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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Langbirnen - Lange (Julius)
Kellerwurm" (1806), "Magister Zimpels Vraut-
fahrt" u. a. L. selbst besorgte die Originalausgabe
seiner "Sämtlichen Schriften" (31 Bde., Stuttg.
1835 - 37; in 2. u. 3. Aufl., 16 Bde., 1841, 1845).
Langbirnen, grüne, fünfte Klasse des Lucas-
schen Birnensystems, s. Birne.
Langblei, s. Geschoß (Bd. 7, S. 905 a).
Langdreschmaschine, eine Dreschmaschine, in
die das Getreide senkrecht zur Trommelachse ein-
gelegt wird.
Lange, Ernst Philipp Karl, unter dem Pseudo-
nym Philipp Galen (Anagramm aus Lange)
bekannter Romanschriftsteller, geb. 21. Dez. 1813
zu Potsdam, studierte 1835-39 in Berlin Medizin,
trat 1840 als Compagniechirurg in den preuß.
Militärdienst, wurde 1847 Stabsarzt zu Bielefeld
in Westfalen, machte 1849 als Dirigent eines Feld-
lazaretts den Krieg in Schleswig mit, kam 1857 als
Stabsarzt nach Potsdam, wo er jetzt als Oberstabs-
arzt a. D. (seit 1878) lebt. Seine zahlreichen Romane
behandeln meist das moderne Leben in spannenden
Erzählungen und schildern in klarer Zeichnung Sit-
ten und Landschaften, namentlich Schleswig-Hol-
steins und der Schweiz. Sein erster und zugleich
sein bester Roman: "Der Irre von St. James"
(4 Bde., Lpz. 1854), ist schon 1844 geschrieben. Dann
folgten unter andern "Der Inselkömg" (5 Tle., 1852),
"Fritz Stilling"(4Tle., Lpz. 1854), "WaltherLund"
<3 Tle., ebd. 1855), "Andreas Vurns und seine
Familie" (4 Bde., ebd. 1856), "Die Tochter des
Diplomaten" (4 Bde., ebd. 1865); die beiden letztern
behandeln Stoffe aus dem Schleswig-Holsteinschen
Kriege; ferner: "Der Löwe von Luzern" (5 Bde.,
Verl. 1869), "Der Alte vom Berge" (3 Bde., ebd.
1873), "Der Nastelbinder" (3 Bde., ebd. 1874), "Die
Moselnixe" (3 Bde., ebd. 1877), "Frei vom Joch"
<3 Bde., ebd. 1878), "Die Perle von der Oie" (4 Bde.,
Lpz. 1880), "Die Fürstendiener" (4 Bde., ebd. 1880),
"Der Meier von Monjardin" (2 Bde., Münch. 1891)
u. s. w. Seine "Gesammelten Schriften" erschienen
in 10 Bänden (Lpz. 1857-68).
Lange, Friedr. Albert, philos. und volkswirt-
schaftlicher Schriftsteller, geb. 28. Sept. 1828 in
Wald bei Solingen, studierte in Zürich und Bonn,
wurde 1852 Lehrer am Gymnasium zu Köln und
habilitierte sich 1855 in Bonn als Privatdocent der
Philosophie. 1858-61 war er Gymnasiallehrer in
Duisburg, worauf er Handelskammersekretär da-
selbst wurde. Im Nov. 1866 als Mitredacteur
des "Landboten" in Winterthur thätig, habilitierte
er sich dann in Zürich und erhielt daselbst 1870
eine neugegründete Professur "der induktiven Philo-
sophie". 1873 folgte er einem Rufe nach Marburg,
wo er 21. Nov. 1875 starb.
