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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kranichfeld - Krankenhaus

paradisea Lcht.) aus Südafrika. Oder sie fallen durch das blendende Weiß ihres Gefieders auf, wie der amerikanische Kranich (Grus americana L.) mit schwarzem Gesicht aus Nordamerika, der mandschurische Kranich (Grus viridirostris Vieill.) aus Nordchina mit schwarzem Hals und schwarzen Armschwingen, der Nonnenkranich (Grus leucogeranos Pall.) aus Indien mit nacktem rotem Gesicht. Oder sie tragen auf dem Kopfe eine schöne Federkrone, wie der blaue Königskranich (Grus chrysopelargus Lchst.) aus Südafrika und der schwarze Kronen- oder Pfauenkranich (Balearica pavonina L.) aus Westafrika. Alle genannten K. bedürfen im Winter einen frostfreien Raum. Als Nahrung giebt man Mais, Weizen, Brot, etwas rohes Fleisch und auch kleine Flußfische. Die Vermehrung der K. in der Gefangenschaft kommt häufiger vor. Die Brutzeit währt etwa 30 Tage, die Jungen (2-3) folgen zwei Tage alt bereits den Alten und werden von diesen mit aus dem Boden gesuchter animalischer Kost gefüttert. Die Preise schwanken zwischen 50 M. für den Jungfernkranich, 80 M. für den gemeinen bis 400 M. für den mandschurischen Kranich. Für seltenere, hier nicht aufgeführte Arten werden bis zu 1000 M. gefordert.

Kranichfeld, Stadt in Thüringen, teils zum Verwaltungsbezirk Weimar des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, teils zum Kreis Saalfeld des Herzogtums Sachsen-Meiningen gehörig, an der Ilm, in waldreicher Umgebung, an der Nebenlinie Berka-K. (8 km) der Weimar-Blankenhainer Eisenbahn, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Rudolstadt), hat (1890) 1788 evang. E., darunter 804 Weimaraner, Post, Telegraph, zwei guterhaltene Schlösser, Michaelskirche (1498) mit Grabstein und Bild der Gräfin von Gleichen, Rektoratsschule; Korbflechterei, Dampfmolkerei, Dampfsägewerke, Handel mit Getreide und Waldprodukten. K. wird als Sommerfrische besucht.

Kranichgeier, s. Sekretär.

Kranichschnabel, Pflanze, s. Geranium. - Kranichschnabelgewächse, s. Geraniaceen.

Kranidion, Stadt auf der Südostspitze der Halbinsel Argolis im Peloponnes, im Nomos Argolis und Korinthia, mit der trefflichen Hafenbucht Porto-Chélion (6,5 km) durch Fahrstraße verbunden, hat (1889) 5500, als Gemeinde 6442 E., meist Albanesen, Schiffahrt und Schwammfischerei.

Kranioklast (grch., "Schädelbrecher"), geburtshilfliches Instrument zum Zerquetschen des kindlichen Kopfes bei der Embryotomie (s. d.).

Kraniologie (grch.), Schädellehre, s. Phrenologie.

Kraniometrie (grch.), Schädelmessung.

Kraniopagus (grch.), eine Doppelmißgeburt aus zwei am Schädel miteinander verwachsenen Individuen.

Kranioskopie (grch.), Schädelbetrachtung.

Kraniotabes, der weiche Hinterkopf oder Schädelschwund. (S. Englische Krankheit.)

Krank nennt man in der Jägersprache angeschossenes Wild.

Krankenbaracke, s. Baracke und Krankenhaus (S. 685 a).

