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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Laublatsche - Lauchheim
Laublatsche, soviel wie Alpenerle (s. Erle).
Laubmoose (Nusci tronäoZi, Lr^oiäLae), die
Moose (s. d.), deren Frucht bei ihrer Ausdehnung
den obern Teil des Archegoniums in der Regel ab-
reiht und das abgerissene ^tück als sog. Haube z
(cai^ti-a) auf ihrer Spitze trägt. Die Frucht selbst !
ist büchsenförmig und öffnet sich meist mit einem
Deckel. Alle L. haben einen beblätterten Stengel. !
Die L. zerfallen in vier Familien: 1) Sphagna-
ceen, Torfmoose; 2) Andreäaceen; 3) Phas-
caceen; die beiden letztern Familien enthalten nur
wenige Gattungen und sind durch den Bau des
Sporogoniums gekennzeichnet; bei den Andreäaccen
öffnet sich dasselbe mit vier Klappen, enthält jedoch
keine Schlcudersporen, bei den Phascaceen bleibt er
stets geschlossen und die Sporen können erst dann
ins Freie gelangen, wenn die Sporogoniumwand
verfault ist. 4)Bryaceen, echte L., die große Mehr-
zahl der L. Die Geschlechtsorgane sitzen entweder am
Scheitel der Hauptachse (Nusci acrocarpi) oder an !
kleinen Seitenzweigen (Nu8ci pieurocarpi). In >
manchen Fällen sind die Blättchen, die jene Organe ^
umgeben, besonders ausgebildet und rötlich oder
anders gesärbt, sodaß eine Art Blüte (Perianthium)
entsteht. Die Blüten können entweder monöcisch
oder diöcisch sein oder auch Antheridien und Archc-
gonien nebeneinander enthalten. Zugleich mit den
Geschlechtsorganen treten fast stets haarartige Ge-
bilde, sog. Paraphysen auf. Das Sporogonium
ist meist langgestielt und öffnet sich mittels eines
Deckels; die dadurch gebildete Mündung ist ge-
wöhnlich mit einem Peristom versehen, das bei den
einzelnen Gattungen sehr verschiedenartigen Bau
besitzt. (S.Tafel: Moose I, Fig. 4-7; Taf. II,
Fig. 1-6; zur Erklärung f. die Artikel ^ontmNiiL,
II)'MuiU) Nnium, Lr^um, I^unHi'ia, loi^trickum,
LxKaZrmm, Moose.) Litteratur s. Moose.
Laubsäge, eine Säge mit einem feinen, 0,8 bis
2 mm breiten, 0,25 bis 0,35 mm dicken und 75 bis
125 mm langen Sägeblatt aus Nhrfederstahl, dessen
Bezähmung nicht durch Feilen, sondern durch Ein-
Hauen mittels Meißels erzeugt wird. Das Säge-
blatt wird in einen rechteckig ausgebauchten, meist
eisernen elastischen Bogen mittels Zweier durch
Schrauben verstellbaren Klemmbacken gespannt; das
untere Ende des Bogens steckt in dem hölzernen
Handgriff. Der zu bearbeitende Gegenstand wird
auf die Platte eines an den Tifch anzufchraubenden
Sägebocks gelegt und mit der linken Hand geführt,
während die rechte Hand die Säge senkrecht auf-
und abwärts führt. Neuerdings hat man auch L.
mit Fußbetrieb (Laubsägemaschinen) herge-
stellt. Die L. wird vielfach benutzt, von Dilettanten
zur Herstellung durchbrochenerHolzarbeiten ausNuh-
baum, Buchen- und Pappelholz, besonders aber im
Kunstgewerbe zur Anfertigung von Einlege- und
Schnitzarbeit, Fächerschalen, Vrochen u. dgl. aus
Holz, Elfenbein, Perlmutter, Schildpatt und andern
Stoffen. - Vgl. Walleneg, Die Laubsägerei (mit
117 Abbildungen, 3. Aufl., Weim. 1891).
Laubsänger (I^MozmeuLtwae), eine aus etwa
11 Gattungen und 140 Arten bestehende nahezu
kosmopolitische Nnterfamilie der echten Sänger,
ausgezeichnet durch einen schlanken Körper, pfrie-
menförmigen Schnabel, schwache Beine, mittellange
Flügel und graugrüne Färbung. Zu ihnen gehören
u. a. der Fitis (?KM0pn6U8t6 troekiwg ^".),
Virkenlaubsänger, ein 12 cm langer Bewohner
unserer Auen- und Weidenanpflanzungen; der
Waldlaubsänger (?KM0pii6u8t6 Lidiiati-ix
Fee/ist., s. Tafel: Mitteleuropäische Sing-
vögel III, Fig. 4, beim Artikel Singvögel) und
der Weidenlaubsänger (?1iM0pii6u8t6 rufa
H,-e/im). Sie nisten am Boden in überwölbten
Nestern und legen 5-7 weihe, rot punktierte Eier.
