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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Kombüse; Kombustibilien; Kombustion; Kombustoren; Komen; Komensky; Komers; Komestibel; Kometen

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Kombüse - Kometen

rierter, roman. Basilika. - Vgl. F. E. Mejer, Beiträge zur Geschichte von K. (Schwäbisch-Hall 1867).

Kombüse oder Kambüse (frz. cambuse), die Schiffsküche; Bootskombüse ist ein kleiner Kochofen für Boote.

Kombustibilien (lat.), verbrennbare Stoffe, insbesondere die vorzugsweise sog. Brennmaterialien.

Kombustion (lat.), Verbrennung, Brandwunde.

Kombustoren (neulat.), bei den ältern Chemikern solche Elemente, die sich mit andern unter Feuererscheinung (combustio) verbinden (z. B. Sauerstoff, Schwefel, Chlor).

Komen, flamländ. Name von Comines.

Komensky, Pädagog, s. Comenius, Joh. Amos.

Komers, Anton Emanuel, Ritter von, Landwirt, geb. 13. Juni 1814 in Humpoletz in Böhmen, wurde 1844, nachdem er als landwirtschaftlicher Beamter auf den gräfl. Thun-Hohensteinschen Gütern thätig gewesen war, Centraldirektor, Rat und Generalbevollmächtigter des Grafen Thun. 1846 gründete K. die 1866 in eine höhere landwirtschaftliche Lehranstalt umgewandelte Ackerbauschule Tetschen-Liebwerd, zu deren Direktor und spätern Mitkurator K. ernannt wurde. Er starb im Dez. 1893 in Iglau. Als Präsident mehrerer die Landwirtschaft fördernder Vereine und als Organisator vieler Großgrundbesitze Böhmens hat sich K. um die Landwirtschaft Böhmens verdient gemacht. Er schrieb: "Abriß der Nationalökonomie" (2. Aufl., Prag 1868), "Betrachtungen über die landwirtschaftliche Unterrichtsfrage" (ebd. 1875), "Die landwirtschaftliche Betriebsorganisation" (2. Aufl., ebd. 1876), "Jahrbuch für österr. Landwirte nebst Geschäftskalender" (21. Jahrg., ebd. 1861-81).

Komestibel (lat.), eßbar; Komestibilien, Eßwaren.

