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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Leges Romanorum – Legion

Leges Romanōrum (Leges Romānae), im Gegensatz zu den leges barbarorum (s. Germanische Volksrechte) die Redaktionen des röm., durch german. Elemente beeinflußten Privatrechts, die zur Zeit der Völkerwanderung von den german. Herrschern für ihre röm. Unterthanen angeordnet wurden.

Legföhre, s. Kiefer (Bd. 10, S. 323a).

Leggen, die in einzelnen Webereidistrikten vorhandenen amtlichen Anstalten zur Kontrolle der Leinenwaren nach Länge und Breite der Stücke sowie nach Qualität; sie wurden in den Provinzen Westpreußen, Hannover und Hessen 1875 aufgehoben.

Legger (holländ.; engl. Leaguer oder Leager; frz. Lègre), ursprünglich ein Faß, dessen man sich in den Erzeugungsländern des Arraks zu dessen Verpackung bediente; dann ein Raummaß für Arrak. Dieser L. ist in Batavia und Singapore = 588, auf Ceylon (auch für Kokosnußöl) = 568, in Pondichéry = etwa 552, in der Kapstadt = 575, in Amsterdam und Rotterdam = 563 I.

Leggiere (ital., spr. leddschehre), leggiermente, con leggerezza, musikalische Vortragsbezeichnung: ungezwungen, leichthin, mit wenig Ton.

Leghorn (spr. leggorn), engl. Name von Livorno; danach auch Bezeichnung einer aus Amerika stammenden veredelten Rasse des Italienischen Huhns (s. d.), von schönem Ansehen, aber von nur geringem wirtschaftlichem Wert. (S. Tafel: Geflügel, Fig. 21.)

Legieren (lat. legare), ein Vermächtnis (s. d.) aussetzen.

Legieren (vom lat. ligare, d. i. binden), zwei oder mehr Metalle durch Zusammenschmelzen miteinander verbinden oder mischen. (S. Legierungen.) – In der Kochkunst heißt L. Suppen und Saucen mit Ei oder Mehl verdicken. – In der Metallurgie ist L. soviel wie Beschicken (s. d.).

Legierungen, durch Zusammenschmelzen erhaltene Verbindungen verschiedener Metalle miteinander. Die technischen Eigenschaften der L. lassen sich aus denen der Bestandteile (Komponenten) selten vorausbestimmen; dennoch giebt es einige Punkte, über die allgemeine Angaben gemacht werden können. Hierzu lassen sich folgende rechnen:

  • 1) Die L. sind stets spröder als das weichste Metall unter den Komponenten; die Sprödigkeit eines Metalls nimmt durch Legieren mit einem noch sprödern Metall niemals ab.
  • 2) Die Härte der L. ist größer als die Härte des weichsten Metalls der Bestandteile; ein weiches Metall wird durch Legieren mit einem härtern Metall niemals weicher, wohl aber meist härter. Durch Hämmern und Ablöschen im glühenden Zustande kann die Härte erhöht werden.
  • 3) Die L. sind stets weniger streckbar als das streckbarste der Metalle der Komponenten. Ein dehn- und streckbares Metall wird durch Legieren mit einem weniger dehnbaren nie zäher, aber verliert oft durch Zusatz eines spröden Metalls seine Dehnbarkeit fast gänzlich. Die beiden Metalle Antimon und Arsen machen die meisten übrigen Metalle hart und spröde.
  • 4) Die L. zeigen selten das aus ihrer Zusammensetzung sich berechnende spec. Gewicht; in der Regel findet eine Verdichtung (Zunahme des spec. Gewichts) oder eine Volumenvergrößerung (Abnahme des spec. Gewichts) statt. Letztere findet statt bei Gold und Silber, Gold und Kupfer, Silber und Kupfer, Zinn und Blei, Zinn und Antimon; Verdichtung dagegen bei Kupfer und Zink, Kupfer und Zinn, Blei und Antimon.
  • 5) Der Schmelzpunkt der L. liegt in den meisten Fällen niedriger als der ↔ der des leichtest schmelzbaren Bestandteiles. Platin schmilzt bei 1480°, Blei bei 332°, und trotz dieser großen Unterschiede in den Schmelzpunkten vermag eine kleine Menge Blei, in einem Platintiegel geschmolzen, denselben durch Bildung einer leichtflüssigen Legierung zu durchlöchern. Die Zunahme der Leichtflüssigkeit ist oft sehr groß, wie z.B. bei d'Arcets Metall (s. d.), Roseschem Metall (s. d.), Woodschem Metall (s. d.).

