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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Killarney – Kilwa Kivindje

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Kilkenny'

St. Canice in got.-sächs. Stil, bischöfl. Palast, Gerichtshof, zwei Lateinschulen, mehrere Klöster, das 1682 vom Herzog von Ormond gegründete College. Es bestehen Brauereien, Marmorschleifereien, Kornmühlen, Fabriken für wollene Decken sowie wöchentliche Viehmärkte.

Killarney (spr. -ahrnĕ). 1) Drei Seen in der irischen Grafschaft Kerry, berühmt durch ihre romantische Lage inmitten der Berge, östlich vom Carrantuohill, bedecken zusammen 14,8 qkm. Der größte See, Lough Leane, enthält mehrere Inseln; eine Halbinsel trennt ihn vom kleinen Muckroßsee, der wieder mit dem Obern See (Upper Lake) durch einen schmalen Wasserlauf mit Stromschnelle zusammenhängt. Die Unterlage ist stark gefalteter Devonsandstein, die Ränder bildet Kohlenkalk. –

2) Stadt in der Grafschaft Kerry, unweit nordöstlich vom Lough Leane, mit Mallow und Tralee durch Bahn verbunden, hat (1891) 5510 E., gegen 6651 im J. 1881, einen Gerichtshof, Nonnenkloster und starken Fremdenverkehr.

Kille, enge Durchfahrt zwischen zwei Sandbänken.

Killen, in der Seemannssprache das Flattern der gesetzten (aufgezogenen) Segel, wenn der Wind sie so von der Seite trifft, daß sie weder von hinten noch von vorn gefüllt sind.

Killiecrankie (spr. killikrängki), Paß of, malerischer Paß über eine Kette der Grampiangebirge, nördlich von Dunkeld, vom Garry durchflossen und jetzt von der Bahn durchzogen. Am Nordende wurden 1689 die Truppen Wilhelms III. unter Mackay von den Hochländern geschlagen.

Kilmārnock, Stadt in der schott. Grafschaft Ayr, am Kilmarnockwasser, nahe am Einfluß in den Irvine, 34 km im SSW. von Glasgow, hat (1891) 28447 E., eine Kornbörse mit Turm, Sternwarte, eine Akademie und Kunstschule. In dem 16,5 ha großen Kayparke steht seit 1879 das Burns-Monument. Die wichtigsten Erwerbszweige sind Teppichweberei, Fabrikation wollener Shawls, Handel mit Kohlen und Eisen.

Kiln, engl. Bezeichnung für Röstöfen, namentlich für die bei der Kupfergewinnung verwendeten Röstschachtöfen. (S. Kupfer.)

Kiló, levant. Getreidemaß, s. Kilé.

Kilo... (vom grch. chílios, d. i. tausend) bezeichnet im metrischen Maß- und Gewichtssystem tausend, wo es sich um eine Vervielfachung handelt, im Gegensatz zu Milli... (wo es sich um eine Teilung handelt); also Kilogramm = 1000 g (= 2 Pfd.), Kilometer = 1000 m.

Kiloampère, eine elektrische Einheit, 1000 Ampère (s. Stromstärke).

Kiloampèrestunde, Kilostundenampère, eine elektrische Einheit, 1000 Ampèrestunden.

Kilográmm, 1000 g, in allen Staaten, die das metrische System haben, die amtliche Einheit des Gewichts. Die Abkürzung dafür ist kg.

Kilogrammkalŏrie, s. Wärmemenge.

Kilogrammmēter (abgekürzt kgm) oder Meterkilogramm, die für praktische Zwecke angenommene Einheit der Arbeit, die 1 kg 1 m hoch hebt (s. Arbeit, physikalische). Über Fußpfund s. d.

Kilogrāph (grch., d. h. Tausendschreiber), ein im Princip dem Hektographen ähnlicher Vervielfältigungsapparat für Schriften und Zeichnungen.

