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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Köben - Koblenz
und Geschichtln" (ebd. 1872), "Gedichte in pfälz.
Mundart" (6. Aufl., Stuttg. 1876), "Der Hansl
vo' Finsterwald. Der schwarzi Veitl. S'Kranzner-
Resei. Drei größere Gedichte nebst andern in ober-
bayr. Mundart" (2. Aufl., ebd. 1876), "Gedichte in
obnbayr. Mundart" (9. Aufl., ebd. 1882), "Ober-
bayr. Lieder mit ihren Singweisen. Im Auftrage
Sr. Maj. des Königs für das bayr. Gebirgsvolk
gesammelt" (5. Aufl., Münch. 1888). In hochdeut-
scher Sprache gab er "Gedichte" (ebd. 1852) und
"Die Urzeit der Erde" (ebd. 1856), eine größere
Dichtung, heraus. Sein "Wildanger. Skizzen aus
dem Gebiete der Jagd und ihrer Geschichte" (Stuttg.
1859) hat bei den Iagdfreunden viel Beifall ge-
funden. - Vgl. Luife von Kobell, Franz von K.
(Münch. 1884).
Koben, Stadt im Kreis Steinau des preuß. Neg.-
Bez. Breslau, 16 km nördlich von Steinau, links an
der Oder, Sitz eines Steueramtes erster Klasse, hat
(1890) 1032 E., darunter 203 Katholiken; Post, Tele-
graph, zwei Kirchen, Ruinen eines Doms, alter-
tümliches Schloß; Schiffbau, Leisten- und Kisten-
fabrikation, Brauerei, Dampfziegcleien und Braun-
kohlengrube, ftater für Diebe.
Kober, in der Gaunersprache: Wirt, Herbergs-
Koberger, auch Koburger, selten Coberger,
Antoni, bedeutender Buchdrucker und Buchhändler,
geb. um 1440, war um 1470-1513 in Nürnberg
thätig. Er begründete ein Verlagsgeschäft von europ.
Ruf, das größte Deutschlands im 15. Jahrh. Sein
erster datierter Druck ist von 1474, der letzte von
1503; von da an war er nur noch Verleger. 236 Ver-
lagswerke werden von ihm angeführt, von denen die
meisten in die Zeit von 1480 bis 1500 fallen. Sie
gehören vorwiegend der fcholastifchen Gelehrsamkeit
an. Fast ausschließlich bediente er sich der got.
Typen; zu den Illustrationen verwendete er die tüch-
tigsten Holzschneider; die "Deutsche Bibel" (1483)
und Schedels "Weltchronik" (1493) wurden von
Wohlgemuth und Pleydenwurf mit zahlreichen Holz-
schnitten illu-striert. K.s größte Bedeutung liegt im
Buchhandel, der ihm den Absatz bot für seine vielen
Verlagsunternchmungen und den er nach fast allen
Ländern Europas betrieb. K. starb 3. Okt. 1513.
Das Gefchäst wurde zunächst von seinem Vetter
Hans K. unter seinem Namen (1514-25), aber für
Rechnung der unmündigen Söhne K.s fortgefübrt;
doch erreichte schon 1526 der K.fche Verlag und 1532
fein Sortimentshandel fein Ende. - Vgl. O. von
Hafe, Die K. (2. Aufl., Lpz. 1885).
Köberle, Georg, Dramaturg und Dramatiker,
geb. 19. März 1819 zu Nonnenhorn bei Lindau am
Bodensee, war Zögling der Jesuiten in Rom, über
die er seine großes Aussehen erregenden "Auszeich-
nungen eines Iesuitenzöglings im deutschenColleg zu
Rom" (Lpz. 1846) veröffentlichte. Später war er als
Schriftsteller und Dramaturg in Leipzig und Heidel-
berg thätig und wurde 1872 Leiter des Hostheaters
in Karlsruhe. Seit 1873 lebte K. in München, dann
in Wien, jetzt in Dresden. Von seinen dramat.
Dichtungen sind hervorzuheben: das Trauerspiel
"Heinrich IV. von Frankreich" (Lpz. 1"851) und das
Schauspiel "Max Emanuels Vrautfahrt" (Münch.
1870); von seinen Schriften zur Theaterreform: "Die
Theaterkrisis im neuen Deutschen Reiche" (Etuttg.
1872), "Meine Erlebnisse als Hoftheaterdirektor"
(2. Aufl., Lpz. 1875) und "Das Drangfal der deut-
fchen Schaubühne" (Dresd. und Lpz. 1890).
