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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kee-long – Kegel (in der Geometrie)

palmen bedeckt, deren Nüsse und Öl zur Ausfuhr gelangen. Die K. stehen unter dem brit. Gouverneur der Straits-Settlements und haben (1891) 554 E., darunter etwa 400 Eingeborene. Die Fauna hat sich seit dem Besuche Darwins bedeutend vermehrt; die Säugetiere sind eingeführt. Von den 46 Pflanzenarten sind 22 neue.

Kee-long, Hafenstadt auf Formosa, s. Ki-lung.

Keelykanone (spr. kihlǐ-), s. Gasgeschütz.

Keene (spr. kihn), Hauptstadt des County Cheshire im nordamerik. Staate New-Hampshire, westlich von Manchester, am Ashuelot-River, Eisenbahnknotenpunkt, hat (1890) 7446 E., Fabrikation von Schuhen und Stiefeln, Stühlen und Eimern.

Keepsake (engl., spr. kihpsehk), Erinnerungsgabe, Andenken, Titel jährlich erscheinender Taschenbücher, Almanache u. dgl.

Keep-tower (engl., spr. kihp tau’r), s. Bergfried.

Kees, in Salzburg, Tirol und Kärnten Bezeichnung für Gletscher.

Keewatin (spr. kihwättǐn), Territorium des Dominion of Canada in Britisch-Nordamerika, im W. der Hudsonbai, gehörte früher zu Manitoba und wurde 1883 organisiert. Die Größe beträgt 1 217 000 qkm.

Kef, eigentlich Keïf, ist eine arab. Fragepartikel mit der Bedeutung: wie?, die ihre vornehmlichste Anwendung in der Erkundigung nach dem Wohlbefinden besitzt und demnach substantivisch für Wohlbefinden selbst gebraucht wird. Von den Türken ist das Wort als Bezeichnung des Dolce far niente der Italiener in die europ. Sprachen übergegangen.

Kef, El-, feste Stadt im westl. Tunis, in 755 m Höhe, befestigter Kreuzungspunkt der Handelsstraßen nach dem Medscherda, beherrscht den weiten Umkreis von Kairuan bis Suk-Arrhas, ist Sitz einer geogr. und archäol. Gesellschaft und hat 5000 E., Anbau von Oliven und Halfa.

Kefé, tatar. Name der Stadt Feodosia (s. d.).

Keferst., hinter wissenschaftlichen Benennungen von Tieren Abkürzung für Wilhelm Keferstein, geb. 1833, gest. 1870 als Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie zu Göttingen.

Keffi abd es-Senga, in Sokoto, s. Saria.

Keffǐeh (arab.), als Kopfbedeckung dienende baumwollene oder seidene, auf hellem Grunde dunkel gestreifte Tücher, die zur Beduinentracht gehören und am besten in Bagdad verfertigt werden.

Kefil, Dorf bei Meschhed Ali (s. d.).

