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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Lazarus-Orden - Leamington
(Berl. 1881), "Die Reize des Spiels" (ebd. 1884>.
Auch veröffentlichte er "IdealeFragen in Neden und
Vorträgen behandelt" (3. Aufl., Lpz. 1885>; "Treu
und frei. Neden und Vorträge über Juden und
Judentum" (Lpz. 1887).
Lazarus-Orden. 1) Der französisch eL. wurde
gleichzeitig mit dem Johanniterorden in Palästina
gestiftet; seine Mitglieder hießen Hospitalritter
des heiligen Lazarus. Der Orden wurde vom
König Ludwig VII. 1154 nach Frankreich verpflanzt,
wo er bedeutende Güter erwarb und sich der Kranken-
pflege widmete. Von Ludwig XVI. noch bestätigt,
verschwand er mit der Revolution. Das Ordens-
zeichen war ein achtspitziges goldenes, abwechselnd
purpurrot und grünes Kreuz mit goldenen Lilien in
den Winkeln, das am grünen Vande getragen ward.
2) über den italienischen L. s. Mauritius- und
Lazarus-Orden.
Lazen, Volksstamm, s. Lasen.
Lazulith oder Vlauspat, ein monoklines, bald
tafelartig, bald säulenförmig ausgebildetes Mine-
ral, meist in derben Massen oder Körnern vorkom-
mend, bläulichweiß bis indigoblau, glasglänzend
und an den Kanten durchscheinend, von der Härte
5-6 und dem spec. Gewicht 3-3,i. Chemisch ist
L. ein wasserhaltiges Phosphat, vorwiegend von
Thonerde, mit etwas Magnesia und Eisenorydul.
Die schönsten Krystalle erscheinen im Quarz einge-
wachsen am Graves-Mountain in Georgia; andere
Fundorte sind der Rädelgraben bei Werfen (Salz-
burg), der Freßnitzgraben bei Krieglach und die
Fischbacher Alp lSteiermark), Zcrmatt in Wallis,
Horrsjöberg im Wermland.
Lazzaröni, verächtlicbe Bezeichnung der unter-
sten Volksklasse von Neapel; der Name soll von einer
Seuche herstammen, die man für den Aussatz des
Lazarus (s. d.) hielt. Berüchtigt machte sich dieser
Pöbel, auf den sich schon Masaniello 1617 haupt-
sächlich gestützt hatte, durch die teuflische Wildheit,
mit der er 1799 gegen den gebildeten Mittelstand
und Adel, die Träger der Parthenopäischen Republik,
hauste als Allhängerschaft des bourbonischen König-
tums und unter Führung von Priestern sowie unter
Duldung der von Nelson befehligten engl. Flotte.
Mit dem übrigen Banditentum Unteritaliens blutig
niedergeschlagen durch den sranz. General Manhös
(vgl. ^otixiH Lwi'ica äei oonte Oario N3.nbö8, Nea-
pel 1846, und Montefredini, Nkmorie äsi genei-alo
NanIiöZ, ebd. 1863) und dann durch Murat, ergriff
er stets die Partei der Vourbonen bei den Ver-
folgungen der Liberalen, namentlich 1820 und 1849.
- Vgl., außer Goethes trefflicher Charakteristik dieser
Volksklasse in der "Italieluschen Reise", P. Villari,
1^6 ?6tt6i'6 lueiiciionali 6(1 Nlti'i Lcritti 8u1iH HU6-
8tioii6 äociiUo in ItÄÜÄ (2. Aufl., Tur. 1885).
Lazzi (ital.), die extemporierten Scherze und
Possen der komischen Schauspieler und Sänger,
dann überhaupt (Hpäße und Witze.
II), Abkürzung für lidra, f. Pfund.
^bk., hinter wissenschaftlichen Tiernamen Ab-
kürzung fürNathanaelLicberkühn, einen deut-
schen Anatomen und Zoologen (1711-56).
I". 2. 5., Abkürzung für Isctöi-i dsnßvülo 83<1ü-
t6in (lat.), d. h. dem geneigten Lefer Heil (in Vücher-
vorreden).
I,. V., Abkürzung für Landsmannschaften-Kon-
vent, s. Landsmalmschaften.
1. o., Abkürzung für loco citäto (lat.), d. h. an
der angeführten Stelle.
I". v., Abkürzung für laus äeo (lat.), d. h. Lob
(sei) Gott. Uohn Lindley (s. d.).
