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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Lanframo - Lang (Karl Heinr., Ritter von)
31a", Vd. 150, Par. 1839-54). - Vgl. de Crozals,
1^., llrck6V6lin6 ä6 (^ntordei^ (Par. 1877).
Lanfranco, Giovanni, Maler, geb. 1580 zu
Parma, besuchte die Schule der Carracci zu Bologna
und Rom; doch läßt sich auch ein eifriges Studium
Correggios in seinen Arbeiten wahrnehmen. Sein
Hauptwerk ist das Kuppelgemälde in San Andrea
oella Valle in Rom (1623 - 25), darstellend die
Himmelsglorie. Er wurde danach der Modemaler
Roms und malte zahlreiche Fresken aller Art. 1631
wurde er nach Neapel berufen, um die Kuppel der
neuen Iesuskirche mit Fresken zu schmücken. 1646
kehrte er nach Rom zurück, erhielt von Papst Ur-
ban VIII. die Ritterwürde und starb 29. Nov. 1647.
Seine Fresken sind lange Zeit wegen ihrerdekorativen
Vorzüge bewundert und nachgeahmt worden. Sie
sind leicht angeordnet, überaus gewagt in der per-
spektivischen Ansicht, dabei formlos oder manieriert
in der Zeichnung, aber geistreich und lebendig und
meisterhaft in der Lichtwirkung. Von seinen Tafel-
bildern sind zu nennen: Leichenbegängnis Cäsars
<Madrid,Prado-Museum),DerreuigePetrus (Dres-
dener Galerie), Maria erscheint den Einsiedlern
Paulus und Antonius (Wien, Hofmuseum).
Lanfrey (spr. langfrch), Pierre, franz. Geschicht-
schreiber und Politiker, geb. 26. Okt. 1828 zu Cham-
bery in ^avoyen, studierte in Paris die Rechte,
widmete sich aber dann schriftstellerischen Arbeiten.
1870 in die Nationalversammlung gewählt, gehörte
er zugleich zum linken Centrum und zur republika-
nischen Linken. Thiers ernannte ihn zum franz. Ge-
sandten in Bern. Nach dem Sturze Thiers' nahm
L. seine Entlassung (24. Mai 1873), wurde 1875
zum lebenslänglichen Mitglied des Senats ernannt
und starb 15. Nov. 1877 in Pau. 1855 erschien von
ihm "I^'I^i36 6t 1<38 PQil080^)N68 an XVIII^ 810(Ü6"
(2. Aufl., Par. 1857), 1858 "Ii!38ai 3ur Ia Involution
ii'HNhai86", 1860 "llistoii'k politi^ue ä68 pap68"
(neue Aufl. 1880) und der sociale Roman "I^ettr68
<I'^v6i'Äi'ä" (neue Aufl. 1878), 1863 "Nwäeg 6t
1)0lti'lüt8 po1iti(iu68" (2. Aufl. 1865) u. a. Sein
Hauptwerk ist die "Hi8toii-6 äs ^g^oiLoni^" (5 Bde.,
1867-75, bis zum russ. Feldzug reichend; deutsch,
7 Bde., Mind. 1884-87), worin L., auf gründliches
Material gestützt, mit scharfer Kritik die sog. Na-
poleonische Legende zu zerstören versucht. Seine
"d^nvi-68 00ini)i6t68" erschienen 1879 fg., seine
"Ooi'i'68i)0iiäHnc6" 1885.
Lang (spr. läng), Andrew, engl. Schriftsteller, geb.
31. März 1844 zu Selkirk, studierte in St. Andrews
(Schottland) und Oxford und lebt in St. Andrews.
L. ist ein gewandter, mit gediegenem Wissen aus-
gerüsteter, beliebter Schriftsteller. Von seinen zahl-
reichen Werken seien genannt: "Heien ol ^ro^"
(1882), "R,1^II163 ü. 1". !N0ä6" (1884), "(-I-H88 ol
?Nrna.38U8" (1888) und die Prosaschriften: "^!i8tom
Hnä in^tii" (1884), "Nvtli, i'ituai ^nä reli^ion"
(1887), "1,03t i6Hä6i-8" (1889), (deines I^io"
(1889) und mit Rider Haggard "^Qs^vorlä'Z äesirs"
(1890) und "1ii6 1ik6, I6tt6l8 ancl 613.1-168 0l 3ir
3tass0rä ^0lt1ic0t6, Ür8t N^I-I lääeZiei^ii" (1890).
Außerdem übersetzte er die Odyssee (mit Vutcher),
die Ilias (mit E. Myers und W. Leaf), Aucassin
und Nicolete, Perraults Märchen u. s. w. Auch ver-
öffentlichte er ein Werk über St. Andrews (1888).
