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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Küstenlafetten - Küstenverteidigung
bootsangriffen bedürfen. - Vgl. Grabe, Die Krieg-
führung an den Meeresküsten (Berl. 1865); P. Dis-
lere, I^a Fuerre ä'68c5lär6 et 1a. ^usrre (163 cot68
(Par. 1876; 2. Aufl. 1883); Stenzel, Helgoland
und die deutsche Flotte (Berl. 1891); H. Monte-
chant, N88ai äs "ti-ate^is rl3.vai6 (Par. 1893);
Stenzel, Der kürzeste Weg nach Konstantinopel; ein
Beispiel für das Zusammenwirken von Flotte und
Heer (Kiel 1894).
Kustenlafetten, s. Küstengeschütze.
Küstenland, gemeinsamer Name für drei zum
cisleithanischen Teile der österreichisch-Ungarischen
Monarchie gehörige Kronländer, und zwar Görz
und Gradisca (f.d.), Istrien (s. d.) und Trieft (s. d.)
samt Gebiet. Obwohl jedes der drei Kronländer
seine eigene Landesvertretung hat, unterstehen die-
selben unter dem Namen K. als ein Verwaltungs-
gebiet dem in Trieft residierenden Statthalter sowie
den daselbst befindlichen höhern Justiz- und Finanz-
behörden. Das K. hat einen Flächenraum von
7968,43 <ikw und (1890) 695384 (351844 männl.,
343 540 weibl.) meist kath., ital.-ladinische E. (294 850
Italiener, 15206 Deutfche, 207163 Slowenen,
141177 Serben und Kroaten), d. i. 87 auf 1 ykm,
darunter 1948 Griechifch-Orientalifche, 2004 Evan-
gelische, 333 Anglikaner und 5268 Israeliten. K. hat
191 Gemeinden, 1144 Ortschaften, 101493 Häuser,
137125 Wohnparteien und 11777 Mann Militär.
Küstenriffe, s. Korallenriffe.
Küstenschiffahrt, f. Küstenfahrt.
Küstenstämme, Heringsgruppe, s. Hering.
Küftenvermefsung, Aufnahme eines Küsten-
strichs nebst Umgebung, der Tiefenverhältnisse des
Waffers fowie aller für die Schiffahrt in Betracht
kommenden Daten, um sie derart in einer Karte
verständlich darzustellen, daß auch der fremde Schiffs-
ofsizier fofort erkennen kann, wie er sich dem Lande
nähern oder von ihm entfernen muß, welche Vor-
uno Nachtelle für ihn die Küste in Bezug auf Sicher-
heit bietet, ob und wie er bei verfchiedenen Strom-
und Witterungsverhältnissen mit oder ohne Lotfen
einen Hafen oder eine Reede anfegeln kann. Die
K. gefchieht teils von Land aus, wo das Gelände in
ähnlicher Weise wie bei der Landesaufnahme, auch
mit denselben Instrumenten vermessen wird, teils
von Schiffen und Booten aus, die das Fahrwasser
ausloten, dabei die Lage aller Untiefen, wie Sand-
bänke, Klippen, Barren, Watten, durch Winkelmef-
sungen mit dem Sextanten (s. d.) zwischen mehrern
bekannten Punkten am Lande feststellen. Wo Ebbe
und Flut herrscht, müssen gleichzeitig Pegel (s. d.)
