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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Lepidus - Lepsius
oder unsymmetrisch geschwänzten Ganoiden, hatte
große glatte Schmelzschuppen und kegelförmige
Zäbncken und erreichte bedeutende Größe.
Lepidus, Beiname eines Zweigs des altpatri-
cischen Geschlechts der Ämilier.
Marcus Ämilius L. machte 73 v. Chr. als
Konsul den Versuck, die Einrichtungen Sullas um-
zustürzen, und rückte mit einem Heere gegen Rom,
wurde aber von seinem Kollegen Catulus dort und
dann nockmals in Etrurien von Pompejns geschla-
gen. Er flob 77 uach Sardinien, wo er starb.
Sein gleichnamiger Sohn, der Triumvir Mar-
cus Ämilius L., war 45) Prätor und ließ, als die
Nachricht von Cäsars Erfolgen in Spanien einge-
troffen war, diefen vom Volk zum Diktator ernen-
nen. Cäsar gab ibm 48 das diesseitige Spanien als
Provinz, machte ibn dann für 46 zu seinem Kollegen
im Konsulat und uach Ablauf desselben zu seinem
Magister Eqnitum. 44 erhielt L. das uarbonen-
sische Gallien und das diesseitige Spanien als
Provinzen zugewiesen. L. weilte uoch vor Rom,
als Cäsar ermordet wurde, und Antonius, der ibm
die Würde des Pontifer Marimus verschaffte, wußte
ihn und seine Truppen zu benutzen. Während des
Mutinensischen Krieges, 43 v. Chr., verwaltete L.
seine Provinz und bot dort dem vor dem Senats-
heere weichenden Antonius eine Zuflucht; beider
Truppen vereinigten sich. Als sich Octavian mit
Antonius verband, wurde Ende Okt. 43 auch L. mit
in das Triumvirat aufgenommen. Vei der Teilung
der Provinzen nach der Schlacht bei Philippi wurde
er von Octavian und Antonius, die ihn als Konsnl
42 zur Bewachung von Italien zurückgelassen hatten,
nicht befragt; dock überließen sie ihm 40 die Provinz
Afrika. Im I. 3<> wurde er von Octavian gegen
Eertus Pompejus zu Hilfe gerufen. Er kam; als
aber acht Legionen des Pompejus, die in Messana
lagen, sich ibm übergeben hatten, nahm er eine
drohende Haltnng gegen Octavian an. Er wurde
indes von seinen Soldaten verlassen und mußte
sick Octavian ergeben. Dieser ließ ihm die Ponti-
ferwürde und internierte ihn in Circeji, später in
Rom. L. starb 13 v. Cbr. ^cken.
I.0PI8N12. 8a.ooka.rina., Insekt, s. Silb erfisch-
Lepisnnden, s. Borstcnschwänze.
Lepontier, ein lignrisckes Alpenvolk im süd-
lichsten Teil des alten Rhätien, im heutigen Kan-
ton Tessin, am südl. AbHange des St. Gottbard bis
gegen den Lago Maggiore bin, wo sich im Val
Leventina noch eine Spnr ihres Namens erhalten
hat, und bis nach Ober-Wallis. Ihre Hauptstadt
war Oscela (jetzt Domo D'Ossola).
Lepontmische Alpen, s. Westalpen.
Leporello-Album, eine in Buchform zu-
sammensaltbare Reibe von Bildern (Einzelansichten
von Städten, Gegenden, 5vunstwerten u. dgl.), be-
nannt nach dem Verzeichnis der Geliebten Don
Juans (in Mozarts "Don Inan"), das dessen Die-
ner Lcporello angelegt hat.
I.oporiaa.s, "s. Hasen.
Leporldcn, Bastarde aus der Paarung des
weiblichen Kaninckens mit dem Hasen. Der Leporide
zeugt mit seineogleicken, obschon aus der Paarung
verschiedener Arten entstanden und obgleich solcbe
Bastarde in der Regel unter sich fruchtbare Paarung
nicht eingehen können, Nachkommen, die L. oder
Hasenkaninchen (1^6pn8 1)cir>vini H^c/cel), und
diese äbneln im ganzen und auch in ihren Lebens-
gewohnheiten mehr dem Kaninchen als dem Hasen,
jedoch sind die Ohren und die Hinterbeine mehr
hasenäbnlich; ihr Fleisch soll vortrefflich sein.
