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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Konrad (von Hochstaden, Erzbischof von Köln) - Konrad (der Pfaffe)
.Heinrich III. 1049 mit den: erledigten Herzogtum
Bayern belehnt und übernahm nun die Verteidi-
gung der deutschen Südostmark gegen die Ungarn.
Bald aber trat auch er in den großen Gegensatz der
deutschen Laienaristokratie zu Kirche und Kaiser-,
wurde aber, als er mit Bischof Gebhard von Regens-
burg, dem Oheim des Kaisers, in Fehde geriet und
ihm die Burg Parkstein im Nordgau einäscherte,
Ostern 1053 wegen dieser That des Herzogtums ent-
setzt und friedlos erklärt. 5t. floh nun zu den Un-
garn, mit deren Hilfe er während der folgenden
Jahre die deutfchen Reichsgrenzen mehrfach über-
schritt. Er starb 1055.
Konrad vonHochstaden, Erzbischof von Köln
(1238 - 61), stellte sich bei dem Kampfe zwischen
Kaiser Friedrich II. und den Päpsten auf die Seite
der letztern und war mit dem Erzbischof Siegfried III.
von Mainz die hauptsächlichste Stütze der sog.
Pfasfenkönige Heinrich Naspe von Thüringen und
Wilhelm von Holland. Von 1249 bis 1250 war er
päpstl. Legat in Deutschland, doch weigerte sich In-
nocenz IV., K.s Macht noch durch Bestätigung seiner
Wahl zum Erzbischof von Mainz zu steigern. Man-
nigfache Fehden hatte er mit seinen Nachbarn, be-
sonders mit dem kriegslustigen Bischof Simon von
Padcrborn, denK.s Anhänger in der großen Schlacht
bei Dortmund 1254 gefangen nahmen; der Streit
um Flandern verfeindete K. sogar mit dem König
Wilhew. Als dieser 1256 fiel, bewirkte K. die Wahl
Richards von Cornwallis, den er 17. Mai 1257 in
Aachen krönte. K. brach auch 1259 die fast republi-
kanische Selbständigkeit Kölns und schwächte die
Macht der Patricier durch Hebung der Zünfte. Als
der Dom dort abbrannte, legte er 15. Aug. 1248
den Grundstein zu dem got. Prachtbau, mit dem sein
Name für immer verknüpft ist. - Vgl. Cardauns,
K. von Hostaden (Köln 1880).
Konrad der Note, Herzog von Lothringen,
aus einem vornehmen frank. Geschlecht, unterstützte
941 Otto I. bei Bekämpfung seines Bruders Heinrich
und wurde 944 zum Herzog von Lothringen erhoben.
947 erhielt er Ottos Tochter Liutgard zur Gemahlin.
951 war er mit Otto in Italien und wurde im fol-
genden Jahre von diefem als Stellvertreter gegen
Verengar II. in Pavia zurückgelassen. Weil aber
Otto seine Abmachungen mit letzterm nicht geneh-
migte, trat K. 953 mit dem Sohne Ottos, Herzog
Liudolf von Schwaben, in Verbindung zu offener
Empörung und scheute sich nicht, nachdem er Metz
geplündert und die Gegend von Trier verwüstet
hatte, sich 954 sogar mit den Magyaren zu verbin-
den, die er aus ihrem Naubzuge bis zur Maas be-
gleitete. K. unterwarf sich dann aber dem Könige,
verlor sein Herzogtum, behielt aber die Eigengüter
und frank. Graffchaften und fühnte die Schmach
seiner Verbindung mit den Ungarn durch seinen
Heldentod auf dem Lechfeld 9. Aug. 955. - Vgl.
Köpke-Dümmler, Kaiser Otto d. Gr. (Lpz. 1876).
