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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kopervik - Kopffüßer
dem Warschauer Denkmal wird die vermeintliche I chens Klage(Marmorsigur, 1893). Außerdem lieferte
Zugehörigkeit zur poln. Nation von K. bervorge- ^ K. mehr als 200 Büsten, darunter Kaiser Wilhelm I.
hoben. Die Frage nach der Nationalität ist Gegen- > (eine, von 1886, in der Berliner Nationalgalerie),
.. . ''"-'' ^^ -^'-> -------^ - ^^.. ". i z^^n Augusta, die (verstorbene) Königin der
Niederlande, Großherzogin Alice von Hessen, Groß-
fürstin Marie von Rußland, neuestens den Reichsrat
von Döllinger (im Besitz von von Cramer-Klett in
München) und Direktor von Vauernfeind (Poly-
technikum in München), und insbesondere eine Reihe
von Medaillonbildnissen. 1892 schuf er das Kaiserin-
Augusta-Denkmal sür Baden-Baden. K. lebt im
Winter in Rom, im Sommer in Baden-Baden.
Kopfbein (03 cHpitawin), einer der acht Hano-
wurzclknochen, s. Hand (Bd. 8, S. 728a).
Kopfbetrieb, s. Bahnhöfe (Bd. 2, S. 291 d).
Kopfblume, s. ^6p1ili1lnitku8.
Kopfblutgeschwulst, K e p h a l h ä m a t o m, eine
taubenei- bis apselgroße flachrundliche elastische Ge-
schwulst, die sich bisweilen bei Neugeborenen aus
dem Scheitel- oder Stirnbein vorfindet und während
der Geburt durch den anhaltenden Druck auf den
Schädel und eine dadurch veranlaßte Vlutergießung
entstanden ist, verschwindet gewöhnlich nach einigen
Tagen wieder von selbst.
Kopfbruch, s. Bruch (mediz., Bd. 3, S. 595 a).
Kopfbuchstaben, s. Kapitalbuchstaben.
Köpfchen (botan.), s.Vlütenstand (Bd.3, S.166a)
und Tafel: Blutenstand, Fig. 6 u. 7.
Kopfdrainage, s. Drainierung.
Kopfdrehe, f. Drehkrankheit.
Köpfet, Reformator, s. Capito.
Kopffüßer, Kraken, Tintenfische, Tin-
tenschnecken (Oeplialopoäa), die am höchsten
stehende Klasse der Weichtiere (s. d.). Sie haben
einen vom Rumpf deutlich abgesetzten Kopf mit
stand erbitterten Streites geworden; die poln. An-
sprüche bat Prowe in der Schrift "1)6 ^opernici
patria" (Thorn 1860) und in einer Abhandlung der
"Historischen Zeitschrift" (1872) zurückgewiesen.
Kopervik, Stadt auf Karmö (s. d.).
Kopf oder Haupt (lat. caput), der oberste, rund-
liche, auf dem Halse (s. d.) aufsitzende Teil des
menschlichen Körpers, welcher das Gehirn und die
Sinnesorgane des Gesichts, Gehörs, Geruchs und
Geschmacks enthält und demnach für das Leben und
die Lebensthätigkeit von der größten Wichtigkeit ist.
Die Anatomie teilt den K., dessen knöchernes Ge-
rüst von 28 Knochen zusammengesetzt wird, in zwei
Teile: den Schädel (s. d.) und das Gesicht (s. d. und
Kiefer), und betrachtet ihn nur im Verhältnis zu
den Hauptteilen des Körpers, dem Rumpfe und den
Extremitäten, als Ganzes. Der obere Teil des
K. ist von der gefäß- und ncrvenreichen Kopfhaut
oder Kopsschwarte bedeckt; die größern Ge-
fäße und Nervenstämme desselben verlaufen an der
Stirn-, Schläfen- und Hinterhauptsgegend und wer-
den nach diesen Gegenden benannt. Beim Menschen
wird der K. in aufrechter Stellung auf der Wirbel-
säule balanciert; in geneigter Stellung wird er durch
die Muskeln, vorzüglich aber durch das starke Nacken-
band (I^amentuin inieiias) in seiner Stellung er-
halten; bei den vierfüßigen Tieren ist dieses Band
besonders stark entwickelt. Die Verbindung des K.