Laubthaler lfrz. ecu ä6 8ix1ivr68), eine 1726-94
geprägte franz. Silbermünze (f. Ecu) im Werte von
6 Livres, die ibren Namen von den Lorbeerzweigen
erhielt, welche das Gepräge umgaben. Der L. hatte
besonders im Auslande starken Umlauf. Aus ihm
entstand unter österr. Herrschaft in den Niederlanden
der Kronenthaler ls. d.).
Laubvögel (?IiMoi-iiit1iiäg.6), eine kleine aus
3 Gattungen und 18 Arten bestehende Familie der
Sperlingsvögel von nicht ganz sicherer systematischer
Stellung. Diese fruchtfressenden Bewohner Ost-
indiens und des ganzen ind. Gebietes mit Aus-
nahme der Philippinen zeichnen sich durch mäßig
lange, gekrümmte Schnäbel, kurze Füße, mittel-
lange Flügel, ziemlich lange Schwänze und ein wei-
ches, meist graugrünes Gefieder aus, dessen Farbe
bei manchen bis zu glänzend grasgrün sich steigert.
Laubwerk, s. Blätterwerk.
Lauch, zusammenfassende Bezeichnung für alle
Arten der Gattung ^Uium (s. d.). Im engern Sinne
bezeichnet man als L. alle diejenigen als Gemüse
kultivierte Alliumarten, deren Blätter nicht röhren-
förmig, sondern flach, bandartig sind, wie Porree,
Knoblauch, Rokambolle u. a.
Lauch, linker Nebenfluß der III in Oberelsaß,
entspringt in den Vogesen, tritt bei Gebweiler aus
dem Gebirge, stießt nach N. und mündet, 53 km
lang, bei Colmar.
Laucha, Stadt im Kreis Querfurt des preuß.
Reg.-Vez. Merseburg, rechts an der Nnstrut und an
der Nebenlinie Naumburg a. S.-Artern (Unstrut-
bahn) der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 2410 E.,
darunter 50 Katholiken; Post, Telegraph, alte
Mauern; Zuckerfabrik, Glockengießerei, Brauerei,
Handelsmühle, Obst-, Spargel- und Weinbau.
Lauchert, linker Nebenfluß der Donau, entspringt
am Nordrande der Alb nordöstlich des Kornbühl in
644 m Höhe und mündet, 57 km lang, im Thal-
becken von Sia,maringen oberhalb Scheer.
Lauchgewächse, s. Gemüse.
Lauchyammer, selbständiger Gutsbezirk im
Kreis Liebenwerda des preuß. Reg.-Bez. Merseburg,.
an der Nebenlinie Ruhland-L. (8,5 km) der Preuß.
Staatsbahnen, hat (1890) 393 E., Post und Tele-
graph. - Die Aktiengesellschaft L. umfaßt
Eisen- und Bronzegicßerei, ein Emaillierwerk, Ma-
schinen- und Brückenbauanstalt und Schneidemühle
mit 1300 Arbeitern. Das Werk wurde 1725 von der
Freifrau von Löwendahl gegründet, warvon1776.
bis 1871 im Besitz der Grafen von Einsiedet, die es
1872 samt den dazugehörigen Zweigwerken Riesa
mit Blech- und Röhrenwalzwerk, Gröditz mit Röhren-
und Stahlgießerei, und Vurghammer mit Gießerei-
an eine Aktiengesellschaft verkauften. Aus der Bronze-
gieherei sind zahlreiche Denkmäler, Statuen und"
Büsten hervorgegangen.
Lauchheim, Stadt im Oberamt Ellwangen des
württemb. Iagstkreises, an der Jagst und der Linie
Stuttgart-Nördlingen der Württemb. Staatsbah-
nen, hat (1890) 999, als Gemeinde 1135 E., Post,
Telegraph, kath. Pfarrkirche, Synagoge, Reste der
alten Befestigungen. L. gehörte bis 1806 dem.
Deutschen Orden.