Konrad I., Erzbischof von Mainz (1161 -
1200), der Bruder des Pfalzgrafen Otto I. von
Bayern aus dem Haufe Wittelsbach, wurde durch
Kaiser Friedrichs Einfluß 1161 Erzbifchof, trennte
sich aber 1165 von ihm, weil er den von Friedrich
bekämpften Papst Alexander III. für den recht-
mäßigen hielt, und folgte letzterm nach Rom, wo
er zuerst Kardinalpriester, dann Kardinalbischof
von Sabina wurde, während das Mainzer Erz-
bistum vom Kaifer dem bisherigen Reichskanzler
Christian I. zugewendet wurde. K. wurde, als Papst
und Kaiser 1177 zu Venedig Frieden schloßen, für
den Verlust von Mainz mit dem Erzbistum Salz-
burg entschädigt, das er jedoch 1183 wieder mit
Mainz vertauschte, als man ihn dort nach dem Tode
Christians zum zweitenmal wählte. Der Kaiser
feierte bei ihm in Mainz den glänzenden Reichstag
des I. 1184, vertraute feiner Vermittelung in den
neu ausbrechenden Streitigkeiten mit den Nachfol-
gern Alexanders III. und ließ durch ihn die Vor-
bereitungen zu seinem Kreuzzug treffen. K. trat
selbst 1197 die Seereise nach dem Heiligen Lande
an, krönte 1198 in Tharsus den König Leo II. von
Armenien und hielt sich 1199 ein paar Monate bei
Innocenz III. auf, mit dem er einen neuen Kreuz-
zug vorbereitete und Verabredungen wegen der
zwiespältigen Königswahl in Deutschland traf. Nach
Deutschland zurückgekehrt, arbeitete er eifrig an der
Beilegung der Thronstreitigkeiten und wäre die ein-
zige dazu befähigte Perfönlichkeit gewefen, starb
aber auf der Rückkehr von einer Reise nach Ungarn,
wo er ebenfalls Thronstreitigkeiten beigelegt hatte,
fchon im Okt. 1200. - Vgl. Will, K. von Mittels-
bach (Regensb. 1880).
Konrad der Große, Markgraf von Meißen
(1123-56), geb. um 1098 als Sohn des Grafen
Thimo von Wettin, Markgrafen von Meißen. In
der Fehde mit seinem Vetter, dem Markgrafen
Heinrich dem Jüngern von Meißen, geriet er in
Gefangenschaft und mußte nun bis zu dessen Tode
auf dem Schlosse zu Kirchberg zubringen. Kaiser
Lothar ernannte K. zum Nachfolger Heinrichs des
Jüngern in der Markgrafschaft Meißen, den er zu-
gleich beerbte. Ebenso folgte er 1136 dem Mark-
grafen Heinrich in dessen Erblanden und in der
markgräfl. Würde in der Lausitz; auch erhielt er
1143 durch den Kaiser die Graffchaft Rochlitz.
Seine Gemahlin Lukardis starb 1146, er selbst
5. Febr. 1157, nachdem er zwei Monate zuvor als
Mönch in das Peterskloster getreten war, in welchem
beide begraben wurden. Die Markgrafschaft Mei-
ßen erhielt nach ihm sein Sohn Otto der Reiche.
- Vgl. Schöttgen, Geschichte K.s d. Gr. (Dresd.
1745); Posse, Die Markgrafen von Meißen und
das Haus Wettin bis zu K. d. Gr. (Lpz. 1881).
Konrad, Markgraf von Montferrat, Bruder
Bonifacius'II. (f.d.) von Montferrat, bewährte sich
1187 als Verteidiger von Tyrus gegen Saladin,
heiratete 1190 die jüngere Tochter des verstorbenen
Königs Amalrich I. von Jerusalem, Isabella, und
wurde Juli 1191 zum Nachfolger feines Schwagers
Guido von Lusignan im Königreich Jerusalem er-
klärt, das freilich erst wiedererobert werden sollte.
Im April 1192 vermittelte dann Richard Löwen-
herz ein weiteres Abkommen, wonach K. schon jetzt
König ward, während Guido mit Cypern abgefun-
den wurde. Indessen schon 28. April wurde K. von
einem Assassinen in Tyrus ermordet. - Vgl. Ilgen,
Markgraf K. von Montferrat (Marb. 1880).
Konrad der Jüngere, Herzog von Schwa-
ben, s. Konradin.
Konrad der Pfaffe, deutscher Dichter, ver-
faßte, wahrscheinlich in Regensburg, um 1131 im
Dienste Heinrichs des Stolzen eine deutsche Poet.
Bearbeitung der Rolandssage auf Grund der alt-
franz. "lülianZon äe Rolanä", die er zuerst in lat.
Prosa und aus dieser ins Deutsche übertrug. Aus-
gabe von W. Grimm mit wertvoller Einleitung
(Gott. 1838) und von Vartsch (Lpz. 1874). Wahr-
scheinlich hat K. in spätern Jahren (um 1150) auch
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.