errichtet und beobachtet werden, um alle durch die
Lotungen gefundenen Wassertiefen auf den niedrig-
sten Wasserstand zurückführen zu können. Strö-
mungsrichtungen und deren Stärke werden durch
den Kompaß und das Log (s. d.) bestimmt. Um
eine Bank in größerer Entfernung von Land zu
vermessen, verankert man in deren Nähe ein Schiff,
bestimmt seine astron. Lage und läßt die Boote,
während sie Lotungen vornehmen, durch Winkel-
meffung der Masthöhe die Entfernung, durch den
Kompaß die Richtung, in der jede Lotung geschieht,
feststellen. Größere Entfernungen, bei denen der
Masthöhenwinkel zu klein wird, bestimmt man durch
Schallmessungen, indem die Zeit beobachtet wird,
die zwifchen Blitz und Knall eines Kanonenschusses
vergeht. Watten und Sande, die bei Niedrigwasser
trocken fallen, werden durch mehrere Beobachter, die
kurz vor Eintritt des Niedrigwassers gelandet wer-
den, abgeladen. Mit Sextanten messen die Beob-
achter von den hervorragenden Spitzen Doppelwin-
kel zwifchen Landpunkten; ebenfo stellen sie die Lage
von Peilen is. d.), deren Tiefe sie mittels eines
Peilstockes messen, fest. Das gesamte gewonnene
Material wird an Bord der Vermessungsschiffe in die
Arbeitskarte eingetragen, zunächst die durch Win-
kelmessung bestimmten Punkte, dann die Lotungen,
Umrisse der Küste, Sünde und die Meterlinien fo-
wie die Seezeichen; aus den Arbeitskarten werden
dann in verschiedenem Maßstab die Seekarten her-
gestellt. Zur Vervollständigung der Orientierung
werden noch Küstenansichten, sog. Vertonun-
gen ausgeführt, wobei Horizontal- und Höhen-
winkel zwischen den hervorragenden Küstenkonturen
gemessen werden und dann in entfprechendem Maß-
stab die Skizze entworfen wird.
Unter f lieg end er K. versteht man die Aufnahme
einer unbekannten Küste oder Infel durch ein vor-
beipassiercndes Schiff, ohne größern Aufenthalt.
Man bestimmt bei einer derartigen Vermessung zu-
nächst astronomisch (auf dem Schiff) fo genau als
möglich den Punkt, wo die Arbeit beginnt, und
mißt von ihm aus Winkel nach allen hervorragenden
Küstenpunkten, von denen die wichtigsten auch mit
dem Kompaß gepeilt werden. Dann fegelt man an der
Küste entlang und wiederholt diefes Verfahren, wo-
durch man eine oberflächliche Triangulation erhält.
Der Schiffskurs muß genau bekannt fein, daher muß
sorgfältig gesteuert werden; mit dem Log und Lot
sind Strömung und Wassertiefe zu bestimmen. Die
Aufnahme der Küstenumrisse und der Uferbefchaffen-
heit erfolgt entweder vom Schiffe felbst oder von
Booten aus, die zwifchen Küste und Schiff entlang
rudern und dabei gleichfalls loten. Wenn die Ver-
hältnisse es gestatten, an wichtigern Punkten (Häfen,
Buchten, Flußmündungen) zu ankern, so wird hier-
durch die Genauigkeit der K. bedeutend erhöht.
In Deutschland wird die K. durch die nautische Ab-
teilung des Neichs-Marineamtes geleitet; die See-
kartender deutschen Küsten werden hier ausgearbeitet.
Für Nord- und Ostsee sind ältere Seeoffiziere als
Küsteninfpektoren thätig, die die Arbeiten der Ver-
messungsfahrzeuge derart anordnen, daß jede Ver-
änderung der Fahrwasser fchleunigst erforscht wird.
In den Vereinigten Staaten von Amerika besteht
für die K. ein eigenes Institut (s. Coast Survey).
Litteratur. Ieffers, ^autical surve^inZ (Neu-
york 1871); Mayne, kraetieal not68 011 inarws
8urv6^iu3 (Lond. 1874); E. Mayer, über Küsten-
aufnahmen (Lpz. 1880); Wharton, Il^äro^i'^p^ical
8urv6^inZ (Lond. 1882); Germain, Iraitk ä'ii^äro
FrapkiE, 1ev6 6t conZtruction ä63 oart63 iulliin63
(2 Bde., Par. 1882); über gelegentliche K. (2. Aufl.
im "Handbuch der nautifchen Instrumente", Verl.
1890); W. F. Wislicenus, Handbuch der geogr.
Ortsbestimmung auf Reifen (Lpz. 1891).
Küstenverteidigung. Die Elemente der K. find
die eigene Kriegsflotte, die Küstenbefestigungen (f.d.)
mit ihrer Geschützarmierung in Verbindung mit den
Sperren (s. d.) sowie den neuerdings eingeführten
Unterwasserbooten (s. d.) und die Landtruppen. Die
Thätigkeit der Kriegsflotte kann eine offensive, weit
ausgreifende sein, indem Panzergeschwader den
Gegner auf der hohen See aufsuchen und zum
Kampf herausfordern und Torpedoboote bei Nacht
und Nebel überraschende Unternehmungen gegen
den Feind ausführen, oder sie beschränkt sich auf
eine mehr lokale Verteidigung durch Panzerfahr-
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.
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