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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kellermeister – Kelp

Pair ernannt und kämpfte bei Ligny und Waterloo. Bei der zweiten Restauration verlor er Amt und Würden, trat aber nach dem Tode seines Vaters (1820) wieder in die Pairskammer ein. Er starb 2. Juni 1835.

Kellermeister, in großen Haushaltungen der Beamte, der die Aufsicht über den Keller führt.

Kellerrecht, das veräußerliche und vererbliche Recht, auf einem fremden Grundstück einen Keller zu haben. Es wird als eine Art der Superfizies (s. d.) im Deutschen Entwurf des Erbbaurechts behandelt; in Sachsen im §. 661 des Bürgerl. Gesetzbuches neben der das Baurecht genannten Superfizies, aber ebenso wie diese.

Kellerschnecke, s. Ackerschnecke.

Keller vom Steinbock, s. Keller, Friedr. Ludw. von.

Kellerwald, Berg (673 m) des Hainaschen Gebirges im preuß. Reg.-Bez. Cassel.

Kellerwechsel, ein Wechsel, der das Tageslicht zu scheuen hat, weil er nur falsche Wechselerklärungen enthält, oder von einem wahren Verfertiger unter echter Unterschrift auf fingierte, nicht existierende Personen gezogen ist (Bastardwechsel) oder wohl auch wertlose echte Unterschriften vermögensloser Leute trägt. Im besten Falle werden solche Wechsel in der Absicht gemacht, um sich augenblicklich Geld zu verschaffen, sie aber bei Verfall einzulösen. Daher nennt man sie auch Aushilfe- oder Finanzwechsel. Gewöhnlich aber handelt es sich dabei um betrügerische Manipulation. (S. auch Fingierter Wechsel.)

Kellgren (spr. dschellgréhn), Johan Henrik, schwed. Dichter, geb. 1. Dez. 1751 zu Floby in Westergötland, studierte zu Åbo und begab sich 1777 nach Stockholm. Der König ernannte ihn 1780 zu seinem Bibliothekar, 1785 zu seinem Privatsekretär und 1786 bei der Stiftung der schwedischen Akademie zu deren Mitgliede. K. starb 20. April 1795. Er ist als der größte Dichter seiner Nation aus der ältern franz. Schule anerkannt. Als Lyriker steht er am höchsten. Die Pläne zu K.s Tragödien entwarf zum Teil Gustav III. K.s «Samlade skrifter» (3 Bde., Stockh. 1796; 4. Aufl. 1860; neue Ausg., 2 Bde., Upsala 1884–85) erschienen erst nach seinem Tode; seine «Prosaischen Schriften» wurden von Lappe (Neustrel. 1801) verdeutscht. – Vgl. C. W. Bottiger, Minne af J. H. K. (1870).

Kellinghusen, Stadt im Kreis Steinburg des preuß. Reg.-Bez. Schleswig, an der schiffbaren Stör und der Linie Wrist–Itzehoe der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Altona) und Steueramtes, hat (1890) 2292 E., Post, Telegraph, eine Cyriakuskirche (1254), einen Hafen, Post- und Eisenbahnschule, Sparkasse, Kreditverein, Gasanstalt; Maschinen-, Leder-, Thonwarenfabrik, Schönfärberei, Dampflohmühle, Handel mit Getreide, Ziegelsteinen, Thon, Cement und Holz.

Kellĭon (grch., vom lat. cella, Zelle), in der griech. Kirche in ältester Zeit die Einzelwohnung des Anachoreten (s. d.), dann die Mönchszelle im Koinobion (s. d.), jetzt die mönchische Einzelansiedelung mit Haus und Garten, die vom Kloster abhängig ist. Der Bewohner des K. heißt Kelliōt und pachtet sein K. vom Kloster.

