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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Lehramtsprüfungen - Lehrbataillon
(Generalsekretär des Völkerrechtlichen Instituts.
Von seinen die Kenntnis sremder Rechte sehr för-
dernden Schriften sind zu nennen: "^lomont^ äa
<1i'0it. civil ^oi'MHnihiio (^.ilLm^nn, ^Vutric1^0,
^ui88e aUsinlmäo)" (Par. 1875), "I^l^in^nt" äo äroit
civil ru386 Musäie, ?0ll)Fii", i)i'0vinc63l)^lt,isiu68)"
(l, ebd. 1877-, II, 1890), "^leinLutL äo clioit civil
c^^iio?)) ^1, ebd. 1880; II, 1890), "Nomontä ä"
droit civil anAlaig" (ebd. 1885), "^oäc äo commercs'
;>0i'wFai3 lls 1888, tliiäuit. ot 3,nns)t6" (ebd. 1889),
"(.'ode civil än canton äo ^ni'icll clo 1887, traäuit
c-t, ^nn0tc" (ebd. 1891), "^i^itü clcmeiitHii-L äo äroit
civil FLi'inNniHuc-" (^ Bde., ebd. 1892). ferner sind
zu nennen: "I^Vl^cc Xodlo" (3 Bde., Par. 1870),
"N"lanF68 ä" litt^i'atni'L ct ll'lii8toii'6 lllz^tiliuL"
(Straßb. 1870), " ^uini^m^ticino d" 1'^l8^,cc-"
(mit Engel, Par. 1887) n. a.
Lehramtsprüfungen, Prüfungen durch staat-
lich eingesetzte Kommissionen, in welchen die Befähi-
gung, ein öffentliches Lehramt zu verwalten, dar-
gethan werden soll.
Solche Prüfungen finden für Volks- und für
böhere Schulen statt. Diejenigen für Volks-
schulen, welche gewöhnlich mit dem Namen L. be-
zeichnet werden, sind entweder allgemeine oder
'Fachprüfungen (für Turn-, Zeichen-, Musik-, Hand-
arbeits-Lehrer und -Lehrerinnen) oder Prüfungen
für besondere Zweige des Unterrichts (Taubstum-
men-, Vlindenunterricht u. s. w.). In Preußen z. B.
sind die L. durch die allgemeinen Bestimmungen
vom 15. Okt. 1873, in Sachsen dnrch das Volks-
schulgesetz vom ^6. April 1873 geordnet. Beim
Austritt aus dem Seminar ist zunächst die Schnl-
amtskandidatcnprüfung abzulegen, zu welcher in
Preußen auch außerhalb des Seminars gebildete
Bewerber, die das 20. Lebensjahr noch nicht über-
schritten haben, zugelassen werden können. Durch
dieselbe wird die Berechtigung zur Verwaltung einer
Hilfslehrerstellc oder provisorischen Lehrerstelle,
die jederzeit kündbar ist, erworben. Frühestens zwei,
spätestens fünf Jahre nach dieser ist die zweite, auch
Wahlfähigkeits - oderAm t s p rü fuu g genannt,
abzulegen, in welcher neben der wissenschaftlichen,
ganz besonders auch auf die praktifche Tüchtigkeit
Gewicht gelegt wird. Sie erteilt die Anwartschaft
zur Anstellung als ständiger Lehrer an Volks-
schulen. In Preußen kann ein Lehrer sich dann noch
der Prüfung für Lehrer an Mittelschulen,
welche die Berechtigung zur Anstellung als Lehrer
in Oberklassen von Mittelschulen und an höhern
Mädchenschulen verleiht, einschließlich der Rek-
torats Prüfung unterwerfen, um die Berechti-
gung zu erlangen, als Scminardirektor oder Semi-
narlehrer, als Vorsteher einer Präparandcnanstalt
sowic als Rektor cincr Mittelschule oder einer höhern
Mädchenschule oder als Leiter einer auf gleicher
Stufe stehenden Privatschulc angestellt zu werden;
durch Verfügung vom 5. Mai 1893 können Geist-
liche von der Mittelschullehrerprüfung dispensiert
und direkt zur Rektoratsprüfung zugelassen werden.
Die Prüsnng selbst ist teils eine schriftliche (meist
ein Aufsatz pädagogischen Inhalts, eine Katechese,
Lösung von arithmet. oder geometr. Aufgaben,
Beantwortung von Fragen aus der Gefchichtc, Geo-
graphie und Naturkunde, wozu noch eine fremd-
sprachliche Arbeit treten kann), teils eine münd-
liche; dazu kommt die praktische, in einer Lehrprobc
bestehende, zu welcher meist auch ein schriftlicher Ent-
wurs bei dcr Prüfungskommission einzureichen ist.
