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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Labyrinthfische - Lacép.
Erbauung des L. schreibt Herodot dem Psammetich
und seinen elf Mitregenten, der sog. Dodekarchie,
zu, während Diodor den König Mendes oder Mar-
ros, Strabo den Imandes, Manetho den Lachares
(12. Dynastie) als Erbauer des L. und der Pyramide
nennt. Die Ruinen des L. hatte man bereits früher
bei dem Dorfe Hawara vermutet. Doch hat erst
neuerdings (1888) Flinders Petrie hier die Funda-
mentierungen des Riesenbaues, der völlig zerstört
ist, nachgewiesen. Nördlich davon liegt die Pyra-
mide d es L., die aus ungebrannten Ziegeln gebaut
ist. Sie war das Grab Ämenemhe'ts III. (12. Dy-
nastie), der wohl auch der Erbauer des L. ist. L. und
Pyramide scheinen nach den vorhandenen Spuren
eine Fläche von 9,5 Ka eingenommen zu haben.
Über das L. als Teil des Gehörorgans s. Ge-
hör (Bd. 7, S. 689 b); über die L. genannten Teile
des Riechbeins s. d.
LabyVMthfische (^ad^rintkici), eine Familie
von stachelflossigen Süßwasserfischen Chinas, Ost-
indiens, der Sunda-Inseln und Südafrikas, die aus-
gezeichnet ist durch eine besondere Modifikation der
Kiemen, das sog. Labyrinth. Oberhalb der Kiemen-
bogen befindet sich jederseits im Schädel eine größere
Ausstülpung mit einem blätterigen, aus feinen
Knochenlamellen bestehenden, dem obersten Kiemen-
bogen aufsitzenden Organe, das von Schleimhaut
mit zahlreichen Blutgefäßen überzogen ist und es
den Fischen ermöglicht, neben der im Wasser suspen-
dierten Luft auch außerhalb des Wassers atmosphä-
rische Luft aufzunehmen. Infolge dieser Fähigkeit
sind die Fifche in der Lage, einmal, wie der Kletter-
fisch (^nada8 LcanäkNL ^)alUo?F'), das Wasser ver-
lassen, auf dem Lande sich anhaltend fortbewegen
und mit Hilfe der Dornen am Kiemendeckel selbst
Bäume erklettern, oder bei eintretender Dürre sich
in den Schlamm zu einem längern Sommerschlaf
ohne Gefahr des Erstickens einwühlen zu können.
Wegen feines Nestbaues bekannt und auch in Deutsch-
land gezüchtet ist der zu den L. gehörige Groß-
flosser (?o1^acaiit1iu8 o1iiii6ii8i8 Onn. und viriäi-
auraw8 Lacep., s. Tafel: Fifche IV, Fig. 4), und
berühmt wegen feines Wohlgeschmacks und des-
halb gezüchtet und nach Mauritius und Bourbon
eingeführt der von den großen Sunda-Inseln
stammende Gurami (O^in-ou^m^ ollax Onv., s.
Tafel: Fische V, Fig. 13). Neuerdings macht man
Versuche, ihn auch in Europa einzubürgern.
I"2.b3?rwtliioi, s. Labyrinthsische.
Labyrinth odönten oder Labyrinth zähner,
eidechsenartige Riesentiere der Nrwelt, deren Zähne
sich dadurch von denen aller andern Wirbeltiere
unterscheiden, daß ihre Cementschicht an der Basis
nach innen vorspringende einfache oder mehr oder
weniger gewundene Falten bildet. (S. Mastodon-
saurier und Stegocephalen.)
1.2.0 (lat.), die Milch.
1,2.0 (frz.), der See.
Lac, Lack, in Ostindien eine Geldsumme von
100000 Rupien (s. d.).
Lacaille (spr. -käj), Niclas Louis de, franz. Astro-
nom, geb. 15. März 1713 zu Rumigny bei Rossy,
unternahm mit Cassini und Maraldi die Vermes-
sung der franz. Küste von Nantes bis Bayonne
und beteiligte sich 1739 an der Meridiangradmes-
sung, die er noch in demselben Jahre beendigte.