Krankenbett, die Lagerstätte für Schwerkranke und Verletzte; sie muß genügend lang und breit sein und aus einer Bettstelle, am besten von Eisen und mit Ölfarbe angestrichen, einer Roßhaarmatratze mit Keilkissen, einem leinenen Betttuch und einer, im Winter auch zwei wollenen Decken bestehen, die im Sommer durch eine leichtere baumwollene Decke ersetzt werden können. Strohsäcke eignen sich durchaus nicht, da sie leicht modern, schwer von Ungeziefer freizuhalten sind und sehr stark stäuben. Auch Federbetten und Federpolster sind nicht zu empfehlen, da sie den Kranken übermäßig erhitzen und überdies schwer zu trocknen, zu reinigen und zu desinfizieren sind. Zum Schutz gegen Durchnässung dienen Unterlagen von Leinwand, Gummi oder Öltuch, zur Bequemlichkeit und gegen Aufliegen des Kranken Schlummerrollen, Luftkissen, Wasserkissen, ein am Fußende des Bettes oder an einer galgenartigen Vorrichtung angebrachter Strick mit Handhabe (um sich damit im Bett aufzurichten) sowie ein festes Kissen oder eine Fußbank am Fußende, um sich dagegen zu stemmen und dem Herabrutschen entgegenzuwirken. Sehr zweckmäßig sind die neuerdings vielfach angewendeten stellbaren K., worin der Kranke leicht in die verschiedensten Lagen gebracht werden kann. Zuweilen lagert man Kranke mit ausgedehnten Krankheiten oder Verletzungen der Haut, z. B. Kranke mit Brandwunden u. dgl., im permanenten Wasserbade von etwa 40° C.

Krankengymnastik, soviel wie Heilgymnastik.

Krankenhaus, Hospital, Spital, Lazarett (Nosocomium; frz. Hôpital, Hôtel-Dieu; engl. Hospital, Spital, Infirmary; ital. Ospedale, Spedale; holländ. Gasthuiz, Zickenhuiz), ein Gebäude zur Unterbringung von Kranken. Auf die Anlage und Einrichtung der K. verwendet man in der Neuzeit große Sorgfalt und bedeutende Summen. Sowohl die allgemeinen K., in denen Kranke aller Art aufgenommen werden, als auch die für besondere Krankheitsformen dienenden Hospitäler (Irren-, Siechen-, Entbindungshäuser, Kinderspitäler u. dgl.) sollen hinsichtlich der Lage, Größe und Bauart, der Ventilation und Heizung, des Mobiliars, der Beköstigung, der Apparate und Instrumente sowie hinsichtlich der Ärzte, Wärter und Beamten alle Erfordernisse zur Pflege und Genesung der Kranken darbieten. Sie sollen vor allen Dingen eine freie Lage haben, von großen Städten entfernt, aber dennoch leicht erreichbar sein und auf einer erhöhten, waldfreien Stelle erbaut werden, damit sie den Winden ausgesetzt sind und frische Luft haben; jedoch dürfen die herrschenden Winde nicht die Ausdünstungen der Stadt in das Bereich des Hospitals tragen. Weitere Anforderungen an die Lage eines K. sind trockner Untergrund, möglichst tiefer Grundwasserstand und leichte Beschaffung von gutem Trinkwasser. Von Vorteil ist für ein K. ein dasselbe rings umschließender Garten mit Spaziergängen und einer Mauer zum Abschluß gegen die Außenwelt.

Hinsichtlich der Bauart der Hospitäler lassen sich zwei gänzlich voneinander abweichende Systeme unterscheiden: das sog. Einheits- oder Korridorsystem, welches auf dem Grundsatz der Centralisation (Centralisationssystem) beruht, und das System der isolierten Pavillons oder Blöcke oder Baracken, welches nach dem Princip der örtlichen Decentralisation verfährt (s. Kaserne). Das Einheits- oder Korridorsystem, nach welchem alle ältern K. erbaut sind, besteht in der Hauptsache aus einem geschlossenen, mehrstöckigen, oft mit flügelartigen Anbauten verbundenen Massenbau, in dem Krankensäle, Verwaltungs- und Ökonomieräume unter einem Dache vereinigt sind und ein langer Korridor (daher der Name Korridorsystem) in der Mitte oder längs der einen Fensterreihe eines jeden Stockwerks hinläuft. So große Vorteile auch die

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