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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Klinkenschloß - Klippdachse
zu hemmende Maschinenteil', diese Vorrichtung fin-
det namentlich bei Winden Anwendung, und zwar
wirkt dieselbe derart, daß die Winde wohl in der
einen Richtung ge-
dreht werden kann,
dagegen an einem
durch die Last be-
wirkten selbstthä-
tigen Rückgang
durch die in die
Zähne des Sperr-
rads eingreifende
K. gehindert wird. Bei Werkzeugmaschinen dient
die K. oft als Zuschiebungsorgan, indem sie, perio-
disch zurück- und wieder vorbewegt, das Rad um
je einen oder mehrere Zähne weiterdreht.
Klinkenfchlotz, s. Schloß.
Klinker, Ziegel oder Backsteine, die durch Brennen
bei sehr starker Hitze halb verglast sind und dadurch
große Härte erlangt haben. Sie sind je nach Be-
schaffenheit des Thons gelb, braunrot, grau u.s.w.
gesärbt, meist kleiner als die Mauerziegel und eignen
sich zur Konstruktion schwerbelasteter Mauerkörper
Meiler), zum Pflastern und zu Wasserbauten.
Klinker, klinker gebaut nennt man im Gegen-
satz zu Kraweel (s. d.) Boote oder kleine Fahrzeuge,
deren Planken übereinander greifen, wie bei einem
Vretterdache.
Klinkhardt, Julius, Verlagsbuchhandlung mit
Buchdruckerei und andern technischen Zweigen in Leip-
zig, im Besitz der Brüder Robert Julius Klink-
hardt, geb. 16. Jan. 1841, und Bruno Gustav
Klinkhardt, geb. 24. Aug. 1843. Sie wurde 1834
vondemVaterderselben,Fri edrichIulius Klink-
hardt, geb. 24. Juli 1810 in Leipzig, gest. 26. April
1881, gegründet durch Übernahme des Sühringschen
Verlags, wozu nach und nach durch Ankauf Teile des
Verlags anderer Firmen kamen. Die Hauptrichtung
wurde Pädagogik mit sehr verbreiteten Schulbüchern
von Berthelt, Jäkel, Petermann und Thomas
("Biblische Geschichten", "Lebensbilder I-IV", "Re-
chenschule"), Baron, Iunghanns und Schindler
("Deutsche Sprachschule", "Die Muttersprache"),
Iütting und Weber (Lehr- und Lesebücher), ferner
speciell für Osterreich: die Lesebücher von Iacobi
und Mehl, von Kummer und Stejskal, die Geschichts-
bücher von Pennerstorfer, Vechtels franz. Lehr-
bücher, Willomitzers "Deutsche Grammatik", Rollers
"Liederschatz"; speciell für Preußen: Schmidt und
Schillmanns "Neues Berliner Lesebuch", Ernst und
Tews "Lesebuch für Mädchenschulen"; dazu Schrif-
ten von Dittes ("Schule der Pädagogik" u. a.), des-
selben Zeitschrift "Pädagogium" (1878 fg.), die
"Allgemeine deutsche Lehrerzeitung" (1849 sg.),
"Sächs. Schulzeitung" (1857 fg.) des Sächs. Lehrer-
vereins, Eberhardts "Der gute Ton", seit 1891 (aus
G. A. Glöckners Verlag) Rothschilds "Taschenbuch
für Kaufleute", "Taschenbuch der Handelskorrespon-
denz" (in zehn Sprachen), Mercks "Warenlexikon" u.a.
1877 wurde eine Filiale in Wien, 1882 eine solche in
Berlin errichtet, 1883 der jurist. Verlag der Manz-
schen k. k. Hos- und Nniversitätsbuchhandlung in
Wien erworben, der daselbst unter der alten Firma
fortgeführt wird.