Manche L. haben die Eigentümlichkeit, bei langsamer Abkühlung sich zu entmischen. Diese Eigentümlichkeit benutzt man zum Entsilbern des Bleies (s. Pattinsonieren) sowie zur Reinigung des Zinns (s. Saigern). Von Nachteil ist dieses Verhalten bei Kupferzinnlegierungen. Das Innere eines Bronzegußstücks zeigt Zinnflecke, d. h. Krystalle von größerm Zinngehalt, die nur durch rasches Abkühlen des Gusses vermieden werden können. Ein Zusatz von Phosphor zu gewissen L. (insbesondere Bronze, s. Phosphorbronze) verändert deren Eigenschaften wesentlich und macht die Metallmischung zu neuen technischen Anwendungen geeignet; durch einen Zusatz von Mangan wird die Festigkeit und Dehnbarkeit mancher L. erhöht. (S. Manganbronze.) Durch Strecken und Walzen können Elasticität und Härte gewisser L., wie z.B. der Stahlbronze von General Uchatius, noch bedeutend erhöht werden. Wichtige L., die in den Metallgewerben, der Maschinenindustrie und dem Münzwesen vielfache Verwendung finden, sind Glockenmetall, Kanonenmetall, gewöhnliche sowie Phosphor- und Stahlbronze, Medaillen- und Statuenbronze, Messing, Tombak, deutsches Scheidemünzmetall für Kupfer- und Nickelmünzen, Neusilber, Britanniametall, Letternmetall, Aluminiumbronze, Lagermetall und die Silber- und Goldlegierungen, die zur Herstellung der Gold- und Silbermünzen und der Silber- und Goldarbeiten dienen. Die L. des Quecksilbers werden Amalgame (s. d.) genannt. S. auch Aluminiumlegierungen, Bleilegierungen, Eisenlegierungen, Kupferlegierungen u.s.w.

Vgl. Ledebur, Die L. in ihrer Anwendung für gewerbliche Zwecke (Berl. 1890); Krupp, Die L. (2. Aufl., Wien 1894).

Legierungsgesetz, das Reichsgesetz vom 16. Juli 1884 über den Feingehalt (s. Fein) der Gold- und Silberwaren. (S. Goldwaren.)

Legĭo fulmināta, (Legio fulminātrix), s. Donnerlegion.

Legion (lat. legĭo, «Lese», d. h. Auslese der zum Kriegsdienste brauchbaren Mannschaft), bei den Römern zuerst Bezeichnung für die ganze Kriegsmacht, später für einen Truppenkörper. Stärke, Zusammensetzung und taktische Gliederung der L. haben vielfach gewechselt, unter den ersten Königen wurde die L. nach der Überlieferung zu gleichen Teilen von den drei alten Tribus gestellt und bestand aus 3000 Mann Fußvolk (milites) und 300 Reitern (equites oder celeres) unter drei tribuni militum und drei tribuni celerum. Die dem König Servius Tullius zugeschriebene Heeresreform setzte an ihre Stelle zwei Linien- (die junge Mannschaft, juniores) und zwei Reservelegionen (die ältere Mannschaft, seniores) mit Reiterei, technischen und leichten Truppen. Diese Formation ist im wesentlichen auch auf die ältere Republik übergegangen und durch Camillus Anfang des 4. Jahrh. v. Chr. in Einzelheiten reformiert worden. Die republikanische L. der Blütezeit bestand der Regel nach aus 4200 Mann zu Fuß und 300 Reitern; sie gliederte sich, von den Reitern abgesehen, in die hastati (1200), principes (1200),

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 25.