Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

103
Lepidinblau - Lepidotus
findet sich neben Chinaldin und Cbinolin im ^tein-
kohlenteer und kann ans dem Alkaloid Cinchonin
dnrch Destillation mit Ätzkali oder Vleiorvd erhal-
ln werden. Auch synthetisch ist es darstellbar. L.
ist eine chinolinartig riechende Flüssigkeit, die bei
264° siedet und unter 0° erstarrt. Ein Gemisch von
Chinolin und L. gebt bei der Bebandlung mit
Amyljodid in Lepidinblau (s. Cyanin) über.
Lepidmblau, s. Cyanin.
I"epiÄinln ^., K resse, Pfefferk r aut, Pflan-
zcngattnng ans der Familie der Krncifcren <i. d.)
mit gegen 80 in den gemäßigten und warmen
Zonen der ganzen Erde verbreitete:: Arten. Cö sind
trautartige Gewächse, seltener .yalbsträucker mit
verschieden gestalteten Blättern und weinen in
Trauben vereinigten Blüten. Die bekannteste Art
ist die aus Kleinasien stammende, in Deutschland
vielfach kultivierte und verwilderte Gartenkresse
l^. sativuin ^., ein einjähriges Gewächs von
äußerst raschem Wachstum. Wegen des kräftigen
und pikanten Geschmacks der Blätter ist sie alo
Würzpflanze beliebt und, da ihre Kultur die denk-
bar einfachste, in den Gärten sehr verbreitet. Die
stark cingeschnittenen, ziemlich zablreicben Blätter
bilden eine nicht besonders dickte Nosette, aus
deren Mitte sich bald ein glatter, verästelter, mit
einigen linienförmigen Blättern besetzter Stengel
mit kleinen weißen Blüten, später mit rundlichen,
stark abgeplatteten, selbst etwas konkaven Scbötchen
erhebt. Die verhältnismäßig großen, länglichen,
gefurchten, ziegelroten harnen besitzen einen schar-
fen, etwas knoblanchartlgen Gescbmack. Man kann
letztere zu jeder Zeit und in jeden Boden säen und
wird mit Sickerheit in wenigen Wochen Blätter zu
schneiden babcn. Nur bei anbauender Wärme und
Trockenheit wird man der Vorsicht balber sür die
Saat eine etwas frische und schattige Stelle wablen
müssen. Da die Pflanzen schon nach kurzer Zeit
den Blütenstengel treiben, so muß die Anssaat in
angemessenen Folgen wiederholt werden. Der
Same keimt außerordentlich rascb, bei einer Tem-
peratur von 18 bis 10" 15. schon in weniger als
24 Stunden. Wegen dieser C'igcnscbaft benutzt man
die Kresse bisweilen, um im Laufe des Winters in
den Stuben rasch frisches Grün entsteben zu lassen,
indem man eine Vase mit dickem Flanell überziebt,
anfeuchtet und mit dem Samen der Krefse über-
streut, erstere aber, um dem Wollstoff unausgesetzt
Feuchtigkeit zuzuführen, in ein flaches Gefäß mit
Wasser stellt. Nach Verlauf einer Woche ist die
Vase mit dichtem Grün überkleidet.
Von den Varietäten der Gartenkresse sind anzu-
fübrcn die krausblätterige, die breitblätterige, die
gelbblätterige (australische); diese können sowohl in
der Küche zum Würzen der Fleischspeisen oder zur
Bereitung von Salat ebenso gut verwendet werden
wie die Stammart. Ebenfalls, wenn auch seltener,
wird 1^. latikoUnm ^. angebaut, kommt aber nur am
Meere und an salzhaltigen 5)rten (Salinen) fort.
Eine andere Art, die Stint kr efsc, 1^. i-udoi-ais 2^.,
ist ein übelriechendes, auf Mauern und Schutt häu-
figem Ilntraut.
