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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Larrey - Larven
als Schriftsteller auf, begann 1828 seine fatir.
Streifzüge mit "N1 äu6nä6 8Ätirico", fetzte sie 1832
-33 als "N1 prodrkciw lialilNäoi'" in 14 Num-
mern fort, weiterhin unter dem Pseudonym Fi g aro
in der "Rsvista 68MÜ0I3.", bis er sich 13. Febr.
1837 infolge einer unheilvollen Liebe erschoß. Für
die Bühne schrieb L. neben einem Lustspiel in Prosa
(Mo mag nioZtraäor", Madr. 1831) und Bearbei-
tungen nach dem Französischen, die er zum Teil unter
dem Namen Ramon Arriala (Anagramm von
Mariano L.) herausgab, das Trauerspiel "Naciag"
(Madr. 1834), nachdem er bereits denselben Gegen-
stand in dem Roman "N1 äoncki äe Don Nui-iqus
61 Oolisiiw) (4 Bde., Madr. 1834; deutsch als "Der
Doncel" von Iul. Ebersberg in der "Europäischen
Bibliothek", 980-982, Würzen 1852-56) bearbei-
tet hatte. Außerdem schrieb er "vs 1830 a 1835, 0
lg. ^8Müa ä68ä6 ^srnknäo VII Iiagta. Nenäixadal"
(Madr. 1836). Seine gesammelten Kritiken, Skizzen
und andern Originalwerke sind u. d. T. "Odra.8 coiu-
pi6ta8 äs ^iFNl0)> erschienen (3 Bde., Madr. 1837;
neueste Ausg., Barcelona 1884). Die charakteristi-
schen Sittenbilder unterscheiden sich durch die bittere
Empfindung des Elends der Zeit von der mehr
humoristischen Auffassungsweise des gleichzeitigen
Mesonero Romanos.
Sein Sohn, Don Luis Mariano de L., geb.
1830, machte sich als fruchtbarer, aber wenig be-
deutender Dramatiker bekannt ("N1 darderiiio äs
I^V3.Z)i68", "^611268 I08 HU6 Iloran").
Larrey (fpr. -reh), Jean Dominique, Baron,
franz. Militärwundarzt, geb. 8. Juli 1766 zu
Beaude'an bei Vagnöres de Bigorre, nahm 1787 als
Schiffsarzt an der Expedition nach Nordamerika
teil, wurde 1792 zweiter Arzt am Invaliden-
Hotel und 1793 zur Armee berufen. Er leistete hier
durch Einführung der Fliegenden Feldlazarette
(^.mdulancLZ volantes) wesentliche Dienste, wohnte
der Unternehmung gegen Corsica 1794 bei, errichtete
hierauf in Toulon eine Lehranstalt für Chirurgen
und wurde 1796 Professor an der mediz. - chirurg.
Schule zu Val-de-Grace. Bonaparte berief ihn
1797 nach Italien und nahm ihn dann mit nach
Ägypten. (Vgl. seine Rölatian k^torihus 6t cki-
rni-Ficals ä6 I'sxpeäitiou äs 1'arm66 ä'Orißiit sn
^FM6 6t 6N 8M6, Par. 1803.) 1805 wurde er
Generalinspektor des franz. Militär-Medizinal-
wefens und wohnte allen Feldzügen des Kaifers bei.
Nach der zweiten Restauration wurde er Oberwund-
arzt der königl. Garde, auch blieb er Mitglied des
allgemeinen Gesundheitsrats sowie Generalchirurg
des Invalidenhauses. Er starb 25. Juli 1842 zu
Lyon. 1853 wurde ihm ein Denkmal in Val-de-
Grace, 1864 ein zweites in Tarbes errichtet. L. ist
der Schöpfer der neuern Kriegschirurgis. Von sei-
nen Schriften sind zu erwähnen: "N^moii-s sur 1e8
9.INMtatioN8 ä68 N6indi'68 3. 1a 8U.it6 663 00UP3 äs
l6u" (3. Aufl., Par. 1808), "NömoilOZ äs llikäscins
st äs cdirui-Ais miiitaii-68) st cklmpa^ns8" (4 Bde.,
ebd. 1812-18), "^linihus ckilurFicais sxsrcss
particulisrsinsut ä3.n8 1s8 caiupZ st 1s8 tlö^it^ux
nliiitHii'68 äspui3 1792 ^U8liu'sn 1829" (5 Bde.,
ebd. 1829-36). - Vgl. Leroy-Duprs, I,., c^irur-
F16N 6N clisl äs 1a ^ranäs 3,rm66 (Par. 1860);
G. Werner, Jean Dominique L., ein Lebensbild
(Stutta. 1885).
