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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kirkcaldy Burghs - Kirnik
27155 E., gegen 23315 im 1.1881. K. ist Mittel-
punkt der schott. Leinenindustrie, besitzt große Fabri-
ken von Fußdecken und Linoleum, Maschinenbau,
Brauerei, Schiffbau, Fischerei und lebhaften Handel.
Kirkcaldy Vurghs (spr. körkahlde börgs),
Gruppe schott. Städte (Burntisland, Dysart, King-
horn, Kirkcaldy), die gemeinsam ein Parlaments-
mitglied wählen. Unter 36901 E. waren (1892)
5274 Wähler.
Kirkcudbright (spr. körkköddbreit, in Schott-
land : körkuhbre) oder East - Galloway. 1) Schott.
Grafschaft mit dem Titel Stewartry oder Vogtei,
bildet mit Wigtown den Distrikt Galloway (s. d.),
grenzt im S. an den Solwaybusen, im W. und
NW. an Wigtown und Ayr, im O. an Dumfries
und zählt auf 2470 qM (1891) 39 979 E., gegen
42126 im I. 1881. Das Land ist größtenteils mit
völlig kahlen, höchstens mit Heide bedeckten Hügeln
und tiefen Engthälern erfüllt. Die höchsten Punkte
sind der Merrick (843 m) und der Corserine (813 m).
An der westl. Grenze flieht der Cree, an der öst-
lichen der Nith, in der Mitte der fischreiche und
kanalisierte Dee (s. d.). Ackerland, im ganzen 28 Proz.
des Areals, kommt nur im Südosten und in den
Thälern des Dee und Nith vor. Dem Mangel an
Waldung wird durch Pflanzungen abgeholfen. Weit
bedeutender ist die Viehzucht. Das Rindvieh ist
vortrefflich und wird in großer Menge gemästet
nach Liverpool versandt, ebenso fette Hammel; auch
Pferde und Schweine werden gezogen. Die Fischerei
ist ergiebig. Blei, Silber und ausgedehnte Granit-
brüche sind vorhanden. K. wählt einen Abgeord-
neten. - 2) Hauptstadt der Grafschaft K., an dem
hier 160 iu breiten Dee, 8 km von der offenen Sol-
way-Firth und an der bis New-Galloway führen-
den Eisenbahn, hat (1891) 2530 E., drei Kirchen,
einen Gerichtshof, eine Lateinschule, Bibliothek.
Kirke (lat. Circe), nach der Odyssee Tochter
des Helios und der Perse, einer Tochter des Okeanos,
Schwester des Aietes, wohnte in einem Palast, den
gebändigte Löwen und Wölfe umfchweiften, auf der
von der spätern Tradition mit dem Vorgebirge
Monte-Circeo identifizierten Attischen Insel (s.Aia).
Sie verwandelte die nach ihrer Insel verschlagenen
Gefährten des Odyffeus (s. d.) in Schweine, wurde
aber von diesem, dem Hermes ein Kraut gegen den
Zauber gegeben hatte, überwunden. Odysseus soll
nach der nachhomerischen Sage mit K. den Telegonos
(s. d.) erzeugt haben. Als Schwester des Aietes ist
K. aus der Odyssee in die Argonautensage über-
nommen: bei ihr kehren Iason und Medeia auf der
Rückfahrt ein, um sich von dem Morde des Absyrtos
sühnen zu lassen.
Kirkesion (lat. Circesium), griech. Name der
Stadt Karchemisch (s. d.) in Syrien.
Kirkintilloch (spr. körkintillock), aufblühende
Industriestadt in der schott. Grafschaft Dumbarton,
am Luggie, 13 km im NO. von Glasgow, hat (1891)
10312 E. gegen 8029 im 1.1881, Fabrikation von
Chemikalien, Musselin, Kohlenbergbau und Eisen-
industrie. In der Nähe röm. Altertümer.
Kirk-Kiliffe (d. h. die vierzig Kirchen), Stadt
im Sandschak Tekirdagh lRodosto) des türk. Wi-
la^ets Edirne (Adrianopel), am Westabhang des
Istrandschagebirges, ist wichtiger Knotenpunkt der
vom Balkan über Karnabad und Viza auf Konstan-
tinopel hinfübrenden Operationsstraße, hat etwa
15000 E., meistens Christen; Ackerbau und fabrik-
mäßige Herstellung von Konfitüren.
Artikel, die man untcr K vermißt, sind unter C aufzusuchen.
