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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Klapp - Klappmuschel

der Schlacht von Komorn (26. April) befehligte er den linken Flügel. Sodann führte er provisorisch das Kriegsministerium, bis Görgey im Mai zu seinem Nachfolger ernannt wurde, worauf K. Kommandant der Festung Komorn wurde. In den Waaggefechten vom 16. und 21. Juni wie in den vor Komorn gelieferten großen Schlachten vom 2. und 11. Juli war K. nächst Görgey der Held des Tages. Nachdem dieser mit der Hauptarmee in die Theißgegend abgezogen war, blieb K. mit 18000 Mann in Komorn zurück, vernichtete durch die Gefechte vom 30. Juli bis 5. Aug. einen Teil des Belagerungskorps und warf den Rest hinter die Waag und Neutra zurück. Infolge der Waffenstreckung Görgeys bei Világos (13. Aug.) sah er sich zum Rückzug in die Festung genötigt und mußte 27. Sept. kapitulieren. K. verließ sein Vaterland und hielt sich bald in Frankreich, bald in der Schweiz und in Italien auf. 1866 trat er in preuß. Militärdienst mit dem Range eines Generalmajors und organisierte bei Neisse eine ungar. Legion, mit der er kurz vor Abschluß des Friedens von Nikolsburg von Oberschlesien her die Grenze überschritt, jedoch kein Gefecht mehr lieferte. Später wurde er amnestiert und in den ungar. Reichstag gewählt, wo er zur Partei Deáks gehörte. Er starb 17. Mai 1892 zu Budapest. K. veröffentlichte "Memoiren" (Lpz. 1850), "Der Nationalkrieg in Ungarn und Siebenbürgen" (2 Bde., ebd. 1851), "Der Krieg im Orient 1853 und 1854" (Genf 1855) und "Aus meinen Erinnerungen" (aus dem Ungarischen, Zür. 1887).

Klapp, Michael, Journalist und Lustspieldichter, geb. 1834 zu Prag, studierte daselbst, war seit 1859 Feuilletonredacteur an Kurandas "Ostdeutscher Post" in Wien, 1867-69 Specialberichterstatter der Wiener "Neuen Freien Presse" in Belgrad, Italien und Spanien und begründete 1870 die "Wiener Montags-Revue", die er bis 1877 leitete. Seitdem lebte er litterarisch thätig in Wien, wo er 26. Febr. 1888 starb. 1878 erschien sein erstes und am meisten bekanntes Lustspiel "Rosenkranz und Güldenstern". Später folgten die Lustspiele "Der Glückshafen" und "Fräulein Kommerzienrat". Außerdem erschienen von K.: "Komische Geschichten aus dem jüd. Volksleben" (Berl. 1859), "Zweierlei Juden. Erzählungen" (Wien 1871), "Die Bankgrafen. Roman aus der Schwindelzeit" (2 Bde., Bern 1877) u. s. w. Das nachgelassene vieraktige Lustspiel "Die Komödie Sr. Durchlaucht" wurde, von Adolf Gerstmann bearbeitet, 1891 in Dresden und Berlin aufgeführt.

Klappbrücke, eine bewegliche Brücke (s. Bewegliche Brücken), deren beweglicher Tragwerkteil (die Klappe) um eine zwischen den Enden desselben befindliche horizontale Achse drehbar ist. Sie bietet gegenüber den Zugbrücken den Vorteil der bequemen Ausbalancierung der Klappe, sodaß die zu ihrer Bewegung nötige Kraft nur die Reibungswiderstände des Triebwerks zu überwinden hat. Letzteres, bestehend aus Handwinde und Zugkette oder -Seil, kann sehr bequem unter der Klappe verborgen angebracht werden. Wegen dieser Vorteile werden die K. statt der Zugbrücken neuerdings im Festungsbau verwendet. Ältere Konstruktionen von K. finden sich sehr zahlreich in Holland.

Klappe, in Rohrleitungen soviel wie Drosselklappe (s. d.) oder wie Klappenventil (s. Ventil).