I"VporinNS, s. Hasen.
Le Port Republicain (spr. pohr repüblikäng),
Hanptort von Haiti, s. Port-au-Princs.
I.spi-2., s. Aussatz. 1^. ^räduin, 1,. (^ecöi-uin,
1^. uoäogH, s. Elephantiasis; 1^. lomdgräica (moäio-
1aii6N8i8, itailoa), s. Pellagra.
Leprösen, Leproferien, s Aussatz.
Lepsius, Richard, Ägyptoloa und Sprachforscher,
geb. 23. Dez. 1810 zu Naum.bnrg a. d. Saale, be-
suchte 1823 - 29 die Landcsschule Psorta und stu-
dierte zu Leipzig, Göttinqen und Berlin Philologie
und vergleichende Sprachwissenschaft. Nachdem er
1833 mit dcr Abhandlung "vo Wdu1i8 Iiln^n-
I'inig" in Berlin promoviert hatte, wandte er sick
nach Paris und begann dort, von Bunsen dazn auf-
gefordert, sich den ägypt. Studien zuzuwenden, die
er dann auf einer Reise nach Italien in den Museen
von Turin und Florenz sowie in Pisa und Rom
eifrig betrieb. Gleich die erste frucht seiner Stu-
dien, seine "I^ettro ^ N. 1l086i1ini 8ui- 1'gipi^dot
Iii6i-031)'1)KMI6" (Rom 1837), berichtigte vielfach
Champollions Vorstellungen über das hierogly-
phische Schriftsystem und bezeichnete den Beginn
methodischer Forschnng auf diesem Gebiet. Seine
Anwesenheit in Italien benutzte er auch ;u For-
schungen über die umbrische und oscische Sprache,
deren Überreste er in den "In8ci-ipti0ii68 ^ilidrica^
"t 0803.6" (Lpz. 1841) herausgab. In Rom ge-
borte er der Direktion des Archäologischen In-
stitnts als redigierender Sekretär an. Die zabl-
reichen ägypt. Denkmäler, die er in den ital. Museen
und bei einem zweijährigen Aufenthalt in England
kennen gelernt hatte, verwertete er für seine "Aus-
wahl der wichtigsten Urkunden des ägypt. Alter-
tums" und für sein "Totenbuch der 'Ägypter nack
dem bieroglyphischcn Papyrus in Turin" <beides
Lpz. 184Ä. 1842 wurde L. zum außerord. Professor
in Berlin ernannt und mit der Leitung der ägypt.
Erpedition beanftragt, welche König Friedrich Wil-
helm IV. von Prenßen auf Fürsprache Humboldts
und Bunscns aussandte. Die historisch und archäo-
logisch wichtigen Resultate dieser Erpedition, die in
den 1.1842-46 das Nilthal bis tief in den Sudan
hinein erforschte, wurden in dem großartigen Werke
"Denkmäler aus Ägypten und Äthiopien" (Berl.
1849^5!)) publiziert; die reichen Sammlungen, die
sie heimbrachte, wurden in dem nach L.' Plänen
errichteten ägypt. Museum zu Berlin untergebracht.
L., der 1840 ord. Professor und 1850 Mitglied
der Berliner Akademie wurde, verwertete selbst eifrig
das neugewonnene Material. Für die wissenschaft-
liche Behandlnng der ägypt. Geschichte lieferte er
im ersten Bande seiner "Chronologie der Ägypter"
(Berl. 1849) die Grundlagen, auf denen er in den
spätern Schriften und in seinem "Ägypt. Königs-
buch" (ebd. 1858) fortbaute. In den "Briefen
aus Ägypten, Äthiopien und dcr Halbinsel des
Sinai"" (ebd. 1852) gab er dem größern Publikum
eine Übersicht über seine Reise, die, um so wichtiger
ist, als der von L. geplante wisse-mchastliche Tert
zu den "Denkmälern" noch nicht erschienen ist. Von
den Ergebnissen seiner Forschungen über die Spra-
chen am höhern Nil teilte er Zunächst eine Nuba-
Ubersetzung des Markus-Evangeliums (Berl. 1860)
mit, der er später die "Nubische Grammatik (ebd.
1880) folgen ließ. Unter L.' übrigen ägyptologiscken
^ Arbeiten sind besonders hervorzuheben: "über den