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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Krüger (Paul Wilh. Anton) - Krümelzucker
Krüger, PaulWilh. Anton, Inrist, geb. 20. März
1840 in Berlin, studierte die Rechte daselbst, wurde
hier 1863 Privatdocent für röm. Recht, 1870 außer-
ord. Professor in Marburg, 1872 ord. Professor
daselbst, ging noch in demselben Jahre an die Uni-
versität Innsbruck, 1874 nach Königsberg, 1888
nach Bonn. K. schrieb: "Prozessualische Konsum-
tion und Rechtskraft des Erkenntnisses" (Lpz. 1864),
"Kritik des Iustinianischen Codex" (Berl. 1867),
"Kritische Versuche im Gebiete des röm. Rechts"
(ebd. 1870), "Geschichte der Quellen und Litteratur
des röm. Rechts" (Lpz. 1888). Ferner veranstaltete
K. Ausgaben röm>rechtlicher Quellen, insbesondere:
"^uLtiniHni In8titutiou68" (Berl. 1867), "Di^oäta.
Zn^wiani" (ebd. 1868 - 70, mit Th. Mommsen),
"(^oäsx ^u8tiniHQU8" (5 Abteil., ebd. 1873-77),
"(^0ri)u8 juri3civi1i8"(Bd.1 mit Th. Mommsen, ebd.
1868-72; 6. Aufl. 1893; Bd. 2, 1874; 5. Aufl.
1892; Bd. 3, hg. von Scholl, 1880-91), "Ooiieetio
lidlorum^urig ^nt^uZtiniaiii" (mitTH. Mommsen
und Studemund, 3 Bde., ebd. 1868-90; Bd. 1 in
3. Aufl. 1891), "^oäiciä <Iii8tiiiiaiii llHMenta V6ro-
N6N813." (ebd. 1874), "lüoäiciZ ideoäo^Hni lraZ-
menta 1auriii6ii8ia" (in den "Abhandlungen der
Berliner Akademie", ebd. 1888).
Kruggerechtigkeit (Krugrecht), das Recht,
einen Krug, d. h. eine Schenke zu halten und Gäste
zu setzen. (S. auch Braugerechtigkeit.)
Krug von Nidda, Otto Ludwig, verdient um
die Entwicklung des preuh. Bergbaues, geb. 16.Dez.
1810 zu Sangerhausen, studierte dann in Ber-
lin, machte mehrere Jahre Instruktionsreisen und
wurde, nachdem er beim Bergamt in Suhl ge-
arbeitet hatte, 1837 Beamter in Waldenburg,
1841 in Tarnowitz. Als Bergmeister war er von
1843 an selbständiger Betriebsbeamter mehrerer
oberschles. Gruben und erteilte außerdem an der
Bergschule in Tarnowitz den technischen Unterricht.
K. v. N. wurde 1850 Bergamtsdirektor und Verg-
rat in Zalberstadt, 1851 in Siegen, 1853 Ober-
bergrat in Breslau, 1854 Hilfsarbeiter in der Verg-
werksabteilung des Ministeriums und vortragender
Rat, 1860 Ministerialdirektor der Bergwerksabtei-
lung des Ministeriums. Als Ministerialdirektor hat
K. v. N. bis zu seiner Pensionierung 1. Juli 1878
an der Spitze der preuß. Vergwerksverwaltung ge-
standen und einen wesentlichen Anteil an dem bedeu-
tenden Aufschwung gehabt, den der preuß. Berg-
bau während dieser Zeit genommen hat. Er war
ein eifriger Förderer und Mitarbeiter bei derjenigen
Gesetzgebung, welche allmählich die Bahnen für
das allgemeine preuß. Berggesetz vom 24. Juni
1865 ebnete und eine freie, selbständige Entfaltung
der bergbaulichen Thätigkeit ermöglichte. K. v. N.
starb 8. Febr. 1885. Von seinen Schriften sind zu
nennen: "Geognost. Abhandlung über Island" (in
"Karstens Archiv sür Mineralogie u. s. w.", Bd. 7 u. 9,
Verl. 1834 u. 1836), "Geognost. Arbeit über den
Krukenberg, Peter, Arzt und Kliniker, geb.
14. Febr. 1787 zu Königslutter, studierte in Göt-
tingen, später in Berlin Medizin, nahm 1813 und
1814 an dem Feldzuge in dem Lützowschen Korps
erst als Jäger, später als Arzt teil. 1814 wurde er
auherord. Professor in Halle, woselbst er 1816 die
berühmt gewordene Poliklinik gründete; 1822 wurde
er als Nachfolger Nasses ord. Professor der Patho-
logie und Therapie sowie Direktor des klinischen
Instituts, welche Stellung er bis zu seiner Emeri-
Artikel, die man unter K verm
tierung 1856 bekleidete. Er starb 13. Dez. 1865 zu
Halle. K. hat sich um die Einbürgerung der Physik.
