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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Langhans (Karl Ferdinand) - Langlochbohrmaschine
Er schrieb unter anderm: "Handbuch der biblischen
Geschichte und Litteratur" (2 Bde., Bern 1875-80),
"Die Götter Griechenlands im Zusammenhang der
allgemeinen Religionsgeschichte" (ebd. 1889). -
Vgl. Eduard L., ein Zeuge der Geistesfreiheit. Auf-
sätze - Vorträge - Reisebriefe (Bern 1891).
'Langhans, Karl Ferdinand, Architekt, Sohn des
folgenden, geb. 14. Jan. 1781 zu Breslau, widmete
sich unter seinem Vater, Schinkel und Gilly der Bau-
kunst, begründete seinen Ruf als Baumeister 1824
mit der Alten Börse in Vreslau, wo er auch die
Kirche der Elftausend Jungfrauen neu aufbaute.
Ferner baute er 1834-36 das Palais des Prinzen,
spätern Kaisers Wilhelm I. in Berlin, erneuerte das
Opernhaus daselbst (nach dem Brande von 1843)
und baute die Theater in Stettin, Liegnitz und Dessau
(1855); auch das 1891 niedergerissene Victoriatheatcr
in Berlin (1856-59), der Neubau des Vreslauer
Theaters und das Neue Theater zu Leipzig (1864
-67) sind nach seinen Entwürfen ausgeführt. L.
starb 22. Nov. 1869 in Berlin.
Langhans, Karl Gotthard, Architekt, geb. 1733
zu Landeshut in Schlesien, wurde 1775 Kriegs-
und Oberbaurat bei der Kammer in Vreslau, wo er
das Hatzfeldfche Palais (jetzt Regierungsgcbäude),
mehrere Privathäuser und das frühere Theaterge-
bäude aufführte. 1786 wurde er von Friedrich Wil-
helm II. nach Berlin berufen, um das Innere des
Opernhaufes umzugestalten. Mit dem Branden-
burger Thor daselbst (1789-93) führte L. zuerst den
griech. Baustil in Deutschland ein. Inzwischen
war er zum Direktor des Oberbauamtes er-
nannt worden. 1796 vollendete er noch das
von Gontard begonnene Marmorpalais bei
Potsdam und leitete mehrere Bauten in Ber-
lin, darunter den des anatom. Amphitheaters
der Tierarzneischule. 1797 legte er die erste
Chaussee im preuß. Staate (von Berlin nach
Steglitz) an. L. starb 1808 auf seiner Be-
sitzung Grüneiche bei Vreslau.
Langhans, Wilh., Mustkschriftstellcr, geb.
21. Sept. 1832 zu Hamburg, widmete sich ur-
sprünglich unter David in Leipzig und Alard
in Paris dem Violinfpiel und war von 1852
ab längere Zeit als Orchestermitglied, Konzert-
meister und Lehrer in Leipzig, Düsseldorf, Ham-
burg, Paris thätig. 1869 ging er mit einer
Dissertation über "Das musikalische Urteil"
(2. Aufl. 1886) zur Schriftstellern über, in
der er namentlich mit der " Musikgeschichte in
12 Vorträgen" (Lpz. 1878) und der "Geschichte
der Musik des 17., 18. und 19. Jahrh." (2 Bde.,
ebd. 1882-86) wohlverdiente größere Erfolge
errang. L. trug auch seit 1881 am Kullakschen,
dann am Scharwenkaschen Konservatorium zu
Berlin Musikgeschichte vor. Er starb 9. Juni
1892 in Berlin. Von seinen Kompositionen
(Lieder, Violinsolis, Kammermusik und Or-
chcstermusik) wurde 1864 ein Streichquartett durch
einen Florentiner Preis ausgezeichnet.
Langhemarcq, Langemarck, Ort in der belg.
Provinz Westflandern, an der Linie I)pern-Vrügge,
hat (1890) 7037 E.
Langholm (spr. längöm), Stadt in der schott.
Grafschaft Dumfries, am Esk, 40 lim im O. von
Dumfries, hat (1892) 3643 E., Fabrikation wollener
Tuche (t>v66ä8) und Viehmärkte.
Langholz, f. Hirnholz.
Langhörner, Infekten, s. Mücken.
Langiewicz (spr. -lewitsch), Maryan, poln. In-
surgentenanführer, geb. 5. Aug. 1827 zu Krotoschin,
studierte Mathematik auf der Universität Breslau
und kam 1860 nach Paris, wo er eine Lehrerstelle an
der von Mieroslawski errichteten Militärschule er-
hielt. Noch in demselben Jahre beteiligte er sich an
dem Zuge Garibaldis auf dem neapolit. Festlande.
Nach Ausbruch des poln. Aufstandes von 1863 wurde
er Führer eines Freikorps im Bezirk Sandomir und
verstand es, mit seiner etwa 4000 Mann zählenden
Schar den Russen gegenüber Erfolge zu erringen.
Am 10. März erklärte ihn diefelbe zum General und
Diktator von Polen, und L. ernannte 12. März eine
Civilregicrung. Die Russen wandten jetzt alle ver-
fügbaren Truppen gegen L., schlugen denselben bei
Chrobrze (17. März) und bei Busk (18. März) und
drängten den Rest seines Korps 19. März auf österr.
Gebiet. Von den österr. Behörden wurde er zu
Tarnow, später zu Iosephstadt interniert. Ende
Febr. 1865 erhielt L. seine Freiheit, worauf er feinen
Wohnsitz im Kanton Solothurn, später in der Türkei
nahm und von der türk. Regierung im Artillerie-
dienst beschäftigt wurde. Dann ging er nach Paris,
wo er viele Jahre unter dem Namen Langle lebte.
Er starb 11. Mai 1887 in Konstantinopel.
Langlö, s. Langiewicz.
Langleinen, s. Leincnfischerei.
Langlochbohrmaschine, eine Werkzeugma-
schine zur Herstellung schlitzartiger Vertiefungen
(Nuten) in Holz- oder Metallgegenständen, vorzugs-
weise in Maschinenteilen. Ihrer Wirkungsweise
gemäß bilden die L. eine für den genannten beson-
dern Zweck dienende Art der Fräsmaschinen (s. d.);
ihre Einrichtung im einzelnen ist jedoch ziemlich
verschiedenartig. Als ein Beispiel kann die vor-
stehend abgebildete L. dienen, a ist das Arbeitsstück,
welches an seiner obern Seite mit einer quer durch-
gehenden Nut versehen werden soll, d das Werkzeug
(der Langlochbohrer), welches von der darüber be-
findlichen senkrechten Welle seine Drehung empfängt.
Diese Welle ist an einem Schicbestück o gelagert,