L'Arronge (spr. -öngsch), Adolf, Theaterdichter
und Theaterdirektor, geb. 8. März 1838 zu Ham-
burg, widmete sich zunächst auf dem Leipziger Kon-
servatorium der Musik und wurde 1860 Kapell-
meister in Köln. In ebensolcher Stellung wirkte er
sodann in Stuttgart, Pest und seit 1866 an der
Krollschen Oper zu Berlin, wo sein Weihnachtsmär-
chen "Das große Los oder Fortunas Anverwandte"
viel Beifall fand. 1869 übernahm er die Redaktion
der "Berliner Gerichtszeitung" und schrieb in den
folgenden Jahren unter anderm die Einakter "Papa
hat's erlaubt", "Vater Gorilla" und die Posse "Der
Registrator auf Reifen", Stücke, an denen Hugo
Müller und Gustav von Moser teilhatten. Mit
dem Volksstück "Mein Leopold" (1873) und dem
Lustspiel "Hasemanns Töchter" (1874) schlug er
mit Erfolg eine selbständige eigentümliche Richtung
ein. Von 1874 bis 1878 war L. Direktor des Lobe-
Theaters in Breslau. 1882 verband er sich mit
Förster, Friedmann, Haase und Barnay zur Grün-
dung des Deutschen Theaters in Berlin, das er
seit der Eröffnung, 29. Sept. 1883, und nach dem
allmählichen Ausscheiden der übrigen Societäre selb-
ständig bis Juli 1894 leitete. Zu seinen bekann-
testen Stücken aus dieser Zeit gehören: "Doktor
Klaus" (1878), "Wohlthätige Frauen" (1879),
"Haus Lonei" (1880), "Der Compagnon" (1881),
"Die Sorglosen" (1882), "Der Weg zum Herzen"
(1885) und "Lolos Vater" (1892). Ferner schrieb
er das Trauerspiel "Die Loreley" (1886) und be-
arbeitete den zweiten Teil von Goethes "Faust"
(mit Streichung der Helenascenen) u. d. T. "Fausts
Tod" (1889).
Lartiguesches Sisenbahnsyftem (spr. tihg-
sches), s. Einschienenbahnen (Bd. 5, S. 809d).
Larunda, Mutter der Laren (s. d.).
I"a.ru8, s. Möven.
Larve (lat. larva), bei den alten Römern eine
der vielen Bezeichnungen für die Schreckbilder oder
gespensterhaften Erfcheinungen (s. Lemuren), die den
Menschen Unglück oder selbst den Tod bringen soll-
ten. Doch wurde das Wort auch in der noch jetzt
gewöhnlichen Bedeutung als Gesichtsmaske ge-
braucht. (S.Masken.)
Larven, in der Tierkunde jugendliche, zur ge-
schlechtlichen Fortpflanzung der Regel nach unreife
Tiere mit einer von den gefchlechtsreifen Formen
abweichenden Gestalt, die entweder bloß unvollkom-
mener entwickelt sind oder provisorische Organe zei-
gen, die bei der Umwandlung zur Reife abgeworfen,
verändert oder einer andern Funktion anheimgegeben
werden. Die Entwicklung durch L. findet namentlich
dann statt, wenn die Tiere im jugendlichen Zustande
in andern äußern Lebensbedingungen verweilen als
im reifen Zustande, also bei Schmarotzern und fest-
sitzenden Tieren, die in der Jugend frei herum-
schwimmen und dazu mit Bewegungs- und Sinnes-
organen ausgerüstet sind, bei Land- und Lufttieren,
die sich in der Jugend im Wasser befinden u. s. w.
Fast alle wirbellosen Tiere mit wenigen Ausnahmen
(z. B. Spinnen) entwickeln sich aus L. Die bekann-
testen Larvenzustände sind diejenigen der Insekten
(Raupen der Schmetterlinge, Maden der Fliegen
u. s. w.). Unter den Wirbeltieren kommen typische
L. nur bei den meisten Amphibien (unter dem Na-
men der Kaulquappen), sowie unter den Fischen bei
einer Reihe von Knochensischen (z. B. Aalen) und bei
dem Neunauge vor, wo die Larve als besondere
Fischgattung (^muiocostsZ) beschrieben wurde. Die
Kenntnis der L. und ihrer Umwandlungen giebt oft
die überraschendsten Ausschlüsse über die Verwandt-
schaft scheinbar sehr unähnlicher Tiere. Eine in-