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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Laborde (Henri François, Graf de) - Laboulaye
Er starb 24. Okt. 1842 zu Paris. L.s Reisewerke sind:
"V0^HF6 pitt0l68HU6 6t tli8t0ri<1U6 lie 1'N8paßQ6"
(4 Bde., 1807-18; neue Aufl. 1823), "Itiu6rair6
ät^criM äs 1'N8paFii6" (5 Bde., 1808; 3. Aufl.,
6 Bde., 1827-31), "v^ci-iption ä63 nouv6aux
MräinZ äs 1a ^raii<:6 6t ä6 868 auci6Q8 c1iat6aux"
(1808-15), "1^68 IQ0I1I1II16Iit8 ä6 lg. ^lane6"
(2 Bde., 1816-36, mit 249 Kupfertafeln), "V6r-
8HÜ168 3.Qci6I1 6t moä^l^" (1840), "V072.36 pit-
t0l68HU6 611 ^Utri0d6" (3 Bde., 1821-23).
Laborde, Henri Francois, Graf de, franz. Ge-
neral, und dessen Sohn Henri Vicomte d e L.,
s. Delaborde.
Laborde (spr. -bord), Jean Joseph de, franz.
Finanzmann und Philanthrop, geb. 1724 zu Iacca
in Aragonien, erwarb zu Vayonne im Handel mit
Westindien und Spanien ein großes Vermögen und
war unter dem Minister Choiseul in Frankreich
Zofbankier. Man erhob seine Besitzung L. zum
Marquisat. Beim Ausbruch des amerik. Freiheits-
krieges lieferte er der franz. Regierung 12 Mill.
Livres in Gold. Später führte L. große und pracht-
volle Bauten aus und gab große Summen zur Unter-
stützung der Armen fowie 1788 die Fonds zur Er-
richtung von vier großen Hospitälern in Paris.
Während der Schreckenszeit wurde er seines Reich-
tums wegen vor das Revolutionsgericht gebracht,
das ihn auf die Anschuldigung, mit Wucherern in
Verbindung gestanden zu haben, 18. April 1794
zum Tode verurteilte und sofort hinrichten lieh.
Laborde (spr. -börd), Lson, Marquis de, Sohn
von Al. Louis Ios. Graf de L., geb. 12. Juni 1807
zu Paris, studierte in Göttingen und machte 1825
mit seinem Vater eine Reise nach dem Orient, über
die er in den Prachtwerken "Vo^aF6 ä6 1'^radi6
?6tr66" (1830-33) und "V07HF6 6n 0ri6nt" (2 Bde.,
1837-62) berichtete. In der Iulirevolution wurde
er Adjutant des Generals Lafayette, dann Gesandt-
schaftssekretär in London, 1832 im Haag und 1834
in Cassel. An seines Vaters Stelle wählte man ihn
1841 in Etampes zum Deputierten und 1842 in
die Akademie der Wissenschaften. Von 1848 bis
1854 war er Konservator der modernen Skulpturen
im Louvre, seit 1856 Generaldirektor der Archive
des Kaiserreichs, seit Mai 1868 Senator und starb
29. März 1869 in Paris. Von L.s Schriften sind
noch zu erwähnen: "Ni8t0ir6 ä6 1a Fravur6 6Q
Niaiii6l6 110156" (1839), "1^68 ät1C8 66 L(MlF0FN6",
Tl. 2 (1849 - 51), "^loti<:6 ä68 smaiix, di^oux 6t
od^6t8 äiv6r8 6XP0868 äan8 163 F3,i6ri63 äu I^0I1VI-6"
(2 Bde., 1853 u. ö.) , "I^a I5.6Hai88aiic6 ä68 art3 3.
1a. Cour ä6 I>aQC6. I'ouw 1: ?6iutur6" (1855).
Laborfalvi, Rosa, s. Iokai, Maurus.
Laborieren (lat.), arbeiten, insbesondere chem.
Arbeiten v ornehmen; (an etwas) zu thun haben,leiden.
I.a.dor iniprobus (lat.), "unablässige Arbeit",
sprichwörtl. Citat aus Virgils "^oi-^ica" (1,145).
Labouchere (spr. 'buschähr), Henry, Lord
Taun ton, liberaler engl. Staatsmann, geb.
15. Aug. 1798 zu London, aus einer franz. Rsfugiö-
familie, wurde 1828 zum Parlamentsmitglied für
Taunton gewählt und bekleidete in mehrern Mi-
nisterien die Posten eines Lords der Admiralität,
Viceprästdenten des Handelsamtes, Unterstaats-
sekretärs für die Kolonien, Präsidenten des Handels-
amtes, Hauptsekretärs für Irland und endlich 1855
-58 das Amt des Kolonialministers. 1859 wurde
er mit dem Titel Lord Taunton zur Peerswürde er-
hoben. Er starb 13. Juli 1869 in London.
