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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Leinfink - Leinkuchen
Länder
Leinengarne
1890
1892
1894 ! 1895
Leinen- und Seilerwaren
1890
1892
1894
!
1895
Großbritannien
Frankreich . . .
Deutschland . .
Österreich. . . .
Belgien.....
24,420
9,444
2,546
11,178
52,004
23,997
7,560
2,466
12,014
36,674
18,88
5,28
3,12
12,92
34,80
Leinfink (^lingilig. linai-i", ^., 8. I^in^riH i udia.
In'FF.), Virkenzeisig, eine etwas über 12 cm
lange Finkenart von granbranner Farbe, mit schwar-
zer Kehle, karminroter Kopfplatte und ebensolchem
Brust- und Bürzelgefieder. Beim Weibchen ist das
Rot auf dem Kopfe matter und fehlt auf der Brust
und Bürzel gänzlich. Der L. kommt in den nördl.
Gegenden sowohl der Alten und Neuen Welt vor
und erscheint in Deutschland oft in großer Menge.
Leiningen, altes deutfches Dynastengeschlccht,
erlosch 1220 im Mannsstamm. Die Schwester des
letzten Grafen Friedrich, Lnkardis, war mit dem
Grafen Simon von Saarbrücken vermählt, dessen
dritter Sohn, Friedrich von Hartenburg, wie er sich
nach einer seiner Burgen nannte, die L.schen Be-
sitzungen erhielt und den Namen eines Grafen
von L. annahm. Friedrichs gleichnamiger Sohn
erhielt durch, feine Schwägerin Gertrud, Gräsin von
Dagsburg, die Graffchaft Dagsburg in den Vogefen.
Dessen Enkel, die Grafen Friedrich V. und Godfried
von L., teilten 131? ihre Besitzungen und gründeten
die beiden Hauptlinien des Hauses: die Fried-
richsche und die Godfriedfche Linie. Unter
Friedrichs V. Ururenkel Hesso wurde L. 1444 zur
gefürsteten Landgrafschaft erhoben. Mit ihm
erlosch die Friedrichsche Linie 1467, worauf Hesfos
Schwester Margarete, die Witwe Reinhards, Herrn
zu Westerburg, sich des größten Teils der brüder-
lichen Besitzungen bemächtigte und, indem sie für
sich und ihre Nachkommen den Namen der Grafen
von L. annahm, die Gründerin des Hauses Lci-
nin gen-Westerburg (f. unten) wurde. Die God-
friedsche Linie erlangte aus der Hinterlassenschaft
Hessos dessen Hälfte der Graffchaft Dagsburg und
nannte sich nun Leinin gen-Dagsburg. Graf
Emichs IX. (gest. 1541) von Leiningen-Dagsburg
Söhne teilten die väterlichen Besitzungen und grün-
deten die Linien Leiningen-Dagsburg-Har-
tenburg und Leiningen-Dagsburg-Falken-
burg. Erstere wurde 3. Juli 1779 in den Reichs-
fürstenstand erhoben, verlor aber im Lune'viller
Frieden ihre Besitzungen in der alten Grafschaft L.
im Worms- und Speyergau, die Grafschaft Dags-
burg und alle sonstigen Besitzungen auf dem linken
Rheinuser, zusammen etwa 660 cilcm, und wurde
dafür durch den Reichsdeputationshauptschluh 1803
durch Besitzungen im Mainzischen, Würzburgischen
und in der Rheinpfalz entschädigt, während gleich-
zeitig der Fürst, der eine stimme auf der Wet-
terauifchen Grafenbank gehabt hatte, eine Viril-
stimme im Reichsfürstenrate zugesichert erhielt. Die
neuen Besitzungen, zusammen 1370 ^m, wurden
in ein neues Fürstentum L. vereinigt, durch die
Rheinbundsaktc von 1806 aber sämtlich als Etandes-
herrschast der Oberhoheit Badens unterworfen, bis
1806 und 1810 infolge der Territorialverändcrungcn
ein Teil davon an Hessen kam, das 1816 die Gc-
richtsbezirke Amorbach und Miltenberg an Bayern
abtrat. Die Fürsten zu L. sind seitdem in Bayern,
19,42
8,03
3,29
11,65
35,02
117,012
8,914
25,344
8,770
13,434
106,658
10,774
24,834
13,166
14,320
90,32
7,82
25,26
9,71
12,14
107,24
8,73
26,32
10,82
12,67
Baden und Hessen als Standesherren anerkannt.