Neben Buchdruckerei (seit 1861) umfassen die
technischen Zweige Buchbinderei, Schriftgießerei,
Stereotypie, Lithographische Kunstanstalt (1871 von
I. G. Bach erworben und unter dieser Firma fort-
gesührt), Photographie, Zinkätzung und Licht-
Artikel, die man unter K verm
druckerei, auf einem Areal von 4000 hin Grund-
fläche, mit 3 Dampfmaschinen (180 Pserdekraft),
Dampfheizung, elektrischerBeleuchtung,1 Rotations-
maschine, 41 Buchdruck-, 13 Steindruckpressen,
115 Hilfsmaschinen, 600 beschäftigten Personen
und Hauskasse (seit 1884; 50000 M., mit jährlich
1000 M. Erhöhung bis zur Verdoppelung des
Kapitals).
Klinochlor, Nipidolith, ein zur Gruppe des
CHIorits gehöriges monoklines Mineral, das auf-
gewachsene und zu Drusen verbundene Krystalle
von pyramidalem oder tafelförmigem Habitus, auch
fächer- und wulstähnliche Gruppen sowie lamellare
Aggregate bildet, von lauchgrüner, bläulich- und
schwärzlichgrüner Farbe und oft ausgezeichnetem
Dichroismus (Grün und Rot); die optischen Achsen
mit sehr abweichendem Winkel liegen im Klinopina-
koid; die Härte ist 2, das spec. Gewicht 2,6-2,75.
Chemisch ist derK. einmagnesiareiches (etwa 32 Proz.)
und etwas Eisenoxydulhaltendes Thonerdesilikat mit
einem Wassergehalt von etwa 14 Proz. Fundpunkte
sind die Alp Schwarzenstein in Tirol, Traversella in
Piemont, Achmatowsk und Slatoust am Nral, West-
Chester in Pennsylvanien.
Klinodakthlie (grch.), Abweichung der Finger
und Zehen aus ihrer normalen Stellung, eine an-
aeborene Mißbildung, welche sich durch Operation
leicht beseitigen läßt.
Klinodiagonäle, im monoklinen Krystallsystem
die auf den Beschauer zulaufende geneigte Achse, die
mit der Vertikalachse einen schiefen, mit der Quer-
achse (der Ortho diagonale) einen rechten Winkel
bildet. Klinodiagonaler Hauptschnitt ist die
durch die K. und die Vertikalachse gelegte Ebene.
Klinodomen, s. Doma.
Klinometer (grch.), Neigungsmesser, berg-
männisches Werkzeug zur Messung des Winkels, den
eine Minerallagerstätte mit dem Horizont bildet.
Klinopinako'id, s. Pinakoid. Malle.
Klinorhombisches Krystallsystem, s. Kry-
Klinoskop (grch.), bergmännisches Werkzeua zur
Beurteilung der Abweichung einer Fläche oder 2inie
von der Horizontalebene.
Klinfchor, ein Zauberer, der zuerst in Wolframs
"Parzival" als Herzog von Terra di Lavoro mit der
Residenz Capua und als Verwandter des Zauberers
Virgilius auftritt. Die von Wolfram nach der Vir-
gilsage und unbekannten Quellen geformte Gestalt
ist im Wartburgkriege (s. d.) und den daraus ge-
flossenen Chroniken Klingsor, ein MsigterpkaF?,
ein gelehrter Schwarzkünstler und Teufelsbanner
aus Nngerland geworden.
Klmzy, Flecken im Kreis Surash des russ. Gou-
vernements Tschernigow, anderTurosna,hat (1892)
12680 E., 2 Kirchen, 1 Kloster, 9 Tuchfabriken,
4 Strumpfwirkereien, 8 Guheisenfabriken und 19
Gerbereien. ^auch der 84. Planetoid.
Klio (Kleio), eine der Musen (s.d.). - K. heißt
Klippdachfe, Klippschliefer oder hyraci-
den, eine aus nur wenigen Arten bestehende Gattung
von Säugetieren, welche man ihrer höchst eigen-
tümlichen Organisations- und Verwandtschaftsver-
hältnisse wegen zu einer besondern Ordnung er-
hoben hat. Es sind kleine, im Habitus an Hasen
oder Murmeltiere erinnernde Felsenbewohner Sy-
riens, Arabiens und Afrikas, welche gesellig in den
Spalten und Klüften des nackten Gesteins ihrer
Heimat umherklettern, wachsam und scheu bei jeder
Gesahr in ihre Schlupfwinkel verschwinden und sich
ißt, sind unter C aufzusuchen.