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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kolzow-Massalsky - Kombinationston

tungen veranstaltete Bjelinskij 1846 (7. Ausg., Moskau 1880). Eine Übersetzung einer Auswahl seiner Gedichte von F. Fiedler findet sich in Reclams "Universalbibliothek" (Lpz. 1885) und in Bodenstedts "Poet. Ukraine" (Stuttg. 1845).

Kolzow-Massalsky, Fürstin, s. Dora d'Istria.

Kom, Stadt in Persien, s. Kum.

Koma (grch.), Bewußtlosigkeit (s. d.); urämisches K., s. Harnvergiftung.

Komaitho (Komätho), s. Amphitryon.

Komāna. Das pontische K., im nordöstl. Kleinasien am Iris gelegen, war eine berühmte Kultstätte der Göttin Ma, welche der griech. Enyo oder Artemis und der röm. Bellona gleichgestellt wurde, und Sitz eines kleinen Priesterstaates, der zu Strabos Zeit 6000 Tempeldiener zählte. Die Feste zogen große Volksmengen an. Dasselbe gilt vom kappadocischen K., das im Hochgebirge des Antitaurus am Oberlaufe des Sarus lag und wie es scheint dem pontischen K. als Vorbild gedient hat.

Komandōrinseln, Commandeurinseln, Kommodore-Inseln, russ. Komandorskije Ostrowa, Inselgruppe im Beringmeer, im O. von Kamtschatka, benannt nach dem Kommodore Bering (s. d.), der sie 1728 entdeckte und 1741 daselbst starb. Sie besteht aus der Insel Bering (s. Beringinsel), Mjednoi (d. i. Kupferinsel; 470,8 qkm mit 251 E.) und zwei unbewohnten. Die Einwohner sind Mischlinge zwischen Russen und Alëuten. Die K. bilden den Komandorbezirk (1734,4 qkm) des russ.-sibir. Küstengebietes.

Komanen, s. Kumanen.

Komantschen, Indianerstamm, soviel wie Comanches (s. d.).

Komarno, Stadt in der österr. Bezirkshauptmannschaft Rudki in Galizien, Sitz eines Bezirksgerichts (395,79 qkm, 35 Gemeinden, 109 Ortschaften, 35 Gutsgebiete, 34727 E.), hat (1890) 5239 E., Post, Telegraph, ein Denkmal zur Erinnerung an die Siege der Polen über die Türken 1524 und 1695; Leinenweberei und Fischerei.

Komárom, ungar. Name von Komorn (s. d.).

Kombābos, ein Syrer, hatte sich nach einer in griech. Umbildung erhaltenen Sage, als er vom König zum Begleiter von dessen Gemahlin auf einer Reise zur Erbauung eines Tempels der großen Göttin in Hierapolis erwählt worden war, vorher verstümmelt und die Zeichen seiner Entmannung dem König in einem verschlossenen Kästchen übergeben. Als nun seine Feinde durch die Beschuldigung, daß er sich gegen die Königin vergangen habe, beim König das Todesurteil gegen ihn ausgewirkt hatten, lieferte er durch das Kästchen den Beweis seiner Unschuld, worauf ihm eine Statue im Tempel der Göttin errichtet wurde.

Kombattanten (frz. combattants), die Angehörigen eines Heers, die für den unmittelbaren Kampf im Kriege bestimmt sind, also sämtliche Offiziere und Unteroffiziere, Spielleute und Soldaten in Reih und Glied, im Gegensatz zu den Nichtkombattanten, die nicht unmittelbar im Gefecht thätig sind.

Komben (frz.), soviel wie Combenthäler, s. Jura.

Kombésamen, s. Strophanthus.