Fürst Karl von L., geb. 12. Sept. 1804, gest.
13. Nov. 1856, folgte seinem Vater, dem Fürsten
Emich Karl, 4. Juli 1814 unter Vormundschaft seiner
Mutter Victoria, geborenen Prinzessin von Sachsen-
Coburg, die sich 29. Mai 1818 mit dem Herzog von
Kent (s. d.) vermählte, durch den sie Mutter der
Königin Victoria wurde. Fürst Karl war 9. Aug.
bis 5. Sept. 1848 Präsident des Neichsministe-
riums. - Gegenwärtiger Standesherr ist sein Sohn
Fürst Ernst, geb. 9. Nov. 1830, erbliches Mitglied
der Kammer der Reichsräte in Bayern, sowie Ad-
miral in der brit. Marine.
Die Linie Leiningen-Dagsburg-Falken-
burg zerfiel 1658 in die Aste Dagsburg (erloschen
1709), Heidesheim (erloschen 1766) und Gunters-
blum. Letzterer zerfällt in die Zweige Leinin gen-
Guntcrsblum und Leiningen-Heidesbeim,
die sich aber nach den Gütern, die sie durch den
Reichsdeputationshauptfchluh zur Entschädigung
erhielten, Leiningen-Billigheim und Leiningen-
Neudenau uennen. Auch sie, früher Mitglieder des
Wetterauischen Grasenkollegiums, wurden durch die
Rheinbundsakte als Standesherren der Oberhoheit
Badens unterworfen. Der Standesherr von Lei-
ningen-Billigheim ist Graf Karl Policar-
pus (geb. 18. Juli 1860), der seinem Vater, dem
Grafen Karl von L. (geb. 7. März 1823), durch
Familienvertrag vom 23. Jan. 1892 folgte. Der
Standesherr von Leiningen-Neudenau ist Graf
Emich, geb. 31. Juli 1855. Beider Linien Kon-
fefsion ist die katholische, während die fürstl. Linie
sich zur cvang. Kirche bekennt. - Das gräfl. Haus
Leiningen-Westerburg (s. oben) teilte sich nach
dem Erlöschen mehrerer Nebenlinien schließlich 1695
in die Linien: 1) Alt-Leiningen-Westerburg
mit dem Besitze der ^tandesherrschast Ilbenstadt
unter großhcrzoglich Hess. Hoheit und der Grafschaft
Westerburg und der Herrfchaft Schadeck unter preuß.
Hoheit, in deren Besitz sich Graf Friedrich, geb.
30. Dez. 1852, befindet. 2) Neu-Leinin gen-
Westerburg, die in zwei Äste zerfiel, einen
nassauischen, dessen Hälfte von Westerburg und
Schadeck bei seinem 1856 erfolgten Erlöschen an
die Linie Alt-Lcinin gen-West er bürg siel, und
einen bayrischen, deren standeshcrrlichen Rechte er-
loschen sind. - Vgl. Brinckmeyer, Genealogische
Geschichte des Hauses L. (Bd. 1, Vraunschw. 1890).
Leinkraut, s. I^in^ri^.
Leinkuchen, die in Kuchen geformten bei der Ge-
winnung des Leinöls verbleibenden Prcßrückstände.
Sie finden ihre Hauptverwendung als Mastfutter
für Schafe sowie für Zugvieh und Milchkühe. Sie
enthalten an verdaulichen Nährstoffen: 24 Proz.
Eiweiß, 25,7 stickstofffreie Extraktivstoffe, 4,i Holz-
faser und 9,6 Proz. Fett. Das Pulver derselben,
das Leinmehl, dient in der Heilkunde zur Berei-
tung von erweichenden Umschlägen. L. sind unter
dem Namen I>1acentH 36iniiii3 I^ini offizinell.