Diagnostik und der Patholog. Anatomie in Deutsch-
land sehr verdient gemacht. Er veröffentlichte außer
einzelnen Iournalaufsätzen: "Jahrbücher der am-
bulatorischen Klinik zu Halle" (2 Bde., Halle 1820
-24). - Vgl. Barriss, Peter K. (Halle 1866).
Krullhaar oderKrollhaar, gekräuseltes Roß-
haar, das als feineres Polstermaterial für Sitz-
möbel verwendet wird.
Krumau (Krummau). 1) Bezirkshauptmann-
schaft in Böhmen, hat 1056,81 qkui und (1890)
58308 (28297 männl., 30011 weibl.) meist deutsche
E. in 72 Gemeinden mit 287 Ortschaften und um-
faßt die Gerichtsbezirke Kalsching, K. und Ober-
Plan. - 2) Stadt und Sitz der Vezirkshauptmann-
fchaft sowie eines Bezirksgerichts (385,32 Hkin,
30022 E.), an der Moldau und der Linie Budweis-
Salnau der Lokalbahngesellschaft, hat sieden Vor-
städte und (1890) 8331 meist deutsche E., Post, Tele-
graph, ein Schloß des Fürsten Schwarzenberg auf
einem steilen Felfen, ein deutsches Staatsgymnasium,
ein Studentenkonvikt; Flachsspinnerei, Fabrikation
von Tuch und Kaschmir, Papier, Cellulose, Graphit
und Goldleisten, drei Brauereien, Dampfsägewerk,
Kalkbrennerei, Kunstmühle sowie lebhaften Tuch-
und Huthandel nach dem südl. Böhmen und Ober-
österreich. In der Nähe der mit Aussichtsturm ver-
sehene Berg Schöninger (1080 m). K. war schon
1340 zur Stadt erhoben worden. Die Domäne
K., eine der größten in Böhmen (496,si <ikm), kam
1719 an das fürstl. Haus Schwarzenberg, dessen
Chef den Titel eines Herzogs von K. führt.
Krumbach. 1) Bezirksamt im bayr. Neg.-Vez.
Schwaben, hat 327,75 (iicni, (1890) 22651 (10731
männl., 11920 weibl.) E., 56 Gemeinden mit 84 Ort-
schaften, darunter iStadt.- 2) Flecken und Hauptort
des Bezirksamtes K., an der Kamlach und der Neben-
linie Günzburg-K. (27,9 km, Station K.-Hürden)
der Vayr. Staatsbahnen, Sitz des Vezirksamte
eines Amtsgerichts (Landgericht Memmingen), Re
amtes und eines Handels- und Gewerberats, hat
(1890) 1858 meist kath. E., Posterpedition, Tele-
graph, Schloß, Realschule, Mädcheninstitut, ge-
werbliche Fortbildungsschule; mechan. Baumwoll-
weberei, Maschinenfabrikation, Sägewerk, starken
Hopfenbau, Handel, bedeutende Fohlen-, Pferde
und Rindviehmärkte. Schon 1380 war K. Stadt
und kam 1805 von Österreich an Bayern. In der
Nähe das Krumbad mit drei Mineralquellen.
Krumbholz, Karl Gotthelf, Musterzeichner, geb.
16. Jan. 1819 zu Grohschönau in Sachsen, machte
seine Studien an der Technischen Bildungsanstalt
in Dresden, wurde 1847 Lehrer an dieser Anstalt
(Abteilung für Ornamenten- und Musterzeichner),
gründete 1854 ein eigenes Atelier in Paris, wurde
1860 Lehrer an der höhern Webeschule in Elberfeld
und 1863 an der Polytechnischen Schule zu Dres-
den. 1869 zum Professor ernannt, kam er 1875 an
die ncugegründete Kunstgewerbeschule daselbst und
blieb in dieser Stellung bis zu seiner Pensionierung
1881; er lebt jetzt in Großschönau. K. arbeitete
namentlich für die Leinenindustrie. Von ihm er-
schienen: "Der gewerbliche Künstler" (gemeinsam
mit Wentzel, Dresd. 1849-50), "OompoZitionL äe
Ü6ur3 ä'aprLZ nHwi-6" (Par. 1858), "?i6ur8 vari668"
(ebd. 1858), "Mode oder Princip?" (Lpz. 1869),
"Das vegetabile Ornament" (Drcsd. 1879).
Krümelzucker, s. Traubenzucker.
ißt, sind unter C aufzusuchen.