I.epiHoÄeizäron ^'/?t., S ch u p p e n b aum,
eine Anzahl von Pflanzenresten, die Gefäßkrvpto-
gamen aus der Abteilung der Lykopodinen ls. d.)
angehören. Es waren Pflanzen von baumartigem
Wüchse, die vereinzelt schon im Devon auftreten,
hauptsächlich aber in. der earbonischen Flora eine
ausgedehnte Verbreitung besahen und in der per-
miscben Formation wieder verschwinden. Sie bil-
den einen charakteristischen Bestandteil der Stein-
koblensormation und stellen jedenfalls eine ziemlich
artenreiche Gruppe dar. Es läßt sich mit Sicher-
heit annehmen, daß diese Pflanzen eine ansehn-
liche Höhe, vielleicht bis 30 iu, erreichten und an
der Bildung der ausgedehnten Wälder jener Zeit
einen hervorragenden Anteil genommen haben.
Der ^porenbildung nach sind sie zu den hetero-
sporen Lnkopodinen zu stellen, denn in dcn Frucht-
äbren, die uns erhalten sind, finden sich zweierlei
Sporen, Makrosporen und Mikrosporen. Diese
Fruchtstände werden unter dem Namen I^iäo
8ti-o1>u3 zusammengefaßt, und der Bau derselben
bildet ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal für
die systematische Gruppierung der hierher gehörigen
Pflanzenreste. Allerdings ist nur in wenigen Fällen
der Zusammenbang dieser Fruktifikationsorgane
mit den vegetativen Teilen näher nachgewiesen,
immerhin läßt sich aber die Annahme rechtfertigen,
daß die Lepidodendren zu den heterofporen Lyko-
podinen zu stellen sind. In den zahlreichen Fällen,
wo ein solcher Zusammenhang bis jetzt nicht nach-
gewiesen ist, mnß die Unterscheidung der einzelnen
Formen, soweit diese übcrbaupt möglich ist, ans
andere Merkmale: Struktureigentümlichkeiten, Form
und Größe der Blätter oder Blattnarben u. s. w.
vorerst beschränkt bleiben. (Tafel: Pctrefakten
der Paläozoifchen Formationsgruppc III,
Fig. 18, beim Artikel Paläozoische Formations-
gruppe, zeigt 1^. 8t6rnd6i-^ii.)
Die Blattorganc sind von linealer Form und
erreichen meist eine Lange von 10 bis 15 cm, bei
manchen Arten sind sie bedeutend kürzer, etwa
1 cin lang, und haben ganz die Form der jetzigen
Lycopodiumblätter, so daß junge Zweige von 1^.,
die mit solchen kurzen Blättern besetzt sind, ganz
das Ansseben von Lycopodien haben. Die Blätter
waren jedenfalls ziemlich fest gebaut und besaßen
einen starken Mittelncrven. Sie sind schranbenlinig
oder wirtelig gestellt und sitzen dicht aneinander,
so daß der ältere Stamm ganz von Blattnarben
bedeckt erscheint. Die Blattnarbcn sind rhomboi-
disch und erscheinen an ältern Stämmen infolge
des Dickenwachstums bedeutend größer als an
jüngern Zweigen.
Außer der Gattung 1^. hat man nock einige an-
dere, mit dieser jedenfalls nahe verwandte, unter-
schieden und sie zu einer Gruppe, I^piäoäendrEas,
vereinigt. Dazu gehören unter anderm die Gat-
tungen Hioäenäron, deren Arten weniger ver-
zweigte Stämme besitzen, ferner Xuorri^ oder 1.7-
^iiis>cl6näi'0n mit langgezogenen rhombischen Blatt-
polstern, und I^LpiäopIiloioZ, dessen Stamm mit
in vier Reiben stehenden Listen besetzt ist.
Lepidokrokit, ein Mineral, das halbkugelige,
traubige und nierenförmige Aggregate von fchup-
pig-faseriger Struktur und rötlichbrauner bis nel-
kenbrauncr Farbe bildet, chemisch ein etwas Man-
gan haltiges Eiscnorydhydrat. Besonders schön ist
der L. bei Sayn und Siegen in Rheinpreuhen.
Lepidolith, Lepidomelän, s. Glimmer.
Lepidopteren (I^picloMi-a), s. Schmetterlinge.
Lepidosiren, s. ^chuppenmolch.
I"spiä08ten3, s. Schmelzschupper.
I.epiäo8trobn8, s. I^piäoä^näi-oii.
I.VpiÄötns ^4</., die häufigste Fischgattung des
alten Iurameers und die artenreichste unter den
mesozoischen, nicht mehr entschieden heterocerken