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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Leopoldshall – Lepidin

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Leopolds II. See'

(Mfini) und durch diesen mit dem Kassai und dem Kongo in Verbindung. Stanley hat ihn, wie den nahe im N. gelegenen Mantumbasee, 1882 entdeckt.

Leopoldshall, Dorf im anhält. Kreis Bernburg, südöstlich bei Staßfurt (s. d.) auf der preuß. Grenze, hat (1895) 6794 (1890: 6435) E., darunter 386 Katholiken und 22 Israeliten, Wasserleitung, Gasbeleuchtung, Krankenhaus; ein herzogl. Salzbergwerk, chem. Fabriken und ein Verkaufssyndikat der Kaliwerke.

Leopoldskanal, s. Elz.

Leopoldskron, Schloß, s. Salzburg.

Leopoldsorden. 1) Der belgische L., vom König Leopold I. 11. Juli 1832 gestiftet, zerfällt in Großkreuze, Commandeure, Offiziere und Ritter, wozu seit 1838 noch die Großoffiziere kommen. Das Ordenszeichen ist ein weiß emailliertes achteckiges, goldgekröntes Kreuz, dessen Arme durch einen Eichen- und Lorbeerkranz verbunden sind und dessen schwarz emailliertes Mittelschild den königl. Namenszug trägt. Das Band ist ponceaurot, gewässert. (S. Tafel: Die wichtigsten Orden I, Fig. 10.) –

2) Der österreichische L., vom Kaiser Franz I. 8. Jan. 1808 gestiftet, besteht aus Großkreuzen, Commandeuren und Rittern. Das Ordenszeichen ist ein von der Kaiserkrone überdecktes achtspitziges, rot emailliertes Goldkreuz mit weißer Einfassung, das innerhalb weißen Randes mit der Umschrift «Integritati et merito» im roten Mittelschilde die Buchstaben F. J. A. (Franciscus Imperator Austriae), auf der Kehrseite das Motto «Opes regum corda subditorum» zeigt. Das Band ist rot mit weißen Rändern. (S. Tafel: Die wichtigsten Orden I, Fig. 13.)

Leopoldstadt, Bezirk von Wien (s. d.).

Leopoldstadt in Ungarn, s. Freistadtl.

Leopoldstein, Leopoldsteiner See, s. Eisenerz.

Leopoldville (spr. -will), Station des Kongostaates am linken Ufer des Stanley Pool (s. d.). Der Hafenplatz und die Werft ist Kindschassa; von hier beginnt der Dampferverkehr nach dem obern Kongo und Kassai und hier werden die Waren verladen, welche gegenwärtig noch von Matadi (280 km in 18 Tagemärschen) heraufgetragen, später aber durch die Kongobahn befördert werden. Die Missionsstation der Baptisten, Arthington, liegt auf einem Hügel über dem Ort und nahe dabei die Hauptstadt der Bateke, Ntamo, ein bedeutender Marktplatz; am andern Ufer das franz. Brazzaville (s. d.).

Leotychǐdas (in attischer Form auch Leotychǐdes), König von Sparta seit 491 v. Chr. Als Anführer der griech. Flotte erkämpfte er 479 v. Chr. den glorreichen Sieg bei Mykale. Als er sich aber wenige Jahre später auf einem Feldzuge (476 v. Chr.) nach Thessalien gegen die persisch gesinnten Aleuaden durch Bestechung bestimmen ließ, seine Erfolge nicht auszunutzen, wurde er entthront und verurteilt. Er entfloh nach Tegea, wo er 468 v. Chr. starb.

Leovǐgild, König der Westgoten in Spanien (569–586), fand das Reich in großer Zerrüttung, zum Teil in der Hand des oström. Kaisers Justinus II., warf aber in zehnjährigen Kämpfen siegreich alle Empörer nieder und beschränkte die Byzantiner auf einige Küstenplätze. Er führte das Purpurgewand, die goldene Krone und andere Zeichen höherer Gewalt ein. Sein Sohn Hermenegild (s. d.) empörte sich gegen ihn, während sich zugleich andere Feinde zeigten; aber L. siegte in einem fünfjährigen Bürgerkriege und ließ den Sohn hinrichten. L. war der letzte arianische König der Westgoten. Er starb 586 in ↔ Toledo. Sein Sohn und Nachfolger Rekkared trat 586 zur röm. Kirche über.