^<Hl., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für
Le, Hauptstadt von Ladach, s. Leh.
Lea (spr. lih), linker Nebenfluß der Tbemse, ent-
springt im südl. Teil der engl. Grafschaft Bedford
und mündet unterhalb Londons, 75 Km lang.
Lea (engt., spr. lih), Gebinde, s. Garn.
^e"e/z, hinter lat. Tiernamcn Bezeichnung für
William Le ach (spr. lihtsch), gest. 1836 als Kon-
servator des Britischen Museums während eines
Aufenthalts in Genua.
I"S2.Hor (engl., fpr. lihder, "Führer"), der Leit-
artikel in Zeitungen: ferner der Führer der Majori-
tät des engl. Unterhaufes; der erste Geiger, Vor-
geiger (Konzertmeister) eines Orchesters u. s. w.
Leadhilltt (fpr. ledd-), ein in tafelartigen Kry-
stallen ausgebildetes monoklines Mineral, von vor-
wiegend gelblickweißer Farbe, der Härte 2,5 und
dem spec. Gewicht 6,20 bis 6,55; es ist fettglänzend
(nur auf der Basis erscheint diamantartiger Perl-
mutterglanz) und ziemlich lichtdurchlässig; beim
Erwärmen verengert sich der Winkel der optischen
Achsen bedeutend. Der L. ist in chem. Hinsicht
merkwürdig, weil er eine Verbindung von 3 Mole-
külen Vleicarbonat mit 1 Molekül Bleisulfat dar-
stellt. Er findet sich zu Lcadhills in Schottland,
namentlich in großen Krystallen auf der Grube
Malo Calzetto auf Sardinien, auch zu Nertschinsk
in Sibirien.
Leadville (spr. leddwill), Hauptstadt des County
Lake im nordamerik. Staate Colorado, westlich von
Denver, in 3106 m Höhe, 1877 gegründet, zählte
1880: 14820,1890: 10584 E. L. 'ist Mittelpunkt
großartigen Gold-, Silber- und Vleibergbaues.
League (spr. lihg), engl. Wegmaß --- 3 ge-
setzmäßigen brit. Meilen oder 5280 Uards ----
4827,945 m; dann auch soviel wie Liga (frz. I13U6),
Bund, Bündnis.
Leake (spr. lihk), William Martin, engl. Archäo-
log, geb. 1777, stammte aus einer angesehenen, zu
Thorpe-Hall bei Colchester in der Grasschaft Esser
ansässigen Familie, diente als Offizier in der brit.
Artillerie und wurde 1804-9 mit mehrern diplo-
mat. Missionen in der Levante betraut. 1823 nahm
er mit dem Rang eines Oberstlieutenants den Ab-
schied, um sich der Herausgabe seiner Schriften zu
widmen, in welchen Scharfsinn und Gelehrsamkeit
mit Klarheit und Anschaulichkeit der Darstellung
sich vereinigen. Er starb 6. Jan. 1860 zu Brighton.
Seine Hauptwerke sind die "^rav6i3 in tk6 Norea"
(3 Bde., Lond. 1830), "Ii-Hvelg in^ortkern <3i'66C6"
(4 Bde., Cambr. 1835) und "I'o^oZl-Hpi^ of^t1i6N3"
(Lond. 1821; 2. Aufl., 2 Bde., Cambr. 1841), die
zuerst von Rienäckcr (Halle 1829) und (nach der
zweiten Ausgabe) von Vaiter und Sauppe (Zür.
1844) ins Deutfche überfetzt wurde. Ferner ver-
öffentlichte L.: "^ toui- in ^8il^ Minor" (Lond. 1824),
"Nömoir ok tk6 i8laiiä ok O08" (in den "1i'a,n3-
action8 0k tlie NoM Zooiel^", 2. Abteil., Bd. 1,
ebd. 1843), "(^leeco at tlw enä ol t^vent^-tni-ee
^6ar8' pi'otoction" (ebd. 1851), "Xumi8NlUQ Hei-
Iknick" (3 Bde., Cambr. 1854-59).
Leäl, Iofe da Silva Mendes, s. Mendes.
Leamington (spr. l^mmingt'n) oder Royal-
Leamingt 0 n - Spa, Municipalborough und Bade-
ort in der engl. Grafschaft Warwick, Eisenbahn-
knotenpunkt, in einer an geschichtlichen Erinnerungen
reichen Gegend am Leam gelegen und von an-