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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Koppen (Peter von) - Kopten
rin, studierte in Berlin NechtswiMnschaft und ha-
bilitierte sich 1853 für röm. Recht in Jena. 1855
wurde er dort außerord. Professor, 1856 folgte er
einem Rufe als ord. Professor nach Marburg, 1863
ging er in gleicher Eigenschaft nach Würzburg. Bei
der Neubegründung der Universität Straßburg 1872
wurde er als erster Pandektist an dieselbe berufen.
Von seinen Schriften sind zu nennen: "Die Erb-
schaft. Eine civilistische Abhandlung" (Berl. 1856),
"System des heutigen röm. Erbrechts" (2 Lfgn., un-
vollendet, Jena 1862-64), "Der obligatorische Ver-
trag unter Abwesenden" (ebd. 1871), "Der Frucht-
erwerb des don9.6 üäei P0886880I-" (ebd. 1872),
"Grundriß zu Vorlesungen über die Institutionen
und Geschichte des röm. Privatrechts" (Straßb.
1879), "Lehrbuch des heutigen röm. Erbrechts"
(Abteil. 1 u. 2, Würzb. 1886-89).
KöPpen,Petervon(beidenRussenPeterIwano-
witsch), russ. Ethnograph, Statistiker und Altertums-
forscher, geb. 19. Febr. 1793 zu Charkow, besuchte
die dortige Universität, erhielt eine Anstellung im
Ministerium der Reichsdomänen und wurde 1843
Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Er starb
4. Juni 1864 auf feinem Gute Karabagh in der
Krim. K. schrieb über 130 Werke, darunter "Ma-
terialien zur Kulturgeschichte Rußlands" (1827),
"Die Geschichte des Weinbaues und des Wein-
handels in Ruhland" (1832), das "Krimsche Sam-
melwerk" (1837), "^Hurica" (1840), "Ethnograph.
Karte des europ. Rußland" (4 Blatt, 1851), "Statist.
Reise in das Land der Donischen Kosaken" (1852),
"Die neunte Volkszählung" ("DLvM^a. i-Lvi^a",
1857) u. a.
Koppen, Wladimir Peter, Meteorolog, geb. 25.
(13.) Sept. 1846 zu Petersburg, studierte daselbst,
in Heidelberg und Leipzig, wurde 1872 Assistent am
physikal. Centralobservatorium in Petersburg und
1875 Abtcilungsvorstand der Deutschen Eeewarte
in Hamburg. Er hat zahlreiche Arbeiten in den
Schriften der Seewarte, dem "Repertorium für
Meteorologie" von Wild (Petersburg), den "An-
nalen der Hydrographie und maritimen Meteoro-
logie", der "Zeitschrist der österr. Gesellschaft für
Meteorologie" und der "Meteorologischen Zeit-
schrift" veröffentlicht. 1884-91 war er Redacteur
der letztern Zeitschrift (gemeinsam mit Hann); seit-
dem redigiert er die "Annalen der Hydrographie
und maritimen Meteorologie", welche die Seewarte
herausgiebt.
Kopperei, Bezeichnung der Getreidereinigungs-
anlage einer Mühle (s. Mehlfabrikation).
Köpping, Karl, Radierer, geb. 24. Juni 1848
zu Dresden, bildete sich in Paris unter Waltners
Einfluß zum Radierer aus. Seine originelle Manier
und geniale Auffassung stellen ihn in die vorderste
Reihe der modernen reproduzierenden Künstler; er
reproduzierte Bilder von Liebermann, Rembrandt,
Tizian, Munkacsy (Atelier 1880, Nachtschwärmer
1881, Das Leihhaus 1884, Golgatha 1886-87),
Clairin (Frou-Frou 1883), Gainsborough Mi6
(!0tt3,F6 äoor und 1k6 markst ca.1'5 1885), Breton
(1.6 niHtin 1885), Corot. Meisterwerke sind K.s große
Blätter nach Rembrandt (Der Connetable 1881, Die
Syndici 1886-87, Greisenkopf in Dresden 1886
-87), nach Frans Hals (Die Mahlzeit der Schützen-
gilde vom heil. Georg 1889-90). K. ist in letzterer
Zeit auch mit Originalradierungen hervorgetreten.
1890 wurde er als Profesfor zur Leitung eines
akademischen Meisterateliers nach Berlin berufen.