Labouchere (spr. -buschähr), Henry, radikaler
engl. Politiker, Neffe des vorigen, geb. 1831 zu Lon-
don, wurde in Eton erzogen, trat 1854 in den diplo-
mat. Dienst, war an verschiedenen Orten Attache' und
Gesandtschaftssekretär, gab aber 1864 die diplomat.
Laufbahn auf und wurde 1865 für Windsor, 1867
für die Grafschaft Middlesex ins Parlament gewählt.
Nachdem er bei den Neuwahlen von 1868 seinen
Sitz verloren hatte, lebte er längere Zeit auf dem
Festlande und erregte Aufsehen durch sein zuerst in
den "vaii^ ^6^8" veröffentlichtes "Iiiar^ ok 3.1)6-
81636a i-68iä6Qt iu I>ari8" (deutsch Lpz. 1871). 1880
kam er für Northampton wieder ins Unterhaus und
nahm als schlagfertiger und witziger Redner hervor-
ragenden Anteil an den Verhandlungen. Er ist
Gegner jeder ausgreifenden Vergrößerungspolitik,
Freund Frankreichs und dem Dreibund abgeneigt.
8. unterstützte Gladstone bei seiner Home-Rule-Vor-
lage, doch wurde seine Hoffnung auf einen Sitz in
Gladstones viertem Kabinett nicht erfüllt, angeblich
auf Veranlassung der Königin Victoria. Seit dem
Scheitern der Home-Rule-Vorlage tritt er auf das
schärfste für die Abschaffung des Oberhauses ein.
L. ist Besitzer und Herausaeber der satir. Wochen-
schrift "'Irntk" und war bis Ende 1892 auch an
den "vaii^ 51^8" beteiligt.
Laboulaye (spr. -buläh), Edouard Rens Le-
febvre de, franz. Rechtshistoriker und Publizist, geb.
18. Jan. 1811 zu Paris, studierte an der dortigen
Rechtsschule und beteiligte sich an der Schriftgießerei
seines als Erfinder und Schriftsteller (z. B. des
großen "Dicti0nnHil6 ä68 g.rt8 6t mauul3.ctni'63
6t ä6 1'HFi-ieu1wl6", 6. Aufl., Par. 1885) bekannt
gewordenen Bruders Charles de L. (1813-86).
Nachdem er Preise davongetragen für die "ll^toirs
äu äroit ä6 propri6t6 k0uci6!-6 6Q 0eciä6iit" (Par.
1839), die "I5.6.ok6reti68 8ur 1a conäitiou oivii6 6t
po1iti<1U6 ä68 k6IUU168 ä6M18 168 R.0IN3,ii18 ^U8H!i'3.
Q08 ^0Ul8" (ebd. 1843) und den "N889.1 8ur 168 I013
elimiQ6ii68 ä68 15,01113.1118 c0N06rnHiit 1a r68p0U8a-
di1it6 ä68 M^i3ti-at8 " (ebd. 1844), wurde er 1845
Mitglied der Akademie der Inschriften, 1849 Pro-
fessor für vergleichende Rechtswissenschaft am Noi-
16Z6 ä6 I>aiio6. 1871 wurde er zum Deputierten
gewählt, 1875 Senator auf Lebenszeit. Er vertrat
vollständige Unterrichts-, Gewissens- und Vereins-
freiheit , bekämpfte auch unermüdlich die Sklaverei.
Er starb 24. Mai 1883. Als tüchtigen Kenner deut-
scher Verhältnisse erwies er sich in dem "N88ai 8ur
1a vi6 6t 168 äoctriii68 ä6 ?. OK. ä6 savi^ii^" (Par.
1842), der Übersetzung von Walters "Geschichte des
röm. Civilprocesses" (1841) und den "Nwä68 con-
t6MP0rail168 8!1l 1'^.1i6UiaFI16 6t 163 pa^8 813.V68"
(Par. 1856; 4. Aufl. 1876). Die Frucht gründlicher
Studien sind seine "H^toii^ p0iitiHU6 <168 ^tatä-
Uni81620-1789" (3 Bde., Par. 1855-66; 6. Aufl.
1876; deutsch, mit Vorwort von Bluntschli, Heidelb.
1868-70; 2. Aufl. 1882), die 35mal aufgelegte sati-
risch-didaktische Schrift "I'ai'i8 611^.11161-1^116" (1863;
deutsch Verl. 1867 und Erlangen 1868), "1.6 princs
0anio1i6" (1868, in 20 Auflagen; deutsch Heidelb.
1868), Schriften über W. E. Channing (Par. 1870)
und B. Franklin (1869). Die Kenntnis älterer
Rechtsquellen förderte er durch die Ausgabe von
Loysels "Iii3titiit68 C0utiiiiii6i'68" (mit Dupin,
2 Bde., Par. 1846), Fleurys "In8tiwtioii au äroit
kran9ai8" (mit Dareste, 2 Bde., 1858), VreqmgnyZ
"^adi6 ciii-0ii0i03iqii6 ä68 äipi0M68, c1iai-t65,
titr63 6t act63 impi'iiii68 coiK^rnant 1'1ii8toils
55"