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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Konrad III. (deutscher König) - Konrad (von Zütphen, Herzog von Bayern)
gund beanspruchte, aber 1037 in einer Schlacht bei
Var-le-Duc fiel. Die Übermacht, die Bischof Aribert
von Mailand in Oberitalien gewonnen hatte, brach
K. in einem Zweiten ital. Zuge 1036-38 und setzte
ihn gefangen. Als Aribert dann nach Mailand ent-
floh, belagerte K. zwar die Stadt vergeblich, gebot
aber noch über ein Jahr lang in Italien als Herr.
Er sicherte namentlich die kleinen Vafallen 1037
durch eine Konstitution, die ihre Lehen für erblich
erklärte, gab dem Markgrafen von Canossa eine be-
deutende Macht, die freilich dessen Tochter, "die große
Gräfin", fpäter im Dienste Roms zum Sturz der
kaiserl. Macht verwendete, und griff auch in die Ver-
hältnisse Unteritaliens noch einmal kräftig ein.
Krankheiten schwächten aber sein Heer im Sommer
1038 so, daß K. nach Deutschland zurückkehren
mußte. Hier hat er dann noch alles wohl verwaltet,
bis er 3. Juni 1039 zu Utrecht plötzlich erkrankte
und starb. - Vgl. H. Vreßlau, Jahrbücher des
Deutschen Reichs unter K. II. (2 Bde., Lpz. 1879 u.
1884); von Pflugk-Zarttung, Untersuchungen zur
Geschichte Kaiser K.s II. (Stuttg. 1890).
Konrad HI., deutscher König (1138-52),
der erste aus dem Hause der Staufer, ein Sohn
Friedrichs von Schwaben und der Agnes, einer
Tochter König Heinrichs IV., geb. 1094, erbte nur
den kleinern Teil der väterlichen Güter, während
sein Bruder Friedrich das Herzogtum Schwaben er-
hielt, führte aber auch den Titel Herzog und war
einer der thätigsten Anhänger Heinrichs V. Er
wurde 1127 als Gegenkönig gegen Lothar III. auf-
gestellt, muhte zwar 1135 zurücktreten, behauptete
sich aber in fo bedeutender Stellung, daß er von
denjenigen Fürsten, dieden übermächtigen Schwieger-
sohn Lothars, Heinrich den Stolzen, nicht zu dessen
Nachfolger haben wollten, 7. März 1138 zum König
erwählt wurde. Daraus entstand der Kampf zwifchen
den beiden mächtigsten Fürstengeschlechtern Deutsch-
lands, den Staufen und Welsen, der mehr als alles
andere dazu beigetragen hat, daß die Erneuerung
der durch den Investiturstreit geschwächten königl.
Gewalt mißlang. Heinrich der Stolze hatte K. nach
einigem Widerstände anerkannt, weigerte sich aber,
als K. forderte, er folle eins feiner beiden Herzog-
tümer abgeben, weil es gegen die Reichsfatzungen
sei, daß ein Fürst zwei Herzogtümer besitze. Da
sprach der Kaiser die Acht über ihn aus und gab
Sachsen an Albrecht von Askanien, Bayern an
Markgraf Leopold von Osterreich. Heinrich behaup-
tete sich zwar in Sachfen, dagegen muhte er Bayern
dem Feinde überlassen. Als er 1139 zu Quedlin-
burg starb, setzte sein Bruder Welf VI. den Kampf
fort, aber nach einem Siege bei Weinsberg und der
sagenberühmten Eroberung dieser Stadt (1140) ge-
lang es K. 1142, mit den Welsen Frieden zu schließen
(zu Frankfurt). Heinrichs des Stolzen Sohn, Hein-
rich der Löwe, erhielt Sachfen zurück, verzichtete aber
auf Bayern, das Heinrich Iafomirgott von Aster-
reich, K.s Halbbruder, erhielt, der sich zugleich mit
der Witwe Heinrichs des Stolzen vermählte. Ein
Jahr darauf erneuerte Welf VI. den Kampf, und
Heinrich der Löwe beging gegen den Erzbifchof
Hartwig von Bremen eine maßlofe Gewaltthat.
