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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kombinatorische Analysis - Komburg

hierzu lassen sich am besten Zungenpfeifen auf derselben Windlade und kräftige, lange nachtönende Stimmgabeln verwenden. Der Differenzton ward zuerst (1740) von Sorge, dann (1754) eingehender von Tartini, später von Young, Röber, Helmholtz u. a. beobachtet. Letzterer hat auch mit Hilfe der Theorie zum Differenzton einen analogen höhern Ton entdeckt, deren Schwingungszahl der Summe der Schwingungszahlen der erregenden Töne entspricht und daher Summationston heißt. - Vgl. Helmholtz, Die Lehre von den Tonempfindungen (4. Aufl., Braunschw. 1877).

Kombinatōrische Analysis, die Anwendung der Kombinationslehre auf die Analysis. Der Name stammt von Hindenburg (s. d.), der sich von der K. A. besonders viel versprach.

Kombinierbare Fahrscheinhefte, soviel wie Zusammenstellbare Fahrscheinhefte, s. Eisenbahntarife (Bd. 5, S. 890 b).

Kombinieren (lat.), zusammenpaaren, miteinander verbinden, zusammenfassend vereinigen, um dadurch ein Ergebnis zu gewinnen. (S. Kombination.)

Kombinierte Kessel, s. Dampfkessel (Bd. 4, S.725 b; Tafel: Dampfkessel II, Fig. 4 - 6).

Kombinierte Methoden, in der Forstwirtschaft jene Methoden der Waldertragsregelung (s. d.), die den jährlichen oder periodischen Hiebssatz (s. d.) der Abtriebsnutzungen mit Hilfe eines Wirtschaftsplanes entwickeln, indem sie sowohl die Abtriebsfläche als auch die Masse des Vorrats und Zuwachses in Rechnung stellen. Der Massen-Hiebssatz ist also nicht lediglich Folge des Flächen-Hiebssatzes, ebensowenig wie letzterer lediglich Folge des erstern ist, sondern beide beeinflussen sich gegenseitig.

Die älteste dieser Methoden ist das kombinierte Fachwerk, eine Verbindung von Flächen- und Massenfachwerk, die die Nutzung eines Waldes derartig zu verteilen sucht, daß die einzelnen Perioden (Fächer) mit annähernd gleichen Massen und annähernd gleichen Flächen oder nur zum Teil mit annähernd gleichen Flächen ausgestattet werden. Die Verteilung selbst erfolgt für den ganzen Umtriebs- oder Einrichtungszeitraum oder auch nur für kürzere Zeiten. Die Ausgleichung der Massen kann entweder durch die Abtriebsnutzung allein oder auch mit Hilfe der Zwischennutzungen geschehen. Der jährliche Hiebssatz wird aus dem periodischen entweder mit vorwiegender Berücksichtigung der Massen oder mit solcher der Flächen berechnet. Dem Normalzustand wird eine Betriebsklasse durch dieses Verfahren um so eher näher gebracht, je mehr man Gewicht auf eine normale Verteilung der Altersklassen legt. Die Erkenntnis der Thatsache, daß das ideale Ziel des kombinierten Fachwerkes überhaupt nicht erreichbar sei, hat zu der sehr wichtigen Vereinfachung geführt, die Hiebsflächen und Massen nicht für sämtliche Perioden auszugleichen, sondern diese Ausgleichung nur auf die erste oder die beiden ersten Zeitperioden zu beschränken, den spätern aber durch einen allgemeinen Hauungsplan nur annähernd gleiche Flächen zuzuweisen. Diese Vereinfachung hat dem Verfahren eine große Verbreitung verschafft.

Eine Verbindung des Fachwerkes mit den Normalvorratsmethoden zeigt das 1841 von K. Heyer veröffentlichte Verfahren. Die von ihm gegebene Ertragsformel ^[Formel] e = (Vw + Zws - Vn)/a ähnelt sehr der Kameraltaxe (s. Massenmethoden), hat sich aber einer weitgehenden Anwendung nicht zu erfreuen.

