 meist kath. magyar. E. (259 Deutsche), darunter 13 381 Evangelische und 1789 Israeliten, in Garnison ein Bataillon des 38. Infanterieregiments «Freiherr von Mollinary» und 3 Eskadrons des 13. Husarenregiments «Jazygier und Kumanen», Post, Telegraph, reform. Hauptschule mit juridischem und Gymnasialkurs, Piaristenkollegium mit Obergymnasium, reform. und luth. Obergymnasium, Staats-Oberrealschule, Franziskanerkloster; ferner Feld-, Wein- und Obstbau (berühmte Äpfel), Seifensiederei, Gerberei, hauptsächlich aber Schaf-, Rindvieh-, Pferde- und Schweinezucht, fünf Jahrmärkte und einen 14tägigen Viehmarkt.

Keda, auch Queda, ein malaiisches, Siam tributäres Fürstentum auf der Halbinsel Malaka, die nördl. Begrenzung des brit. Gouvernements Straits-Settlements. Früher gehörte auch die Insel Pulo-Pinang (s. d.) zu K. Die Hauptstadt K. an der Ostküste hat 8000 E. K. ist reich an Zinn; im einzelnen aber noch unerforscht.

Kedabek, Kupferwerk im russ. Gouvernement und Kreis Jelisawetpol in Transkaukasien, Eigentum der Gebrüder Siemens in Berlin und London, hat Telegraph, ein deutsches Vicekonsulat und produzierte (1890) mit Kalakent zusammen etwa 1 800 000 kg reines Kupfer.

Kediri, Residentschaft im östl. Teil der niederländ. Insel Java, hat auf 7398 qkm (1891) 1 139 828 E., darunter 1828 Europäer und 9739 Chinesen. Reis und Kaffee sind die wichtigsten Erzeugnisse. Die Stadt K., der Sitz des Residenten, rechts am Brantas, im O. des Vulkans Wilis, an der Eisenbahn Surabaja–Blitar, hat 16 967 E.

Kedu oder Kadu, Residentschaft im Innern der niederländ. Insel Java, hat auf 2048 qkm (1891) 755 408 E., darunter 800 Europäer und 6398 Chinesen. K. ist eins der fruchtbarsten und zugleich an Naturschönheit reichsten Länder vielleicht der ganzen Erde. Wichtigste Erzeugnisse für den europ. Markt sind Kaffee, Chinarinde und Tabak. Hauptort ist Magelang mit 21 714 E. (darunter 592 Europäer, 2106 Chinesen und 1196 Araber) auf dem linken Ufer des Progo im W. von Surakarta. In K. liegt der berühmte Tempel Voro-Budor (s. d.).

Keel (spr. kihl), engl. Steinkohlenmaß oder vielmehr Gewicht von 8 Chaldrons (s. d.), in Newcastle = 21⅕ Tons = 21539 kg.

Keelinginseln (spr. kihl-) oder Kokosinseln, Archipel im Indischen Ocean, unter 12° 0′ südl. Br. und 96° 80′ östl. L. Sämtliche 20 Inseln von zusammen nur 22 qkm sind sehr niedrige Korallen-Atolls und mit einer zahllosen Menge von Kokos-^[folgende Seite]

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