Im Winter von 1740 auf 1741 dehnte er seine
Dreieckmessungen über die Auvergne aus, um mit
dem von ihm gemessenen Meridianbogen eine neue,
bei Rom gemessene Basis in Verbindung zu brin-
gen. Inzwischen zum Professor der Mathematik
am O0II6F6 Na^ariu ernannt, beendigte er, bevor
er 1746 dieses Amt antrat, die Messung des Meri-
dianbogens im Norden Frankreichs und kam zu
dem Resultat, daß vom Äquator nach den Polen
zu die Breitengrade wachsen. Nachdem er vier
Jahre lang in Paris den Himmel beobachtet, um
die Fixsternverzeichnisse zu berichtigen, ging er 1750
nach dem Kap der Guten Hoffnung und bestimmte
hier die Stellung von 9800 bisher unbestimmten
Sternen, die 1847 in einem Katalog von der brit.
^88ocig,ti0u ok 8ci6Qos neu reduziert publiziert
sind. Er starb 21. März 1762. L. veröffentlichte
"I^6y0ii8 ä'3.8tr0N0ini6" (Par. 1746; 4. Aufl., von
Lalande, ebd. 1780), "NpkHuwi-iä^ ä68 mouvo
N6iit8 C6i68t68 äsMi81745M8hu'6n 1775" (6Bde.,
ebd. 1744-63), die von Lalande fortgesetzt wurden
(3 Bde., 1774-92), sowie zahlreiche "N6iuoii'63" in
den Schriften der Akademie und Berechnungen der
Finsternisse sür 1800 Jahre in dem Werke "^rt ä?
vsriÜ6r 168 äat68"; ferner "^8ti'0N0mia6 kimäa-
m6iita" (Par. 1757), "s)o6lniu au8trai6 8ts11ii'6i'uin"
(hg. von Maraldi, ebd. 1763), " Od^rva^ionz änr
515 6toii68 äu 20äia<iu6" (hg. von Bailly, ebd.
1763), "Journal Ki8t0riqu6 äu vo^aF6 lait au Oap
ä6 Lorni^N^öraiKn" (hg. von Carlier, ebd. 1763;
deutfch Altenb. 1778), "1adu1a6 80iar63" (Paris
1758), "^adi68 äs i0Farit1mi68", mit Marie (ebd.
1760 u. ö.). Dichter, f. Calprenede.
La Calprendde, Seigneur de, franz. Roman-
Lacaze - Tmthiers (fpr. -kahs' dütiähr), Felix
Iofephe Henri de, franz. Zoolog, geb. 1821 im De-
part. Lot-et-Garonne, studierte zu Paris Medizin
und wurde 1854 Professor der Zoologie in Lille,
1865 am naturhistor. Museum zu Paris, 1868 an
der Universität daselbst. Er gründete 1873 eine
zoolog. Station zu Roskoff an der Küste der Bre-
tagne. Nnter seinen Werken sind hervorzuheben:
"NkmoirO 8ur 1a, pourprO" (in den "^imai68 ä6L
801611068 nawi-61168", 4. Serie, Bd. 12, Par. 1859),
"lli8toir6 natur6ii6 äu ooraii" (1863) u. s. W.
Seit 1873 giebt er die "^rokiv68 ä6 1a öooloZis
6xp6rim6iitai6" heraus.
Lac Brenet (spr. -neh), s. Ioux, Val de.
1.2.002. (neulat.), Lack.
Laccamsäure, s. I^ao-ä^6.
^"e.-Dntk., hinter lat. Benennungen von Tie-
ren Abkürzung für Lacaze-Duthiers (s. d.).
1.2.0-a^s (engl., spr. lack dei) oder Färbelack,
ein aus dem Stock- oder Körnerlack ausgezogener
Farbstoff. Der Stocklack ist ein aus gewissen
Feigenbäumen in Ostindien infolge des Stiches der
Gummilackfchildlaus (s. d.) ausgeflossenes Harz, das
von dem Farbstoff der Tiere rot gefärbt ist. (S. auch
Schellack.) I.. ist das Kalksalz der Lacca'l'nsäure,
die viel Ähnlichkeit mit dem Karmin hat. Seine
mit verdünnter Schwefelsäure hergestellte Lösung
färbt Wolle direkt rot, schöner fallen jedoch die
Farben aus, wenn die Wolle vorher mit Zinnfalz
gebeizt wird. Scharlachfarbene Tuche werden oft
mit 1,. grundiert, um dann in Cochenille ausgefärbt
Lacedämon, s. Sparta. >M werden.
Lacedonia, Stadt im Kreis Sant' Angelo de'
Lombardi der ital. Provinz Avellino, im Thale des
Ofanto, Sitz eines Mch^s, zählt (1881) 5822 E.
^"o<sp., hinter lat. naturwissenschaftlichen Na-
men Abkürzung für Bernard Germain Etienne
de Laville, Graf de Lacspede (s. d.).