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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Lappen (im Jagdwesen) - Lara (Staat)
beigemischt. - Die Sprache der L. ist mehrfach grammatisch bearbeitet worden, wie von Rask (1832), Stockfleth (1840), Friis (1856). Sie zeigt einen Typus, der, von spätern lautlichen Veränderungen abgesehen, zunächst mit dem Finnischen übereinstimmt. Mehrere Gründe sprechen dafür, daß die L. einst ihre jetzige dem Finnischen so nahe stehende Sprache von den Finnen aufgenommen haben. - Vgl. J.^[Jens] Vahl, Lapperne og den lapske Mission (Kopenh. 1866); Friis, Lappisk mytholgi, Eventyr og Folkesagn (Krist. 1871); ders., Lexicon lapponicum (ebd. 1885-87); Poestion, Lappländ. Märchen, Volkssagen u. s. w. (Wien 1885).
Lappen, im Jagdwesen, s. Jagdzeug.
Lappenberg, Joh. Mart., Geschichtsforscher, geb. 30. Juli 1794 zu Hamburg, studierte in Edinburgh Medicin, ging aber bald zu histor.-polit. Studien über, hielt sich längere Zeit in London auf und widmete sich dann in Berlin und Göttingen rechtshistor. Studien. 1820 wurde er hamburgischer Ministerresident am preuß. Hofe und übernahm 1823 das Amt als Archivar im Hamburger Senat, das er bis 1863 bekleidete. Er starb 28. Nov. 1865. Seinen wissenschaftlichen Ruf begründete L. durch seine "Geschichte von England" (Bd. 1 u. 2, Hamb. 1834-37, fortgesetzt von Pauli). Von seinen übrigen Schriften sind hervorzuheben die Fortsetzung von Sartorius’ "Urkundlicher Geschichte des Ursprungs der deutschen Hansa" (2 Bde., Hamb. 1830), die "Urkundliche Geschichte des Hansischen Stahlhofs zu London" (1851), das "Hamburgische Urkundenbuch", Bd. 1 (Hamb. 1842), die "Zeitschrift des Vereins für Hamburger Geschichte", Bd. 1-6 (ebd. 1841-66) und die "Hamburger Rechtsaltertümer" (Bd. 1, ebd. 1845). L.s Ausgaben der hamburgischen "Chroniken in niedersächs. Sprache" (Hamb. 1852-61) und des Thratziger (ebd. 1863-65) haben ebenso wie die "Geschichtsquellen des Erzstiftes und der Stadt Bremen" (Brem. 1841) auch für den Sprachforscher hohen Wert. Um die Geschichte der deutschen Litteratur hat sich L. durch die "Reliquien des Fräulein S. K. von Klettenberg" (Hamb. 1849), die Ausgaben von Thomas Murners "Till Eulenspiegel" (Lpz. 1854), der niederdeutschen Scherzgedichte des Lauremberg (Stuttg. 1861) und der deutschen sowie der meist bisher noch ungedruckten lat. Gedichte Paul Flemings (2 Bde., ebd. 1863-65) verdient gemacht. Auch war er Mitarbeiter an den "Monumenta Germaniae historica". Nach seinem Tode erschienen die von L. gesammelten "Briefe von und an Klopstock" (Braunschw. 1867). - Vgl. E. H. Mayer, Johann Martin L. (Hamb. 1867).
L’appétit vient en mangeant (frz.), der Appetit kommt beim Essen; sprichwörtlich gewordenes Citat aus Rabelais' "Gargantua" (Kap. 5).
Lappets (engl., spr. läppĕts), eine Art broschierter Musseline, die auf besondern Stühlen gewebt und zu Vorhängen verwendet werden, meist mit dichten und erhabenen zwischen durchbrochenen Streifen.
Lappingmaschine, so viel wie Doubliermaschine (s. Spinnerei).
Lappjagen, s. Jagdzeug.
Lappland, bei den Eingeborenen Same ädnam, ausgedehntes Gebiet im äußersten Norden Europas, im ganzen etwa 400000 qkm umfassend mit nur 100000 E., wovon 25000 Lappen (s. d.), 28000 Schweden, 20000 Norweger, 15000 Finnen, 5000 Russen und 2000 Karelen, zerfällt politisch in drei Teile: das norwegische L. oder die Finmarken (s. d.) im N. und NW., das russische L. im NO. (s. Finland) mit der Lappländischen oder Kolahalbinsel (s. d.) und das schwedische L. im O.