Die Prüfungskommission besteht bei den ersten bei-
den Prüfungen außer dem von der Regierung er-
nannten Kommissar gewöhnlich aus dem Seminar-
direktor und mehrern Seminarlehrern; doch werden
.zur zweiten Prüfung zuweilen auch, wie z. V. in
wachsen, im praktischen ^chulleben stehende Pä-
dagogen (besonders Schuldirektoren) zugezogen.
Für die Prüfung von Lehrern an Mittelschulen in
Preußen wird für jede Provinz eine Kommission er-
nannt. - Vgl. K. Schneider und von Bremen, Das
Volksschulwesen im preuß. Staate (3 Bde., Verl.
1886 u. 1887).
Für höhereSchulen haben sich besondere Prü-
fungen in Deutschland erst ausgebildet, seit sich
unter dem Einfluß von F. A. Wolf ein eigener Gym-
nasiallehrerstand von dem der Theologen loszulösen
begonnen hatte. Nachdem in Preußen unter ent-
scheidender Mitwirkung von W. von Humboldt das
Edikt über eine allgemeine Prüfung der Schulamts-
kandidaten (1810) erschienen war, hatte in allen deut-
schen Staaten eine neue Entwicklung nach dieser Seite
hin begonnen. Dabei standen entweder (wie in Würt-
temberg) die unmittelbaren Forderungen der Schule
im Vordergrunde, oder der Nachdruck wurde (wie in
Preußen) mehr auf eine selbständige wissenschaftliche
Bildung gelegt. Auch ist die gegenseitige Anerken-
nung der Prüfungszeugnisse zwischen Preußen und
verschiedenen kleinern deutschen Staaten vereinbart.
In Preußen bezeichnen die Reglements von 1831,
1860 und 1887 die Stadien dieser Entwicklung. Sie
setzen in Übereinstimmung mit andern Staaten eine
Vorbildung voraus, die nach durchlaufenem Gym-
nasium oder Realgymnasium auf der Universität ge-
wonnen ist. Die preuß. Verordnung von 1866 unter-
scheidet in der Prüsung die philol.-histor. und die
inathent.-naturwissenschaftlichen Fächer und trennt
noch serner die Prüfungen in der Religion und in
den neuern Sprachen ab; seit 1887 ist eine größere
Freiheit in der Verbindung der Prüfungsfächer ge-
stattet; unerläßlich sind die Fächer der allgemeinen
Bildung (Philosophie, Deutsch und Religion) für
alle. Größere schriftliche Arbeiten, deren Themata
entweder dem Kandidaten gestellt oder von ihm selbst
gewählt werden, für einzelne Fächer auch Klausurar-
beiten, gehen der mündlichen Prüfung voraus; die Er-
gebnisse dieser Prüfnng führen zu einem Oberlehrer-
oder Lchrerzeugnis, je nachdem die Berechtigung zum
Unterricht in einzelnen Fächern durch die ganze Schule
ausgesprochen oder auf die mittlern oder untern
Klaffen beschränkt wird. An die wissenschaftliche Prü-
fung schließt sich jetzt in Preußen eiue einjährige
praktische Vorbereitung unter Leitung eines dazu
bestellten Schulrats oder Schuldirettors in den sog.
Gymnasialseminaren an, dann folgt das Probejahr;
in andern Ländern wird die pädagogische Vorbildung
auf der Universität (z. B. in Baden, Sachfen) erwor-
ben, fo daß sich die Probeleistung unmittelbar an die
Staatsprüfung anknüpft. - Vgl. Statist. Jahrbuch
der Höhern Schulen Deutschlands, Luxemburgs und
der Schweiz (Lpz. 1880 fg.); W. Schrader, Die Ver-
fassung der höhern Schulen (3. Aufl., Verl. 1889);
Rethwifch, Deutschlands höheres Schulwesen im
19. Jahrh. (ebd. 1893); Fries, Die Vorbildung der
Lehrer für das Lehramt (in Baumeisters "Hand-
buch der Erziehungs- und Unterrichtslehre", II, 1,
Münch. 1896).
Lehrbataillon, amtlich Lehrinfanterie-
bataillon, ein Bataillon, das aus ausgewählten
Offizieren und Mannschaften aller Infanterieregi-