Léoville (spr. -wil), Weinsorte, s. Bordeauxweine.

Lep., s. Lepel.

Lepadiden, s. Rankenfüßer.

Le Palais (spr. -läh), Hauptstadt der Insel Belle-Isle (s. d.).

Lepanto, offiziell Návpaktos, Naupaktos, volkstümlich Epaktos genannt, ärmlicher Ort, Hauptort des griech. Nomos Akarnania und Ätolia, am Nordufer des Golfs von Korinth, 8 km nordöstlich der engsten Stelle, hat (1889) 2296 E. Die alten Befestigungen ziehen sich am Abhang des Hügels hinauf. L. ist als Naupaktos angeblich von der Ausrüstung der zur Eroberung des Peloponnes bestimmten Flotte der Herakliden benannt. Es wurde 456 v. Chr. durch die Athener erobert und 454 mit aufständischen Messeniern von Ithome besetzt. Im Peloponnesischen Kriege war es eine Flottenstation der Athener, wurde jedoch 404 den Lokrern wieder abgetreten. Im Mittelalter wurde die Stadt von den Italienern L. genannt, 1407 von den Venetianern erworben und stark befestigt, so daß sie erst der türk. Sultan Bajazet II. 1499 mit einem Heere von 150000 Mann zur Übergabe zwingen konnte. Berühmt ist der Seesieg (7. Okt. 1571) der ital.-span. Flotte unter Don Juan d'Austria (s. Johann von Österreich) über die Türken bei den Kurtsolarischen Inseln (s. Echinaden) vor dem Delta des Achelous, der nach L., der Station der türk. Flotte, benannt wird. Die Türken verloren gegen 130 Kriegsschiffe und 30000 Tote und Gefangene; etwa 12000 christl. Galeerensklaven wurden befreit. Die türk. Übermacht zur See war für immer gebrochen. – Vgl. Farochon, La bataille de Lépanto (Par. 1892).

Lepargylsäure, soviel wie Azelaïnsäure (s. d.).

Lepas anatifĕra, Entenmuschel, s. Rankenfüßer und Tafel: Krustentiere I, Fig. 12.

Le passant (spr. -áng), Schriftstellername von Ernest d'Hervilly (s. d.).

Lepautre (spr. -pohtr), Jean, franz. Kupferstecher, geb. 1617 zu Paris, gest. daselbst 1682. Mariette schätzte sein Werk auf 1440 Blätter. Außer einer Reihe von Stichen nach Gemälden von G. Reni, den Carracci, Poussin u. a., stach er seine eigenen Zeichnungen. Ein großer Teil derselben sind Ornamentstiche, architektonische und dekorative Vorlagen, deren Wirkung auf das Kunstgewerbe des 17. wie des 19. Jahrh. bedeutend gewesen ist.

Lepel. oder Lep., hinter lat. Insektennamen Abkürzung für Amédée, Graf Lepelletier de Saint-Fargeau (spr.-pell'tĭeh dĕ ßáng farschoh), franz. Entomolog, geb. 1770, gest. 1845.

Lepère (spr. -pähr), Louis Auguste, franz. Maler, Radierer und Holzschneider, geb. 30. Nov. 1849 zu Paris. Als Holzschneider ist er Schüler des Engländers Smeeton. Als Maler und Radierer ist er Autodidakt und hat in seinen Landschaften und geistvoll radierten Skizzen künstlerisch bemerkenswerte Ansichten von Paris und Scenen aus dem Pariser Leben geschaffen. Als originaler Holzschneider und Radierer fällt ihm eine führende Rolle unter den impressionistischen Naturalisten zu. Viele seiner Holzschnitte brachte die «Revue illustrée», auch die «Graphischen Künste» brachten (1892) Beispiele seiner originellen Kunst.

Le Petit-Quevilly, s. Petit-Quevilly.

Lepidilemur, Halbmaki, s. Maki.

Lepidin, eine Base von der Zusammensetzung C10H9N=C9H6N(CH3), γ-Methylchinolin. Es

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 103.