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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kejf – Kelch

950 E., Post, Telegraph; Landwirtschaft, Schifffahrt und Austernfang. Etwa 7 km entfernt das Nordseebad Westerland (s. d.).

Kejf (arab.), s. Kef.

Kekenis, zu Alsen (s. d.) gehörige Halbinsel.

Kekropĭa, s. Kekrops.

Kekrops (lat. Cecrops), der erdgeborene Urmensch Attikas, zugleich der älteste König, der da, wo später die Burg von Athen stand, die älteste Stadt, die von ihm den Namen Kekropia erhielt, gegründet haben soll. Erst spät wurde er zu einem aus Sais eingewanderten Ägypter gemacht. Dem Mythus zufolge war der attische K. halb Mensch und halb Schlange oder Drache; in solcher Gestalt erscheint er auf griech. Reliefs und Vasenbildern.

Kekulé, Friedr. Aug., Chemiker, geb. 7. Sept. 1829 zu Darmstadt, habilitierte sich 1856 in Heidelberg als Privatdocent der Chemie, wurde 1858 Professor in Gent, 1865 Professor der Chemie und Direktor des Chemischen Instituts in Bonn. Anfangs einer der entschiedensten Anhänger der Typentheorie (s. d.) Karl Friedr. Gerhardts, wurde er durch die Aufstellung eines vierten Typus, desjenigen des Grubengases, CH₄, und die Entdeckung der Vierwertigkeit des Kohlenstoffs zu einem der Mitbegründer der Strukturchemie. Sein großes, aber nur in den ersten Teilen vollendetes «Lehrbuch der organischen Chemie oder der Chemie der Kohlenstoffverbindungen» (3 Bde., Erlangen 1861–67) steht noch auf dem Standpunkte der Typentheorie. Die wichtigste Leistung K.s ist jedoch seine 1865 veröffentlichte Hypothese über die Natur des Benzols und der von diesem sich ableitenden Aromatischen Verbindungen (s. d.). Seine Einzeluntersuchungen sind ebenso wie seine theoretischen Spekulationen auf die Entwicklungen der neuern chem. Anschauungen stets von größtem Einflusse gewesen. 1890 übergab eine Vereinigung deutscher chem. Großindustrieller sein von Angely gemaltes Bildnis (gleichzeitig mit dem A. W. Hofmanns) der Berliner Nationalgalerie.

Kekulé, Reinhard, Archäolog, geb. 6. März 1839 in Darmstadt, studierte in Erlangen, Göttingen und Berlin, hielt sich mehrere Jahre in Italien und Griechenland auf, wurde 1868 Privatdocent in Bonn, 1869 Konservator am Museum in Wiesbaden, 1870 Professor der Archäologie in Bonn, 1889 Professor an der Universität und Direktor an den königl. Museen in Berlin. Er hat zahlreiche archäol. Aufsätze und Schriften, unter welchen «Griech. Thonfiguren aus Tanagra» (Stuttg. 1878) am bekanntesten sind, und eine Biographie F. G. Welckers (Lpz. 1880) veröffentlicht.

Kelá, levant. Getreidemaß, s. Kilé.

Kelabhäute, Handelsbezeichnung für die aus dem Sudan über Tripolis zugeführten Büffelhäute.

Kelaino (lat. Celäno, d. h. die Dunkle), eine der Harpyien (s. d.) und Pleiaden (s. d.).

Kelâm (arab.), s. Kalam.

Kelänä, jetzt Dinêr genannt, alte Hauptstadt von Phrygien. Hier fand nach der Sage der Wettstreit zwischen Apollon und dem Satyr Marsyas statt.

Kelänonesĭer, s. Australneger.

