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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Lafayette (Gräfin de) - Lafette
ou Journal ä'un V0va^6 KUX ^tHt8-IIni8 (ebd. 1829);
Sarrans, I.. 6t Ia Evolution äs 1830 (2. Aufl.,
2 Bde., edd. 1832); Nkinoii-ez, correLponäHncoL 6t
mg.nu8ci'it3 än F6N6ra11.. (6 Bde., ebd. 1837-38);
Büdinger, L., ein Lebensbild (Lpz. 1870); dorf., L.
in Österreich (Wien 1879); Vayard Tuckerman, Lik6
ok Z6N6i'Hi I.. (2 Bde., Neuyork 1889); Vardoux, I.Ä
^6UN6386 ä6 1^. 1757 - 92 (Par. 1892); ders., 1^68
ä6i'ni6r63 9.QI1663 ä6 L. 1792-1834 (ebd. 1892).
(^einSohn, George Washington de L., geb.
25. Dez. 1779, machte die Napoleonischen Kriege
mit, war seit 1815 fast stets Mitglied der Deputier-
tenkammer auf deren äußerster Linken und 1848
Vicepräsident der Konstituierenden Versammlung;
er starb 30. Nov. 1849.
Oscar Thomas Gilbert du Motier de L.,
des letztgenannten Sohn, geb. 20. Aug. 1815 zu
Paris, wurde 1846 in die Deputiertenkammer ge-
wählt, wo er zur Linken gehörte. Nach der Februar-
revolution von 1848 wurde er Regierungskommissar
im Depart. Seine - et - Marne und war Abgeord-
neter in der Constituante und in der Legislative,
wo er mit den gemäßigten Republikanern stimmte.
In der Nationalversammlung 1871-76 hielt er sich
ebenfalls zur republikanischen Partei und wurde
später zum lebenslänglichen Senator erwählt. Er
starb 26. März 188 l in Paris.
Sein jüngerer Bruder, Francois Edmond du
Motier de L., geb. 11. Juli 1818 zu La Grange
Vlesneau (Depart. Seine-et-Marne), teilte die libe-
ralen Grundsätze seiner Familie und vertrat nach
dem Febr. 1848 das Depart. Haute-Loire in der
Constituante. Ebendaselbst wurde er 1876 in den
Senat gewählt, dem er bis zu seinem 11. Dez. 1890
in Paris erfolgten Tode angehörte.
Lafayette (spr. -faM), Marie Madeleine
Pioche de Lavergne, Gräfin de, franz. Romanschrift-
stellerin, geb. 1634 in Paris, erlernte die lat. Sprache
und wurde eine Hauptzierde des litterar. Kreifes
des Hotel Rambouillet. 1655 vermählte sie sich mit
dem Grafen Francois de L., wurde aber früh Witwe.
Die innigste Freundschaft verband sie mit dem Her-
zog von Larochefoucauld. Sie hat bis zu ihrem
Tode (Mai 1693) durch ihren scharfen Verstand,
unermüdliche Thätigkeit und Zuverlässigkeit eine
einflußreiche Stellung am Hofe Ludwigs XIV. be-
hauptet. (Vgl. I^6tt6i-6 in6äit6 äi Naä. ä6 1^., hg.
von Perrero, Tur. 1880.) Als Schriftstellerin er-
hob sie den ungefügen heroischen Roman zuerst durch
Vertiefung der Charakteristik, Vereinfachung der
Motivierungen und größere Annäherung an natür-
liche und geschichtliche Wahrheit sowie durch die
Anwendung einer gewählten und anspruchsloseil
Sprache auf die Höhe eines Kunstwerks. Ihre
Romane, bei deren Abfassung sie Se'grais gelegent-
lich mit seinem Rate unterstützte, sind: "1^3. piin-
c6836 äs N0iiti)6N8i6r" (1660), "^Hicl6" (2 Bde.,
1670-71), "I,k princ6886 äs (D16V68)) (1678; neue
Ausg. von Lescure, Par. 1881), ihr Meisterwerk,
und die memoirenartige Erzählung "IIi3t0ii'6 ä'Il6n-
li6tt6 l1'^uZi6t6li'6" (zuerst Amsterd. 1720; neue
Ausg., Par. 1882). Ferner schrieb sie: "N6iu0ii-68
ci6 1a ^oui- ä6 I>anc6, 1688-89" (Amsterd. 1731;
neue Ausg. von Asse, Par. 1890). Ihre "<Nivr68
coinMt68" (5 Bde.) erschienen in Paris 1812. -
Vgl. A. Barme, Naä. ä6 1^., ä'azn-68 ä68 üo-
cUIN6Nt8 N0UV6KUX (M der "I^6VU6 ä68 D6UX
Hl0ncl68", Sept. 1880); Graf Haussonville, Ua-
äaiu6 cl<31.2 5a)'6tt6 (Par. 1891).