Lang, Heinrich, prot. Theolog und Führer des
kirchlichen Liberalismus in der Schweiz, geb. 14. Nov.
1826 zu Frommen bei Valingen in Württemberg,
studierte in Tübingen, verlieh 1848 wegen Beteili-
gung an der revolutionären Bewegung die Heimat
und wurde Pfarrer zu Wartau im Kanton St. Gallen,
1863 in Meilen am Züricherfee, 1871 an Et. Peter
in Zürich, wo er 13. Jan. 1876 starb. L. war ein
hervorragender Vertreter einer rückhaltslos auf dem
Boden der modernen Weltanschauung stehenden
Auffassung des Christentums. In diesem Sinne
gab er seit 1859 die "Zeitstimmen aus der reform.
Kirche der Schweiz" heraus, die 1872 mit den von
Vitzius redigierten "Berner Wochenblättern" zur
"Reform" vereinigt wurden, die L. nunmehr mit
Langhans herausgab. Von seinen Schriften seien
genannt: "Stunden der Andacht" (2 Bde., Wintertb.
1862-65), "Versuch einer christl. Dogmatik" (Berl.
1857; 2. Aufl. 1868), "Ein Gang durch die christl.
Welt" (ebd. 1859; 2. Aufl. 1870), "Religiöse Cha-
raktere" (Winterth. 1862; 2. Aufl. 1872), "Martin
Luther" (Berl. 1870), "Das Leben Jesu und die
Kirche der Zukunft" (ebd. 1872), "Zur kirchlichen
Situation der Gegenwart" (Zür. 1873), "Religiöse
Reden" (2 Bde., ebd. 1873-74). - Vgl. Bieder-
mann, Heinrich L. (Zür. 1876); K. E. Mayer, Hein-
rich L. (Bas. 1877).
Lang, Heinrich, Maler, geb. 24. April 1838 zu
Regensburg, war Schüler der Münchener Akademie
und von F. Voltz, bereiste 1860-66 Ungarn, die
Donaufürstentümer und weilte 1866-67 in Paris
bei A. Schreyer. Aus dieser Zeit stammen: Ungari-
scher Wirtshof (1861), Pferde im Schilf (1865),
Czikos mit Pferdeherde (1865), Ungarische Husaren-
patrouille von 1849, Longchamps, Einfangen von
Weidepferden (Dresdener Galerie). Nachdem er den
Krieg von 1870/71 als Zeichner mitgemacht hatte,
wandte er sich vorzugsweise dem Kriegsgenre zu,
wobei er sich selbst bis zum Schlacht- oder wenigstens
Gefechtsbild emporfchwang. Dahingehören: Attacke
franz. Kavallerie gegen ein preuh. Infanterieregi-
ment bei Scdan (1872), Attacke der Brigade Bredow
in der Schlacht bei Vionville, Episode aus der
Schlacht bei Wörth (1875), Franz. Kavallerieangriff
bei Floing (1886), Epifode aus der Erstürmung von
Fröschweiler, Übergang des 2. bayr. Armeekorps
über die Marne bei Corbeil (1888; letztere beide in
der Neuen Pinakothek zu München). Nach weitern,
bis in den Orient sich erstreckenden Reisen lebte L.
als Professor in München, wo er 8. Juli 1891 starb.
Seit 1884 war er mit der Malerin Tina Blau (s. d.)
vermählt. U. d. T. "Cirkusbilder" (Münch. 1879),
"Kunstreiter und Gaukler" (ebd. 1880) gab er Al-
bums fein beobachteter Zeichnungen heraus; auch
fchrieb er "Aus den Erinnerungen eines Schlachten-
bummlers im Feldzuge 1870/71" (Münch. 1887;
2. Aufl., ebd. 1888; Neue Folge, ebd. 1888).
Lang, Karl Heinr., Ritter von, Geschichtschrei-
ber, geb. 7. Juli 1764 zu Balgheim im Fürsten-
tum Öttingen-Wallerstein in Schwaben, studierte
in Altdorf die Rechte, praktizierte seit 1785 bei
der Regierung zu Ottingen, ging 1788 nach Wien,
wurde Privatsekretär des württemb. Gesandten in
Wien und 1790 Archivar des Fürsten von Öttin-
gen-Wallerstein. 1792 ging er nach Göttingen, wo
er seine "Histor. Entwicklung der deutschen Steucr-
verfassungen" (Berl. 1793) schrieb. Vom nach-
maligen Fürsten von Hardenberg erhielt er sodann
den Auftrag, das Hardenbergscke Familienarchiv zu
ordnen, worauf er 1795 Geh. Archivar zu Plassen-
burg wurde. Als preuß. Legationssekretär wohnte
er dem Kongreß zu Rastatt bei; 1799 trat er als
Kriegs- und Domänenrat in die Negierung zu Ans'