Kobernauser Wald, f. Hausruck.
Artikel, die man unter K vcrm
Koberstein, Karl August, Literarhistoriker,
geb. 10. Jan. 1797 zu Rügenwalde in Pommern, stu-
dierte seit 1816 in Berlin Philologie, wurde 1820
Adjunkt, 1824 Professor an der Landesschule zu
Pforta. Er starb 8. März 1870. Sein Hauptwerk,
der "Grundriß der Geschichte der deutschen National-
litteratur" (Lpz. 1827), in der ersten Auslage nur
als Leitfaden für den Gymnasialunterricht ent-
worfen, ist seit der vierten Bearbeitung (3 Bde.,
ebd. 1847-66; 5. Aufl., bearbeitet von Bartsch,
5 Bde., ebd. 1872-74; 6. Aufl., von demselben,
Bd. 1,1884) zu einem umfassenden Handbuch der
Geschichte der deutschen Nationallitteratur ange-
wachsen und zeugt von musterhafter Gründlichkeit
und Gewissenhaftigkeit der Forschung; seine beson-
dere Stärke liegt darin, daß es die Geschichte der
poet. Formen und Gattungen gesondert verfolgt.
Außerdem sind noch hervorzuheben: drei Schul-
programme "Über die Sprache des österr. Dichters
Peter Suchenwirt" (Naumb. 1828-42) und "Ver-
mifchte Aufsätze zur Litteraturgeschichte und Ästhetik"
(Lpz.1858X Auch gab K. "Heinr. von Kleists Briefe
an seine Schwester Ulrike" (Berl. 1860) und den
dritten Band von Löbells "Entwicklung der deut-
schen Poesie" (Braunschw. 1865) heraus.
Koblenz. 1) Negicrungsbezirk der preuß. Nhein-
provinz, umfaßt Teile der ehemaligen Erzstiste Trier
und Köln, des Herzogtums Iülich, das reichsunmittel-
bare Fürstentum Arenberg, die Grafschaften Virne-
burg, Rheineck und wurde 1866 durch das Hessen-
homburgische Oberamt Meisenheim vergrößert. Der
Regierungsbezirk grenzt im S. an die bayr. Pfalz und
das Großherzoatum Hessen. Das Land ist gebirgig
(Hunsrück, Eifel,Westerwald) und wasserreich (Rhein,
Nahe, Mosel, Nette, Ahr u. a.; Laachersee, ülmener
Maar), hat viele Mineralquellen und Industrie,
Eisen-, Blei-, Kupfer-, Zinkbergbau, Schiefer- und
Steinbrüche, Thongruben, Salinen, Viehzucht,
Acker-, Obst- und Weinbau. Der Regierungsbezirk
hat 6204,?0 ^m, (1890) 633638 (314594 männl.,
319044 weibl.)E., darunter 7557 Militärpersonen;
24 Städte mit 418,oi ykm und 137055 (66234
männl., 70821' weibl.) E., 1016 Landgemeinden
und 5 Gutsbezirke mit 5786,69 ^iu und 496583
(248360 männl., 248223 weibl.) E.; ferner 101613
bewohnte, 3184 unbewohnte Wohnhäuser mit
122986 Familienhaushaltungen, 8974 einzeln le-
benden selbständigen Personen und 454 Anstalten.
Dem Religionsbekenntnis nach waren 214076
Evangelische, 408462 Katholiken, 1363 andere
Christen, 618 Dissidenten, 9091 Israeliten und
28 andern Bekenntnisses. Der Regierungsbezirk
zersällt in 14 Kreise:
Kreise
Stadtkreis
Koblenz......
Landkreis
Koblenz......
St. Goar . . . .
Kreuznach . . . .
Simmcrn . . . .
Iell........
Cochcm......
Mayen......
Adcnau ......
Ahrweilcr . . . .
Neuniied.....
Altenkirchcn. . .
Wetzlar......
Meisenheim . . .
ißt, sind unter C
Hkm
58 011
7102 39 055
11823
6 931
25,12
249,84
465,25
557,27
570,75
371,86
502,11
576,27
549,57
371,17
620,93
637,52
530,71
176,33 2585I13419
aufzusuchen.
10 66.'
4 629
7 483
63 938
21928
38 215
77 350
83
76
111
40
103
125
97
6571
7 305
129 39 074
63 21179
30 426
47 963
11211
N^
24 696
31187
30 791
13 833
20484
10 061
343
1442
121
1213 36 543
29 739 45 742
37141
61460
21798
i0 479
1899
1943
43 l
1723
583
250
496
995
7
791
261