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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Klemm - Klempnerarbeiten
7 km lang, 1 km breit, in dem auch K. genannten,
früher zwischen österr. Gebiet sich einschiebenden
türk. Territorium der.Herzegowina, mit gutem Ha-
fen, jetzt auf dalmat. Gebiet (2 1cm von der Straße
Ragusa-Mostar), seit 1878 bedeutungslos.
Klemm, Friedr. Gust., Kulturhistoriker, geb.
12. Nov. 1802 zu Chemnitz, studierte seit 1821 zu
Leipzig und wurde 1831 zweiter Sekretär an der
königl. Bibliothek in Dresden. Im Aug. 1833 über-
nahm er auch die Aufsicht über die Porzellan- und
Gefäßsammlung im Japanischen Palais, von der
er eine Beschreibung (2. Aufl., Dresd. 1842) ver-
faßte. 1834 wurde er Bibliothekar und 1852 zum
Oberbibliothekar ernannt. Er trat 1863 in den
Ruhestand und starb 26. Aug. 1867 in Dresden.
Von K.s Schriften sind zu nennen: "Geschichte von
Bayern" (Drcsd. 1820), "Attila nach der Geschichte,
Sage und Legende" (Lpz. 1827), "Handbuch der
german. Altertumskunde" (Dresd. 1835), "Zur Ge-
schichte der Sammlungen für Wissenschaft und Kunst
in Deutschland" (Zerbst 1837; 2. Aufl. 1838), "Ita-
lica" (Dresd. 1839), "Allgemeine Kulturgeschichte
der Menschheit" (10 Bde., Lpz. 1843-52), "Ferien-
reise" (Dresd. 1853), die "Allgemeine Kulturwissen-
schaft" (2 Bde., Lpz. 1854-55), "Die Frauen"
(6 Bde., Dresd. 1854-58), "Vor 50 Jahren.
Kulturgeschichtliche Briefe" (2 Bde., 1865). K.s
reiche kulturgeschichtliche Sammlung wurde 1870 die
Grundlage des Leipziger Museums für Völkerkunde.
Klemm, Heinrich, Buchhändler, geb. 19. Sept.
1819 in Zöllmen bei Willsdruff (Dresden), gest.
28. Nov. 1886 in Dresden, ist bekannt durch seine
grohe Sammlung von Inkunabeln, die 1885 von
der königlich sächs. Regierung angekauft wurde und
den Grundstock des Buchgewerbemuseums in Leipzig
(s. Centralvercin für das gesamte Buchgewerbe)
bildet. Von Beruf Schneider, gründete er 1849 in
Dresden mit G. A. Müller die "Europ. Moden-
zeitung", sowie 1850 ein Verlagsgeschäft unter der
Firma "K. Klemms Verlag", das seit 1888 im Besitz
von Ottomar Lehmann und Max Burkhardt ist.
K. schrieb: "Illustriertes Handbuch der höhern Be-
kleidungskunst" (Lpz. 1846; 50. Aufl., Dresd. 1892).
Klemme, bei galvanischen Elementen, elektrischen
Maschinen und Lampen eine Art Schraubzwinge
zum Anschluß der Leitung; über die K. in der Korb-
flechterei s. d. Öfters wird das Wort auch für
Klammer (f. o.) gebraucht.
Klemmenspannung oder Polspannung, der
für die Stromstärke im äußern oder Nutzkreise maß-
gebende Unterschied der Spannung oder des Poten-
tials (s. Elektrische Spannung und Elektrisches Po-
tential) an den Polklemmen einer Dynamomaschine,
eines Elements, Accumulators, überhaupt einer
Stromquelle. (Vgl. auch Gleichspannmaschine.)
Klemmer, f. Brille (Bd. 3, S. 539d).
Klemmfutter, soviel wie Futter (s. d.) bei Bohr-
maschinen und Drehbänken.
Klemmring, Saladin scher, s. Bogenlicht
(Bd. 3, S. 209 d).