Eine dritte Gruppe der K. M. bilden die Altersklassenmethoden, die die Abtriebsnutzungen eines Waldes oder einer Betriebsklasse durch eine Vergleichung des wirklichen mit dem normalen Altersklassenverhältnis (s. Altersklasse) regeln, aus der auf Grund allgemeiner Erwägungen die Größe des Jahresschlages folgt, ohne daß es notwendig wäre, die Nutzung nach Fläche oder Masse auf bestimmte Perioden einer Umtriebs- oder Einrichtungszeit zu verteilen.

Auf Grund dieses Verfahrens, sich eng an dasselbe anschließend, entwickelte Judeich (1871) die Methode der Bestandswirtschaft. Im Rahmen der gegebenen Waldeinteilung, unter steter Beachtung des Strebens nach einer durch die Bildung bleibender kleiner Hiebszüge (s. d.) geordneten Hiebsfolge, also nach normaler Verteilung der Altersklassen, sucht sie zunächst die überreifen, dann die erntereifen Bestände zum Hieb zu bringen. Der Hiebssatz wird für ein, unter Umständen für zwei Jahrzehnte zunächst vorläufig so ermittelt, daß man alle überreifen und reifen Bestände zum Hiebe setzt, soweit diese überhaupt vom Hieb im Sinne einer geordneten Hiebsfolge getroffen werden können, ferner jene Bestände, die dieser Ordnung als Opfer fallen müssen. Um jedoch die für die meisten wirtschaftlichen Verhältnisse, namentlich für größere Waldungen nachteiligen Schwankungen des jährlichen oder periodischen Hiebssatzes thunlichst zu vermeiden, ändert man den durch Zusammenstellung der einzelnen Hiebsorte gefundenen Hiebssatz der Abtriebsnutzungen an Fläche und Masse durch Rücksichten auf das Ganze. Dies erfolgt durch eine Vergleichung des wirklichen Größenverhältnisses der Altersklassen mit dem normalen, die gewisse Grenzen des möglichen Jahresschlages ergiebt, durch Beachtung der bisherigen Abnutzung, unter Umständen auch durch Anwendung einer Ertragsformel. Das Verfahren hat den Vorzug, daß bei ihm den finanzwirtschaftlichen Anforderungen am leichtesten Rechnung getragen werden kann. Litteratur s. beim Artikel Forsteinrichtung.

Kombinierte Porträt-Photogramme, s. Galtons photographische Durchschnittsporträte.

Kombiniertes Fachwerk, forstlich technischer Ausdruck, s. Kombinierte Methoden.

Komburg oder Comburg, königl. Schloß im Oberamt Hall des württemb. Jagstkreises, zur Gemeinde Steinbach gehörig, ehemals Benediktinerkloster, auf einem Hügel (60 m) im Kocherthal, hat eine wohlerhaltene Umfassungsmauer und zahlreiche Türme. In der 1707 - 15 von Würzburger Meistern im Barockstil neuerbauten Stiftskirche zum heil. Nikolaus ist berühmt der roman. Kronleuchter (1120), aus Silber, Eisen und vergoldetem Erz getrieben und durchbrochen, sowie die Altarbekleidung (antependium) aus Kupfer. An die Kirche anstoßend die Reste eines roman. Kreuzganges und die Schenken- und Josephskapelle mit Epitaphien (13. Jahrh.). Das 1079 gegründete Kloster wurde 1488 in ein weltliches Chorherrenstift verwandelt und fiel 1802 mit der Stadt Hall an Württemberg; seit 1816 ist es Garnison des königl. Ehreninvalidenkorps. Gegenüber von K. auf halber Höhe Klein-Komburg, ein 1102 gegründetes, 1108 vollendetes Nonnenkloster zu St. Ägidien oder St. Gilgen, Zweiganstalt des Landesgefängnisses Hall, mit alter, 1887 restau-^[folgende Seite]

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]