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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Leochăres; Leominster; León; Leona; Leonardo da Vinci

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Leochares - Leonardo da Vinci

Dampfmühlen, Brauereien, Mälzereien, Dampfbäckerei und -Ziegelei und Getreidehandel. L. ist Hauptort des preuß. Anteils des Fürstentums Jägerndorf (s. d.). – Vgl. Troska, Geschichte der Stadt L. (Leobschütz 1893).

Leochăres, Erzgießer und Bildhauer der neuattischen Schule, arbeitete etwa 370–325 v. Chr. Als reizvoll wird sein Ganymedes, vom Adler emporgetragen, geschildert. Eine wohlerhaltene Nachbildung dieses Bronzewerkes in Marmor befindet sich im Vatikan zu Rom. Mit andern Zeitgenossen, namentlich Skopas, zusammen wird L. als Arbeiter am Mausoleum (s. d.) genannt. Ferner schuf er eine Anzahl Porträtstatuen. Namentlich waren von ihm die aus Gold und Elfenbein gefertigten Statuen Alexanders d. Gr., seines Vaters Philipp und seiner Mutter Olympias nebst Philipps Eltern im Philippeion zu Olympia. Von der Komposition eines gemeinschaftlich mit Lysippus gefertigten Werkes in Delphi, das, Alexander d. Gr. auf der Löwenjagd darstellte, giebt ein Relief aus Messene (abgebildet im «Jahrbuch des Archäologischen Instituts», Ⅲ, Berl. 1888, Taf. 7) eine Vorstellung. Neuerdings ist auch der Apollon von Belvedere auf L. zurückgeführt worden.

Leominster (spr. lemmstĕr), Municipalborough in der engl. Grafschaft Hereford, am Lug, in den hier der Leominsterkanal (vom Severn) mündet, hat (1891) 5675 E., eine architektonisch interessante Pfarrkirche; Fabriken für Wollwaren, Tuch, Handschuhe und Hüte.

Leominster (spr. lémminstĕr), Stadt im County Worcester im nordamerik. Staate Massachusetts, nördlich von Worcester, hat (1890) 7269 E.; Fabrikation von Kämmen und Knöpfen, Möbeln, Spiel- und Textilwaren, Papier und Schuhen.

León. 1) Ehemaliges Königreich im nordwestl. Teile Spaniens, wird im N. durch Asturien, im O. durch Altcastilien, im S. durch Estremadura und im W. durch Portugal und Galicien begrenzt, umfaßt die Provinzen L., Zamora und Salamanca mit 38502 qkm und (1887) 965181 E. L. wird in seiner ganzen Breite vom Duero durchflossen und ist sehr gebirgig; vom Minhobecken scheidet es das von N. nach SW. ziehende Leongebirge; an der Südgrenze erheben sich die höchsten Teile des castil. Scheidegebirges (Sierra de Gata), während die schneebedeckten astur. Gebirge im N. ihre Ausläufer weit hinein senden. Der Boden ist meist fruchtbar und zu einem Drittel mit Wald bedeckt, namentlich im nordwestl. Teile finden sich Eichen- und Kastanienwälder. Hauptnahrungsquelle ist der Ackerbau, welcher Weizen, Hülsenfrüchte in Überfluß, auch vortrefflichen Flachs und Hanf liefert. Die Merinozucht geht zurück. Die Bewohner, Leonesen, haben eigentümliche Sitten und Gebräuche. Im Süden von Salamanca leben noch Reste der Goten und bei Astorga Celtiberer (die Maragatos). – In den ältesten Zeiten war L. nacheinander von Römern, Sueven, Westgoten und Sarazenen beherrscht, bis die Könige von Asturien es diesen entrissen. Um 910 zerfiel Asturien in die drei Königreiche L., Asturien und Galicien, von denen L. ein gewisses Oberhoheitsrecht über die beiden andern behauptete. 925 wurden sie unter dem Namen L. wieder vereinigt, und 1037 besiegte Ferdinand Ⅰ. von Castilien seinen Schwager Bermudo Ⅲ. von L. und verband beide Reiche. Nach Alfons' Ⅷ. Tode bildete L. seit 1157 wieder ein selbständiges Reich, ^[Spaltenwechsel] bis Ferdinand Ⅲ. von Castilien es 1230 aufs neue mit seinem Reich vereinigte. (S. Castilien und Spanien.) – 2) Span. Provinz, die nördlichste des Königreichs L., hat 15377 qkm und (1887) 380637 (183094 männl., 197543 weibl.) E., d. i. 25 auf 1 qkm, und 10 Gerichtsbezirke. 221170 konnten nicht lesen. Der Norden und Westen ist gebirgig. Neben viel sterilem Fels- und Sandboden erscheinen die Thäler des Esla (s. d.) und seiner Nebenflüsse fruchtbar und gut angebaut. Industrie fehlt fast völlig. – 3) Hauptstadt, die Legio septima gemina der Römer, von der das Königreich L. den Namen erhielt, links an der Bernesga sowie an den Linien Palencia-Coruña und L.-Gijon der Nordwestbahn, Sitz eines Bischofs und einer gelehrten Schule, hat (1887) 13446 E., 14 Kirchen, 4 Hospitäler, ein Rathaus und verschiedene Paläste alter Grandengeschlechter, insbesondere den Palast der berühmten Familie Guzman. Die 100 m lange, 42 m breite, dreischiffige got. Kathedrale enthält die Grabmäler des heil. Isidoro und vieler Könige von L. Die Stadt ist der Mittelpunkt des in neuerer Zeit freilich sehr gesunkenen span. Leinwandhandels.