Artikel, die man unter K vermißt, sind nnter C anfznsnchen.
Koppriemen, s. Koppen
Kopra (Copra, Copperah), die in den Pro-
duktionsländern in Scheiben oder Streifen gefchnit-
tenen und an der Sonne oder in Dörrapparaten
getrockneten Kerne der Kokosnuß, die in Säcken ver-
schiedener Größe verpackt zum Versand gelangen.
Man stellt aus ihnen in Europa durch Auspressen
oder durch Extraktion Kokosnußöl (s.d.) dar und be-
nutzt die Preßrückstände als Viehfutter und Dünger.
Der Gehalt an Öl in der K. beträgt 50-60 Pro;.
K. ist ein wichtiger Handelsartikel. Ceylon expor-
tiert etwa 2500 - 3000, Tahiti 2000, Samoa,
Tonga, die Fidschi- und Südsee-Infeln 10000t
jährlich. Hamburg führte (1892) ein: 13 067 t im
Durchfchnittswert von 270 M. für die Tonne.
Kopragögie (grch.), Kotabführung; Kopra -
krätie, unwillkürlicher Kotabgang; Kopremesis,
Koterbrechen.
Kopreinitz, ungar. L^pi-onc^, kroat. Xo-
sn-ivnica., königl. Freistadt im ungar. Komitat Ve-
lovär-Körös (Kreutz) in Kroatien-Slawonien, an
der Linie Zäkany-Agram-Fiume der Ungar. Staats-
bahnen, Sitz eines Bezirksgerichts, hat (1890) 65!2
meist kath. kroat. und deutsche E., Post und Tele-
graph. Die Festung ist noch gut erhalten.
Köprlli, Stadt in der Türkei, s. Köprülü.
Köprili, türk. Großwesire, s. Kjöprili.
Kopriva, s. Caprivi.
Koproltthen (grch.), die in fossilem Zustande
erhaltenen Exkremente urweltlicher Tiere, in denen
man bisweilen Fischschuppen oder Knochensplitter,
kleine Knochen und Zähne als Mahlzeitreste erkennt.
Sie erscheinen gewöhnlich als rundliche, gelblich-
weihe oder braune Massen, die häufig auf ihrer
Oberfläche gewundene Linien zeigen, die von dcn
Klappen und Falten des Enddarms herrühren.
Man findet sie teils vereinzelt in Knochenhöhlen,
z. B. in der Höhle von Kirkdale in Dorkfhire, und
dann gleichen sie den Exkrementen der jetzt lebenden
Raubtiere, teils enthalten sie Neste von Fischen,
rühren in diesem Falle entweder von großen Raub-
fischen oder von gewaltigen Echsen (Sauriern) der
Urwelt her und kommen dann als Einschlüsse weit
ausgebreiteter Schichten vor. Der bedeutende Phos-
phorgehalt hat ihre Ausbeutung als Düngemittel
derbeigeführt. Als eine koprolithische, jedoch der
Gegenwart angehörende Bildung kann man auch
den Guano (s. d.) betrachten.
Koprophagen, ^opropk^a. (grch.), Tiere,
welche sich vom Kote anderer Tiere ernähren, z. B.
eine Anzahl Insekten (Fliegen, Mistkäfer), einige
Fifche u. a.
Koprophägie (grch.), Kotessen, ein nicht seltenes
Symptom bei Geistesstörung, s. Allotriophagie.
Koprostase(grck).), die Stuhlverstopfung infolge
von Kotanhäufung im Dickdarm.
Köprülü, Kjöprilü, Kiuprili oder Veles,
Stadt im europ.-türk. Wilajet Saloniki, zu beiden
Seiten am Vardar und an der Bahnlinie Belgrad-
Üsküp-Saloniki, an einem Bergabhange gelegen, hat
steile Straßen, aber gut gebaute Häufer und etwa
20000 meist christl.-bulgar. E., Handel und Fabrika-
tion von Seiden- und Wollgeweben, von Töpfer-
waren und Branntwein. Der Name K. stammt von
der Brücke (Köprü) über den Fluß. In der Umgegend
zieht man Maulbeerbäume und baut Mais.
Köprü-su, heutiger Name des Eurymedon (s. d.).
Kopten, die christl. Nachkommen der alten
Ägypter. Der Name ist eine Verstümmelung aus