Lafeld, Laveld, belg.Dorf unweit Maastricht;
hier siegte Moritz von Sachsen über die Verbün-
deten (2. Juli 1747).
La Fere, franz. Ortschaften, s. Fere.
La Sertö, franz. Ortschaften, s. Ferte.
Lafertö, Victor, Pseudonym der Fürstin Iurjew-
skaja, s. Dolgorukij, Katharina Michailowna.
Lafette oder öaffete (vom mittellat. lu8ta,
Baum, Holz; davon frz. lüt oder "Füt; ital. lu3to,
MVi8to), das Gerüst zur Aufnahme des Geschütz-
rohrs beim Schießen. Die L., ein Haupttcil des
Geschützes, ist häusig so eingerichtet, daß sie gleich-
zeitig zum Transport desselben benutzt werden kann.
Das Material der L. war früher meist Holz, durch
Eisenbeschlag verstärkt und ergänzt. Für die Achse
und die Richtmaschine wählte man meist Metalle.
In neuerer Zeit ist das Holz fast ganz durch
Schmiedeeisen und Stahl verdrängt. Die L. ge-
währt dem Rohr eine sichere Unterstützung und ge-
stattet eine bequeme Bedienung des Geschützes, be-
sonders ein leichtes Laden und Richten desselben.
Im übrigen ist für die Einrichtung der L. der Ge-
brauchsort von besonderer Bedeutung; demzufolge
bilden die L. der Feldgeschütze, Feld lafetten, einen
Gegensatz zu denen der übrigen Geschützgattungen,
insofern dieselben eine große Schußbereitschaft und
Beweglichkeit des ganzen Geschützes gewährleisten
müssen. Am nächsten stehen den Feldlafetten die L.
der Velagerungs- und derjenigen Festungsgeschütze,
die hinter Erddrustwehrcn aufgestellt werden, nur
daß hier wieder die Rücksicht auf die deckende Brust-
wehr besondere Konstruktionseigentümlichkeiten be-
dingt. Geschütze in Kasematten, Panzerständen und
auf Schiffen verlangen eine Lafettenkonstruktion,
welche dein beschränkten Raume Rechnung trägt.
Bei den L. für fchr große Gefchütze, wie sie in den
Küstendefestigungen und auf der Marine vorkom-
men, müssen alle die Bedienung erleichternden teck-
nischen Hilfsmittel zur Anwendung kommen. Wäh-
rend bei den Velagerungslafetten und den auf offe-
nem Walle zur Verwendung kommenden L. eine
leichte Beweglichkeit erforderlich ist, kommt diese bei
den letztgenannten Konstruktionen nicht in Betracht.
Die Mörser, die nur unter hohen Erhebungen feuern,
verlangen besondere Lafettenkonstruktion, wie sie bei
den Kanonen mit ihren flachern Erhöhungswinkeln
nicht erforderlich sind. Jede L. hat zwei Wände,
die das Rohr tragen, in ihrem hintern Teile aber
mitunter durcb einen Schweif oder Block erfetzt wer-
den. Hiernach unterscheidet man Wand lafetten
und Vlocklafetten. Querstücke, Riegel genannt,
erhalten die Wände in einer gewissen, der Rohrdicke
entsprechenden Auseinanderstellung. Im vordcrn
Teil sind die Wände der fahrbaren L. durch eine Achse
mit zwei Rädern unterstützt, mit dem hintern Ende
schleifen sie auf dem Boden. Eine Richtmaschinc dient
dazu, dem Rohr die erforderliche Höhenrichtung zu
geden. Beschläge erwirken einen festen Zufammen-
halt und eine erhöhte Dauerhaftigkeit der L., oder
sie vermitteln die Anbringung besonderer Einrich-
tungen an derselben, wie z. B. zur Aufnahme ge-
wisser Zubehörstücke, zur Handhabung u. s. w. An
den meisten L. sind Kasten zur Aufnahme einzelner
Teile des Gefchützzubehörs angebracht (Lafetten-
kasten). Die Feldlafettcn haben Achssitze oder
Wandsitze zum Transport von Bedienungsmann-
schaften. Die Kafematten-, Schiffs- und Küstenlafet-
ten ruhen meistenteils auf einem Rahmen und heißen
Rahmen lafetten (s. d.). Die Feldlafetten wer-