Kefir (Kephir, Kapir, ein Wort tatar. oder türk. Ursprungs, abgeleitet von keyf, «Wonne», «Wohlbefinden»), moussierender Milchwein, ein eigentümliches, dem Kumys verwandtes Gärungsprodukt der Milch, welches aus der Kuhmilch durch Zusatz eines specifischen Ferments, der sog. Kefirkörner oder Kefirpilze, bereitet wird. Die Kefirkörner, im Kaukasus auch als «Hirse des Propheten» bezeichnet, stellen erbsen- bis bohnengroße harte Körner oder Klümpchen von gelblicher Farbe dar, welche mikroskopisch aus verschiedenen Hefepilzen und Bacillen (die Existenz von Dispora caucasica Kern ist durch Adametz in Frage gestellt worden) bestehen. Die einzelnen Bacillen sind meist zu Fäden verbunden und von einer dicken Gallertmembran umgeben; große Massen von Bacillen schmelzen mit ihren Membranen zu einem Zooglöahaufen, dem Kefirkorn, zusammen. Außer den Hefepilzen und Kefirbacillen ist auch das Milchsäureferment, Bacterium acidi lactici Zopf, vorhanden. Die Körner werden bei Zimmertemperatur mit der siebenfachen Menge Milch übergossen und stehen gelassen; nach 24 Stunden ist die Gärung, welche durch mehrfaches Umschütteln befördert wird, vollendet. Dadurch ist der meiste Milchzucker der Milch in Milchsäure, Kohlensäure und Alkohol, ein großer Teil des Caseïns in leichtverdauliches Propepton oder Hemialbumose verwandelt. Die abgegorene sog. Gärmilch wird dann mit frischer Milch (1 : 2) in Flaschen gefüllt, verkorkt und mehrfach umgeschüttelt. Nach einigen Tagen ist das moussierende Kefirgetränk fertig. Merkwürdigerweise gelingt die Darstellung eines ganz gleichen Getränks mitunter auch ohne Kefirkörner durch einfaches häufiges Umschütteln sauer werdender Milch. Der Vorgang beruht auf einem komplizierten Zusammenwirken der Thätigkeit von Spaltpilzen und Hefekörnern. Anstatt der Flaschen bedienen sich die kaukas. Bergvölker bei der Bereitung des K. eines sog. Burdjuks, d. i. eines Schlauchs aus Ziegenhaut, und danach unterscheidet man zwischen Flaschenkefir und Burdjukkefir. Der fertige K. ist eine ziemlich dicke, kohlensäurereiche weißliche Flüssigkeit von rahmartiger Konsistenz und angenehmem süßsäuerlichen Geschmack, welche sich vom Kumys hauptsächlich durch ihren größern Reichtum an Eiweißstoffen sowie einen geringern Gehalt an Milchsäure und Alkohol unterscheidet.

Der K. hat sich gleich dem Kumys nicht nur als ein sehr nahrhaftes, überaus leicht verdauliches und durch seinen Kohlensäuregehalt zugleich angenehm erfrischendes Nahrungsmittel, sondern auch als ein vortreffliches Heilmittel bewährt. Kefirkuren werden mit Vorteil bei Magen- und Darmkrankheiten, bei chronischen Lungenleiden, bei habitueller Magerkeit, Blutarmut, Bleichsucht und Skrofulose, überhaupt bei Schwächezuständen jedweder Art gebraucht. Die tägliche Menge, welche in den ersten Tagen der Kur eine Flasche, späterhin zwei bis drei Flaschen beträgt, soll auf drei Tageszeiten verteilt werden: den ersten Teil nehme man frühmorgens nüchtern, den zweiten 2 Stunden vor dem Mittagessen, den dritten 3 Stunden nach dem Mittagstisch. Ob starker oder schwacher K. zu wählen ist, hängt von dem Zustande der Verdauungsorgane ab. Als zweckmäßigste Dauer einer Kefirkur sind im allgemeinen fünf bis sechs Wochen zu bezeichnen. – Vgl. Dimitrijew, K. oder Kapir (Hannov. 1884); Podwyssotzki, Kefir (deutsch, Petersb. 1884); Gebhard, Über K., seine Bedeutung und therapeutische Verwendung (Würzb. 1884); Theodoroff, Historische und experimentelle Studien über den K. (ebd. 1886); Eckervogt, K., seine Darstellung aus Kuhmilch (Neuwied 1890); Weiß, K., kaukas. Milchwein. Seine Anwendung und Wirkung (in den «Klinischen Zeit- und Streitfragen», Bd. 4, Heft 10, Wien 1890).

Kefr, Kafr (arab.), soviel wie Dorf.

Kěg (engl.), d. h. Tönnchen oder Fäßchen; aus der Insel Cuba ein Maß für Melasse von 5½ alten engl. Wein-Gallons = 20,8192 l.

Kegel (lat. conus), ein Körper, der von einer ebenen Fläche, welche die Grundfläche bildet, und von einer Kegelfläche, dem Kegelmantel, eingeschlossen wird. Der letztere ist, im weitern Sinne, eine Fläche, die dadurch entsteht, daß eine gerade Linie, von der ein Punkt (die Spitze des K.) festgehalten wird, an einer beliebig gestalteten krummen Linie hingleitet. Diese Linie heißt die Leitlinie oder Direktrix, während die Gerade selbst die Erzeugende oder Generatrix genannt wird. Beim gemeinen K.

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]