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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kehlsparren – Kehrichtofen

als Kehr- oder Scheuerleiste, oder als Einfassung an Thüren und Fenstern, als Verzierung u. s. w. dient. – Kehlstoß ist auch ein Karnies (s. d.).

Kehlsparren, Kehlstichsparren, s. Verknüpfung der Hölzer (Abschnitt Schiftung).

Kehlstein, ein Dachziegel, s. Dachdeckung (Bd. 4, S. 674 a).

Kehlstoß, s. Kehlleiste.

Kehlstück, s. Halsberge.

Kehlung, diejenigen Gesimsprofile, welche an die Balken oder Bretter bei Holzdecken, Fachwerkswänden und andern Holzarbeiten angehobelt werden, bisweilen nach den Enden spitz auslaufen (Schiffskehlen) und meist aus zwei Plättchen mit Karnies oder zwei Rundstäben mit Kehle bestehen. K. ist auch soviel wie Hohlkehle (s. d.).

Kehlzeug, s. Hobel (Bd. 9, S. 225 a).

Kehlziegel oder Kehlstein, s. Dachdeckung (Bd. 4, S. 674 a).

Kehrbesen, s. Besen.

Kehren, Jos., Historienmaler, geb. 30. Mai 1817 zu Hülchrath bei Düsseldorf, wo er an der Akademie unter Schadows Leitung seine Studien begann. Unter H. Stilke fand der junge Künstler Gelegenheit, sich 1846 an der Ausführung der Freskomalereien im Schlosse Stolzenfels am Rhein zu beteiligen, worauf weitere Fresken in der Apollinariskirche bei Remagen folgten. Unter Rethels Leitung nahm dann K. an der Fresko-Ausführung von dessen Entwürfen im Rathaussaal zu Aachen teil; von ihm stammen: Die Taufe Wittekinds, Karls d. Gr. Kaiserkrönung, Der Aachener Dombau und die Ernennung Ludwigs des Frommen zum Nachfolger Karls d. Gr. Hierauf entstand 1863, ebenfalls nach Rethels Zeichnung, die Justitia für den Schwurgerichtssaal in Marienwerder; 1874 schmückte K. die Aula des Seminars zu Mörs mit Wandbildern aus, die in einem großen Fries die Geschichte von Erschaffung der Welt bis zur Kaiserkrönung Wilhelms I. in Versailles zur Anschauung bringen. Von Staffeleibildern sind zu erwähnen: Christus am Kreuze (gestochen von Barthelmeß), Der gute Hirt (gestochen von A. Glaser), Die Schlacht bei Zülpich (für das Rheinalbum des Deutschen Kaisers). Seit 1862 wohnte K. in Düsseldorf, wo er 21. Mai 1880 starb.

Kehrherd, s. Aufbereitung (Bd. 2, S. 83 b).

Kehricht, Kehrichtabfuhr, s. Müll.

Kehrichtofen, ein Ofen zur Vernichtung oder Nutzbarmachung des Kehrichts der städtischen Straßen (s. Straßenreinigung) und des Hausmülls. Die

^[Abb.: Fig. 3.]

K. sind in England seit 1873 in allen größern Städten eingeführt. Anerkannt wurde namentlich der Fryersche K. (s. nachstehende Fig. 1, 2 u. 3; Fig. 1 ist ein Schnitt nach CD in Fig. 3; in Fig. 2 ist die linke Hälfte ein Schnitt nach AB von Fig. 1, die rechte Hälfte die Vorderansicht; Fig. 3 ist Grundriß) von Manlove, Alliott & Fryer in London. Er stellt sich als rechtwinkliger gut verankerter Mauerklotz dar, welcher bei 7,5 m Länge und 7,5 m Breite acht überwölbte schrägliegende Verbrennungskammern b enthält. Die Kehrichtmassen werden oben durch die Öffnung a eingeworfen; sie enthalten soviel Brennstoffe,

^[Abb.: Fig. 1.]

daß sie der Hinzufügung von Brennmaterial gar nicht oder nur in geringem Maße bedürfen. Auch Tierkadaver und durch Krankheiten infiziertes Hausgerät, Betten, Matratzen u. a. werden durch besondere größere Öffnungen ec in die Öfen befördert. Die Verbrennungsgase werden durch hohe Schornsteine abgeleitet. In dem entsprechend gestalteten

^[Abb.: Fig. 2.]

Feuerzuge f sind Drosselklappen d eingefügt, sodaß die heiße Luft entweder unmittelbar in den Schornstein entweichen kann oder zur Anheizung eines Dampfkessels g benutzt wird. Die Masse des Kehrichts wird durch das Verbrennen auf ein Drittel ihres Volumens vermindert und die am untern Teile des Ofens herausfallende Schlacke zur Mörtelfabrikation oder als Bettungsmaterial für Straßen verwendet. Zu ersterm Zweck wird die Schlacke auf Kollergängen gemahlen und, mit Staubkalk vermischt, als ein dem Cement ähnlicher Stoff in den

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]