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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ladungssäule - La Farina
häwüsmäßig kleine Ladungen verwenden (Hau-
bitzen, Mörser), ist der L. jedoch häusig enger als die
übrige Seele. (S. Kammer.)
Ladungssäule, Polarisationsbatterie
oder sekundäre Batterie, eine Batterie zur
Erzeugung der Elektrischen Polarisation (s. d.).
Man denke sich eine größere Anzahl von Volta-
metern, deren Austrittselektroden II mit dem nega-
tiven und deren Eintrittselektroden 0 mit dem posi-
tiven Pole einer einfachen Kette verbunden werden.
Diese Verbindung hebt man rasch auf und verknüpft
die nun polarisierten Platten derart, daß immer
die II-Platte der einen Zelle die 0-Platte der näch-
sten metallisch berührt. Hierauf laßt sich die Wir-
kung des Polarisationsstroms an einem Voltameter
oder Galvanometer sichtbar machen. Dieselbe
wächst mit der Zahl der Plattenpaare in der L.
Der Polarisationsstrom besitzt nur eine kurze Dauer.
Daher muß, will man denselben zu etwas anderm
als zu einem momentanen Erschütterungsschlage be-
nutzen, das Laden und Entladen der L. oft und schnell
nacheinander wiederholt werden. Dies geschieht
mittels eines Stromwenders. Eine kräftige Polari-
sationsbatterie mit nur einem erregenden Element
gab auch Thomson (1864) an. Auf demselben Prin-
cip wie die L. beruhen die in der Elektrotechnik viel
benutzten elektrischen Accumulatoren (s. d.).
Ladungsschein, soviel wie Ladeschein (s. d.)
oder Konnossement (s. d.).
Ladungsschrift, s. Ladung.
Ladungsverzeichnis, im deutschen Zollwesen
dasjenige Schriftstück, mittels dessen die auf der
Eisenbahn aus dem Auslande in das deutsche Zoll-
gebiet eingehenden Frachtgüter, welche von dem
Bahnhof des Grenzzollamtes (s. d.) aus mit Be-
gleitzettel (s. d.) auf der Eisenbahn weiter gehen
sollen, dem Grenzzollamt von dem Eisenbahnzug-
führer oder einem sonstigen Bevollmächtigten der
Eisenbahnverwaltung anzumelden sind. (S. auch
Deklaration, Bd. 4, S. 889 a.)
I"a.H^ (engl., spr. lehdi, von dem angelsächs.
KIakäiF6, d. i. Vrotherrin), Herrin, Bezeichnung für
eine Dame von Rang, aber auch für jede gebildete
Dame. In einem besondern Sinne wurde der Aus-
druck früher vielfach für die Jungfrau Maria ge-
braucht, daher z. V. der Ausdruck 1^. ä^ (Maria
Verkündigung). Der Titel 1^. kommt den Frauen
von?66r8 (s. Pairs) und den?6oro8863 zu, wird aber
auch nach allgemeinem Gebrauch (d^ courteg^) für
die Töchter von Oukss, Nar^ui863 und Nari8 an-
gewandt, zusammen mit ihrem Vor- und Familien-
namen, nach ihrer Verheiratung mit ihrem Vor-
namen und dem Namen des Mannes. Ferner
führen auch die Frauen der Laronets und XniFlit3
den Titel I.. ^s. Fasanen.
Lady -Amherftfasan (spr. lehdi ämmerst-),
Laeken (spr. lahk-), nördl. Vorort von Brüssel
mit 1880: 17 856 E., 1890: 25289 E. Die königl.
Sommerresidenz L. wurde 1. Jan. 1890 durch eine
Feuersbrunst zerstört: die Marienkirche enthält die
Königsgruft.
Laennec (spr. -ns'ck), Rens Theophile Hyacinthe,
Mediziner, geb. 17. Febr. 1781 zu Quimper in der
Bretagne, studierte zu Nantes, war Wundarzt bei der
Westarmee, dann unter Corvisart in Paris und kam
1806 an das Hospital Veaujon, 1816 an das Hospi-
tal Necker. Hier sammelte er vermittelst des von
ihm erfundenen Stethoskops (s. d.) seine Beobach-
tungen über Herz- und Lungenkrankheiten, die er
1819 in seinem berühmten Werke "vs Insultation
ni6äiat6 ou tr^itL du äi^Fnostie ä63 niHla,äi68 cls3
P0UM0N3 6t äu cwui'tt (2 Bde., Par. 1819; 4. Aufl.,
von Andral, 3 Bde., 1836; deutsch von Meißner,
2 Bde., Lpz. 1832) veröffentlichte. 1822 wurde er
Professor am Ooiie^ äs I^raiics und 1823 an der
mediz. Klinik. L. ergänzte die wichtige Entdeckung
der Perkussion (s. d.) von Auenbrugger durch die
ebenbürtige Auskultation und legte durch sein
obengenanntes Werk den Grund zu der exakten
Physik. Diagnostik, mit welcher eine neue Epoche
der neuern Medizin begann. Er starb 13. Aug.