Klappen (Valvulae), in der Anatomie faltenartige Verdoppelungen gewisser innerer Häute zur Regelung des Lymph- und Blutstroms; hierher gehören die wagentaschenförmigen K. der Lymphgefäße (s. d.), der Venen (s. d.), der großen Blutgefäße am Herzen sowie die zwei- und dreizipfelige Klappe im linken und rechten Herzen. (S. Herz, Bd. 9, S. 98.) Ebenso befinden sich im Verdauungsapparat einzelne faltenartige K., welche die Fortbewegung des Darminhalts nur nach einer gewissen Richtung hin gestatten, wie die Pförtnerklappe zwischen dem Magen und Zwölffingerdarm (s. Magen) und die Bauhinsche oder Blinddarmklappe zwischen dem Dünndarm und dem Dickdarm. (S. Darm, Bd. 4, S. 809a.)

Klappen, bei Blasinstrumenten die Mechanismen, mittels deren die Tonlöcher beliebig geöffnet oder geschlossen werden können. Im 17. bis 18. Jahrh. fanden sie ausgedehnte Anwendung bei allen Holzblasinstrumenten (Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott u. s. w.) zur Erlangung der chromatischen Töne, die vordem zumeist durch Halbdecken der Tonlöcher gewonnen wurden, sowie zur Gewinnung reinerer und gleichmäßigerer Intonation. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. wurden die K. auch auf die Blechblasinstrumente (Klappenhorn, Klappentrompete) übertragen, wo sie aber bald durch die Ventile (s. d.) verdrängt wurden.

Klappenaltar, s. Flügelaltar.

Klappenasseln, s. Idotheidae.

Klappenfehler, soviel wie Herzklappenfehler, s. Herzfehler.

Klappenhorn, s. Klappen (bei Blasinstrumenten).

Klappeninsufficienz, s. Herzfehler.

Klappenschrank, s. Telephonanlagen.

Klappenventil, s. Ventil.

Kläpperchen, s. Klopfjagd.

Klappergrasmücke, s. Grasmücke.

Klapperjagd, s. Klopfjagd.

Klappernuß, s. Staphylea.

Klapperschlange (Crotalus), eine in Amerika vorkommende, aus wenigen Arten bestehende Gattung der Giftschlangen aus der Familie der Grubenottern (s. d.), tragen am Schwanzende eine eigentümliche Klapper, gebildet aus hohlen, lose ineinander steckenden Hornkapseln, die bei rascher Hin- und Herbewegung des Schwanzes ein rasselndes Geräusch verursachen, ähnlich dem geschüttelter trockner Schoten der Hülsenfrüchte. Die nordamerikanische K. (Crotalus durissus Daud., s. Tafel: Giftschlangen, Fig. 2) ist 1-2 m lang, braun, mit schwärzlichen, schleifenförmigen, weißgerandeten Binden auf dem Rücken; sie ist in dem östl. Teile Nordamerikas durch den Anbau des Landes und, wie man glaubt, namentlich durch die Einfuhr der Schweine, die sie eifrigst verfolgen, fast ganz ausgerottet; nur im Westen ist sie noch häufig. Sie ist ein phlegmatisches, langsames Tier und beißt nie ungereizt; ihr Biß ist sehr gefährlich. Die südamerikanische oder Schauerklapperschlange, Cascavella (Crotalus horridus Daud.), ist von gleicher Größe, graubraun, oben mit schwarzbraunen, weißlich gesäumten Rautenflecken. Sie lebt in Brasilien und Guayana, ist ebenso gefährlich wie die nordamerikanische K., wird aber von den Negern Südamerikas oft gehalten und gezähmt.

Klapperschlangenwurzel, s. Polygala.

Klapperschote, s. Crotalaria.

Klappersteine, s. Adlersteine.

Klappertopf, s. Rhinanthus.

Klappmuschel (Spondylus), Gattung aus der Ordnung der asiphoniaten Muscheln (s. d.), und zwar aus der Unterordnung der Monomyarier, mit un-^[folgende Seite]

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