Kirkwall (spr. körkwahl), Hauptstadt der schott.
Orkney-Inseln, liegt an der Südostecke einer ge-
schützten Bai auf der Ostseite der Insel Pomona,
hat (1891) 3920 E., eine dem heil. Magnus, dem
Schutzpatron der Orkncys, gewidmete Kathedrale,
1137 vom Earl Ronald gegründet, 1540 vom Bischof
Reid vollendet, einen bischöfl. Palast, wo 1263 König
Hakan von Norwegen starb, einen Grafenpalast
(1600), guten Hafen, lebhaften Handel und Fischerei.
Kirman, pers. Provinz und Stadt, s. Kerman.
Kirmanschahän, pers. Stadt, s. Kermanschah.
Kirmeß, auch Kirmse, s. Kirchweihe.
Kir Moab, s. Kerak.
Kirn, Stadt im Kreis Kreuznach des preuß. Reg.-
Vez. Koblenz, in 190 m Höhe, am Einfluß des
Hahnenbachs in die Nahe, an der Linie Saarbrücken-
Bingerbrück der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890)
5166 E., darunter 1655 Katholiken und 87 Israe-
liten, Post zweiter Klasse, Telegraph, höhere Stadt-
und Mädchenschule; 4 Glanzlederfabriken (1200 Ar-
beiter), bedeutende Sohlledergerbereien, Brauerei,
fowie Melaphyr- und Pflastersteinbrüche. Nahebei
die Ruinen der 926 erbauten Burg Kirburg (Kyr-
burg, 1744 durch die Franzosen gesprengt), ferner die
Ruine Stein-Kallenfels und das Schloß Wartenstein.
Kirnberger, Joh. Phil., Musiktheoretiker, geb.
24. April 1721 zu Saalfeld im Thüringischen, ging
17 I. alt nach Sondershausen und war 1739 - 41
in Leipzig Joh. Seb. Bachs Kompositions- und
Orgelschüler. Seit 1741 lebte er in Polen, kehrte
1751 nach Deutschland zurück, wurde 1758 Hof-
musikus bei der Prinzessin Amalie von Preußen
und starb 27. Juli 1783 in Berlin. Besondere Be-
deutung erlangte K. als theoretischer Schriftsteller. Er
veröffentlichte: "Konstruktion der gleichschwebenden
Temperatur" (Beri. 1760), "Die Kunst des reinen
Satzes" (sein Hauptwerk, 2 Bde., ebd. und Königsb.
1771-79), "Grundsätze des Generalbasses" (Berl.
1781 u. ö.), "Gedanken über die verschiedenen Lehr-
arten in der Komposition" (ebd. 1782), "Anleitung
zur Sing-Komposition" (ebd. 1782). K.s bedeu-
tendster Schüler ist Johann Abraham Peter Schulz.
Kirne, soviel wie Butterfaß, f. Butter.
Kirner, Joh. Baptist, Maler, geb. 24. Juni
1806 zu Furtwangen in Baden, studierte feit 1824
auf der Münchener Akademie. Er wußte fowohl das
heitere Volksleben Roms, wo er 1832 - 37 lebte,
als namentlich die derbern, ins Burleske h'muber-
spielenden Sitten- und Menschenbilder seiner Heimat
mit gutem Humor wiederzugeben. 1842 zum bad.
Hofmaler ernannt, siedelte K. nach Karlsruhe über,
wo er, meist mit Porträtmalen beschäftigt, bis 1847
blieb. Später malte er: Jesuiten auf der Flucht,
Versprengte Freischärler 1849 (Neue Pinakothek zu
München), Schwäbische Vürgerwehr im 1.1848 ihre
Ortschaft bewachend (1849; Museum in Leipzig),
und als letztes bedeutendes Bild den Bahnwärter,
der vom eintreffenden Zug beim Rasieren überrascht
wird. K. starb 19. Nov. 1866 in Furtwangen.
Kirnik, durch seinen Goldreichtum bekannter
Berg in Siebenbürgen, östlich von Verespatak.
Der kahle zackige Bergrücken, dessen mehr als
200 m hoher Bergabhang von Berghalden bedeckt
ist, zeigt zahlreiche Stollcnausgänge und ist seit
Jahrhunderten nach Gold durchwühlt worden. Jede
Grube gehört einem andern Eigentümer, die ihre
eigenen Pochwerke (490) haben. Nur der Staat,
welcher einen Stollen (Orlya-Erbstollen, 1800 m)
erbaut hat, betreibt die Gewinnung rationell.