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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Labien - Laborde (Alexandre Louis Joseph, Graf de)
Gille ("-I.63 trsuts millionä äs (^iHäiNtor", 1875),
Augier ("1.6 prix Nai-tin", 1876), Duru ("voit-
0Q 16 äir6?", 1873; "1.9. eiö", 1877) u. a. Seit
1880 war L. Mitglied der Französischen Akademie.
Er starb 23. Jan. 1888 in Paris. Seine Stücke er-
schienen als "I1i6kti-6 ä6 1." (10 Bde., 1878-79)
mit Vorrede von Augier.
Labien (lat.), Lippen, besonders die Scham-
lippen; über die L. an den Labialpfeifen s. Orgel.
Labienus, Titus Atius, war 63 v. Chr. Volks-
tribun und klagte, von Cäsar veranlaßt, den
Gajus Rabirius als Morder des Saturninus an;
Cicero verteidigte Rabirius. Im Gallischen Kriege
erwarb sich L. als Cäsars Legat < Nnterfeldherr)
kriegerischen Ruhm und große Reichtümer, schloß
sich jedoch, als der Bürgerkrieg ausbrach (49v. Chr.),
dem Pompejus an und nahm an den Gefechten bei
Dyrrhachium und an der Schlacht bei Pharsalus
teil. Später focht er im Afrikanischen Kriege gegen
Cäsar, den er bald nach der Landung bei Ruspina
mit Glück angriff. Mit Sextus Pompejus und an-
.dern entkam er nach Cäsars Siege bei Thapsus zu
Gnäus Pompejus nach Spanien und fand in der
Schlacht bei Munda (45 v. Chr.) seinen Tod.
Sein Sohn, Quintus L., wurde von Brutus
und Cassius vor der Schlacht bei Philippi an den
Partherkönig Orodes I. gesendet, dessen Hilfe zu
erbitten. Er drang 40 v. Chr. mit Pacorus, dem
Sohne des Königs, in Syrien und Vorderasien ein,
wurde aber 39 von dem Legaten des Antonius,
Publius Ventidius, geschlagen und später in seinem
Zufluchtsorte in Cilicien entdeckt und getötet.
Titus L., wohl des letztgenannten Sohn (oder
Bruder), machte sich unter Augustus einen Namen
als Redner und als Geschichtschreiber im entschieden
republikanischen Sinne und erhielt wegen der Hef-
tigkeit seines Auftretens den Beinamen Rabies
(Wut). Von seinen Schriften blieb nichts erhalten.
Den Namen des L. benutzte A. Rogeard zu dem
Titel des gegen Napoleon III. verfaßten Pamphlets
"1^68 propoä ä6 1^." (1865).
Labil (lat.), hinfällig, schwankend; labiles
Gleichgewicht,^. Gleichgewicht.
^,"bitt., s. ^b.
Labillardiere (spr. -bijardiähr), Jacques Ju-
lien Houton de, sranz. Naturforscher und Reisender,
geb. 28. Okt. 1755 zu Alencon, studierte zu Mont-
pellier Medizin, wandte si'ch aber später der Bo-
tanik allein zu. Er machte Reisen durch England,
Frankreich und die Alpen, dann auf Kosten der
franz. Regierung 1786 und 1787 nach Syrien und
dem Libanon und begleitete 1791 als Botaniker die
von d'Entrecasteaur geleitete Erpedition. Er wurde
1800 Mitglied des Instituts und starb 8. Jan.
1834 in Paris. Er veröffentlichte mehrere größere
systematische Werke, namentlich "Ieon68 p1a.nta.rlnn
3?ria6 rarioruiü" (Par. 1791-1812), "li^lNtiou
AN V0^ÄF6 3. 13. r6CIi6rc1i6 ä6 1^61-01186, 1791 -
94" (2 Bde., ebd. 1800), Mova6 llollanäia^ Mn>
tNi-uin 8p6eiiQ6Q" (2 Bde., ebd. 1804-6), "86i'win
^H8tro-(^l6ä(miouiii" (2 Bde., ebd. 1824-25).
Labischin, Stadt im Kreis Schubin des preuß.
Reg.-Vez. Vromberg, an der Netze, Sitz eines Amts-
gerichts (Landgericht Bromberg), hat (1890) 2328 E.,
darunter 911 Evangelische und 417 Israeliten, Post,
Telegraph, 2 kath., 1 evang. Kirche.