Kometen, (grch.), Irrsterne oder Haarsterne, eine überaus zahlreiche und in vieler Beziehung noch sehr rätselhafte Klasse von Himmelskörpern, die teils als bleibende Bestandteile unsers Sonnensystems angesehen werden müssen, teils demselben wahrscheinlich nur vorübergehend angehören. Eine allerdings nur kleine Anzahl derselben wird für kürzere oder längere Zeit auch dem bloßen Auge sichtbar. An diesen sind vornehmlich zwei besonders auffallende Teile zu unterscheiden: eine meist ziemlich helle, nach der Mitte hin verdichtet erscheinende, gewöhnlich runde, aber niemals scharf begrenzte Lichtmasse, der Kopf des K., und ein von dieser ausgehender heller Streifen, der mit zunehmender Entfernung vom Kopf breiter und weniger leuchtend wird, der Schweif des K. Letzterer ist immer von der Sonne abgewandt. Sein Aussehen ist bei den einzelnen K. ein außerordentlich verschiedenes; zuweilen kommen auch doppelte und mehrfache Schweife vor; der Komet von 1744 soll sechs Schweife gehabt haben, die sich fächerförmig ausbreiteten. Ebenso verschieden kann die Länge der Schweife sein; zuweilen sind dieselben von so ungeheurer Ausdehnung, daß sie 90° und mehr am Himmel einnehmen und sich in Anbetracht der Entfernung des K. im Weltraume über viele Millionen Kilometer erstrecken müssen. Der Schweif muß immer aus einer äußerst dünnen Substanz bestehen, da man selbst schwache Sterne ohne irgend welche Schwächung und Brechung ihres Lichtes durch sie hindurch sieht. Betrachtet man den Kopf eines solchen hellen K. durch ein Fernrohr, so zeigt sich, daß derselbe im allgemeinen aus einem dichtern Teil, dem Kern, besteht, der zuweilen ein fixsternartiges Aussehen hat, und einer diesen umgebenden Lichthülle, Coma genannt. Das Aussehen dieser letztern ist äußerst verschieden. Meist hat dieselbe jedoch eine fächerförmige Gestalt und gewährt den Anblick, als ob eine dampfförmige leuchtende Masse unaufhörlich vom Kern nach der Sonne hin ausgestoßen würde, die dann in einiger Entfernung vom Kern, diesen in mehrern Schichten einhüllend, nach der der Sonne entgegengesetzten Seite hin umbiegt und in den Schweif übergeht. Auf der beigegebenen Tafel Kometen ist einer der prächtigsten K., der Donatische, abgebildet sowohl so wie er für das unbewaffnete Auge erschien (Fig. 1), als auch der Anblick seines Kopfes im Fernrohr (Fig. 2). Das Aussehen von Schweif und Coma ändert sich oft außerordentlich rasch, auch sind häufig schon an den fächerförmigen Ausstrahlungen und am Schweife pendelartig hin und her gehende Bewegungen wahrgenommen worden. Die intensivere Entwicklung von Coma und Schweif tritt meist erst mit der größeren Annäherung an die Sonne ein; die Lichtentwicklung innerhalb der erstern wurde bei einigen der bekannten großen K. so stark, daß der Komet, wenigstens sein Kopf, am hellen Tage zu sehen war. - Außer diesen dem bloßen Auge sichtbaren großen K., von denen seit Christi Geburt etwa 500 gezählt worden sind, sodaß man durchschnittlich alle vier Jahre einen solchen zu erwarten hat, giebt es eine bedeutend größere Menge sog. teleskopischer K., die nur im Fernrohr wahrnehmbar sind und häufig auch da nur mit Mühe. Manche Jahre sind von diesen sechs und noch mehr aufgefunden worden. Ein deutlich ausgeprägter Schweif ist an diesen nur selten wahrnehmbar, meist ähneln sie einem Nebelfleck und stellen sich als verwaschene nebelige Masse von mehr oder weniger rundlicher Form, aber ohne irgend welche scharfen Umrisse dar, häufig mit etwas Verdichtung nach der Mitte hin. Meist sind auch ein oder mehrere sternartige Kerne in denselben zu sehen. Nicht selten entwickelt sich ein ursprünglich teleskopischer Komet bei größerer Annäherung an Erde und Sonne zu einer dem bloßen Auge sichtbaren prächtigen Erscheinung; ferner kommen auch Fälle vor, wo plötzlich unerwartet ein riesiger Komet aus den Strahlen der Sonne hervortritt, um nach wenigen Tagen ebenso rasch wieder zu verschwinden. Was die Zahl der überhaupt vorhandenen K. anbelangt, so giebt es deren wahrscheinlich viele Millionen. Aber nur der kleinste Teil derselben wird uns sichtbar. Die Mehrzahl derselben sind wahrscheinlich nur kleine Körper; aber auch die großen hellen K. können nur dann von uns wahrgenommen werden, wenn sie bei klarem Wetter gleichzeitig der Erde und der Sonne nahe genug kommen.

Hevelius und sein Schüler, der Pfarrer Dörfel in Plauen, sprachen zuerst die Vermutung aus, daß die Bahnen der K. im Weltraum Parabeln seien. Aber erst Newton wies auf Grund der Lehre von der Gravitation streng nach, daß die K. in ihren Bewegungen Gesetzen folgen müssen, die von denen der Planetenbewegung nicht wesentlich abweichen, und daß sie als Körper unter dem Einfluß der Anziehung durch die Sonne sich in Kegelschnitten bewegen müssen, in deren Brennpunkte die Sonne steht. Speciell für den großen K. von 1680 wies er nach, daß die Beobachtungen desselben wahrscheinlich seine Bewegung in einer Parabel erforderten. Die genaue Bestimmung der Bahn eines K. ist schwierig, weil man denselben nur auf einem kurzen Stück der

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]