León, Provinz von Ecuador, grenzt im N. an Pichincha, im H. an Tunguragua, im W. an Rios, im O. an Oriente, zählt auf 6722 qkm 109600 E. L. besteht aus der Hochebene zwischen den Andenketten, dem Ost- und Westabfall derselben und besitzt zahlreiche Vulkane, wie den Cotopaxi (s. d.), Iliniza, Quilotoa. Hauptstadt ist Latacunga (s. d.).

León, Hauptstadt des Departamento L. (35240 E.) in der mittelamerik. Republik Nicaragua, auf ausgedehnter Ebene, am Fuße der Vulkankette, zwischen dem Managuasee und dem Großen Ocean, durch Bahn mit dem Hafen Corinto und dem Managuasee verbunden, hat etwa 45000 E. einschließlich der Indianer in dem Vorort Subtiaba. L., 1523 durch Hernandez von Cordova gegründet, wurde 1610 vom Westufer des Managuasees an seine jetzige Stelle verlegt.

León, Luis Ponce de, span. Mystiker und Dichter, s. Ponce.

Leona, der 319. Planetoid.

Leonardo da Vinci (spr. wintschi) oder Lionardo, ital. Maler, geb. 1452 in Vinci, einem Kastell bei Empoli, als der natürliche Sohn Ser Pieros, Notars der Signoria von Florenz, widmete sich schon in seiner Jugend dem Studium der exakten Wissenschaften, insbesondere der Mathematik und Mechanik wie der Erlernung der schönen Künste. Über die ersten 40 Jahre seines Lebens sind nur spärliche Nachrichten vorhanden. In der Biographie L.s von Vasari und in der kürzern, mehr sachlichen des sog. Anonymus des Milanesi finden sich die etwa dreißig Jahre nach dem Tode L.s umlaufenden Traditionen über sein Leben niedergelegt. Fest bezeugt ist, daß er bereits 1472 als selbständiger Maler thätig war. In den folgenden Jahren arbeitete er im Atelier des Florentiner Bildhauers und Malers Verrocchio; doch ist kein Skulpturwerk L.s erhalten. 1480 malte L. ein Altarbild, Die Anbetung der heiligen drei Könige, für die Mönche von San Donato bei Florenz (jetzt in der Uffiziengalerie in Florenz). Aus derselben Zeit etwa stammt das ebenso wie das vorhergehende nur untermalte Bild des heil. Hieronymus (Rom, Vatikanische Galerie). Nach Vasari hat L. auch einen Engel in dem Bilde Verrocchios, Die Taufe Christi, jetzt in der Florentiner Akademie der schönen Künste, gemalt. Die übrigen ihm zugeschriebenen Werke derselben Epoche sind nicht beglaubigt.