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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kisiltaschskoj-Liman – Kissingen

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Kisil-kum'

getrieben nach SW. vorrücken und die tiefen und spärlichen Brunnen verschütten sowie die Oasen im S. bedrohen.

Kisiltaschskoj-Liman oder Kubanbucht, s. Taman.

Kisil-Usen, Fluß im nordwestl. Persien, entspringt in Ardilan, fließt nach N. durch Aserbeidschan, biegt unter 48° der Länge nach SO. um und durchbricht, nach Aufnahme des Schahrud bei Mandschil, in großartigem Querthal in nordöstl. Richtung das Elbursgebirge. Er mündet unweit von Rescht in Gilan als Sefid-rud ins Kaspische Meer.

Kis-Körös (spr. kisch), Groß-Gemeinde, s. Körös.

Kislar Aga, türk. Titel, s. Kyzlar Agassy.

Kislev (hebr.), der 9. Monat der Juden, hat 29 (zuweilen 30) Tage und entspricht ungefähr unserm November bis Dezember. Vom 25. K. an wird das Chanukka (s. d.) acht Tage lang begangen. Im vorexilischen Jahr entsprach ihm der dritte Monat.

Kisli Schtschi, moussierender Kwas, in Rußland übliches säuerliches Getränk, aus einem mit Wasser verdünnten und mit Hefe zur Gärung gebrachten Mehlbrei bereitet.

Kisljár. 1) Bezirk (otdĕl) im östl. Teil des russ.-ciskaukas.Terekgebietes, am Kaspischen Meer, 14–18 m unter dem Spiegel des Schwarzen Meers, ebene Steppe, ohne Wald, mit Salzseen, Schilfen und Sümpfen am Meeresufer, hat 19139,1 qkm, 24219 E. (meist Nogaier), Wein- und Obstbau, Viehzucht, Fischerei. –

2) Bezirksstadt des Bezirks K., links am Terek, hat (1888) 6429 E., Post, Telegraph, 4 russische, 4 armenische, 1 kath. Kirche, 1 russ., 1 armenisches Kloster, 6 Moscheen; Obst- und Weinbau (5000 ha Weingärten).

Kislowódsk (d. i. Sauerwasser), Flecken im Kreis Pjatigorsk des russ.-ciskaukas. Terekgebietes, in 790 m Hohe, an den zum Podkumok gehenden Beresowka und Olchowka und an der Abzweigung Mineralnyja Wody-K. der Wladikawkaser Eisenbahn reizend gelegen, hat (1885) 1722 E., Post und (während der Saison) Telegraph, und ist berühmt durch seine Mineralquellen (alkalische Säuerlinge), besonders den Nardsan (14°C.), eine Riesenquelle, die in 24 Sekunden 126000 Eimer Wasser liefert; das Wasser der Quellen wird zum Baden und Trinken benutzt gegen Bleichsucht, Rheumatismus und Frauenkrankheiten.

Kismaju, Stadt an der Somalküste in Englisch-Ostafrika, südlich von der Jubmündung, mit 9000 E. Somal aus Bardera gründeten hier 1870 eine Niederlassung, um eine Verbindung mit Sansibar zu eröffnen. Andere Stämme der Somal, namentlich die Midjartehn, bemächtigten sich bald darauf des Handelsverkehrs.

Kis-Marton (spr. kisch), ungar. Name von Eisenstadt (s. d.).

Kismet (arab., «das Zugeteilte»), gewöhnliche Bezeichnung des Fatums bei den Mohammedanern.

Kison, Name eines Flusses in Palästina, an dessen Ufern Barak und Debora die Kanaaniter besiegten und Elias die Baalspriester schlachtete. Er heißt heute Nahr el-Mukatta und führt die Gewässer der großen Ebene Jesreel bei der Stadt Haifa ins Meer.