Kellner (aus dem lat. cellarius, von cella, der Keller), Gehilfen zur Bedienung der Gäste in Hotels, Restaurants, Cafés u. a., zerfallen in Hotelkellner (Oberkellner, Zimmerkellner, Saalkellner), Restaurant- oder Servierkellner, Cafékellner (meist Wiener), Zahlkellner und Speisenträger (in Österreich), Weinkellner, Büffettkellner oder Buffetiers (Bierpächter), Billardkellner (Marqueure), die oft die Billards in Rechnung oder Pacht haben, Aushilfskellner und Lohndiener (in Familien). Häufig werden neben und statt männlicher Personen auch weibliche Personen (Kellnerinnen) zur Bedienung der Gäste gehalten. Die K. erhalten wenig oder keinen Gehalt, sind daher meist auf Trinkgelder angewiesen und unterliegen durch die Saisonverhältnisse vielfachem Stellenwechsel sowie, besonders im Winter, der Stellenlosigkeit. Eine Organisation erfolgte im Deutschen Kellnerbund, der 1878 auf dem Kellnerkongreß in Erfurt gegründet wurde, einer Genossenschaft mit jurist. Persönlichkeit (nach sächs. Gesetz) und dem Sitz in Leipzig, mit Vereinshaus (Gasthaus Germania) daselbst, Spar-, Darlehns-, Krankenkasse und Fechtklub. Der Kellnerbund besteht aus dem Hauptverein für zerstreut wohnende K. und 45 Bezirksvereinen in verschiedenen Städten Deutschlands und des Auslandes (London, Brüssel, Genf, Zürich, Montreux, Neuchâtel, Nizza, Cannes, Haag-Scheveningen), zum Teil mit eigenen Klubhäusern, und hat 28 Stellenvermittelungsbureaus, etwa 3500 Mitglieder und etwa 120 000 M. Vermögen. Daneben bestehen: der Genfer Verband der Hotel- und Restaurant-Angestellten (Sitz in Basel; gegründet 1877 in Genf, mit 3500 Mitgliedern in 7 Ländervereinen und 52 Sektionen, 3 Klubhäusern, 22 Stellenvermittelungsbureaus, 100 000 M. Vermögen) und verschiedene kleine Lokalvereine. – Vgl. Eiben, Die Lehrlingsfrage in der Gasthofsindustrie (Lpz. 1885); H. Schmidt, Kellners Weh und Wohl (2. Aufl., Bas. 1891); Ebert und Hoffmeyer, Das Trinkgeld und die wirtschaftliche Lage der K. (Berl. 1892); Oldenberg, Der Kellnerberuf (Lpz. 1893); Schneidt, Das Kellnerinnenelend in Berlin (Berl. 1893). Auch giebt es Sprachführer, sprachliche Unterrichtsbriefe, Liederbücher für K., ferner einen Gasthofsgehilfen-Kalender (Wittenb. 1890 fg.). Zeitungen: Verband – L’Union (deutsch und französisch, Bas. 1877 fg.); Der Kellnerfreund (Lpz. 1878–81); Der Gastwirtsgehilfe (Berl. 1892 fg.). (S. auch Hotelwesen.)

Kellnerfachschulen, soviel wie Gastwirtschaftsschulen (s. d.).

Kellows Pulver, s. Explosivstoffe 2.

Kells (ursprünglich Ceanannus, später Kenlis), uralte irische Stadt in der Grafschaft Meath, am Blackwater, 58 km im NW. von Dublin, mit (1881) 2822 E., war im frühen Mittelalter bedeutende königl. und kirchliche Residenz, woran noch ein 32 m hoher runder Turm, das Haus des heil. Columba und das mit Schnitzereien verzierte «Kreuz von K.» am Marktplatze erinnern.

Kelmis, s. Moresnet.

Keloīd (grch.), krankhafte, geschwulstartige faserige Verdickung der Haut und des Unterhautzellgewebes in Form eines derben Wulstes mit Fortsetzungen in das gesunde Nachbargewebe. Meist bildet sich das K. im Anschluß an Narben (Narbenkeloid), besonders auch nach Durchlöcherung der Ohrläppchen. Das K. kehrt nach der Ausschneidung fast stets wieder.

Ke-long, Hafenstadt auf Formosa, s. Ki-lung.

Kelotŏmie (grch.), Bruchschnitt.

Kelp, an der schott. Küste gewonnene Asche verschiedener Meeresalgen, die zur Darstellung des Jod (s. d.) dient.

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]