Klempner in Norddeutschland, Spengler oder
Flaschner in Süddeutschland, auch Blechner
oder Blechschmied, ein Handwerker, der Blech
verarbeitet und hieraus Gegenstände des alltäg-
lichen Hausgebrauchs, Vaukonstruktionsteile, Ein-
richtungen für Feuerungs- und Heizanlagen, Be-
leuchtungseinrichtungen für flüssige und feste Brenn-
stoffe u.f. w. sowie Luxusgegenstände anfertigt. Im
engern Sinne ist K. ein Vlecharbeiter, der sich beim
Löten ausschließlich des Weichlotes bedient (s.Vlech-
bearbeitung). Die Erfindung zahlreicher Blechbear-
beitungsmaschinen (s. Vlechbearbeitung, S. 105 a,
und die Tafel: Vlechbearbeitungsmafchinen)
hat zur Ausbildung gewisser Sonderzweige der
Klempnerei, wie Bauklempnerei, Lampenfabrikation,
Erzeugung von Formen, Warenumhüllungen, Spiel-
waren u. s. w. geführt. Aus der Kleinklempnerei
hat sich die Fabrikklempnerei entwickelt, die infolge
ausgedehntester Benutzung von Maschinen und Ein-
führung kaufmännifchen Betriebes zu hoher Blüte
gelangt ist. Der Wunsch, die durch die Maschinen-
technik verringerte Handfertigkeit neu zu beleben und
zugleich den Fachgenossen eine wissenschaftliche Bil-
dung zu verleihen, führte zur Gründung einer Blech-
arbeiterschule (s. d.).
Klempnerarbeiten, ein Posten des Bauan-
schlags (s. d.), umfassen die Eindeckungsarbeiten der
Dächer mit Zinkblech, die Abdeckungen der Gesimse,
Verkleidung des Stirnbrettes, Rinnen, Ninnenver-
kleidung, Abfallröhren. Die erstern sind nach Qua-
dratmetern, die letztern nach laufenden Metern unter
Angabe der Breiten bez. des Umfangs oder Durch-
messers der betreffenden Gegenstände zu veranschla-
gen, während die Abdeckung der Fenstersohlbänke
und Verdachungen, Wasserkasten unter Angabe ihrer
Dimensionen stückweise in Rechnung zu setzen sind.
Die Fadriknummer des zu verwendenden Zinkblechs
und das Gewicht desselben für die Flächeneinheit
ist in jedem Fall besonders anzugeben. Im Mini-
sterialerlaß vom 31. März 1887 (vgl. Centralblatt
der Vauverwaltung 1887, S. 217) sind die verschie-
denen Konstruktionen der Dachrinnen (Musterzeich-
nungen) angeführt.
Nach dem Baugewerkskalender 1893 betragen die
Kosten für K.:
Art der Arbeiten
1 c^ui Zinkdach mit verlöteten 'Qucr-
nuten und hochstehendem Doppelfalz
1 hm Leistendach inkl. Leisten ....
1 " Wcllendach.........
1 " Abdeckung der Hauptgesimse. .
1 " do. der Vrust- und Gurtgcsimse,
der Verdachnngen, Sohlbänke u.s. w.
1 lauf. Meter Schornsteinlcisten . . .
1 lanf.Meter frei auf dem Dache liegende
Rinne mitWulst,bei.'"üomNmmessnng
1 lanf.Meter do., für jeden Centilneter
Ummessung mehr........
1 hierzu gehöriges Eisen . . 0,50 M.
1 lauf. Meter Kastenrinne mit angebo-
genem Dreieck an der Vorderseite und
Abkautnng nach hinten, 15 resp. 6 cm
hoch, 15 "m weit........
1 lauf. Meter do., für jeden Ccntimeter
Ummessung mehr........
1 Ninneisen hierzu mit Verschranbnng
und Spreize.......0,50 M.
1 m Abfallrohr, 30 "m Zuschnitt . .
1 steigender Meter Abfallrohr, 0,33 ona
Zuschnitt............
l steigender Meter Abfallrohr, 0,40 om
Zuschnitt............
1 Schrauben-u.Schelleisen hierzu 0,50M.
1 Hm Wrasenfang von gewelltem Zink
1 " Wrasenfang von glattem Zink.
1 lauf. Meter Kiesleiste für Holzcement-
dach ..............
1 <zin Vorbedeckung und Dacheinfassung,
sowie Schornsteineinfassnng dazu . .
Aus Zink Nr.
9 I 10 I 11 I 12
3,75
0,40
0,1
2,00
0,1
1,25
5,00
4,00
M.
3,75
4,00
4,00
3,75
4,25
0,50
2,50
0,12
2,50
0,12
1,50
1,60
1,75
5,50
4,50
0,90
4,00
4,00
4,25
4,50
4,25
4,75
3,00
0,16
2,75
0,16
1,75
1,70
2,00
6,00
5,50
1,20
4,50
M.
4,50
4,50
5,50
5,00
5,25
3,25
0,2
3,25
0,2
2,00
1,80
2,25
6,50
6,00
1,30
5,00
Vgl. Musterzeichnungen für Dachrinnen an Holz-
cementdächern von Koppe und Röhming in Halle;
Baukunde des Architekten, Bd. 1, Tl. 1, S. 526
<2. Aufl., Verl. 1890).
Artikel, die man unter K vermint, sind unter C anfznsnchen.