mit der Halswirbelsäule ermöglicht ziemlich aus-
giebige Bewegungen, indem er sich nicht nur aus
dem ersteu Halswirbel (Atlas) hinreichend nach vorn
und hinten bewegen (beugen und strecken), sondern
auch zugleich mit dem Atlas um den zweiten Hals-
wirbel (Epistropheus) nahezu in einem Halbkreis
drehen kann. (S. Hals.) Der K. ist es hauptsäch-
lich, welcher den Menschen vom Tiere unterscheidet,
weil er das hochentwickelte Gehirn und die Appa-
rate für die artikulierte Sprache enthält; beim Men-
schen ist die Rundung des K. am vollkommensten,
während bei den Tieren der vordere Teil des K.,
das Gesicht, mehr aus dieser Rundung heraustritt.
Der K. der wirbellosen Tiere wird, je tiefer sie
zwei sehr großen Äugen. Um den Mund herum,
der außer der Rcibplatte oder I^äula. mit einem
starken, einem Papagcischnabel ganz ähnlichen, aus
Ober- und Unterkiefer gebildeten Hornschnabel be-
waffnet ist, steht eine Anzahl von fleischigen Armen,
die Zum Kriechen, Schwimmen, Tasten und zum
Ergreifen der Beute dienen. An der Bauchseite des
Rumpfes bildet die Körperwand durch eine Dupli-
katur eine vorn offen stehende Höhle, die Mantel-
höhle, in der sich, paarig angeordnet, die gesieder-
stehen, um so unvollkommener; gewissen tiefstehen- ! ten Kiemen befinden. Mitten in dieser schlitzförmi-
den Klassen, wie den Muscheln, manchen Ordnun-
gen der Würmer, den Stachelhäutern und Hohl-
tieren, fehlt er gänzlich.
Kopf, schwimmender, s. Mondfisch.
Kopf, Ios. von, Bildhauer, geb. 10. März 1827
zu Unlmgen in Württemberg, kam 1851 nach Mün-
chen und reiste 1852 nach Rom, wo er die Gruppe
der Verstohung der Hagar für den König von
Württemberg, dessen Stipendiat er geworden war,
ausführte. Unter Martin Wagners Einfluß model-
lierte er dann eine Agnes, eine Nemesis, eine For-
tuna und ein Urteil Salomos, dann 1856 für die
Prinzessin Olga die Statuen der Jahreszeiten für
die Villa bei Berg, 1865 für diefelbe zwei Marmor-
kamine mit den Figuren der Elemente, für Kaiser
Alexander II. von Rußland einen großen Marmor-
brunnen im Schlosse Oranienbaum. Eine Gruppe
badender Knaben war für Moskau bestimmt, eine
Nymphe vor einer Eidechse erschreckend und eine
griech. Tänzerin für das königl. Schloß Rosenstein
bei Stuttgart, eine Pictä für die dortige katb. Kirche;
sodann schuf er Joseph und die Frau des Potiphar,
die eine Satyrherme umarmende Nymphe, des Mä'd-
gen Öffnung ist am Körper eine beiderseits offene
kegelförmige fleischige Röhre, der Trichter, derart
angeheftet, daß sein weiteres Ende in die Kiemen-
höhle sieht. Durch den Mantelschlitz dringt Wasser
zum Atmen ein; wird dasselbe durch plötzliche und
energische Zusammenziehungen der Hautduplikatur,
des sog. Mantels, aus der Mantelhöhle heraus-
gepreßt, so nimmt es seinen Weg durch die Trichter-
röhre und das Tier schießt infolge des Rückstoßes
mit dem hintern Körperende voran pfeilschnell durch
das Wasser. Durch Zusammenschlagen der Arme
wird eine ähnliche Ortsbewegung erzielt. In der
Unterhaut der K. finden sich merkwürdige kontraktile,
mit verschiedenfarbigem Pigment gefüllte Zellen
(Chromatophoren), die durch ihre abwechselnde Aus-
dehnung und Zusammenziehung ein lebhaftes Far-
benspiel zu Wege bringen, das die psychischen Er-
regungen in wirksamster Weise zum Ausdruck bringt,
andererseits die Körperfärbung der Umgebung an-
zupassen vermag. Der sog. Tintenbeutel, ein neben
dem After in der Mantelhöhle mündender Sack,
sondert, wenn die Tiere verfolgt werden, eine dunkle
Flüssigkeit (s. Sepia) ab, die sie dem Auge nach-
Artiicl. die man unter K vermiht, sind unter C aufzusuchen.