Kombination (lat.), eine Verbindung mehrerer Begriffe samt den daraus hervorgehenden Folgen und Schlüssen, in welchem Sinne man z. B. von glücklichen, scharfsinnigen oder verfehlten und täuschenden K. spricht. - In der Mathematik nennt man die verbundenen Begriffe (Dinge) die Elemente der K. Nach ihrer Anzahl teilt man die K. in Klassen; eine K. der ersten Klasse oder Union ist ein einzelnes Element, eine K. der zweiten Klasse oder Binion (Ambe) ist eine Verbindung von zwei, eine K. der dritten Klasse oder Ternion (Terne) eine Verbindung von drei Elementen u. s. w. Man unterscheidet K. mit oder ohne Wiederholung, je nachdem ein Element in derselben Verbindung mehrmals vorkommen darf oder nicht. Bei den letztern giebt es immer so viel Klassen, als Elemente vorhanden sind, und die höchste Klasse enthält nur eine einzige K., die alle Elemente umfaßt. Sind die vier Elemente a, b, c, d gegeben, so giebt es 1) ohne Wiederholung: vier Unionen, sechs Amben: ab, ac, ad, bc, bd, cd, vier Ternen: abc, abd, acd, bcd, eine Quaternion: abcd; dagegen 2) von den K. mit Wiederholung: 10 der zweiten Klasse (außer den genannten noch aa, bb, cc, dd); 20 der dritten Klasse (außer den genannten noch aaa aab, aac, aad, abb, acc, add, bbb, bbc, bbd, bcc, bdd, ccc, ccd, cdd, ddd) u. s. w. Verwandt dem Kombinieren ist das Permutieren, d. h. das Versetzen, Umstellen gegebener Elemente; so giebt es bei den drei Elementen a, b, c sechs Permutationen: abc, acb, bac, bca, cab, cba. Fragt man, wie viel Amben sind bei fünf gezogenen Lottonummern möglich, so fragt man nach den K. der zweiten Klasse ohne Wiederholung; fragt man aber, wie oft können fünf Personen ihre Plätze wechseln, so fragt man nach der Anzahl der Permutationen von fünf Elementen. Ist das Kombinieren mit dem Permutieren verbunden, so nennt man es Variieren; die Variationen gegebener Elemente sind also K. derselben zu 2, 3 u. s. w. mit allen möglichen Versetzungen, wobei auch wieder Variationen ohne und mit Wiederholung zu unterscheiden sind. Sind die drei Elemente a, b, c gegeben, so giebt es folgende sechs Variationen derselben von der zweiten Klasse ohne Wiederholung: ab, ba, ac, ca, bc, cb; ist Wiederholung gestattet, so kommen zu jenen noch folgende drei: aa, bb, cc. Die Kombinationslehre im weitern Sinne handelt zugleich von den Gesetzen der Permutationen und Variationen.

In der Krystallographie nennt man K. das Auftreten mehrerer Formen eines und desselben Krystallsystems an einem Krystallindividuum. Dabei erscheint keine der auftretenden Formen vollständig; meist herrscht bei einer K. eine der auftretenden Formen vor und bestimmt so den Habitus. Es treten nur solche Formen miteinander in K., welche denselben Grad von Symmetrie besitzen. Das krystallographische Zeichen einer K. wird gebildet durch Nebeneinanderstellung der Zeichen der einzelnen auftretenden Formen nach Maßgabe ihres Vorherrschens; die verschiedenen Zeichen trennt man durch Punkte. K. zeigen die Tafeln: Krystalle I, Fig. 8 - 16, 26 - 29; II, 3 - 6, 12 - 19, 21 - 25, 27, 28, 30 - 33, die letztern an Zwillingskrystallen. (S. auch Krystalle.)

Über K. in der Chemie s. Diazoverbindungen.

Kombinationsschloß, s. Schloß.

Kombinationston, Tartinischer Ton, ein Ton, der entsteht, wenn zwei ungleich hohe starke Töne gleichzeitig auftreten. Der K. ist tiefer als beide zusammenwirkende Töne, seine Schwingungszahl entspricht der Differenz der Schwingungszahlen jener Töne und er heißt deshalb auch Differenzton. Am leichtesten vernimmt man den Differenzton, wenn die erregenden Töne innerhalb derselben Oktave liegen und dabei kräftig und anhaltend tönen;

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]