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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kleopatra - Kleriker vom Glauben Jesu
eine Karikatur K.s; doch ist K. mindestens ein kurz-
sicht.ia>er und leichtfertiger Politiker gewesen. K.
machte sich zuerst durch seine Opposition gegen Pe-
rikles in den Volksversammlungen bekannt und war
nach dessen Tode (429) der eifrigste Führer der Kriegs-
partei, welche die energische Fortführung des Kampfes
gegen Sparta verlangte. Aurch feinen Antrag auf
Erhöhung des Richterfoldes (der Tagegelder für die
Mitglieder der Geschworenengerichte) gewann er die
Massen. Als nach der Eroberung von Pylos und
der Einschliehung von 420 Spartiaten auf der Insel
Sphakteria durch die Athener eine lacedämonische Ge-
sandtschaft mit Friedensvorschlägen nach Athen kam
(425), hintertrieb K. diese durch seine fortdauernde
Prahlerei. K. wurde nun selbst zur Übernahme des
Oberbefehls gedrängt, und wirklich gelang es ihm,
freilich nur unter Beistand seines Kollegen Demo-
sthenes, Sphakteria zu erobern und die spartan.
Besatzung gefangen nach Athen zu bringen. Als
dann Brasidas in Thrazien bedeutende Erfolge er-
rungen hatte, wurde K., der jetzt als großer Feld-
herr galt, 422 an die Spitze der gegen jenen aus-
aefandten Truppen gestellt und verlor in der Schlacht
bei Amphipolis Sieg und Leben. - Vgl. Müller-
Strübing, Aristophanes und die histor. Kritik
(Lpz. 1873); Büdinger, K. bei Thukydides (in den
"Sitzungsberichten" der Wiener Akademie, 1880;
Sonderabdruck, Wien 1881); Emminger, Der Athe-
ner K. (Programm, Eichstätt 1882); Veloch, Die
attische Politik seit Perikles (ebd. 1884).
Kleopatra, Name verschiedener macedon. und
ägypt. Fürstinnen. Von den macedonischen sind die
bedeutendsten Alexanders d. Gr. Schwester und
Stiefmutter, von den ägypt. die älteste Tochter des
Königs Ptolemäus XIII. Auletes, eine groß an-
gelegte bedeutende Frau, die freilich auch von den
Fehlern ihrer Zeit nicht freizusprechen ist. Sie war
66 v. Chr. geboren und sollte nach dem Tode ihres
Vaters (51 v. Chr.) nach dessen Willen mit ihrem
10jährigen Bruder und Gemahl Ptolemäus XIV.
Dionyfus die Herrschaft führen, wurde aber durch
Pothinus, desfen Vormund, und Achillas, den Ober-
befehlshaber des Heers, verdrängt. Sie wandte
sich, Hilfe fuchend, an Julius Cäfar, als diefer auf
der Verfolgung des Pompejus im Okt. 48 nach
Alerandria kam, und wußte ihn bald durch den
Zauber ihrer Perfon und ihres Geistes für sich zu
gewinnen. Nachdem in dem Alerandrinifchen Kriege,
der sich deshalb entfpann, Ptolemäus Dionysus ge-
fallen und die Gegenpartei überwunden war, setzte
Cäsar K. wieder als Königin ein und gab ihr ihren
jüngern Bruder Ptolemäus XV. als Gemahl und
Mitregenten zur Seite. K.s Liebesbunde mit Cäsar
entstammte ein Sohn Cäsarion (s. d.), mit dem sie
46 Rom besuchte und bis zu Cäsars Ermordung (44)
dort verweilte. Dann kehrte sie nach Alexandria
zurück. In dem folgenden Bürgerkriege hielt sich
K., nachdem sie sich des Ptolemäus durch Gift ent-
ledigt hatte, anfangs unentschieden. Nach der
Schlacht bei Philippi ließ sie deshalb Antonius
(s. d.) zur Rechenschaft vor sich nach Tarsus in Ci-
licien fordern. Sie erschien auf prächtigem Schiffe
als Aphrodite geschmückt und fesselte Antonius, der
sie schon früher gekannt, für immer an sich. Auch
nach seiner Vermählung mit Octavians Schwester
Octavia (40) kehrte er bald wieder zu ihr zurück.