Kelat, Hauptstadt und Sommerresidenz von Belutschistan (s. d.), Sitz eines polit. Generalagenten der Engländer, liegt im N. der Landschaft Dschhalawan am Fuße der zu den westl. Ausläufern des östl. Grenzgebirges gehörenden niedrigen Kurkleki-Bergkette, in 2073 m Höhe, ist befestigt, verfallen, sehr schmutzig und zählt 8000 E., Belutschen, Brahui, Dschat, Dehwar und einige Hindu. Der Palast des Chans ist ärmlich. Afghan. Kaufleute treiben ansehnlichen Handel mit Kandahar, Sindh und Bombay. – Die Engländer eroberten K. zur Züchtigung für die 1839 und 1841 von den Grenzstämmen auf dem ind. Gebiete unternommenen Raubzüge und erhielten 1854 das Garnisonsrecht.

Kelbra, Stadt im Kreis Sangerhausen des preuß. Reg.-Bez. Merseburg, in der Goldenen Aue, am Kyffhäusergebirge, an der Linie Halle–Nordhausen (Station Berga-K.) und der Nebenlinie Stolberg–Rottleberode–Berga-K. (9,5 km) der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Nordhausen), hat (1890) 1199 meist evang. E., Post, Telegraph; Brauereien, Seifen- und Perlmutterknopffabrikation, Sandsteinbrüche, Acker- und Gartenbau. Südöstlich im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt die Ruine der im 12. Jahrh. erbauten Rothenburg (386 m) und der Kyffhäuser (s. Kyffhäusergebirge).

Kelch (Calyx), bei Blüten, deren Blütenhülle aus zwei oder mehrern Blattkreisen besteht, der äußere Kreis, im Gegensatz zur Blumenkrone, aber nur dann, wenn der äußere Kreis bezüglich der Größe, Form, Textur und Färbung sich von dem innern wesentlich unterscheidet. (S. Blüte.)

Kelch (vom lat. calix), Trinkbecher, besonders das Trinkgefäß zur Spendung des Weins beim Abendmahl (s. d.). Seine Bestandteile sind die Schale (cuppa) für den flüssigen Inhalt, der Fuß und zwischen beiden der Knauf (nodus), der sich in die Hand legt. So ist der älteste erhaltene K., den Herzog Tassilo von Bayern im 8. Jahrh. dem Stift Kremsmünster schenkte. Diese Form ist wohl aus spätern röm. Trinkgefäßen hervorgegangen, die einem Doppelbecher (s. d.) gleichen, dessen Fuß umgekehrt wieder als Gefäß dienen konnte. Im Mittelalter wurde die Form schlanker, indem sich zwischen Schale und Fuß der Ständer einschob und den Knauf aufnahm; der Fuß erhielt dann konkave Schweifung, statt der ältesten konvexen. Als der K. noch den Laien gegeben wurde, gab es zwei Arten von K., den kleinern, worin der Wein vom Priester konsekriert wurde, und einen größern, in dem er dem Laien dargereicht wurde. Dieser trank aus einer Röhre (Fistula eucharistica, s. Fistula). Nicht selten waren diese Speisekelche Prachtstücke, die auf dem Altar Aufstellung fanden und gar nicht oder nur ausnahmsweise in Gebrauch kamen. In ältester Zeit gab es K. von verschiedenem Metall; später wurde edles Metall, oder wenigstens Vergoldung (von Kupfer) die Vorschrift. Man fügte dann reiche Verzierung hinzu. Schon der Tassilokelch zeigt ringsum getriebene Arbeit; dann folgte Verzierung mit Niello, wie z. B. an einem Speisekelch aus dem 12. Jahrh. im Kloster Wilten bei Innsbruck (s. Tafel: Goldschmiedekunst I, Fig. 3); ferner mit Email, das auf Silberplatten in den Fuß und den Nodus eingesetzt wurde, Besatz mit Steinen und Korallen, in got. Zeit Maßwerk und stilisiertes Laub, das auch den untern Teil des eigentlichen Gefäßes umgab. Maßwerk und scharfkantiges architektonisches Ornament legte sich im 15. Jahrh. so um den Nodus, daß diese reichgeschmückten K. sehr unhandlich wurden. Das 16. Jahrh, vereinfachte wieder den K., insbesondere den in der prot. Kirche gebräuchlichen, der im obern Teile statt der Halbkugelform eine geschweifte Form annahm. Auch fiel der Nodus hinweg und die Schale des protestantischen K. wurde größer wegen

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]