Kilomēter, 1000 m, in allen Staaten, die das metrische System angenommen haben, die amtliche Einheit für das Wegmaß. Die amtliche Abkürzung ↔ dafür ist km. Die Weglänge von 1 km wird zurückgelegt in bequemem Spazierschritt in 15 Minuten, im Touristenschritt in 12 Minuten, im Schnellschritt in 11 Minuten, sodaß man also die Wegstunde gewöhnlich zu 5 km rechnet. 1 km = 3186,2 preuß. (rheinische) Fuß = 3078,4 Pariser Fuß = 3280,9 engl. Fuß = 0,1347 deutsche (geographische) Meile; 1 qkm = 100 ha = 0,01816 deutsche Quadratmeile.

Kilometerbillets, s. Eisenbahntarife (Bd. 5, S. 894a).

Kilometertarif, s. Eisenbahntarife (Bd. 5, S. 888b).

Kilostēr, 1000 Ster (s. d.).

Kilostundenampère, s. Kiloampèrestunde.

Kilowatt, eine elektrische Einheit, 1000 Watt (s. d.) = 1000 Voltampère = 1,36 Pferdestärken.

Kilowattstunde oder Kilostundenwatt, elektrische Einheit für größere Arbeitsquantitäten, = 1 Kilowatt X 1 Stunde = 1000 Stundenwatt = 1,36 Pferdestärkenstunden.

Kilpgang, s. Kiltgang.

Kilrush (spr. kĭlrösch), Seestadt in der irischen Grafschaft Clare, 40 km im SW. von Ennis, rechts am Mündungstrichter des Shannon, mit 3605 E., Küstenwache, Getreide- und Holzhandel. Eine Bahn führt nach Kilkee im NW. Beide Orte sind als Seebäder beliebt.

Kilsyth (spr. kĭlseith), Stadt in der schott. Grafschaft Stirling, im NNO. von Glasgow, am Clydekanal, hat (1891) 6073 E. und Weberei. Hier wurden 1645 die Covenanters von Montrose geschlagen.

Kilt, Schurz der Bergschotten, den sie statt der Beinkleider tragen.

Kilte, Pflanzengattung, s. Hesperis.

Kiltgang, Kilpgang, zu Kilt gehen, Ausdrücke der Schweizer Mundart für gesellige Zusammenkunft in der Nacht und die althergebrachten nächtlichen Besuche (Kilt bedeutet schweizerisch Arbeit am späten Abend, die Nachtzeit) der Jünglinge bei Mädchen. Geht alles im Sinne des Gebrauchs, so folgt dem K. die Heirat, während die Verlobung erst als vollgültig angesehen wird, wenn bereits zu Kilt gegangen ist. Ist ein Jüngling bei einem Mädchen auf die Schau (zur «G'schau») gegangen und wird er nicht sofort von diesem oder den Eltern zurückgewiesen, so versteht sich auch der K. von selbst. Gebräuchlich ist der K. namentlich noch in den Kantonen Bern und Aargau.

Ki-lung, Kee-long, der wichtigste der drei dem fremden Verkehr geöffneten Häfen der chines. Insel Formosa, an der Nordostküste und an der Bahnlinie K.-Tai-pe-fu, hat etwa 5000 E. und bedeutende Ausfuhr von Nutzhölzern (Sesam- und Kampferbäume), von Kohlen (1889: 43419 t) aus den 30 Gruben der nächsten Umgebung, Thee, Indigo, Fischen, letztere meist durch Dschunken. Der Hafen ist der beste der Insel. Das felsige Eiland K. liegt etwa 3 km entfernt. (S. auch Formosa, Geschichte.)

Kilwa (Quiloa) Kisiwani, Hafenort in Deutsch-Ostafrika, südlich vom Rufiji, auf einer Insel von wildwuchernder Vegetation im verderblichsten Klima, ist verödet und fast in Trümmern. Die Portugiesen hatten sich hier um 1500 angesiedelt; später kamen die Araber und schufen K. K. zu einem reichen Handelsplatz um. Jetzt hat es seine Bedeutung an Kilwa Kivindje (s. d.) abgetreten.

Kilwa (Quiloa) Kivindje, Hafenstadt in Deutsch-Ostafrika, südlich vom Rufiji, Sitz eines Bezirksamtmanns: ein stark besuchter Handelsplatz mit über 5000 E., Zollhaus, Bazar und altem Fort.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 336.

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