Sie hat ihn seitdem nicht von sich gelassen. Auch
als der Kampf zwischen Antonius und Octavian
ausbrach, nahm sie daran teil. Auf ihren Wunsch
Artikel, die man unter K verm
entschied sich Antonius wider den Rat semer Offi-
ziere 31 v. Chr. zur Seeschlacht bei Actium. Als
die Schlacht verloren ging, folgte Antonius K. eilig
nach Alexandria. Nach dem Tode des Antonius
gelang es Octavian durch List, sich der K. zu be-
mächtigen. Vergebens suchte sie seine Kälte zu be-
siegen und ihn zu gewinnen; sie sah, daß er ihr
Leben nur schonte, um sie im Triumph in Rom
aufzuführen. Diefer Schmach zu entgehen, tötete
sie sich selbst im Aug. 30 durch Gift, oder, wie
es hieß, durch den Biß einer Natter, die sie an
den Arm gesetzt hatte. Ihr Leichnam wurde neben
dem des Antonius beigesetzt; ihre Kinder von diefem,
zwei Söhne, Ptolemäus und Alexander, und eine
Tochter, Kleopatra, später dem jüngern Iuba ver-
mählt, nahm Octavia, nachdem sie Octavians
Triumph verherrlicht hatten, auf und erzog sie;
Cäfarion war schon vorher getötet worden. - Den
Verfuch einer "Rettung" der K. unternahm Adolf
Stahr in der Schrift "Kleopatra" (2. Aufl., Verl.
1879). Vgl. ferner H. Nissen, Kleopatra (in "Nord
und Süd", Bd. 5, Bresl. 1881). Dramatisch be-
bandelte den Stoff Shakespeare in "Antonius und
K."; Ebers verfaßte einen histor. Roman "Kleopatra"
(1893). - K. heißt auch der 216. Planetoid.
Kleopätraschlange, s. Brillenschlange.
Klephten (neugrch.), die Räuber, die nach der
Unterjochung Griechenlands durch die Türken in
den bergigen Distrikten des Landes ihr Wesen trie-
ben und ihre Unabhängigkeit zu bewahren suchten.
Zu ihrer Unterdrückung und zur Sicherung gegen
sie waren die Armatolen (s. d.) bestimmt, doch gin-
gen oft Armatolen zu den K. über und umgekehrt.
Nicht fetten traten die Führer der Armatolen, wenn
sie mit den Türken zerfallen waren, als K. auf, und
K. wurden häufig beruhigt, indem sie die Pforte zu
Armatolen machte. Nach derBefreiungGriechenlands
wandte man den Namen K. auf die gewöhnlichen
Räuber an, die lange das Land unsicher machten.
Klepper, ein mageres, abgetriebenes Pferd.
Vielfach bezeichnet man aber mit K. kleine, unan-
sehnliche Pserde poln. oder russ. Schlages, die im
niedern Reit- und Wagendienst Verwendung finden.
Klepsydra, griech. Name für Wasseruhr (s. d.).
Kleptomanie (grch.), Stehl trieb, eine der
sog. impulsiven Monomanien Esquirols. Das
triebartige Sichaneignen fremden Eigentums fin-
det sich häusig bei Geisteskranken, teils im Rah-
men einer offenkundigen Seelenstörung (besonders
bei Manie, Schwachsinn u. a.), teils als eine mehr
selbständige Erscheinung ohne anderweitige ausge-
prägte^Krankheitszeichen. Im letztern Fall ist die^K.
meist Symptom einer erblichen geistigen Entartung.
Kleptomanen eignen sich gern fremdes Eigentum an,
nicht um es irgendwie in ihrem Nutzen zu verwerten,
sondern nur um es aufzuspeichern oder wegzuwer-
fen; es handelt sich hier um eine dem Sammeltrieb
Geisteskranker nahe verwandte Erscheinung.
Klerikal, geistlich, die (kath.) Geistlichkeit (den
Klerus) betreffend, ihr zugehörig. Daher nennt
man klerikale Partei eine Partei, die fpeciell
die Interessen der kath. Kirche vertritt, und Kleri-
kalismus das auf die Wahrnehmung diefer In-
teressen gerichtete Bestreben. Klerikat, der geist-
liche Stand.
Klerikalseminare, s. Priesterseminare.
Kleriker, die Mitglieder des Klerus (s. d.).
Kleriker vom Glauben Jesu, Regulierte,
s. 8oei6t6 äu 8acr6-0wui-.
ißt, sind unter C aufzusuchen.