Labitzky, Ios., Musiker, geb. 4. Juli 1802 zu
Schönfeld bei Petschau in Böhmen, wurde 1835
Direktor der Karlsbader Kurkapelle, welche Stelle
er bis 1868 bekleidete. Er starb 19. Aug. 1881. L.
galt neben Lanner und Strauß sür den bedeutendsten
österr. Tanzkomponisten. Besonders beliebt waren
seine Walzer.
Sein Sohn, August L., geb. 22. Okt. 1832 zu
Petschau, absolvierte das Konservatorium zu Prag
1849 und kam dann nach Leipzig zu Ferd. David und
Moritz Hauptmann. 1850 ging er mit seinem Vater
und seinem Bruder Wilhelm (gest. 5. Jan. 1871.
zu Toronto in Canada) Zu den großen National-
konzerten in H6r Ni^68t^'3 1?1i63,tr6 nach London,
blieb bis 1852 bei der königl. Oper daselbst, trat
1854 in die Karlsbader Kurkapelle und wurde 1868
deren Direktor. Als Komponist solgt L. der Rich-
tung seines Vaters.
I"a.diuln (lat.), die Lippe, s. Lippen; L. I^ori-
mim, die Hasenscharte (s. d.).
Labkäfe, s. Käse.
Labkonserven, s. Lab.
Labkraut, s. 6a,lwm.
I"2.d1a.b (arab., d. h. Winde), Gattung aus der
Familie der Leguminosen (s. d.^, Abteilung der Pa-
pilionaceen, mit windendem Stempel. Die 10 cm
langen, 5 nu breiten jungen Hülsen und die bohnen-
artigen schwarzen oder braunen Samen von I".
vul^ariZ Kaw. (Reisbohne oder ägyptische
Fasel) sind eßbar, weshalb diese Pflanze überall in
Ostindien und Ägypten, und ebenso einige andere
Arten in Ost- und Westindien angebaut werden.
In Deutschland ist die Reisbohne Zierpflanze.
Labmagen, die vierte Abteilung des Magens
der Wiederkäuer (s. d.; vgl. Lab).
Laborant (lat.), der in chem. Laboratorien Ar-
beitende, der mit der Darstellung der Arzneimittel
betraute Apothekergehilfe.
Laboratorium (lat.), im allgemeinen Bezeich-
nung für einen Raum, in dem chemische, pharma-
ceutische, physikalische oder technische Arbeiten aus-
aeführt werden. Insbesondere bezeichnet man mit
L. diejenigen Lehrinstitute der Universitäten und
technischen Hoch- und Mittelschulen, in denen Lehrer
und Lernende der chem. Forschung obliegen. (S. Che-
mische Laboratorien.)
Bei der Artillerie sind die L. zum Fertig-
machen der Munition und zur Herstellung von Mu-
nitionsgegenständen bestimmt. Sie stehen unter
den Artilleriedepots und werden von Feuerwerks^
offizieren geleitet. Für schwierigere Gegenstände
(wie Zünder, Raketen u. s. w.) bestehen in einzelnen
gröhern Staaten Centrallaboratorien, die mit
Maschinen arbeiten und zu den technischen Insti-
tuten der Artillerie zählen (z. B. das preuß. Feuer-
werkslaboratorium zu Spandau, die franz. ^t6Ü6rL
ä6 1'^coi6 0611^3,16 ä6 k^i'ot6e1iiii6 militairo).
Laborde (spr. -börd), Alexandre Louis Joseph,
Graf de, franz. Reiseschriftsteller, Sohn von Jean
Joseph de L., geb. 15. Sept. 1774 in Paris, focht in
österr. Diensten gegen die franz. Republik, begleitete
1808 Napoleon nach Spanien und 1809 in dem
Feldzuge nach Österreich und wurde Requetenmeister
beim Staatsrate in Paris. Von 1823 an Mitglied
der Deputiertenkammer und 1830 Mitunterzeichner
der Protestation gegen die Ordonnanzen Karls X.,
wurde er nach der Iulirevolution 1830 Seine-
präfekt, später Vrigadegeneral der Pariser Na-
tionalgarde und Adjutant des Königs Ludwig Phi-
lipp. Bereits 1813 war er zum Mitglied der Aka-
demie der Inschriften ernannt worden, und 1832
wählte man ihn in die Akademie der Wissenschaften.