Kiß, August, Bildhauer, geb. 11. Okt. 1802 zu Paprotzan in Oberschlesien, beschäftigte sich als Modellarbeiter in einer Eisengießerei, bis er 1822 nach Berlin kam, wo er die Akademie besuchte und in Rauchs Werkstatt seine Kunst übte. Dort beschäftigte ihn schon der erste Entwurf zu seiner berühmt gewordenen Amazonengruppe: Amazone ↔ zu Pferde einen Tiger abwehrend; 1839 war das Modell fertig, das (1842 für König Ludwig I. von Bayern in Marmor gefertigt) in Bronze ausgeführt 1843 auf der östl. Treppenwange des Berliner Museums aufgestellt wurde. 1847 wurde zu Breslau sein Reiterstandbild Friedrichs d. Gr. enthüllt. Den König Friedrich Wilhelm III. bildete er zweimal in Bronze, einmal für Potsdam zu Fuß in Generalsuniform, das anderemal für Königsberg (1851) zu Pferde. Darauf schuf er einen heil. Michael, der den Drachen besiegt, in Bronze, ein Geschenk König Friedrich Wilhelms IV. an seinen Bruder, den damaligen Prinzen Wilhelm von Preußen, zur Erinnerung an den von diesem gedämpften Aufstand in Baden (Schloß Babelsberg bei Potsdam). Dieselbe Idee, der heil. Georg als Drachenbesieger, gab K. in einer kolossalen Reiterstatue wieder (1853), welche 1855 in Paris die Preismedaille erhielt und sich jetzt im Schloßhof zu Berlin befindet. Für Dessau modellierte K. das 1858 enthüllte Standbild des Herzogs Leopold Friedrich Franz. Seine letzten Arbeiten waren das Bronzestandbild Beuths vor der Bauakademie in Berlin (1861) und die Ersetzung von vier marmornen Feldherrenstatuen auf dem Wilhelmsplatz daselbst durch bronzene; zwei (Schwerin und Winterfeldt) wurden 1861–62 dazu von K. neu modelliert. Die Nationalgalerie in Berlin besitzt drei bronzene Jagdgruppen (1840), das Selbstbildnis des Künstlers und das letzte erst nach seinem Tode in Bläsers Atelier vollendete Werk: Glaube, Liebe, Hoffnung (Marmor). K. war Mitglied der Berliner Kunstakademie und Professor am Gewerbeinstitut und starb 24. März 1865 in Berlin.

Kiss (spr. kisch), Joseph, ungar. Dichter, geb. 1843 zu Temesvár, wo er einige Zeit Notar der jüd. Gemeinde war. Seine erste Sammlung «Gedichte» (1868) blieb unbeachtet, um so größern Beifall fanden die «Gesammelten Gedichte» (1878; 4. Aufl. 1890), die «Neuen Gedichte» (1891) und das episch-lyrische «Lied von der Nähmaschine» (deutsch von Lad. Neugebauer, Lpz. 1884). Im Auftrage der Pester israel. Gemeinde verfaßte K. auch einen Band «Religiöse Dichtungen für Israeliten» (Budapest 1888). Ins Deutsche übertrugen Gedichte von ihm Fr. Steinbach (Wien 1886) und Lad. Neugebauer (Lpz. 1887). Seit 1890 giebt K. das belletristische Wochenblatt «A hét» («Die Woche») heraus.

Kissavos, Berg in Thessalien, s. Ossa.

Kißedar (türk.), s. Keßedar.

Kisser, Kisar, Insel in der Bandasee im Malaiischen Archipel, im NO. von Timor, besteht aus krystallinischem Schiefer und Kalkstein, hat auf 132 qkm 9600 E. und gehört zur niederländ. Residentschaft Amboina. K. ist gebirgig. Zahlreich sind die Nachkommen von Soldaten der Ostindischen Compagnie.

Kissīa, s. Kassiter.

Kissingen. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-Bez. Unterfranken, hat 467,73 qkm, (1890) 32840 (15709 männl., 17131 weibl.) E., 57 Gemeinden mit 124 Ortschaften, darunter 2 Städte. –

2) K. oder Bad K., Bezirksstadt im Bezirksamt K. und berühmter Badeort, an der Fränkischen Saale, in 198 m Höhe, in einem von bewaldeten Bergen umgebenen Thalkessel, an den Linien Schweinfurt-K. (23 km) und Meiningen-K. (73,7 km) der Bayr. Staatsbahnen, Sitz des Bezirksamtes und eines Amtsgerichts (Landgericht Schweinfurt), hat (1890) 4245 E., darunter 521 Evangelische und 341 Israeliten, Postamt, Postexpedition, Filialpostexpedi-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 381.

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