1826 zu Kerlouanec bei Douarnenez in der Bre-
tagne. Am 15. Aug. 1868 wurde ihm in seinem Ge-
burtsorte ein Standbild errichtet. - Vgl. Lallour,
^otics ti^torihue 8ur 1^. (Quimper 1868).
Laer (spr. lahr), Pieter van, genannt Vam-
boccio, Maler, geb. um 1590 zu Haarlem, ging,
nachdem er seine erste Ausbildung in der Heimat
erhalten, nach Rom, wo er angeblich 16 Jahre
zubrachte, mit Poussin, Claude Lorram, Sandrart
und andern Künstlern verkehrts und auf den Ge-
schmack der Italiener bedeutend einwirkte. Nach
seiner Rückkehr 1639 lebte er zunächst in Amster-
dam, später in Zaarlem, wo er um 1648 infolge von
Hypochondrie sich selbst das Leben genommen haben
soll. Vermutlich ist er aber erst nach 1658 gestorben.
Den Beinamen Vamboccio, d. h. Knirps, Krüppel,
erhielt er von den Italienern seiner verwachsenen
Figur wegen. Danach nannte man das von ihm
gepflegte Genre Bambocciaden (s. d.). Bilder von
ihm befinden sich in den Galerien zu Dresden, Mün-
chen, Berlin und Wien; einiges hat er selbst radiert.
Laertes, der Sohn des Arkeisios (und der Chal-
komedusa), Gemahl der Antikleia, Vater des Odys-
seus und der Ktimene, wohnte in Ithaka und nahm
an der Kalydonischen Jagd sowie am Argonauteu-
zuge teil.
Laet (spr. Iaht), Jan Jacob de, vläm. Schrift-
steller, geb. 13. Dez. 1815 zu Antwerpen, studierte
Medizin, die er jedoch nur wenige Jahre ausübte,
gründete zu Brüssel 1844 das Blatt "V1il6M8c1i Lsi-
ßiö" (später "V1a6N8ck6 Leiden"), gab von 1847
bis 1848 mit L. Vleeschouwer das gegen die Fran-
zosenfreunde gerichtete fatir. Blatt "v6 NoZkaiu"
(später "Vadei-Ianä" genannt) heraus und wurde
nachher Redacteur des (kath.) "^ournai ä'^.nv6i'8"
und der Brüsseler "NmancipHtion". 1863 wurde
er zum Deputierten seiner Vaterstadt in die Zweite
Kammer gewählt, wo er ebenso sehr die Interessen
des Episkopats als die der Vlamingen verfocht. L.
starb 22. April 1891 zu Antwerpen. Die hauptsäch-
lichsten seiner litterar. Arbeiten sind: "1)6 Xrui8-
vaei-äer" (1840), "v6 Vioek" (1841), <(H6t llui8
van ^V626nd6k6" (1842), "Herman äs 8ciia-
likdeKIiLI', 66N6 ^.Nt^V6I-p8cIi6 I^6F6nä6" (1844),
"Doktor van Vro0ni6iiv6lät" (1845), "Ü6t lot,
66N6 8ek6t3 van vlH6lli8ck6 äoi-^Läsn" (1846),
"^6N6 druilokt iu äe XVI^ 66UN) ^Nt^6i'p8c1i6
i6F6nä6" (1847), "66äickwn" (1848; 2. Aufl. 1883).
"?g.!9.N6ä68) 66U Tiinkäiciit VÄN Vonäüi" (1861),
"I^6V6U 18 lieläs, 6611 A6äic1n in 8prÄ5l1^HNF))
(1874), "(^oii8oi6iic6'8 prIH^Ät" (Antw. 1886). In
seinen belletristischen Arbeiten nahm er die Vor-
namen Iodan Alfried an.
La Farma, Giuseppe, ital. Staatsmann, geb.
20. Juli 1815 in Messina, hatte 1837 an den
dortigen Unruhen großen Anteil, lebte als polit.
Flüchtling in Toscana und Paris, kehrte bei Aus-
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