Rom fchritt nicht dagegen ein, weil Heinrich der
Löwe die Macht des Königs lahmte, und K. wurde
bald durch den Krcuzzua/in Anfpruch genommen,
Zu dem ihn Bernhard von Clairvaur bewog. Zu-
vor aber erreichte K. noch, daß fein Sohn Heinrich
zum Nachfolger erwählt und ein allgemeiner Land-
Artikel, die man unter K verm
friede beschworen wurde. Herzog Welf zog felbst
mit. Ostern 1147 brach K. mit gegen 70000 Rittern
und einer zahllosen Menge geringern Volks auf,
bewährte sich auch nicht bloß als tapferer Mann,
sondern auch als tüchtiger Führer. Aber nament-
lich die Streitigkeiten der Könige von Frankreich
und Neapel mit dem griech. Kaifer, an dem K. mit
Recht eine Stütze fuchte, hinderten den Erfolg. An-
fang 1150 kam K. nach Deutfchland zurück, wo die
Welfen den Bürgerkrieg wieder erneuert hatten.
Noch 1150 verlor K. feinen tüchtigen Sohn Hein-
rich durch den Tod und starb felbst 1152 mitten in
den Vorbereitungen zum Kampf gegen Heinrich den
Löwen. Zum Kaiser war er nicht gekrönt worden,
übte aber die kaiserl. Gewalt und wurde auch mehr-
fach koinanoi-nm iinperawr auFU8w3 genannt, er
selbst nannte sich gewöhnlich Nomanoruin rsx. K.
war ein tüchtiger Mann, aber die Verhältnisse ge-
währten seinen Anstrengungen keine entfprechenden
Erfolge. Zum Nachfolger empfahl er sterbend nicht
feinen kleinen Sohn, sondern feinen Neffen Friedrich
von Schwaben, und leistete damit dem Reiche noch
einen großen Dienst. - Vgl. Iaffe, Geschichte des
Deutschen Reichs unter K. III. (Hannov. 1845); O.
von Heinemann, Albrecht der Bär (Darmst. 1864);
Bernhardi, Jahrbücher der deutschen Geschichte
unter K. III. (2 Bde., Lpz. 1883); G. Kaufmann, Ar-
tikel "Konrad III." in Ersch und Grubers "Ency-
klopädie der Wissenschaften und Künste", 2. Sektion.
KonradIV., erwählter römifcher König, der
zweite Sohn Kaifer Friedrichs II. und Isabellas, der
Erbin des Königreichs Ierufalem, geb. 25. April 1228
zu Andria in Äpulien, wurde schon 1237 zu Speyer
an Stelle feines abgefetzten Bruders Heinrich VII.
(s. d.) von den deutschen Fürsten zum König gewählt.
Bei Kaiser Friedrichs fortdauernder Abwesenheit in
Italien wurde die Negierung in Deutschland in semem
Namen von dem jungen K. und seinen Ratgebern
geführt. Ihre Hauptthätigkeit bestand in den Ver-
suchen, Friedrich II. gegen die Lombarden zu unter-
stützen und beim Papst zu vermitteln. Solange die
Mongolengefahr drohte, mochte das nicht ganz aus-
sichtslos scheinen; aber als diefe vorüber war, ge-
lang es den Sendboten des Papstes, den Bürger-
krieg in Deutfchland zu entzünden. 1246 wurde der
Landgraf Heinrich Naspe (s. d.) von Thüringen zum
Gegenkönig gewählt und mit päpstl. Geldern unter-
stützt. K. verlor 5. Aug. eine Schlacht bei Frank-
furt, aber schon 16. Febr. 1247 starb Heinrich Rafpe.
Statt feiner wurde 3. Okt. Graf Wilhelm von Hol-
land gewählt, der K. 1251 bei Oppenheim zum Rück-
zug nötigte. Unterdes war 1250 Friedrich II. in
Italien gestorben, und K. gab den Kampf in Deutfch-
land vorläufig auf, um fein sicil. Erbreich zu retten.
Mit Unterstützung feines Bruders Manfred unter-
warf er sich diefes und eroberte Okt. 1253 Neapel.
Aber schon 21. Mai 1254 starb er, erst 26 I. alt, im
Lager bei Lavello. K. war zum König nur gewählt,
nicht gekrönt worden, heißt auch immer Komanoi'uni
in l6F6N 6i6cw3, übte aber alle Rechte des Königs.
Vermählt 1246 mit Elisabeth, Tochter des Herzogs
von Bayern, wurde ihm, während er in Italien war,
1252 ein Sohn Konradin (s. d.) geboren, den er nie
gesehen hat. - Vgl. Schirrmacher, Die letztenHohen-
ftaufen (Gott. 1871); Vöhmer, I^6F68tH Imperii,
Bd. 5,2 (neu bearb. von Ficker, Innsbr. 1882).
Konrad von Zütphen, Herzog von Bayern
(1049-53), Sohn des lothr. Pfalzgrafen Ludolf
und der Mathilde von Zütphen, wurde von Kaifer
ißt, sind unter C aufznsuchen.