Das schwedische L. ist eine alte Landschaft, zwischen Norwegen, Finland und den schwed. Landschaften Westerbotten, Ångermanland und Jemtland gelegen, gehört mit zwei Dritteln des Areals zum Norbottens und mit einem Drittel zum Westerbottens Län (s. d.) und bedeckt 115885 qkm (7222 qkm Gewässer) oder mehr als ein Viertel der Gesamtoberfläche Schwedens. Die Bewohner, etwa 37000, sind größtenteils (28000) Schweden; die Zahl der Lappen kann auf 6800 und die der Finnen auf 3000 geschätzt werden. Das schwedische L. bildet ein waldiges, rauhes, von zahlreichen Flußthälern und Bergesjochen, meistens in südöstl. Richtung, durchzogenes Hochland, dessen nördl. und westl. Teile vom Kölen und seinen Verzweigungen angefüllt sind. Unterhalb dieser schneebedeckten oder nackten Gebirgsgegend folgt eine Terrasse mit Binnenseen und Sümpfen; die untersten, dem Küstenlande angrenzenden Teile bedecken ungeheure Fichtenwälder und ausgezeichnete Weiden (Reinmoos), wo vorzugsweise die angesessene Bevölkerung wohnt, während die Gebirge säst ausschließlich von nomadisierenden Lappen besucht werden. Nach den fast parallelen größern Flußthälern ist das schwedische L. in folgende fünf Gebiete oder Lappmarken geteilt: Torneå-, Luleå-, Piteå-, Lyksele- und Åsele-Lappmark. In Torneå-Lappmark liegt die höchste Bergspitze Schwedens, Kebnekaisse (2130 m). - Vgl. Helms, L. und die Lappländer (Lpz. 1868); H. und K. Aubel, Ein Polarsommer. Reise nach L. und Kanin (ebd. 1874); Ecker, L. und Lappländer (Freiburg 1878); Friis, Laila, Schilderungen aus L. (Lpz. 1886).
La propriété c’est le vol (frz.), s. Eigentum ist Diebstahl.
Lapsaki, Ort in Kleinasien, s. Lampsakus.
Lapsi (lat., d. i. Abgefallene), in den ersten Jahrhunderten Vorzugsweife Benennung derjenigen, die unter den Verfolgungen der heidn. Staatsgewalt dem christl. Glauben nicht treu blieben. Man unterschied: sacrificati (thurificati), die den heidn. Göttern wirklich geopfert (Weihrauch angezündet); libellatici, die einen obrigkeitlichen Schein (libellus) über angeblich dargebrachte Opfer erkauft; acta facientes, die falsche Angaben über ihr religiöses Bekenntnis gemacht, und traditores, die heilige Bücher und Gefäße ausgeliefert hatten. Die Kirche strafte die L. anfangs durch Exkommunikation und erschwerte die Wiederaufnahme. Allein im 3. Jahrh. schon bildete sich eine mildere Praxis aus. (S. Novatianer.)
Lapsus (lat.), Fall, Fehler; L. bonōrum, Verfall des Vermögens; L. calămi, Schreibfehler; L. linguae, Sprechfehler; L. memorĭae, Gedächtnisfehler.
Lapunderaffe, Händlername für den Schweinsaffen (s. d.).
Lapurdum, das jetzige Bayonne (s. d.).
Laquinhorn, Hochgipfel, s. Fletschhorn.
Lar, Affe, s. Langarmaffen.
Lar, Hauptstadt der pers. Provinz Laristan (s. d.).
Lara, Staat der Republik Venezuela, zwischen Carabobo, Falcon, Los Andes und Zamora, umfaßt das Hügelland zwischen der Cordillere von Mérida und dem Karibischen Gebirge, wird vom Rio Tocuyo und Rio Yaracui bewässert und zählt auf 24085 qkm (1891) 246760 E. Hauptstadt ist Barquisimeto (s. d.), wichtig sind auch Carora, Tocuyo, San Felipe, Yaritagua und die Kupferminen von Aroa.