Unter den volkswirtschaftlichen Schriften L.s sind
hervorzuheben: "Die Arbeiterfrage" (Duisb. 1865;
4. Aufl., Winterth. 1879), "John Stuart Mills
Ansichten über die sociale Frage und die angebliche
Umwälzung der Socialwissenschast durch Carey"
(Duisb. 1865). Seine philos. Schriften sind: "Die
Grundlegung der mathem. Psychologie, ein Versuch
zur Nachweisung des fundamentalen Fehlers bei
Herbart und Drobisch" (Duisb. 1865), sein Haupt-
werk: "Die Geschichte des Materialismus und Kritik
seiner Bedeutung in der Gegenwart" (Iserl. 1866;
2. Aufl., 2 Bde., 1873-75; 3. Aufl., 2 Bde., 1876
- 77; 4. wohlfeile Ausg. ohne Register und An-
merkungen, 1882), "Neue Beiträge zur Geschichte
des Materialismus" (Heft 1, Wintcrth. 1867). Die
Bedeutung des Hauptwerkes besteht teils in der
neuen und interessanten Beleuchtung einzelner Par-
tien der Geschichte der Philosophie, teils in der aus
der Kritik des Materialismus sich entfaltenden
(namentlich in der zweiten Auflage näher entwickel-
ten) Aufstellung einer eigenen Lehre. Diese schließt
sich eng an Kant und Schiller an und vertritt den
"Standpunkt des Ideals", wonach neben der Ein-
schränkung der wissenschaftlichen Erkenntnis auf
die durch Erfahrungswissenschasten festzustellenden
Kausalitätsverhältnisse auch das Recht der aus
sittlichem Bedürfnis "in Begriffen dichtenden" und
zur Weltanschauung strebenden Phantasie aner-
kannt wird. L.s nach seinem Tode von Cohen her-
ausgegebene "Logische Studien" (Iserl. 1877) ent-
halten den Versuch, die Evidenz und Gültigkeit der
logischen Gesetze aus den räumlichen Verhältnissen
abzuleiten. Außerdem hat L. eine Biographie Über-
wegs (Berl. 1871) verfaßt. - Vgl. Vaihinger,
Hartmann, Dühring und L. (Iserl. 1876); S. H.
Braun, F. A. L. als Socialökonom (Halle 1881);
Bosch, Fr. Alb. L. und sein Standpunkt des Ideals
(Frauenfeld 1890); Ellissen, Fr. Alb. L. Eine Le-
bensbeschreibung (Lpz. 1891); Reichesberg, Fr. Alb.
L. als Nationalökonom (Bern 1892).
Lange, Henry, Kartograph, geb. 13. April 1821
zu Stettin, bildete sich seit 1839 in Potsdam unter
Heinr. Verghaus zum Kartographen aus, ging 1844
nach Edinburgh, um an der Bearbeitung des Phy-
sikalischen Atlas von Johnston teilzunehmen, und
kehrte 1847 nach Berlin zurück, wo er unter Karl
Ritter und Dove seine Studien fortsetzte und in
nähere Beziehung zu A. von Humboldt, L. von
Buch, H. Barth u. a. trat. 1855-60 leitete er die
geogr. Anstalt von F. A. Vrockhaus, lebte dann bis
1868 als Privatgelehrter in Leipzig, bis er als Pro-
fessor und Vorstand der Plankammer in das königl.
Statistische Bnreau in Berlin trat. L. starb 30. Aug.
1893. Von seinen zahlreichen Arbeiten seien ge-
nannt die Kartenwerke: "Atlas von Nordamerika"
(Braunschw. 1854), "Vrockhaus' Reise-Atlas" (Lpz.
1858-73), "Atlas von Sachsen" (edd. 1860),
"Land- und Seekarte des Mittelländischen Meers"
(Trieft 1859; 2. Aufl. 1870), "Handatlas über alle
Teile der Erde" (2. Aufl., Lpz. 1867), "Bibelatlas
zu Vunsens Bibelwerk" (ebd. 1860), "Atlas zur
Industrie und Handelsgeographie" (mit Klun, Zür.
und Lpz. 1864-66), "Schulatlas" (von Liechten-
stern und Lange, Braunschw. 1853; 85. Aufl. 1892),
"Elementar-Schulatlas" (ebd. 1862), "Volksschul-
atlas" (235. Aufl., ebd. 1892).
Lange, Julius, Landschaftsmaler, geb. 17. Aug.
1817 in Darmstadt, Bruder des Architekten Ludwig
L., bildete sich mit diesem, dem er auch bei der Heraus-
gabe seiner Stahlstiche zur Seite stand, nach Rott-
mann in München. Dann lernte er bei Schirmer in
Düsseldorf, begab sich nach Italien, wurde Zeichen-
lehrer der Erzherzogin Carlotta, nachmaligen Kaiserin
von Mexiko, kehrte aber 1858 nach München zurück
und wurde hier 1867 zum Hofmaler ernannt. Der
Hauptvorzug seiner Landschaftsdilder beruht auf
ihrer koloristischen Wirkung. Von seinen meist dem
bayr. Gebirge und der Schweiz entnommenen Land-
schaften befinden sich drei: Gosausee mit dem Dach-
stein im Morgenlichte, dasselbe in der Abendsonne,
Partie bei Partenkirchen, in der Neuen Pinakothek
zu München; andere in der Brera zu Mailand, im
Museum zu Stuttgart und in Privatsammlungen.
L. starb 25. Juni 1878 in München.